Löffel-Liste | Musik

Singe etwas Klassisches

von am 20. Juli 2018

Es sind Sommerferien. Zeit, dass ich anfange, meine Sommer-Löffelliste abzuarbeiten. Und mit dem ersten Teil habe ich schon begonnen.

Schon letzte Woche Mittwoche habe ich mich dazu entschlossen, die Kantorei der evangelischen Jesus-Christus Gemeinde in Sennestadt gesanglich zu testen. Zum einen, weil meine Physiotherapeutin ständig sagte, dass ich das unbedingt mal versuchen sollte. Und zum anderen, weil ich nach einem Konzert der Kantorei so begeistert war, dass ich Gesang nochmal auf einer ganz anderen Ebene mir erarbeite.

Es ist tatsächlich eine ganz eigene Art und Weise am Gesang zu arbeiten. Wir singen vor allem Latein, große Oratorien und ich muss sagen, meine Skepsis war nach der ersten Probe weg. Ich mag es, meine Stimme auszuprobieren und im Kollektiv fühle ich mich sehr sicher. Ich habe jetzt natürlich nicht das ganze Stück von Bruckner Te Deum aufgenommen, wohl aber die ersten Takte.

Der erste Punkt der Löffelliste abgearbeitet. So kann es doch weiter gehen.

Und auch mit der Musik. Ob in One Voice, in der Kantorei, bei Jasmin oder mit meinen eigene Stücken. Das ist es, wo ich meine Energie und Arbeit reinstecken mag. Um jeden Tag ein bissel besser zu werden, als ich gerstern noch war.

 

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360° Blickwinkel | Ausschnittsweise | Gedankenfetzen | Ich | Menschen | Musik | Schubladendenken | Seelenbilder

Prost! ~ Oder: wenn einem Ehrgeiz vorgeworfen wird…..

von am 10. Februar 2018

Hello, it´s me. Und endlich mal wieder kritisch und mit Biss. Hurra, ich bin zurück in alter Form.

Habt ihr auch manchmal Langeweile und überlegt euch, wie man denn seine Zeit am besten rumbekommt? Natürlich muss es etwas sein, was Spaß macht, was nicht sehr anstrengend ist, was man halt mal eben so nebenbei macht. Vielleicht wäre es auch noch nett, unter Menschen zu kommen. Aber bitte, ich will dann auch nur diese Zeit mit dieser Beschäftigung verbringen, die ich totschlagen möchte. Weiter soll mich dieser Zeitvertreib bitte nicht belasten. Nicht das dies noch in Stress ausartet oder, oh je, noch schlimmer irgendwann KEINEN Spaß mehr macht.

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Menschen | Musik | Wegbegleiter

Ich laufe nun nicht mehr hinterher

von am 5. September 2017

Ich habe die Schnauze voll. Von mir und meinem Rumgeheule. Keiner sieht mich, keiner wartet auf mich, niemand nimmt mich mit, da ist keiner, der mich integrieren mag.

Erst einmal weiß ich, dass das ja nicht nur so ist. Dieses nicht mehr mitkommen und sich ausgeschlossen fühlen, das ist nur in einigen Bereichen in meinem Leben. Zugegeben in einem Lebensteil, aber eben in einem Teil, der mich mal ausgefüllt hat.
Freundschaften haben sich dort verädnert. Und durch meine „Lebenspause“, die ich einlegen musste, haben wir verschiedene Wege eingeschlagen. Ich bin da niemanden böse. Ich gönne es den Menschen, die sich neue Bereiche erschlossen habe, wo ich eben nicht mehr so wirklich reingehöre. Das ist eben Leben es ändert sich. Und auch wenn ich fordere, geht doch einfach wieder so um mit mir wie früher, verstehe ich nun endlich, dass ich mir das zwar wünschen kann, dass dieses aber nicht mehr so einfach geht.

Ich kann nicht mehr so unbeschwert planen wie früher. Ich habe neue Aufgaben, die mir obliegen und die ich eben erfüllen muss. In einem Maß, in dem ich zwar noch existiere und auch Sachen für mich mache. Aber ich kann nicht mehr so sein wie früher. Wie kann ich dann erwarten, dass man wie früher mit mir umgehen kann.

Die letzten Wochen habe ich mich abgehängt gefühlt. Von Menschen, die mir mal sehr nahe standen und mit denen ich viel unternommen habe. Ich blieb stehen, sie gingen weiter. Ich brauchte Luft zum atmen, sie konnten sich in die Massen stürzen.
Die Wege gingen auseinander.

