360° Blickwinkel | Gedankenfetzen | Glücksmoment | Übergewicht

Die Sache mit den winzig kleinen Dingen

von am 20. Januar 2019

Happy Birthday to me. Ob es irgendwie so sein sollte, dass ich gerade heute meinen Wochenbeitrag zum Kalender schreibe? Wer weiß. Absicht ist es auf jeden Fall nicht. Aber als ich gerade meinen Geburtstag ausklingen lasse, als ich gerade all die lieben Geburtstagswünsche lese, in diesem zweiten Ort, der irgendwie Heimat ist, die sozialen Netzwerke, schaue ich auf mein pink dominiertes Kalenderblatt und mir fällt ein, dass ich dazu ja noch gar nichts geschrieben habe. Doch es passt heute irgendwie ganz gut… Finde ich…

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Gedichte | Schubladendenken | Übergewicht

Dickenklischees

von am 31. Mai 2018

Klischee, die Erste

Dicke stinken

Wenn Masse in Bewegung kommt, so ins Laufen.
Dann gehen viele schon in Dekung, zum Haareraufen.
Denn das ist, man nennt es, ich glaub, Physik,
das ist so ein wenig wie in einer Hochofenverbrennungsfabrik.
Da gerät dann alles in Wallung, und bei Reibung

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360° Blickwinkel | die nicht der Norm entsprechen | Gedankenfetzen | Ich | Menschen | Schubladendenken | Seelenbilder | Übergewicht | Zitat

Märchen schreibt die Zeit

von am 19. März 2018

Kennt ihr eigentlich das Lied von der Gruppe „Die Ärzte“?
„Lasse redn“ heißt der Song und ich finde, dass einfach alles in diesem Lied stimmt. Der Text, die Ironie, die Musik.

Ich hoffe, dass ihr den alle kennt. Ich habe mir eine Stelle für den heutigen Blogpost herausgesucht, die meine Situation als Familienmitglied gerade sehr passend beschreibt!

„Lass die Leute reden und hör einfach nicht hin
Die meisten Leute haben ja gar nichts Böses im Sinn
Es ist ihr eintöniges Leben, was sie quält
Und der Tag wird interessanter, wenn man Märchen erzählt“

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Alltag | Gedankenfetzen | Mamalächeln | Schmerzen | Übergewicht

Supermann, ältere Frau und harter Knochen ~ Ich hatte einen Schutzengel

von am 24. Juni 2017

Mir tut heute noch alles weh. Ich hab überall Blutergüsse und sogar das Tippen auf dem Tablet schmerzt im Nacken.

Warum?

Ich hatte Mittwoch einen Unfall. Ich bin einmal durch den Bus geflogen als ich auf dem Weg zum Gesangsunterricht war. Aber bevor ich den Unfall erzähle. Hier der Zeitungsartikel.

Ich war dann mal die ältere Frau. Jasmin betitelte mich als harten Knochen, für Lars bin ich Supermann.

Ich habe zahlreiche Prellungen und Stauchungen und Schmerzen an Körperstellen, die ihr euch nicht vorstellen könnt. Am schlimmsten ist die Prellung am Steißbein, ich kann nicht richtig sitzen, Klo tut weh, alles was man da eben so macht.

Und das Schleudertrauma mit dem Schulter-Arm Syndrom. Alles was ich ab Arm bewege kommt direkt im Nacken und Kopf an. Wenn ich kaue, die Augen bewege, sogar wenn ich den kleinen Finger bewege. Und sogar das pillern merke ich in den Schultern.

Und auch der Bauch tut weh, der ist seit Freitag neu dazu gekommen. Irgendwie wie Muskelkater nach Situps. Wirklich, wirklich unangenehm.

Mein rechtes, eh schon taubes Bein fühlt sich auch irgendwie anders an, schwerer, es kribbelt mehr. 

Ich geb den Prellungen und dem ganzen wohl noch ein paar Tage Zeit. Wenn es nicht besser wird, dann geh ich zum Arzt, nochmal…
Aber das alles wollte ich eigentlich gar nicht schreiben. Ich mag nicht jammern, denn ich kann froh sein, dass mir nicht mehr passiert ist. Bei meinem Gewicht und der Tatsache, das ich fast 5 Meter durch den Bus von einer Tür zur anderen geflogen bin.

