Gedankenfetzen | Löffel-Liste | Mamalächeln

Löffel-Liste auf dem Balkon und ganz viele Emotionen

von am 29. August 2017

Und noch einen Punkt auf meiner Löffel-Liste abgearbeitet. Mit dem habe ich mir, zugegeben, schwergetan. Ich habe mir gestern bei strahlendem Sonnenscheint mal ein wenig Zeit genommen und auf dem Balkon gesungen. Das habe ich ganz unspektakulär mit Smule gemacht. Zu Anfang war ich noch etwas gehemmt, denn ich weiß, dass die Nachbarn beim Thema Musik sehr empfindlich sind. Aber das ist ja auf jeden Fall eine andere Geschichte und gehört jetzt nicht unmittelbar zur meiner Sommer-Löffel-Liste.

Als erstes Mal hier der Beweis von einer Minute:

#InstaSmule #Smule #Sing #Karaoke #löffelliste Singen auf dem Balkon

Ein Beitrag geteilt von CME Pinky (@cme_pinky) am

Und als ich da so saß, habe ich noch weiter vor mich hingesummt. Und mir gingen viele Gedanken durch den Kopf. Musik ist so wichtig für mich in den letzten Monaten geworden. Nein, nicht die Musik, viel mehr die Sachen, in denen ich Musik Lebe. Vorne weg der Gesangstunterricht und der Chor.

Die Sommerferien waren schlimm, zu Anfang war es noch okay. Je länger die Ferien dauerten, desto schlimmer wurde es. Die Trauer wurde präsent, ich habe eine richtig schlimme Zeit durchgemacht. Weil mein Anker fehlte. Ich glaube, es ist nich die Musik alleine. Es sind diese Menschen, mit denen ich diese Musik erlebe, die so wichtig für mich geworden sind. Wenn ich darüber nachdenke, dann macht es richtig Angst. Was passiert eigentlich, wenn das alles nicht mehr ist. Darüber will ich mir gar keinen Kopf machen. Ich genieße das alles im Moment so sehr. Es gibt mir ein Gefühl von Sicherheit und Stetigkeit.

Ich fühle mich wohl, wenn ich in diesen geschützten Gefügen singe und alles in das Singen lege. Es tut gut, ein Ventil zu haben und mit diesen Emotionen dann nicht allein zu sein.

Zugegeben, ich lasse sie nicht einfach raus. Ich habe sie, nehme sie mit nach Hause und mache es dann da mit mir aus.

Da kommen wir aber schon zum nächsten Punkt. Am Samstg trete ich mit dem Chor auf der großen Bühne im Stadttheater auf. Ein Lied wird die Ode an die Freude sein. Eigentlich sitzt der Text, die Höhen sitzen, auch die englische Fassung des Textes ist drin. Dennoch bekomme ich ständig diesen blöden Kloß in den Hals. Mama mochte das Lied auf dem Abrahamsfest so sehr und sie war eine derjenigen, die nach einer Zugabe verlangt hat.

Morgen ist endich Schluss mit der Warterei. Um 16 Geht es zum Gesangstunterricht, dann bringen wir die Hunde zu Nicole und dann geht es um 19 Uhr weiter im Stadttherater, die vorletzte Probe vor dem Theaterfest. Ich bin aufgeregt und gespannt, aber es erfüllt mich auch mit unendlicher Ruhe.

Ich kann nur hoffen, dass ich die Emotionen drin lassen kann. Ansonsten nehme ich einfach ein paar Taschentücher mit. Und Zitronenbonbons, man kann ja nicht wissen.

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Löffel-Liste | Mamalächeln

Einen Sonnenuntergang fotografieren

von am 24. August 2017

Endlich war mal ein paar Tage die Sonne zu sehen. Heute ist es zwar schon wieder diesig draußen, die Luft ist schwer und feucht, aber die Sonne der letzten Tage rettet mich heute noch.
Ich konnte meine Löffel-Liste weiter bearbeiten. Ich hab schnell geschaltet und am Dienstag den Sonnenuntergang fotografiert. Eigentlich wollte ich dieses Foto anders gestalten. Draußen, in Lämershagen, auf dem Berg, und den Sonnenuntergang in voller Breitseite einfangen. Aber darauf hatte ich solange gewartet. Diese Chance bot sich nicht. Und am Dienstag war keine Zeit mehr, noch mal eben schnell zu fahren. Der Alltag verhinderte das.

