360° Blickwinkel | Wegbegleiter

Ich glaube, das ist es, was man Leben nennt

von am 12. November 2017

Gespräche mit Freunden sind wichtig, sie tun gut und sie bringen dich zu mancherlei Einsicht. Oder sie helfen dir, die Dinge einfach mal auf den Punkt zu benennen, die dir seit Tagen im Kopf rumschwirren.

Es ist ja kein Geheimnis, dass ich im Moment das Schicksal eher weniger gut finde. Es ist so viel geschehen, es hat sich viel verändert und natürlich habe auch ich mich im Zuge dessen verändert, weil es die Situation so mit sich brachte. Ich bin definitiv kein neuer Mensch. Ich bin noch immer ich, aber es gibt eben neue Schwerpunkte im Leben, die andere Eigenschaften von mir hervorbringen, die mich neu abmischen. Alle diese Eigentschaften, die waren in mir, kamen zum Vorschein, wenn sie gebraucht wurden.

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Menschen | Musik | Wegbegleiter

Ich laufe nun nicht mehr hinterher

von am 5. September 2017

Ich habe die Schnauze voll. Von mir und meinem Rumgeheule. Keiner sieht mich, keiner wartet auf mich, niemand nimmt mich mit, da ist keiner, der mich integrieren mag.

Erst einmal weiß ich, dass das ja nicht nur so ist. Dieses nicht mehr mitkommen und sich ausgeschlossen fühlen, das ist nur in einigen Bereichen in meinem Leben. Zugegeben in einem Lebensteil, aber eben in einem Teil, der mich mal ausgefüllt hat.
Freundschaften haben sich dort verädnert. Und durch meine „Lebenspause“, die ich einlegen musste, haben wir verschiedene Wege eingeschlagen. Ich bin da niemanden böse. Ich gönne es den Menschen, die sich neue Bereiche erschlossen habe, wo ich eben nicht mehr so wirklich reingehöre. Das ist eben Leben es ändert sich. Und auch wenn ich fordere, geht doch einfach wieder so um mit mir wie früher, verstehe ich nun endlich, dass ich mir das zwar wünschen kann, dass dieses aber nicht mehr so einfach geht.

Ich kann nicht mehr so unbeschwert planen wie früher. Ich habe neue Aufgaben, die mir obliegen und die ich eben erfüllen muss. In einem Maß, in dem ich zwar noch existiere und auch Sachen für mich mache. Aber ich kann nicht mehr so sein wie früher. Wie kann ich dann erwarten, dass man wie früher mit mir umgehen kann.

Die letzten Wochen habe ich mich abgehängt gefühlt. Von Menschen, die mir mal sehr nahe standen und mit denen ich viel unternommen habe. Ich blieb stehen, sie gingen weiter. Ich brauchte Luft zum atmen, sie konnten sich in die Massen stürzen.
Die Wege gingen auseinander.

Ich fühle mich noch immer abgehängt, aber ich habe was geändert.

In den letzten Wochen habe ich allen hinterhergebrüllt, sie mögen doch bitte auf mich warten und mich mitnehmen. Aber das war nicht von Erfolg gekrönt. Ich fühlte mich wirklich schlecht damit und suchte die Schuld bei mir. Aber es hat niemand Schuld, und wenn, dann ist eben die Zeit dran Schuld. Die ging nämlich weiter, während ich mich verkrochen habe, um mich neu zu strukturieren. Nun wäre ich für all die Menschen wieder da, aber ich werde nicht mehr gebraucht, denn in diesem Lebensteil ging es ohne mich weiter.

Ich bin mir jedoch mehr wert, als mich ständig anzubieten. Die betreffenden Personen wissen mittlerweile wie es mir geht. Mehr kann ich nicht tun.
Ich kann mich nun nur noch auf meinen Weg konzentrieren und von meinem Standpunkt meinen Weg weitergehen.

Ich habe so viel, was ich ja trotz allem weitergemacht habe und wo ich nicht hinterherlaufe. Da bin ich dabei und muss nicht rennen. Ich muss mir wieder eigene Wegpunkte schaffen. Solche Punkte, die die anderen, die mich abngehängt haben, eben nicht haben. Ich muss mir am wichtigsten sein und mich auf meinen Weg konzentrieren.

Und wenn es nicht mehr die Menschen von früher sind, dann werden es neue sein.

Ich möchte nun doch konkret werden. Ich renne nun nicht mehr hinther. Ich mache weiter, wo ich zurückgelassen wurde und freue mich, wenn aus dem alten, brachliegenden Lebensbereich sich Menschen umdrehen und mir winken, weil sie es wollen. Und nicht weil ich immer um deren Aufmerksamkeit buhle.

Mein Weg wird weiter die Musik sein, der Gesangsunterricht und der Chor. Meine eigenen Songs, meine Geschichten und meine Fotografie.

Das werden meine Wegpunkte sein. Und die Szene rund um Anime und Cosplay muss nicht auf mich warten. Das mach ich in meinem Tempo weiter und ich hoffe auch, dass die Menschen, die meine Freunde sind, das respektieren. Ich gönne jeden seinen derzeitigen Wegpunkt. Und auf jeden Berührungspunkt des Weges freue ich mich jetzt schon. Aber hinter diese Kreuzungen renne ich nicht mehr her, denn das würde eh nix bringen.