Ich fühle mich noch immer abgehängt, aber ich habe was geändert.

In den letzten Wochen habe ich allen hinterhergebrüllt, sie mögen doch bitte auf mich warten und mich mitnehmen. Aber das war nicht von Erfolg gekrönt. Ich fühlte mich wirklich schlecht damit und suchte die Schuld bei mir. Aber es hat niemand Schuld, und wenn, dann ist eben die Zeit dran Schuld. Die ging nämlich weiter, während ich mich verkrochen habe, um mich neu zu strukturieren. Nun wäre ich für all die Menschen wieder da, aber ich werde nicht mehr gebraucht, denn in diesem Lebensteil ging es ohne mich weiter.

Ich bin mir jedoch mehr wert, als mich ständig anzubieten. Die betreffenden Personen wissen mittlerweile wie es mir geht. Mehr kann ich nicht tun.
Ich kann mich nun nur noch auf meinen Weg konzentrieren und von meinem Standpunkt meinen Weg weitergehen.

Ich habe so viel, was ich ja trotz allem weitergemacht habe und wo ich nicht hinterherlaufe. Da bin ich dabei und muss nicht rennen. Ich muss mir wieder eigene Wegpunkte schaffen. Solche Punkte, die die anderen, die mich abngehängt haben, eben nicht haben. Ich muss mir am wichtigsten sein und mich auf meinen Weg konzentrieren.

Und wenn es nicht mehr die Menschen von früher sind, dann werden es neue sein.

Ich möchte nun doch konkret werden. Ich renne nun nicht mehr hinther. Ich mache weiter, wo ich zurückgelassen wurde und freue mich, wenn aus dem alten, brachliegenden Lebensbereich sich Menschen umdrehen und mir winken, weil sie es wollen. Und nicht weil ich immer um deren Aufmerksamkeit buhle.

Mein Weg wird weiter die Musik sein, der Gesangsunterricht und der Chor. Meine eigenen Songs, meine Geschichten und meine Fotografie.

Das werden meine Wegpunkte sein. Und die Szene rund um Anime und Cosplay muss nicht auf mich warten. Das mach ich in meinem Tempo weiter und ich hoffe auch, dass die Menschen, die meine Freunde sind, das respektieren. Ich gönne jeden seinen derzeitigen Wegpunkt. Und auf jeden Berührungspunkt des Weges freue ich mich jetzt schon. Aber hinter diese Kreuzungen renne ich nicht mehr her, denn das würde eh nix bringen.

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360° Blickwinkel | Glücksmoment | Ich | Menschen | Musik

Menschen, die sich in mein Herz schleichen

von am 17. Juni 2017

Ich bin zwischenmenschlich gesehen ja ne harte Nuss.

Hier auf meinem Blog schreibe ich, was ich denke. So frei von der Seele. Im Real Life tu ich mir damit ja schwerer. Ich bin nett, hilfsbereit, aber mir fällt es schwer mich bei „Fremden“ zu öffnen. Natürlich rede ich, aber mit Hemmungen.

Trotzdem bin ich gern unter Menschen und wenn man mir genug Zeit gibt, dann klappt das auch mit dem zwischenmenschlichen Kontakten. 

Nach einem Jahr Chor knüpfe ich tatsächlich die ersten Kontakte, und das tut so gut. 

Da schleichen sich Menschen mein Herz, die ich nicht mehr missen möchte. Auch wenn es im großem und ganzen sich auf das musikalische fokussiert, es tut gut zu wissen, dass da Menschen sind, die einem zum Lachen bringen, die mich nehmen wie ich bin.

Ich bin dankbar für diese Erfahrungen, die ich da machen darf.

Der Chor, meine Heimat, meine Wohlfühlzone und etwas wofür es sich lohnt weiterzumachen. Dieser Chor kam einfach zur richtigen Zeit in mein Leben, Behinderung ist egal und auch die Trauer weicht. Wir sollten viel öfter proben… 

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Gedankenfetzen | Mamalächeln | Musik | Trauer

„Diese Sprache klingt, als würden die Menschen immer singen.“

von am 21. April 2017

Was Musik alles kann, darüber habe ich schon oft geschrieben.

Was mir Musik bedeutet, das habe ich auf meinem Blog schon mehr als einmal zum Ausdruck gebracht.