Aber ich finde auch vom heimischen Balkon aus sieht die Sonne friedlich und wunderschön aus. Wenn ich das Foto betrachte, dann geht es mir gut. Ich muss lächeln. Ich habe auf dieses Foto gewartet und auch wenn es anders ist, als von mir geplant, bin ich doch stolz auf mich, das ich diesen Moment eingefangen habe.

Was hat mich dieser Moment auf meiner Löffel-Liste gelehrt? Nichts, was ich nicht schon wusste. Etwas, was mich im Hier und Jetzt erdet.

Die Sonne ist da, stetig. Wenn es dunkel wird, dann ist es woanders eben hell. Gehe ich ins Bett, steht wer anders gerade auf. Und auch wenn es heute diesig ist, dann ist die Sonne da. Ich sehe sie nicht direkt, aber hinter den Wolken, da scheint sie mit all ihrer Kraft und erhellt den Tag.

Man muss die Sonne nicht sehen, allein das Wissen, dass sie da ist, das beruhigt.

Ja, meine Löffel-Liste ist weit mehr als eine Challenge. Sie ist eine Art Trauerarbeit.

Denn auch wie die Sonne, die man nicht immer sieht, aber sie doch stetig da ist, ist es mit meiner Mama. Ich sehe sie nicht, und dennoch weiß ich, sie ist da, in meinem Herzen, in meinem Leben, in allem was ich tu. Denn sie hat mich auf mein Leben vorbereitet und ich lebe es für sie weiter. Mit allen Höhen und Tiefen. Auch wenn die Sonne mal nicht da ist.

Ich sitze auf dem Sofa, mein Laptop auf meinen Knien. Eine Stelle in der diesigen Wolkendecke hat sich gerade geöffnet und zarte Sonnenstrahlen lassen den Himmel milchig gelb erscheinen. Nach Sommer und Sonne sieht es zwar noch immer nicht aus, aber man wird an die Existenz  der Sonne erinnert.

Und ich schaue auf Mamas Schwarz-Weiß Foto. Wenn meine Erinnerungen verblassen, werde ich durch Fotos an sie erinnert.

Sie ist eben nie ganz weg und kommt immer wieder. In meine Gedanken. Ich weiß, ich werde noch viel machen, was mich an sie erinnert und was ich in ihrem Gedenken tun werde. Wie das kommende Konzert im Theater. Freude schöner Götterfunke. Das habe ich im September letztes Jahr schon auf der Theaterbühne im Theater am alten Markt gesungen und Mama war hin und weg. Und auch dieses Mal, auf der großen Stadttheather Bühne, werde ich es für sie singen. Sie hat es geliebt. Und ich werde es wiederholen, denn ich weiß, sie ist da. So wie morgens auch aufstehe, auch ohne Sonne, aber ich tu es, weil die Sonne eben irgendwo ist.

Löffel-Liste abgearbeitet und ein Mama-Lächeln Moment gehabt.

Das Leben ist auch in diesigen Momenten sehr schön, wenn man nicht vergisst, das da irgendwo die Sonne ist!

Nur noch drei Punkte zu erledigen. Und danach gibt es die Löffel-Liste für den Rest des Jahres! Weil ich es brauche und mir einen Anker gibt!

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Löffel-Liste | Mamalächeln

Lachen, auch in tiefster Traurigkeit

von am 16. August 2017


Die Löffel-Liste habe ich heute um einen Punkt weiter abgearbeitet. Wir haben in tiefster Traurigkeit gelacht.

Dieser Post ist aber auch ein Mama-Lächeln Moment.

Eigentlich hätte sie heute Geburtstag, sie wäre heute 65 Jahre alt geworden. Wir wollten das groß feiern. Der ganz August war bisher der schwerste in dieser Trauer. Mir ist so schwer ums Herz, dass es gut tat, sich selbst Aufgaben zu stellen. Aber das hatte ich sicher auch im Hinterkopf, als ich mir diese Löffel-Liste ausgedacht habe. Ein Stück Trauerarbeit war es wahrscheinlich bisher unbewusst immer.