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Ein Doo in F, Sonnenschein und Eis

von am 25. März 2017

„Lass die Sonne in dein Herz, schick die Sehnsucht himmelwärts…“

So lautet eine Zeile der Schlagergruppe Wind. Das Lied ist echt schon alt, aber wenn ich den heutigen Tag Revue passieren lasse, dann beschreibt diese Zeile es einfach am besten, wie es mir geht.

Heute ist ein grandioser Frühlingstag, etwa 14 Grad, der Wind ist noch frisch und er erinnert noch an den vergangenen Winter. Aber es ist sonnig, der Himmel ist blau und die Farben erstrahlen. Nun befinde ich mich nach einer sehr tollen Chorprobe mit meinem schmerzenden und fiesen Rücken halb liegend auf dem Sofa in der Sonne und möchte meine Gedanken aufschreiben.

Ich habe heute die Sonne in mein Herz gelassen. Und meine Sehnsucht zu meiner Mama himmwärts geschickt. Und… ich war nur ganz kurz traurig. Denn den Frühling, kurz vor Ostern, diese Zeit mochte sie sehr. Sie hat immer ihre Wohnung  dekoriert, hat die Hasen rausgeholt und Blumen gekauft. Narzissen, Tulpen, Primeln.

Auf meinem Tisch hier im Wohnszimmer steht auch ein Bund mit Tulpen, sogar meinem Papa habe ich einen Bund mitgebracht. Er macht sich da eigentlich nicht soviel draus, aber irgendwie war es mir ein Bedürfnis diese Tradition meiner Mama fortzusetzen. Im Frühling beginnt eben neues Leben, ein neuer Zyklus. Ein ganz neuer Lebensabschnitt.

Heute morgen las ich sehr gerührt einen Kommentar unter meinem letzten Blogbeitrag. „Die Leserin“ hat mir einen richtig hilfreichen und vor allem lieben Kommentar unter meinem doch eher depressiven Post geschrieben. Dafür möcht ich an dieser Stelle DANKE sagen. Der kam genau richtig.

Trauer muss nicht immer nur negative Gefühle beinhalten. Liebe, ja auch Liebe ist ein Gefühl von Trauer. Ich war auch nicht wirklich traurig, als ich an meine Mama und ihre Traditionen der ersten Frühlingstage gedacht habe. Schwermütig, oder besser melancholisch war ich. Aber ich hatte Freude ihre Hasen aus der Dekokiste zu kramen und zu verteilen. Und mein Herz hüpfe, als ich die Tulpen auf den Tisch stellte.

Ich weiß was „Die Leserin“ mit ihrem Kommentar meint, wenn sie schreibt, dass die Trauer nicht weg geht, sondern das sie einen gesunden Platz im Leben haben soll. Ja, ich glaube heute war so ein Tag, die Trauer war da, ich habe an meine Mama gedacht und trotzdem hatte ich einen sehr schönen Tag. Von den Rückenschmerzen mal abgesehen.

Aber mit der Trauer ist es wie mit meinem kaputten und verhunzten Rücken. Es kommt auf die Sicht der Dinge an. Das habe ich heute gelernt. Und diese Einsicht bringt mich auf meinem Trauerweg weiter nach vorne. Ich muss diese Gefühle einfach zulassen, notfalls Innehalten und das Leben weiterleben, was mich erfüllt.
So habe ich eben heute meine Rückenschmerzen genommen, die Zähne zusammengebissen und mit meinem Sitzkissen die Chorprobde durchgezogen. Um welchen Preis? Der Rücken tut noch mehr weh, ich hänge hier gerade wie ein Schluck Wasser in der Kurve, neben mir der Hund. Aber die Rückenschmerzen sind, nein, nicht egal, aber ich weiß, warum ich sie habe. Weil ich gesungen habe, etwas gemacht habe, was mich mit Freude erfüllt hat. Und dann nehme ich auch den unangenehmen Rückenschmerz in Kauf. Bis spätestens Montag ist der wieder weg, solange übertünche ich den Schmerz mit den vollklinden Doos in F und einem knackigen Scat Calypso und den vielen lachenden Chormitgliedern.

Und auch mit meiner Trauer werde ich nun so umgehen können. Denn es ist ebenfalls ein Schmerz. Der tut eben nur anders weh. Ich werde die Schmerzen annehmen und schauen, was ich trotz ihnen machen kann und zulassen, dass der Schmerz der Trauer an die Oberfläche tritt. Denn mir ist nun bewusst, dass es neben dieser schmerzlichen Trauer eben auch die „schönen Seiten“ der Trauer gibt. Nämlich die positiven Erinnerungen, die mit der Trauer ebenfalls einhergehen können. Wie die Tulpen und der Sonnenschein heute.

Mir ist völlig klar, dass diese Tage auch weiterhin kommen werden, wo es einfach nur schwer ist und ich weinen muss… Aber, das nehme ich an… so wie diesen Rückschmerz nach der Chorprobe… Solange es immer etwas gibt, was mehr wiegt als die negativen Empfindungen, wird alles wieder gut.