Musik. Sie füllt mich aus, erdet mich, aber macht mich auch unendlich leicht und unbeschwert. In die Musik lege ich alles rein und ich lasse alles raus. Was mit Worten bei mir eben nicht geht, dabei hilft mir die Musik. Durchs Hören, aber vor allem durchs selbst Singen.

Einige sagen, ich kann gar nicht singen, andere mögen was ich tu. Aber es soll heute gar nicht um meine persönliche Leistung gehen.

Heute geht es mit der Musik um meine Oma. Die Musik hat mich gestern Abend gepackt.

Immer, wenn ich kann, dann übe ich. Für den Gesangsunterricht und für den Chor. Ich bin da eben so eine kleine Streberin, die voller Ehrgeiz an die Aufgaben geht. 

Gestern stand der Chor im Fokus. 

Vor zwei Wochen haben wir ein neues Lied versucht. Einen französischen Klassiker. 

„Aux Champs-Élysées“ von Joe Dassin.


Die Melodie macht mir keine Probleme, der Text sitzt auch, na ja, auf deutsch halt. Aber französisch? Kann ich nicht, verstehe ich nicht. Ich wäre aber nicht ich, wenn ich nicht daran arbeiten würde. So läuft nun unsere zauberhafte Chorleiterin Kerstin, die uns mal ne Demo eingesungen hat, auf Dauerschleife und berieselt mich, ich habe den Text aufgescheschrieben, wie ich ihn verstehe.

Dann begann ich mitzusingen. Uff, da brachen Dämme. So ganz unvermittelt, ohne Vorwarnung. Ich musste urplötzlich an meine verstorbene Oma denken. 4,5 Jahre ist es nun her, als sie starb. So wie sie es immer wollte. Kurz nach ihrem Geburtstag, ein Stück Schwarzwälderkirschtorte und dann schlief sie friedlich ein. 

Weinen musste ich nicht, konnte ich nicht. Sie hatte ihr Leben gelebt, es war ihre Zeit zu gehen. Ich war traurig, klar, aber es war nicht schlimm, es war versöhnlich, genau richtig. 

Gestern jedoch, als ich das erste Mal französisch gesungen habe, da war nichts mehr richtig. Da hab ich an meine Oma gedacht und die Trauer überwältigte mich. Denn sie liebte die französische Sprache. Sie selbst sprach und verstand es nicht, aber für meine Oma hatte diese Sprache immer etwas magisches.

„Französisch ist wie eine gesungene Sprache. Wenn die Franzosen reden, dann hört es sich an, als würden sie singen. Ihre ganz eigene Melodie!“

Ja, sie hat recht. Ich mag die Sprache auch. Und ich liebe es, in dieser Sprache zu singen, auch wenn ich kein Wort verstehe.

Wieder einmal hat sich bewiesen, was ich schon immer geglaubt habe und was mir Halt gibt, vor allem in den letzten Monaten. Musik heilt die Seele, Musik erreicht Orte in deinem Körper, und Empfindungen, die gut verborgen lagen. Welche Musik das ist, das ist nicht vorhersehbar. Das Lied aus dem Chor, gesungen von Kerstin und dann mir, damit hab ich nicht gerechnet.

Ich will dieses Lied nun weiter üben. Das mach ich für meine Oma, voller Liebe und in der Hoffnung, dass sie mit ihrer Tochter, meiner Mama, oben im Himmel sitzt und stolz auf mich herunterschaut. Stolz, dass ich meine Träume lebe, egal wohin die mich führen.

Oma? Aux Champs-Élysées ist für dich. Und umarme Mama von mir, auch sie hätte es geliebt… Schade, dass ihr nicht mehr sehen könnt, wie gut mir das Singen tut und was Chorleiterin und Gesangslehrerin mit meiner Stimme machen.

Musik? Damit lösen sich sie Probleme nicht in Luft auf, aber es wird alles einfacher.

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Musik | Seelenbilder | Trauer

Stimme, der Spiegel deiner Seele

von am 18. März 2017

Seit Donnerstag reflektiere ich mich nun selbst. Wann bekommt die Stimme die Tendenz in die Kopfstimme, wie verhält sich mein Körper, was ist angespannt, wie geht es mir damit?