Ich glaube, ich hatte einen Schutzengel. In den Sekunden, die sich für mich ewig angefühlt haben, hatte ich das Gefühl, ich war in einem dunklen Tunnel. Ich hab nichts mehr gesehen, ich habe nicht gespürt, wie ich mir den Arm und den Kopf angeschlagen habe. Dafür fühlte ich mich leicht, wirklich so, als könne ich fliegen. Und ich hatte das Gefühl, das mich jemand in Watte packt.

Als ich wieder zu mir kam, war mir warm, und es tat auch nix weh. Ich lag wie so ein Käfer auf dem Rücken, mittig platziert im Gang an der Fahrertür und starrte zur Decke. Den Rucksack hatte ich noch auf, der hatte wohl einiges abgefangen. Und ich fühlte mich wohl? Geborgen? Aber ich fühlte auch, dass mich wer verließ und das behagliche Gefühl mit sich nahm.

Das klingt merkwürdig, oder? Ich hatte das Gefühl, da hat jemand die Hand über mich gehalten, so dass mir nichts passiert ist, oder eben nicht mehr. Ich weiß nicht, ob es Mama war, aber ich möchte es gern glauben. 

Haltet mich für verrückt, vielleicht bin ich das auch. Aber so etwas habe ich vorher noch nie erlebt…

Danke, Schicksal, Fügung, Schutzengel oder Mama. Ich hatte Glück im Unglück. Und die Schmerzen vergehen auch wieder…

Und mein defekter Tolino…. ist ersetzbar.

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360° Blickwinkel | Gedankenfetzen | Glücksmoment | Mamalächeln | Menschen | Seelenbilder | Übergewicht | Wegbegleiter

Ein Doo in F, Sonnenschein und Eis

von am 25. März 2017

„Lass die Sonne in dein Herz, schick die Sehnsucht himmelwärts…“

So lautet eine Zeile der Schlagergruppe Wind. Das Lied ist echt schon alt, aber wenn ich den heutigen Tag Revue passieren lasse, dann beschreibt diese Zeile es einfach am besten, wie es mir geht.

Heute ist ein grandioser Frühlingstag, etwa 14 Grad, der Wind ist noch frisch und er erinnert noch an den vergangenen Winter. Aber es ist sonnig, der Himmel ist blau und die Farben erstrahlen. Nun befinde ich mich nach einer sehr tollen Chorprobe mit meinem schmerzenden und fiesen Rücken halb liegend auf dem Sofa in der Sonne und möchte meine Gedanken aufschreiben.

Ich habe heute die Sonne in mein Herz gelassen. Und meine Sehnsucht zu meiner Mama himmwärts geschickt. Und… ich war nur ganz kurz traurig. Denn den Frühling, kurz vor Ostern, diese Zeit mochte sie sehr. Sie hat immer ihre Wohnung  dekoriert, hat die Hasen rausgeholt und Blumen gekauft. Narzissen, Tulpen, Primeln.

Auf meinem Tisch hier im Wohnszimmer steht auch ein Bund mit Tulpen, sogar meinem Papa habe ich einen Bund mitgebracht. Er macht sich da eigentlich nicht soviel draus, aber irgendwie war es mir ein Bedürfnis diese Tradition meiner Mama fortzusetzen. Im Frühling beginnt eben neues Leben, ein neuer Zyklus. Ein ganz neuer Lebensabschnitt.

Heute morgen las ich sehr gerührt einen Kommentar unter meinem letzten Blogbeitrag. „Die Leserin“ hat mir einen richtig hilfreichen und vor allem lieben Kommentar unter meinem doch eher depressiven Post geschrieben. Dafür möcht ich an dieser Stelle DANKE sagen. Der kam genau richtig.