Ich sitze hier, höre Sasche, wie er bei Kibo.FM moderiert, der Kater liegt auf dem Esstisch… Ja, fragt besser nicht. Oscar liegt eingekringelt neben mir auf dem Sofa. Vor mir liegt das Handy. Als Wallpaper habe ich ein Bild von mir mit meiner Mama. Sie lächelt mich an und hält ein Bonbon mit goldenem Papier in die Kamera. Sie grinst mich an. Und ich sitze hier, habe ein Eis mit Vanille und Keksstückchen und muss zurückgrinsen.

Denn ich weiß, was sie sagen würde.
Claudia, so ist es richtig. Lass es dir gut gehen und achte auf dich.

Und beim Thema Chor? Da würde sie mit mir lachen… denn…. Wir „tanzen“

Ich blicke aus de Fenster. Es ist 18:33 und die Frühlingssonne geht langsam unster. Man sieht ein helles Orange am Horizont. Die Vögel zwitschern mit Kiras Schnurren um die Wette. Irgendwo da lacht meine Mama jetzt bestimmt und denkt sich:

„Ach herrje, meine Große singt und tanzt. Wie ein Affe auf dem Schleifstein!“

Aber ich weiß, sie wäre stolz auf mich.

Das Leben geht weiter, das Leben ist schön, es erfüllt mich so Vieles mit einem Sinn. Das musste ich nur wiederfinden.

Es ist schade, Mama, dass du das nicht mehr Live miterleben kannst, wie ich zu einem freudigen Doo meine Arme im Rhythmus bewege, aber ich weiß, du bist bei mir.

Diese Gedanken stimmen mich wieder melancholisch, ein wenig traurig aber sie bringen mir auch die Sonne in mein Herz.

„Lass die Sonne in dein Herz, schick die Liebe himmelwärts…“

Ja, jeden Tag ein wenig mehr, denn ja, diese Phrase stimmt.

Zeit heilt alle Wunden und eine Narbe bleibt zurück, die es mit Sonnenschein zu pflegen gilt. Und dafür habe ich viele Dinge in meinem Leben, die mir den Sonnenschein bringen.

Ein Doo auf F, Eis und zwei Frauen mit Zauber im Herz.

Und natürlich die besten Freunde der Welt.

Ja, mir geht es gut, ich habe die Sonne im Herz und langsam eine Ahnung, welche Richtung mein Trauerweg nimmt.
Ich sehe wieder ein Licht auf diesem Weg. Die Sonne, die ich eben immer wieder erneut ins Herz lassen musst.

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Gedankenfetzen | Glücksmoment | Ich | Mamalächeln | Menschen | Musik | Schmerzen | Seelenbilder | Trauer | Wegbegleiter

Die Sache mit der Stimme – Oder: Warum mir diese Frau so unheimlich ist

von am 15. März 2017

Schlaf. Geschlafen habe ich früher gerne. Ich konnte mich hinlegen, bin eingeschlafen, habe durchgeschlafen. Meistens.
Seit Mamas Tod ist das anders. Schlaf? Was ist das? Kann ich das kaufen? Und dieser Schlafmangel macht sich in allem bemerkbar. Ich bin angespannt, kann nicht locker lassen, bin stets auf dem Sprung.
Das macht mir nicht nur mehr Rückenschmerzen als sonst, sondern diese Anspannung geht vor allem auch auf die Stimme. Sie klingt nicht so frei, nicht so selbstverständlich. Und das nervt mich natürlich zusätzlich.

Heute hatte ich Gesangsunterricht. Manchmal glaube ich ja, dass an der lieben Jasmin eine Hobbypsychologin verloren gegangen ist. Heute erzählt sie mir doch glatt was von loslassen, weitmachen und das man an meiner Stimme hört, das ich drüber bin. Weil ich höher rede, als meine Brustsingstimme es vermuten lässt.
Und irgendwie hat sie heute Worte dafür gefunden, die mich berührt haben. Und beruhigt haben? Kann man das sagen? Ich fühlte mich geerdet und locker, wie seit Wochen nicht mehr. Es fühlte sich alles ganz warm an und ich fühlte mich müde. Einfach, weil sie das aussprach, was mir schon seit Wochen im Kopf rumgeht. Das ich einfach mich wieder mehr reflektieren muss, locker lassen muss. Entspannen soll.

Nun habe ich eine Hausaufgabe. Ich soll meine Stimme beobachten und schauen, wann sie eine Tendenz in die Kopfstimme bekommt. Innehalten, kurz durchatmen und mich reflektieren.

Warum kann diese Frau das? Immer gerade zur richtigen Zeit die richtigen Worte finden? Warum weiß die, zum Geier, was mit mir los ist? Und warum bringt die mich immer zum Heulen? Zum Glück nicht direkt beim Singen, aber der Kloß war schon da. Während ich locker die Sandé gesungen haben „Read all about it“ merkte ich schon, das ich mit dem Weit werden im Hals und im Loslassen in den Muskeln noch mehr den Weg bereitet habe. Anspannung von Wochen fiel ab. Die hatte ich alle gar nicht auf dem Schirm, aber die werden wohl irgendwo in mir gesessen haben. Da sitzt diese Frau mir gegenüber und kitzelt das aus mir raus, was ich eigentlich gerne in mir einschließen würde.