Heute waren wir auf dem Friedhof. Und wir haben natürlich der Familientradition der Familie Kühne alle Ehre gemacht. Wir waren irgendwie zu laut, bunt und auffällig. Wir habe Blumen für Mama mitgebracht und Ballons. Die Ballons haben wir mit Grüßen und Wünschen versehen. Alles was wir ihr sagen wollten haben wir an die Ballons gebunden und einfach vom Friedhof aus fliegen lassen.

Es war ein weinendes und ein lachendes Auge. Vor allem was meine Nichte Ella auf ihre Nachricht hat schreiben lassen von ihrer Mama. „Hallo Oma, ich bin jetzt schon groß, ich bin schon 5 und ich bin jetzt eine große Schwester, Lara ist da.“

Und sie hat sich wohl bei Mama und Papa beschwert, dass sie Oma gar nicht Tschüß sagen konnte…

Es war wirklich ein Wechselbad der Gefühle, aber ich bin froh, dass wir es durchgezogen haben. Ich hoffe, das der Rest vom August einfach besser wird. Mit weniger Trauer und schwerem Herz. Wer weiß, aber da bin ich erstmal durch und habe einen weiteren Pluspunkt auf meiner Löffel-Liste, denn gelacht haben wir heute natürlich auch!

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Löffel-Liste | Mamalächeln

Dem Himmel so nah

von am 28. Juli 2017

Gestern waren wir endlich auf Libori. Eine große Kirmes in Paderborn. Das war jedes Jahr Mamas traditonelles Pflicht-Kulturprogramm.

Dieser Blogbeitrag ist also sowohl meine Löffel-Liste als auch ein Mama-Lächeln Text.

Paderborn, Mamas Heimat. Bevor sie Krankenschwerster werden durfte, hat sie mit zarten 14 Jahren eine Ausbildung in Hauswirtschaft gemacht. Dafür ist sie von Schloß Neuhaus nach Paderborn gezogen. In ein „Mutterhaus“. Unter Nonnen hat sie mit weiteren Mädchen gelernt zu kochen, zu putzen, aber auch Menschen zu pflegen.
In unmittelbarer Nähe zum Dom wurde sie im Krankenhaus eingesetzt, und auch bei den Kirchenleuten, Diakonen, Pfarrern, hat sie im Haushalt geholfen und ihre zwei Jahre gelernt.
Sie hat immer viel davon erzählt und war mit den Mädchen immer in Kontakt. Regelmäßig haben sie sich zu „Klassentreffen“ getroffen.

 

 

So wunderte es wohl nicht, dass sie jedes Jahr wieder auf Libori gefahren ist. Seine Jugend aufleben zu lassen und Dinge zur Tradition zu machen, die einem wichtig sind, dass kann ich so gut verstehen, denn mir geht es genauso. Ich will, dass diese Tradition bestehen bleibt. Es war gestern wirklich anstrengend. Vor allem emotional, ich hatte mir vorgenommen Pommes zu essen, nicht mal das konnte ich. Der Kloß im Hals war einfach viel zu groß. Letztes Jahr haben wir die letzten Fotos im Paderquellgebiet hinterm Dom gemacht. Wir waren mit dem Zug gefahren und wurden später am Parkplatz abgeholt. Dort entstanden die Bilder von Mama und Ella beim Waffelessen und wie sie am Tisch gesessen haben und Ella den Geschichten von Mama lauschte. Viele Erinnerungen hingen da gestern dran. Und mir war es wichtig, wenigestens ein paar neue Fotos zu machen, um mehr Erinnerungen zu schaffen. Deswegen machte ich gestern meine ersten Bilder im Paderquellgebiet. Mit einer Ella, die überall draufkletterte und total aufgedreht vor Aufregung war.

Wir liefen am Dom entlang, immer geradeaus, über den Pottmarkt, der rund um den Dom Leckereien aber auch Killefit und Kinkerlitz verkauft und sind hoch zum Liboriberg. Dort hatte sich fast nichts verändert. Doch, eine Kleinigkeit. Anstatt des Kettenkarussells stand dort irgendetwas neues am Ende der Straße. Aber Mamas Losbude, an der sie einfach jedes Jahr Lose gekauft hat, die stand wie immer genau dort. Dieses Jahr wären es Einhörner gewesen. Mama wäre entzückt gewesen. Sie liebte eben Kinkerlitz. Sie hat sich gerne damit umgeben.