Trauer muss nicht immer nur negative Gefühle beinhalten. Liebe, ja auch Liebe ist ein Gefühl von Trauer. Ich war auch nicht wirklich traurig, als ich an meine Mama und ihre Traditionen der ersten Frühlingstage gedacht habe. Schwermütig, oder besser melancholisch war ich. Aber ich hatte Freude ihre Hasen aus der Dekokiste zu kramen und zu verteilen. Und mein Herz hüpfe, als ich die Tulpen auf den Tisch stellte.

Ich weiß was „Die Leserin“ mit ihrem Kommentar meint, wenn sie schreibt, dass die Trauer nicht weg geht, sondern das sie einen gesunden Platz im Leben haben soll. Ja, ich glaube heute war so ein Tag, die Trauer war da, ich habe an meine Mama gedacht und trotzdem hatte ich einen sehr schönen Tag. Von den Rückenschmerzen mal abgesehen.

Aber mit der Trauer ist es wie mit meinem kaputten und verhunzten Rücken. Es kommt auf die Sicht der Dinge an. Das habe ich heute gelernt. Und diese Einsicht bringt mich auf meinem Trauerweg weiter nach vorne. Ich muss diese Gefühle einfach zulassen, notfalls Innehalten und das Leben weiterleben, was mich erfüllt.
So habe ich eben heute meine Rückenschmerzen genommen, die Zähne zusammengebissen und mit meinem Sitzkissen die Chorprobde durchgezogen. Um welchen Preis? Der Rücken tut noch mehr weh, ich hänge hier gerade wie ein Schluck Wasser in der Kurve, neben mir der Hund. Aber die Rückenschmerzen sind, nein, nicht egal, aber ich weiß, warum ich sie habe. Weil ich gesungen habe, etwas gemacht habe, was mich mit Freude erfüllt hat. Und dann nehme ich auch den unangenehmen Rückenschmerz in Kauf. Bis spätestens Montag ist der wieder weg, solange übertünche ich den Schmerz mit den vollklinden Doos in F und einem knackigen Scat Calypso und den vielen lachenden Chormitgliedern.

Und auch mit meiner Trauer werde ich nun so umgehen können. Denn es ist ebenfalls ein Schmerz. Der tut eben nur anders weh. Ich werde die Schmerzen annehmen und schauen, was ich trotz ihnen machen kann und zulassen, dass der Schmerz der Trauer an die Oberfläche tritt. Denn mir ist nun bewusst, dass es neben dieser schmerzlichen Trauer eben auch die „schönen Seiten“ der Trauer gibt. Nämlich die positiven Erinnerungen, die mit der Trauer ebenfalls einhergehen können. Wie die Tulpen und der Sonnenschein heute.

Mir ist völlig klar, dass diese Tage auch weiterhin kommen werden, wo es einfach nur schwer ist und ich weinen muss… Aber, das nehme ich an… so wie diesen Rückschmerz nach der Chorprobe… Solange es immer etwas gibt, was mehr wiegt als die negativen Empfindungen, wird alles wieder gut.

Ich sitze hier, höre Sasche, wie er bei Kibo.FM moderiert, der Kater liegt auf dem Esstisch… Ja, fragt besser nicht. Oscar liegt eingekringelt neben mir auf dem Sofa. Vor mir liegt das Handy. Als Wallpaper habe ich ein Bild von mir mit meiner Mama. Sie lächelt mich an und hält ein Bonbon mit goldenem Papier in die Kamera. Sie grinst mich an. Und ich sitze hier, habe ein Eis mit Vanille und Keksstückchen und muss zurückgrinsen.

Denn ich weiß, was sie sagen würde.
Claudia, so ist es richtig. Lass es dir gut gehen und achte auf dich.

Und beim Thema Chor? Da würde sie mit mir lachen… denn…. Wir „tanzen“

Ich blicke aus de Fenster. Es ist 18:33 und die Frühlingssonne geht langsam unster. Man sieht ein helles Orange am Horizont. Die Vögel zwitschern mit Kiras Schnurren um die Wette. Irgendwo da lacht meine Mama jetzt bestimmt und denkt sich:

„Ach herrje, meine Große singt und tanzt. Wie ein Affe auf dem Schleifstein!“

Aber ich weiß, sie wäre stolz auf mich.