Im Moment versuche ich soviel, um wieder mehr zu mir zu finden, alles zuzulassen und es nicht einfach stumm wegzuschließen. Vieles versuche ich, aber so wirklich bringt es nichts.

Trauergruppe ist nett, ich merke, ich bin nicht alleine, aber viel hat das bisher nicht genützt.
Das schafft nur die Musik, der Chor, der Gesang und die Tee. Auch wenn ich an mir arbeiten muss, diesen blöden Kram zuzulassen, aber sie scheint es ja irgendwie zu schaffen. Sie scheint es wie so ein Trüffelschwein zu riechen und buddelt es aus. Das ist unheimlich. Als würde die deine Seele besser kennen als du selbst….
Oder hat man als Musikerin automatisch solche Antennen… Ich kann es mir nicht vorstellen.

Heute habe ich einen Entschluss gefasst. Was soll ich zu einen Psychologen gehen, wenn es Menschen gibt, in meinem Umfeld, die, ohne es zu wissen, mir die beste Therapie der Welt zur Hand geben? Warum mich einem Fremden öffnen, wenn ich doch alles, was ich brauche, schon in mir habe und weiß, was zu tun ist? Ich habe das alles schon einmal durch und ich schaffe das nochmal. Ich muss nur wieder bewusster daran an die Wurzel des Übels. An meine Angst vor Gefühl, weil ich Angst habe, verletzlich zu sein. Und an meine Angst, es allen recht machen zu wollen. Ich muss einfach wieder mehr nur mir genügen und auf „Die Anderen“ (entschuldigt den Ausdruck) scheißen. Ich muss mir wieder die Wichtigste sein und Dinge so machen, wie ich sie kann. Ich mag mich nicht mehr rumschubsen lassen und mir einreden lassen „Du nimmst das nicht wichtig“, „Du kannst das nicht“, „Du bist eben nicht Mama!“.

Diese Hausaufgaben mache ich gerne. Atmen, still sein, und schauen, was stresst mich gerade und wie kann ich wieder zu mir und meiner Mitte finden. Einfach mir mehr Raum und Zeit einräumen. Das ist im Grunde ja nix anderes als die Achtsamkeitsübung bei der Schmerztherapie. Ich muss mir wieder mehr bewusst machen, das Leben ist schön. Alles ist gut und alles darf geschehen. Es zulassen, mit dem Wissen, es geht alles vorüber. Auch der schlimmste Heulkrampf. Und wenn ich dann ausshehe wie ein Waschbär? Dann ist das eben so.

Eine Woche lange auf mich achten. Das schaffe ich. Und wer weiß, wie es mir dann beim Singen geht. Einfach loslassen und kein Druck. Oh Ohhh, Oh, Oh, Oh, Ohhhh.

Ich weiß, da ist noch viel Trauer in mir, die mir zwischendurch die Kehle einfach zuschnürrt, die mich anspannt. Es ist ein Gefühl, das ich unterdrücken mag, warum auch immer. Aber da sind noch mehr Gefühle, die ich unterdrücken will. Wut und manchmal sogar… nein, es ist nicht Hass. Es ist Unverständnis, wie Menschen mit Lügen sich eine ganze Welt zusammenbauen können, unter der andere Leiden. So könnte ich es am besten beschreiben. Diese Gefühle, die ich wegschließen will, aber sich immer wieder den Weg bahnen. Denen mehr Raum zu schenken, diese zulassen können um mir gerecht zu werden, dass sollte die nächsten Tage mein Ziel sein, was immer das auch für Konsequenzen hat.

Es hängt alles zusammen. Mein Rücken, meine Panikattacken, meine Stimme. Mit dem Wissen und der Einsicht, Kari, stress dich nicht selber, nimm dich einfach viel mehr aus Situationen raus, so sollte ich die nächsten Wochen wieder meistern können und mich endlich besser fühlen.

Und dann auch wieder so singen wie heute, als hätte ich nie was anderes gemacht. Selbstverständlich, alles offen und einfach alles in die Musik an Emotionen hineinlegend. Es wird ein hartes Stück Arbeit, aber die investiere ich, für mein Wohlbefinden.

Der Frühling ist endlich da, es wird Zeit, das auch ich wieder erblühe. Und meine Gefühle schicke ich zu den Sonnenstrahlen, damit sie mich wieder mit Energie und postiven Schwingungen erfüllen.

Dieser Blogbeitrag ist der Start für eine besondere Achtsamkeitswoche.
Danke an die kleine Hobbypsychologin, die nicht nur meine Stimmebänder zum Schwingen bringt. Ganze Saiten meiner Seele möchten mitsingen und sagen mir: Mit Musik geht alles leichter.

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Gedankenfetzen | Ich | Menschen | Wegbegleiter

Um-Bruch

von am 30. Januar 2017

Mal wieder eine Nacht voller wacher Stunden. Mit vielen Gedanken in meinem Kopf. Gestern haben wir mit Freunden nochmal „Alles steht Kopf“ geschaut.
Ein toller Kinderfilm, dessen Botschaft man wohl erst ganz erfasst, wenn man erwachsen ist.
Was sagt Kummer zu BingBong?