Einiges wusste ich schon vorher. Wenn Oscar mich zum Beispiel nervt, weil er so zieht oder mal wieder nicht die Bohne hört, dann qietsche ich schon sehr. Oder wenn ich angespannt bin, weil ich nicht weiß, ob ich alles zur vollsten Zufriedenheit für meinen Papa gemacht habe. Stress und Druck, den ich mir zum Teil selber mache, dass ist ein Auslöser. Das wusste ich selbst, aber in den letzten Tagen habe ich da extrem drauf geachtet, und mir ging es besser. Ich war insgesamt viel ausgeglichener und entspannter. Es hatte sogar Auswirkungen auf die Schalfqualität (nicht die Quantität, leider). Ich war innerlich sehr ruhig, weil ich mich immer wieder selbst ermahnt habe, das ich vor allem Abends sehr schnell zu Ruhe gekommen bin und wenigstens schnell einschlafen konnte. Wer weiß, vielleicht klappt das dann auch bald wieder mit dem Durchschlafen.

Auch bei positiven Stimmungen quietsche ich gerne mal, Freude oder Glück. Oder wenn ich den Hund lobe, weil er was ganz toll gemacht hat.

Aber eines habe ich die letzten Tage auch von mir begriffen.

Ich will nicht, dass man mir anmerkt wie es mir geht, und in diesen Situationen spanne ich an und die Stimme geht hoch… und… ich fange an zu schwitzen. Völlig dumm und widersinnig.
Weil ich nicht will, das man mir die Trauer ansieht, das ich im Moment so gar nichts geschissen bekomme. Das ich mir für (fast) alles einen Arschtritt geben muss, um es zu machen. Im Moment gibt es nur wenige Dinge, die mir einen Sinn und Halt geben. Das ist der Rehasport im Bewegungsbad, die Krankengymnastik, der Chor und der Gesangsunterricht. Und seit einer Woche auch die Proben um Probenraum. 2-4 Stunden können Sascha und ich uns da der Musik widmen.
Alles andere? Haushalt? Lesen? Einkauf? Nur weil ich muss… Nicht weil ich will. Und immer ist da dieser Kloß im Hals, der zwar bei den schönen Aktivitäten in den Hintergrund rückt, aber den ich nie ganz herunterschlucken kann.
Dieser signalisiert mir stets: Es ist noch nicht vorbei, dir geht es nicht gut.
Warum will ich denn, dass die Menschen es nicht mitbekommen? Vor allem auch so Menschen, mit denen ich häufig zu tun habe?

Ich will nicht, dass die was falsches denken? Dabei ist das ja Bullshit. Was sollen die schon denken?
Das ich bei Fremden nicht schwach sein möchte, das ist mir klar. Ich will nicht erklären müssen, warum ich weine. Das will nicht vor allen die Heulsuse darstellen. Warum auch immer.

Die letzten Tage, seit ich die Stimme nicht mehr „gekünstelt“ hochpusche, fällt es mir schwer, meine „Rolle“ der gutgelaunten Kari zu spielen. Ich weiß nicht, ob die liebe Jasmin das beabsichtigt hat, ob sie das geahnt hat, das meine Stimmung nur eine „Rolle“ für andere ist. Aber mit dieser Achtsamkeitsübung meine Stimme betreffend löst sich gerade so einiges. Da hat sie irgendwie in ein Wespennest gestochen.
Meine Stimme ist also auch eine Fassade. Hey, schaut, wie gut es mir geht. Ich bin stark und ich schaffe das. Obwohl ich lieber, auch beim Gesangsunterricht, heulen würde. Vor allem dann, wenn ich locker singe und die Töne alle Gefühle aus meiner tiefsten Seele mit nach oben durch das geöffnete Walloch pusten.

Das ist dann wie buddeln in der Erde. Man stößt irgendwann, wenn man nur tief genug gräbt auf Wasser. Das macht die Stimme und der Gesang auch mit mir. Vor allem, wenn Text und Melodie in mir was auslösen und ich scheinbar schwerelos singe. Wenn alles fließt und leicht ist. Meine Stimme durchdringt meinen ganzen Körper und es kommt auch das zum Vorschein, was ich vorher brav verbuddelt habe.
Aber… das… macht Angst.

Was Blödsinn ist. Ich weiß. Aber in Kontrolle abgeben war ich ja noch nie gut. Ich hab lieber auf alles eine leitende Hand.

Was bringt mir diese Achtsamkeitsübung der Stimme nun mehr, als viele Einsichten?

Das es sich wundervoll anfühlt, wenn alles so locker ist. Und das ich den Preis der Tränen gerne dafür zahle…. Ich sollte Taschentücher mitnehmen nächsten Mittwoch.

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