Das Leben geht weiter, das Leben ist schön, es erfüllt mich so Vieles mit einem Sinn. Das musste ich nur wiederfinden.

Es ist schade, Mama, dass du das nicht mehr Live miterleben kannst, wie ich zu einem freudigen Doo meine Arme im Rhythmus bewege, aber ich weiß, du bist bei mir.

Diese Gedanken stimmen mich wieder melancholisch, ein wenig traurig aber sie bringen mir auch die Sonne in mein Herz.

„Lass die Sonne in dein Herz, schick die Liebe himmelwärts…“

Ja, jeden Tag ein wenig mehr, denn ja, diese Phrase stimmt.

Zeit heilt alle Wunden und eine Narbe bleibt zurück, die es mit Sonnenschein zu pflegen gilt. Und dafür habe ich viele Dinge in meinem Leben, die mir den Sonnenschein bringen.

Ein Doo auf F, Eis und zwei Frauen mit Zauber im Herz.

Und natürlich die besten Freunde der Welt.

Ja, mir geht es gut, ich habe die Sonne im Herz und langsam eine Ahnung, welche Richtung mein Trauerweg nimmt.
Ich sehe wieder ein Licht auf diesem Weg. Die Sonne, die ich eben immer wieder erneut ins Herz lassen musst.

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Fettschmelze | Gedankenfetzen | Ich | Menschen | Übergewicht

Weiter geht’s

von am 6. Mai 2016

Meine OP ist nun fast 4 Wochen her und ich kämpfe mich zurück in einen Alltag, der noch nicht fit ist, aber in dem ich vorher stand und lebte.

Ich hab zwar das Gefühl, ich fange wieder von vorne an, aber es geht routinierter. Nach der 3. schweren Rücken OP in 3 Jahren schöpft man aus Erfahrungen und Erinnerungen. Man weiß was gut tat und hat erlernte Strategien, die man anwenden kann.

Deswegen gebe ich nicht auf und bleibe am Ball! So komme ich gefühlt schneller als die letzten Male auf die Beine.

Eine liebe Freundin sagte vor kurzem zu mir, sie bewundere meine Stärke und Kraft, das alles durchzustehen. Aber ich fühle mich gar nicht so stark. Es ist ein Müssen und der Ehrgeiz, der mich packt! Weil ich nur dieses Leben habe. Da kann ich doch nicht einfach aufgeben, weil es mal schwierig wird. So vieles will ich noch erleben, und dafür ist Gesundheit so mega wichtig, dass ich alles dafür tu. Im Leben kann man alles schaffen! Wenn man dran glaub und seinen eigenen Weg annimmt und ihn einfach weitergeht. Und wenn man fällt, dann nicht zum Start zurück, sondern einfach aufstehen und dort weitermachen, wo man im Dreck lag! Vergangenheit sollte auch vergangen bleiben

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360° Blickwinkel | Bücher | die nicht der Norm entsprechen | Fotografie | Gedankenfetzen | Ich | Menschen | Musik | Übergewicht

Eine Frage der Geschmackssache

von am 31. August 2015

Was ist denn los? Was stimmt denn da mit euch nicht?

Das würde ich gerne so manchen in meiner Timeline fragen. Gut, ich kenne solche Problematiken. Ich bin gegen alles, ich finde alles Scheiße und ich lasse mich nicht instrumentalisieren. Finde ich eine legitime Einstellung und so ticke ich ja irgendwie auch. Mit der Masse mitschwimmen? Kann ja jeder, aber sehr offen dagegen anschwimmen, wenn das zu der eigenen Überzeugung gehört, dass finde ich respektabel.

Aber auf der anderen Seite, will ich keinen für seine Ansichten verurteilen. Wenn er das vertritt, und so denkt, ist das seine Denkweise. Ich kann doch kein Gehirn rausnehmen und auf einen Reset-Knopf drücken. Vielmehr ist es doch wichtig, gegenseitig Akzeptanz zu üben. Du tickst zwar nicht wie ich, aber du wirst schon deine Gründe haben.

Und manchmal gibt es Sachen, da hat das nichts mit der Einstellung zu tun. Da geht es um persönliche Geschmackssache. Musik, Kunst, Fotografie, Cosplay.