„Ja, es tut weh, wenn man etwas verloren hat, was man liebt.“

Kummer hat so recht. Es tut weh, in jeder Faser deines Körpers. Als würdest du eine schwere Virusinfektion bekommen, so reißt es an deinen Gliedern. Dir ist flau im Bauch, dein Darm krampft, dein Kopf fühlt sich an wie in einer Wattewolke. Jede Bewegung fühlt sich schwer an. Minuten werden zu Stunden, Stunden fühlen sich an wie Tage. Während für meine Mitmenschen schon wieder 6 Wochen rum sind, sind es für mich erst 6 Wochen, die ich wie durch einen Nebel wahrgenommen habe.

Im Film geht es auch um das abstrakte Denken.

Auch ich denke im Moment viel Abstraktes.
Es geschieht so viel um mich herum, was ich nicht aufhalten kann. Weil es nicht in meiner Macht steht. Weil ich zu schwach bin, weil es im Leben Dinge gibt, die einfach geschehen….

„Dein Leben verändert sich gerade. Du ordnest dein Leben neu, weil gewohnte Strukturen weggefallen sind.“
(Weisheiten meiner lieben Anja)

Ja, aber diese Veränderung ist so viel mehr. Sie ist ein Umbruch. Umbruch. So ein komisches Wort. Was soll das heißen? Auf den ersten Blick scheint es so, als würde man etwas umkrempeln, auf eine gegenüberliegende Seite bringen.
Aber es bedeutet viel mehr, es ist fast so wie das Wort Tod.
Um-Bruch

Um. Etwas ist um. Vorbei. Unwiederbringlich beendet. Now old friends are acting strange. Meine Mama, die um ist. Ihr Leben ist um. Freunde verhalten sich anders. Weil bei mir etwas um ist. Meine Unbeschwertheit. Ist um.
Um. Weg, für immer. Ich kann diese Sachen nicht wiederherstellen. Meine Mama kommt nicht wieder.
Um. Jetzt verstehe ich. Ich verstehe was um bedeutet. Erst jetzt. Jetzt wird mir das Wort, die Bedeutung von „Um“ in Umbruch klar.
Und ich kann nichts ändern daran. Wenn etwas um ist, dann ist es vergeblich, darum zu kämpfen. Vor allem dann, wenn mit diesem einen Um andere Ums aus der Vergangenheit wieder auf den Plan treten.

In „Alles steht Kopf“ war es das Unterbewusstsein. Dinge, vor denen man Angst hatte, die werden dort weggesperrt. Broccoli zum Beispiel, der Staubsauger der Oma, ein fies grinsender Clown. Das kann ich so gut nachvollziehen. Auch ich habe da diese Dinge drin. Dinge, die schon vor Jahren „Um“ waren von einem Umbruch, von einer Veränderung.
Mit dem jetzigen „Um“ kommen die wieder jedoch wieder hoch. Als würde das eine „Um“ wie ein Schlüssel in das Unterbewusstsein passen und das alte „Um“ freundlich begrüßen. Hey komme, lass uns Party machen.
Und alles, was damals war, erfüllt mich mit den gleichen Gefühlen, die ich bei dem jetzigen „Um“ durchmache. Damals hatte ich Panikattacken, Herzrasen, Angst vor dem Unbekannten, Beklemmungen, Schwitzen, Schlaflosigkeit. Einfach einen riesen Schiss vor dem „Um“. Es hat was in mir kaputt gemacht. Ich habe es in mir eingeschlossen. Tief in mir drin. Um daran nicht zu zerbrechen.

Als meine Mama nun starb, kam dieses Gefühl des alten „Um“ wieder raus. Und vermischt sich nun mit dem „Um“ aus dem Unterbewusstsein. Die beiden „Um“ verstärken sich nun gegenseitig. Und ich komme mir vor, als würde ich verrückt werden. Ich will dieses „Um“ nicht, ich will mein Leben wieder, wie es war. Aber meine Mama kommt nicht wieder. Mit „Old Friends“ scheint es keine Chance zu geben, etwas zu kitten.
Weil ich mich verändert habe. „They shake their head, they say I’ve changed“.
Ja, diese Veränderung ist eben auch ein Um….

Nur dieses „Um“ ginge vielleicht ja noch.
Aber in Umbruch steht auch noch Bruch.

Etwas zerbricht, knackt laut, geht kaputt. Natürlich kann man Brüche zum Teil reparieren. Knochenbrüche werden gegipst. Ein gebrochenes Möbelstück kann man leimen.
Aber was ist mit den Brüchen der Seele. Die heilen sicher auch. Aber da werden immer Narben drauf sein, die nicht verschwinden. Da hat meine liebe River schon recht. Die Zeit heilt den Bruch, aber die Narbe bleibt.
Auch bei dem Möbelstück und beim Knochen. Auch wenn nach einem Bruch etwas repariert wird, du wirst die Stelle immer sehen, die repariert wurde. Es ist nichts mehr wie es war. Es ist anders. Verändert. Kaputt und nie mehr so stabil.

Was bleibt mir nun zu tun in dieser ausweglosen Situation?

Natürlich könnte ich in die Offensive gehen. Ich könnte lauthals den Tod verfluchen. Aber das ändert nichts am Um und nichts am Bruch.
Ich könnte nun zu der Welle der „Old friends are acting strange“ eine öffentliche Gegenbewegung starten.
Überall und jedem erzählen, was beim „Um“ und „Bruch“ geschehen ist. Das ich doch einfach nur eine Schulter wollte zum Anlehnen, einen Menschen, der zuhört…
Und nun hören viele zu, aber nicht meine Worte… Weil mich nie einer gefragt hat. Und die, die fragen, keine Armee bilden und für mich in die Schlacht ziehen. Weil ich das nicht will.
Weil das mein Um-Bruch ist. Das hat nichts mit den Menschen zu tun, die mir beistehen. Da reicht mir das Wissen, sie sind da.

Ich muss mit Mamas Tod umgehen, ich muss mit Unverständnis umgehen und mit dem Vorwurf, ich habe mich verändert. Das ist meine Sache….
Ich nehme alles an, was jetzt passiert. Die Narben sind schon da, waren schon beim ersten Um-Bruch tief.

Frei nach dem ABBA Song.

When all is said and done

„It’s so strange when you’re down and lying on the floor

How you rise, shake your head, get up and ask for more

Clear-headed and open-eyed

With nothing left to try

Standing calmly at the crossroads, no desire to run

There’s no hurry any more When All Is Said And Done

Und auch Joni Mitchell hat recht

„Something lost, somthing gained in living every day“

Eines steht jedoch fest. Zu so einem Umbruch gehören immer zwei Parteien. Und beide tragen Verantwortung für einen Umbruch. Meine Mama starb… Sie muss nun auf mich aufpassen. Ich lebe noch.
Danke an Sandra an dieser Stelle. Ja, auf mich wartet noch so viel, was ich meiner Mama berichten kann.

Vielleicht stimmt es. Ich habe mich verändert, das war mein Teil, den ich ohne Beschönigung zugeben muss.
Ich kann nur so sein, wie Kari eben ist. Mich zurückziehen, die Menschen sich einfach eine Meinung über mich bilden lassen und es aushalten. Ich habe keine Zeit und keinen Kopf, mir darüber Gedanken zu machen, ich muss erstmal den Bruch verheilen zu lassen.
Denn bei einem „Um“ und „Bruch“ ist es wichtig, es eben geschehen zu lassen, damit es besser heilen kann. Je mehr man versucht dagegen anzukämpfen, desto mehr tut es weh.

Um-Bruch? – Zu-lassen!

Das Schicksal wird wohl wissen was es tut.
Und ich? Ich muss schauen, dass es mir und meiner Psyche gut geht….

Denn wenn alles gesagt ist, dann braucht man sich keine Gedanken zu machen. Und ich glaube tatsächlich, es wurde alles gesagt….. aber es kam nicht an. Der Tod ist eben taub und einfach unfair….

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Wegbegleiter

Das Früchtchen – Von der Azubine zum Hammerweib

von am 2. September 2016

Eine meiner kontrasreichsten Wegbegleiter ist wohl mein „Früchtchen“.

Nursan. Sie begleitet mich schon etwa zehn Jahre. Angefangen hat das Ganze mit der Ausbildung. Ein kleines, schüchternes Ding stellte sich damals bei meinem Chef vor. Sie wollte Arzthelferin werden. Das sei ihr größter Wunsch.

Und obwohl ich mir immer sehr schwer tat mit neuen Menschen in meiner gewohnten Umgebung, war mir dieses dürre Ding sofort sympathisch. Kann man es als Liebe auf den erstNursan11en Blick bezeichnen? Wahrscheinlich.

Ich bildete Nursan also zur Arzthelferin aus. Mit Höhen und Tiefen. Es ist wohl der Zeit geschuldet, die man so am Arbeitsplatz miteinander verbringt. Wir verstanden uns super und schon sehr bald wurde aus Nursan mehr als eine Azubine. Sie wurde eine richtig gute und tolle Freundin. Wir konnten über alles reden. Mädchenkram. Schuhe, Schminke, Jungs, Liebe. Wir konnten über die gleichen Dinge lachen. Und wir sorgten uns gemeinsam um unsere Probleme.

Und auch als sich unsere beruflichen Wege trennten, verloren wir uns nie aus den Augen.

Sie hat immer Flausen im Kopf. Ihr Kopf immer ein wenig in den Wolken. Rebellin und treue Tochter, mehr als bei anderen Mädchen. Denn sie ist einfach mehr als nur eine deutsche junge Frau. Sie hat Träume und Wünsche und versuchte lange Zeit einen Platz zu finden. Sie ist Kurdin, Jesidin, Deutsche, Türkin. In ihr ist rein von ihrer Abstammung so viel Wirrwarr, dass ich ihr nicht verdenken kann, dass sie sich stets fragte. Wo gehöre ich hin, wer bin ich eigentlich, was ist denn mein Sinn im Leben? Die Freiheiten in Deutschland, ihre kurdische Abstammung, der Glaube der Jesidin. Tradition in Einklang bekommen mit den westlichen Wünschen. Das war immer, wie soll ich ausdrücken? Das war immer etwas was sie belastete und war stets ein Kampf, auch wenn sie es immer versuchte zu überspielen. Immer war die Frage da, darf ich das als gute Tochter?

All ihre Versuche, sich hier so wohl zu fühlen und einen Sinn im Leben zu bekommen schlugen fehl.

Und dann ging sie einen Schritt, den ich bewundere und für die ich sie noch immer erschlagen könnte.