Ich mag vieles nicht. Kann mit einigen Fotos nichts anfangen, finde einige Cosplayer schrecklich, kann mir einige Musiker nicht antun. Aber nur weil ich das so denke, ist das ja nicht Gesetz. Andere können das ja gut finden. Ich mag ja auch keine warmen Möhren oder Fencheltee. Hat nichts mit richtig oder falsch zu tun, sondern mit persönlichen Vorlieben.

Worauf will ich hinaus? Gute Frage, berechtigt.
Cosplay, ein Hobby, welches ich oft mit Augenzwinkern nehme. Muss ich machen, denn eigentlich passe ich in kein einziges Cosplay, außer Miss Piggy und Ursula aus Arielle. Und in Männerklamotten schon mal gar nicht, bin ich doch eine Frau.

Was passiert aber, wenn ich trotzdem Sailor Moon cossen mag? Darf ich eigentlich nicht, denn ich habe nicht die Statur (ich glaube, ich erwähnte schon einmal, dass das so rein medizinisch sehr ungesund wäre und so ein Mädel gar nicht lebensfähig ist), ich habe nicht diese schilddrüsenerkrankunghinweisenden riesigen Augen, für die ich im realen Leben sicher gemobbt werden würde… Und soooo lange Haare haben die Kellys in ihrer Glanzzeit gehabt. Aber die wurden als ungepflegt beschimpft. Schizophren, diese Welt.

Auch mein Mann cosst. Und auch er nimmt das mit Augenzwinkern. Nicht, dass er das nicht ernst nimmt. Nein, er möchte aus seinen Möglichkeiten, mit seinen Sachen und Gegebenheiten, das bestmöglichste Ergebnis erzielen. Und er möchte sich keine Grenzen setzen lassen. Warum auch? Wer bestimmt denn bitte beim Kostümieren, was man darf und was man nicht darf? Im Karneval darf ich auch als Streichholz gehen, wenn mir danach ist.
Er mag jetzt Tidus aus FFx machen. Finde ich gut. Seine beste Freundin sieht das anders. Und sie sagt auch. Das darf sie und das soll sie. Andere sehen das aber anders. Die sagen, das mögen sie. Wer hat denn jetzt Recht? Lügt ihn jemand an? Will ihn jemand blenden und sich über ihn lustig machen? Wohl nicht. Wie war das noch mit persönlicher Geschmackssache?
Weil dem einen ein Outfit und Cosplay gefällt, aber dem anderen nicht, hat doch diese Aussage nichts mit lügen zu tun! Das ist persönliches Empfinden, persönliche Vorlieben und Abneigungen. Ich werde Yuna cossen, und es wird nicht allen gefallen. Ich bin dick, fett, auf jeden Fall offensichtlich nicht die richtigen Körpermaße. Na und? Wenn einer sagt, ich mag das nicht, ist das seine Meinung. Wenn mir ein anderer sagt, er mag es, dann ist das eine andere Meinung.

Rubens mochte auch dicke Frauen, hat er da gelogen? Wahrscheinlich nicht, sonst hätte er nicht so viele Bilder mit pummeligen, nackten Weiber gemalt.

Und wenn mein Mann sagt, er mag mich in dem Outfit? Klar, könnte er lügen. Aber warum sollte er das tun? Warum sollte meine beste Freundin sagen, ich bin toll, wenn sie das nicht so meint?

Ich glaube, das hat auch viel mit Vertrauen zu tun. Und mit der Einschätzung der Menschen. Ich weiß, wem ich vertrauen kann. Denn wenn mich Freunde und mein Mann und meine Familie auch kritisieren, was sie tun, warum sollten sie bei einigen Themen nicht offen ihre Meinung sagen?

Und so geht das auch meinem Mann. Der hat viele Freunde. Und viele bestärken ihn in dem was er tut. Aber sie sagen auch offen ihre Meinung, wenn ihnen was nicht gefällt. Das sind immer die unterschiedlichsten. Dem einen gefällt was, dem anderen nicht. Bei einem anderen Thema sehen sie das wieder unterschiedlich. Dem, den vorher was gefallen hat, kritisiert ihn nun und umgekehrt

Lügt jetzt irgendwer. Musik? Die einen mögen es, die anderen nicht. Cosplay von Mädels als Kerl? Die einen bewundern es, die anderen lachen drüber.