Anfang des Jahres ging sie in den Irak um dort medizinische Hilfe zu leisten bei ihrem Volk, dem der IS so zugesetzt hat.
Ich verstand, warum sie das tat. Ich konnte sie so gut verstehen. Aber dennoch war ich sauer und voller Angst. Aber auch voller Bewunderung für ihren Mut und ihren Einsatz, den sie ihren Wurzeln zuliebe an den Tag gelegt hat.

Zum Glück ist sie nun wieder zurück und wir sind alle heilfroh. Die Zeit in dem Krisengebiet hat sie geprägt. Aber auch mit mir hat das viel gemacht. Das erste mal habe ich mich mit ihrem Glauben auseinandergesetzt, den ich nie verstanden habe. Ich habe mich mit dem IS beschäftigt, viel über Politik und Erdkunde gelesen und habe die Chance ergriffen, meinen Horizont zu erweitern.

Dafür liebe ich dNursan3ich, Nursan. Und ich bin dir so unendlich dankbar. Du hast mir gezeigt, dass es manchmal wichtig ist, ein Risiko einzugehen. Um mehr zu sehen, mehr zu verstehen und auch zu sich selbst zu finden.

Auch wenn es nun schwer ist wieder hier anzukommen, glaube ich fest daran, dass es alles wert war.

Ich sehe deine Freude und dein Strahlen. Und ich sehe noch mehr…… eine Tiefe in deinem Blick, der so viel erzählt, der soviel erlebt hat. Sei stark, du hast es schon bewiesen, dass du stärker bist, als wir alle dachten.

Danke für deinen Mut, deine Kraft und deine Entschlossenheit. Bleib einfach an meiner Seite.

Ich bin so stolz auf dich, mein Früchtchen!

 

 

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Allgemein | Wegbegleiter

So ein richtiger Kerl

von am 13. Januar 2016

Zeit für einen neuen Wegbegleiter.

Ein lieber Freund, der beste Kumpel und so ein richtiger Kerl. Den braucht man im Leben.

Als ich Marcel kennengelernt habe, war er allerdings noch so ein richtiger „Milchbubi“. Auf dem Japantag in Düsseldorf vor, ach, ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, da habe ich ihn kennen gelernt.
Aber ich gebe zu, Freundschaft auf den ersten Blick war es jetzt nicht.

Eigentlich fand ich ihn irgendwie total doof. Grad aus den Windeln herausgewachsen und schon ein Bier in der Hand. Aber das musste der Pimpf ja selbst wissen.

Nun sind mittlerweile fünf Jahre vergangen, aus dem Pimpfling ist ein Kerl geworden, und der beste Kumpel, den man haben kann. Wie das passiert ist, kann ich nicht mal sagen. Auf einmal war er einfach so auf meinem Weg und lies sich da auch nicht mehr wegschubsen.

Er ist, was so seine Person angeht, eher Bescheiden und still. Er will sich nicht unbedingt in den Vordergrund stellen. Er ist eher der Macher, der im Hintergrund die Fäden zieht. Nach außen riskiert Marcel zwar oft ne dicke Lippe, gibt sich unter Freunden selbstbewusst und stark, manchmal sogar charmant prollig. Im Stillen ist er jedoch das genaue Gegenteil. Auf jeden Fall macht es den Eindruck, denn so wirklich reden tut er ja nicht über sich und seine Gefühle. Ist ja unmännlich.

Bei ihm wird Rülpsen zum Volkssport, über Pupse kann man lachen und sein derber Männerhumor ist einfach sehr erfrischend. Von keinem lasse ich mich so gern verarschen, wie von ihm.

Für ihn gilt die Devise: Egal wie schlimm eine Situation ist. Ignorieren und weitermachen, im Notfall mit allen Mitteln zurückschlagen. Und so hat er schon so manches Tal mit mir durchquert und stand da wie der Fels in der Brandung, der die Stellung hält, wenn meine Welt mal wieder vor dem Untergang steht.

Solche Freunde sind einfach nicht zu ersetzen. Will ich auch nicht. Denn den Marcel, den mit der tollen Stimme, den gibt es nur einmal auf dieser Welt!

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Wegbegleiter

Wenn die Zeit vergeht

von am 3. Oktober 2015

Ein Samstag voller Gedanken, mit dem Kopf in der Vergangenheit. Es ist Zeit für eine Wegbegleiterin, die schon seit einiger Zeit nicht mehr da ist.

Manchmal ist das eben so. Leben ändert sich, man selber ändert sich, der Fokus, die Sichtweisen, die Interessen. Der Mensch macht Veränderungen durch und manchmal läuft es auseinander.

Nichts desto trotz hänge irgendwie noch sehr an dieser Wegbegleiterin. Sandra. Kennengelernt habe ich sie als Momo. Eine lebensbejahende Person, voller Interessen und Leidenschaften. Wenn sie von etwas Fan ist, dann hängt sie sich da voll rein. Wenn sie von etwas begeistert ist, dann geht sie darin auf und steckt alle Energie dort hinein. Musik, Musicals, Serien, Filme, Gossip, Bücher. Sie war mein wandelndes Lexikon. Auf sie war stets Verlass, war da, wenn mal wieder die Welt in Trümmern lag.