Aber so ist die Welt. Wie ätzend wäre es, wenn wir das alle gleich sehen, alle auf das gleiche abfahren würden. Herr im Himmel, wir bräuchten alle nicht mehr wählen gehen, denn wir würden alle nur noch ein und denselben Menschen toll finde…. Ich fände es ja toll, wenn es dann nicht die Merkel wäre. Aber das ist ja wieder Geschmackssache und was sie leistet, das respektiere ist. Denn ihr Job ist sicher nicht leicht.

Ich weiß nicht, warum es heißt, deine Freunde lügen dich an, wenn sie etwas gut von dir finden. Was hat das mit Lüge zu tun, wenn ich das persönlich doch wirklich leiden mag? Ich sage meinen Freunden auch oft genug, ja das mag ich, was du machst. Lüge ich deswegen?

Ellie Golding mag ich auch nicht, trotzdem dudelt das Lied ständig im Radio, diese Shades of Grey Kacke find ich kacke, trotzdem ist es ein Bestseller. Lügen also alle, die es toll finden? Oder lüge ich, weil ich es nicht mag.

Freunden kann man vielleicht unterstellen, sie sagen es, weil sie Freunde sind und sie dir nicht wehtun wollen. Oder sie wollen dich sogar blenden?

Aber sobald ein Außenstehender dich lobt, direkt nach einem Konzert, bei einer Fotoausstellung, bei einer Convention (du siehst ja süß aus in deinem Kleind (Wedding Peach)), dann ist das ein ehrliches Lob. Wildfremde hat das erreicht, was du getan hast. Und was zeigt uns das? Es ist immer Geschmackssache, wenn es um Vorlieben geht. Das hat nichts mit Lügen und Blenden zu tun…..

Ich finde es traurig, dass manche Menschen, das so einschätzen, nur weil sie eine andere Einstellung zu Kostümen, Musik und Fotos haben. Es ist doch schön, dass unsere Welt so bunt ist und jedem die Möglichkeit bietet sich zu entfalten.

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360° Blickwinkel | die nicht der Norm entsprechen | Gedankenfetzen | Ich | Menschen | Übergewicht

Die Läster-Schwestern vom Amt

von am 14. Mai 2015

Es ist sicher nicht ein klassischer Blickwinkel, was ich heute poste. Vielmehr verleitet es nur zum Kopfschütteln. 

Hänseleien und Geläster um meine Figur (ich sag nicht Person, denn dieseMenschen  kennen mich nicht), habe ich schon oft erlebt. Hinter meinem Rücken, hinter vorgehaltener Hand und von unseren respektvollen Jugendlichen schon sehr direkt mit: „Ey, du fette Sau!“

Das tut weh, das macht wütend, aber da kann ich mittlerweile mit umgehen. Meistens habe ich den passenden Spruch auf Lager oder lächle nett.

Gestern jedoch machte es mich sprachlos. Ich stand an der Haltestelle und wartete auf die Bahn. Am Gleis gegenüber warteten 2 Politessen, getrennt durch 2 Bahnschienen von mir. Sie redeten über etwas sehr angeregt, lachten, sahen zu mir rüber, zeigten mit dem Finger auf mich und lachten so laut, das ich es hörte. Die Damen in Uniform vom Ordnungsamt. 

Die Bahn kam zum Glück, denn mir raubte das jede Reaktion. Menschen aus dem öffentlichen Leben, die man als solche noch erkennt, legen so ein Verhalten an den Tag. Was kommt jetzt noch? Polizisten dürfen mich beschimpfen? Vor Gericht bin ich nix Wert, wegen Übergewicht?

Ich hab freundlich gelächelt, hab rübergewunken und den beiden Damen einen schönen Tag gewünscht.

Ob es ne Wirkung hatte, keine Ahnung, denn ich bin in die Bahn gestiegen.

Was ist nur aus der Welt geworden?

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