Verschiedenste Umstände haben dazu geführt, dass sich unsere Wege trennten. Als dies passierte, war ich am Boden zerstört. Aber ich wusste, ich musste das eben zulassen. Wir hatten uns verändert. Warum auch immer. Manchmal findet man eben keine Antworten auf das Warum.

So sehr schmerzt es nicht mehr, obwohl ich sie manchmal noch sehr vermisse. Doch sie ist ja noch irgendwo da. Und zu wissen, dass es ihr gut geht, das ist schon toll.

Natürlich wünsche ich mir manchmal die alten Zeiten zurück. Es tat gut andere Verrückte mit den gleichen Macken zu haben. Die auch immer ein wenig rosa im Kopf waren, die gleichen, kindischen Ideen hatten.

Ob es mal wieder eine Freundschaft wird, weiß ich nicht zu sagen. Das weiß wahrscheinlich nur das Leben selbst.

Nichts desto trotz möchte ich keine Sekunde mit Momo missen. Denn sie war immer so positiv und lebensbejahend, egal was passierte. Und damit konnte sie andere anstecken und begeistern. Doch selbst war sie manchmal verschlossen. Wenn was war, brauchte sie selbst Zeit für sich, um sich zu sortieren. Ich verstand das immer sehr gut, ist das doch auch eine Macke von mir. Erst mal nachdenken und überlegen. Jedoch stets mit dem Wissen, das immer alles gut wird.

Sie tat mir gut.

Liebe Momo, was auch immer du tust. Ich will, dass es dir immer gut geht. Du warst eine tolle Wegbegleiterin. Manchmal winke ich dir aus der Ferne, auch wenn ich nicht weiß, ob du das siehst oder ob du das willst.

Und du hast Recht, das Lied von Mark Foster passt, wenn auch nicht in allen Punkten.

Ob es gut ist wie es jetzt ist, da bin ich mir manchmal nicht so sehr sicher, denn ich würde mir schon wünschen, dich immer mal wieder ein Stück im Leben zu begleiten.

Ja, ich bin heute melancholisch…… Aber nicht erst seit heute Abend……

Danke, dass du mit mir ein kleines Stück gegangen bist.

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Menschen | Wegbegleiter

Langsam erschlichen

von am 5. September 2015

Es wird Zeit für eine Wegbegleiterin der besonderen Art. Warum? Weil sie das einfach so geschafft hat, ohne dass ich das mitbekommen habe. Eine Frau, vor der ich den größten Respekt, die größte Ehrfurcht habe und vor der ich alle meine imaginären Hüte ziehe.

Jennifer. Die liebe Jenny habe ich durch River Green kennengelernt. Sie ist die Lebenspartnerin. Eigentlich war sie für mich erstmal nur „Rivers Frau“, mehr aber nicht. Und während ich mir bei River schon schwer getan habe, mich auf sie einzulassen, wollte ich bei Jenny schon mal gar nicht, dass sie etwas von mir weiß.

Aber Jenny war da und war da und war da. Und im Laufe der Zeit, während ich mich mit River immer besser verstand, war da diese stille Jenny. Aber immer, wenn wir redeten, dann lachten wir und unterhielten uns über die absurdesten Dingen.

Wir sind uns so ähnlich, mögen ähnliche Dinge, haben die gleichen Macken und ähnliche Charaktereigenschaften. Still, aber da. Das Gewissen für unsere Höhenflugliebhaber. Der Fels in der Brandung. Sie braucht nicht ständig Menschen um sich herum, macht auch gerne mal was allein und tut sich ebenfalls schwer mit Fremden. Wie sehr ich das doch kenne. Aber gerade weil wir so sind, wie wir sind, verstehen wir uns. Sie ist loyal, verlässlich und immer mit einem Fuß fest auf dem Boden, um sich auf das Westentliche zu konzentrieren. Sie behält in der Beziehung und in Entscheidungen einen klaren Kopf. Wenn ihr was wichtig ist, dann bleibt sie dran und zieht es durch, egal wie schwer es ist. Sie ist eine kleine Kämpferin, die ihr Ziel nie aus den Augen lässt. Dabei bleibt sie jedoch stets realistisch und hinterfragt.

Und obwohl wir uns so sehr ähneln und ich soviel von ihr in mir wiederfinde, sind wir dennoch unterschiedlich, so dass wir uns perfekt ergänzen.

Jenny ist eine großartige Frau. Sie hat nochmal die Schulbank gedrückt, mit Doppelbelastung Job und Schule hatte sie es nicht leicht, aber sie hat es durchgezogen. Und nun wagt sie es noch einmal, um sich ihren Traum zu erfüllen. Sie macht eine Ausbildung im IT Bereich.

Ohne Widerstand und ohne dass ich es merkt hat sie sich mit ihrer ruhigen, witzigen, ausgeglichenen Art erreicht. Auf einmal sitzt sie da nun. Und loswerden will ich sie nicht mehr.

Ich freue mich auf unsere gemeinsamen Aktivitäten. Gemeinsamen zocken, leckere und ungesunde Sachen kochen oder backen, Musik machen, Singen.

Sie kam so still und unbemerkt in mein Leben, wie sonst niemand…. Aber sie ist im Herzecho eine der Lautesten.

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