 

Wir haben Slush getrunken, Ella hat Enten geangelt, aber wir haben auch das Riesenrad besucht. Mama hat das eigentlich nie gemacht. Aber ich brauchte das, für mich. Für das Gefühl, ihr nahe zu sein. Paderborn von oben sehen, dem Himmel so nah. Ich kann das gar nicht richtig beschreiben. Aber es war mir wirklich wichtig. Und es tat so unendlich gut. Ich habe geatmet, wir haben ihr gewunken und über sie geredet.

 

 

 

Dieses Mal hatte ich allerdings nicht ihre Schuhe an. Und dennoch war sie dabei. Denn ich hatte mir das pinke Kopftuch in die Haare gebunden, welches wir letztes Jahr auf Libori gekauft hatten, weil es so unendlich heiß war. Sie hatte eines in grün, und ich das in pink. Die Leute haben mich schräg angeschaut. Aber mir war das egal. Sollen die Leute doch denken von mir, was sie wollen. Ich habe getan, was mit gut tat. Es war voll, mir machte es das erste Mal nicht viel aus. Wir hatten Spaß und ich glaube Mama hat zurückgewunken, als wir oben die Riesenradfahrt pausiert hatten, weil unten Menschen aus- und einstiegen.  Das Leben pausierte für einen kurzen Moment in schwindelerregender Höhe und ich konnte tief einatmen. Ich habe inne gehalten und an sie gedacht.

Mama, nächstes Jahr fahre ich wieder auf Libori, versprochen.

 

Löffel-Liste, Libori Riesenrad Fahrt: Checked

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Mamalächeln | Projekt Felix

Da hilft nur: Nicht dran denken und Einhorn

von am 27. Juni 2017

Wenn es einem nicht so gut geht, weil man sich alleine fühlt, dann hilft mir der Geruch von Lavendel und Stofftiere. Deswegen trifft es sich ganz gut, das ich meine Warmies habe. Meine Kuschel Hirse Lavendel Kissen. 

Einen hab ich mir von Mama angeeignet, der Nackenhund. Beim Schleudertrauma hilft der sehr gut, und es ist tatsächlich so, dass ich Mama sehr nahe bin.

Dann habe ich mir für das kommende Abenteuer Magie zugelegt. Ein Einhorn Hirse Lavendel Kissen wird mich bei Projekt Felix begleiten. Und natürlich der Hund von Mama.

Projekt Felix geht nun in den ersten Zyklus, es wird wirklich schwer, auch auf meiner Seite. Ein Wert (AMH) ist wohl niedrig, so dass es sein kann, das ich nicht gut auf die Stimulation anspreche und wir erst ein paar Zyklen lang Eizellen „sammeln“ und einfrieren müssen um die drei Versuche voll auszunutzen. 

Ab Freitag gibt es Hormone und ich werde sehen was passiert. Vielleicht überrascht mein Körper mich ja auch.

Ich versuche das ganze gelassen anzugehen. 

Im Moment fehlt mir Mama sehr. Ich hätte sie so gern dabei. Ich brauch wen zum Reden. So Weiberkram und Ängste irgendwo lassen. Klar hab ich Frauen um mich rum, aber eine Mama ist halt nochmal anders.

Aber ich weiß genau, sie schaut auf uns, und vielleicht kennt sie Felix ja schon? Wer weiß…. 

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Alltag | Gedankenfetzen | Mamalächeln | Schmerzen | Übergewicht

Supermann, ältere Frau und harter Knochen ~ Ich hatte einen Schutzengel

von am 24. Juni 2017

Mir tut heute noch alles weh. Ich hab überall Blutergüsse und sogar das Tippen auf dem Tablet schmerzt im Nacken.

Warum?

Ich hatte Mittwoch einen Unfall. Ich bin einmal durch den Bus geflogen als ich auf dem Weg zum Gesangsunterricht war. Aber bevor ich den Unfall erzähle. Hier der Zeitungsartikel.

Ich war dann mal die ältere Frau. Jasmin betitelte mich als harten Knochen, für Lars bin ich Supermann.

Ich habe zahlreiche Prellungen und Stauchungen und Schmerzen an Körperstellen, die ihr euch nicht vorstellen könnt. Am schlimmsten ist die Prellung am Steißbein, ich kann nicht richtig sitzen, Klo tut weh, alles was man da eben so macht.

Und das Schleudertrauma mit dem Schulter-Arm Syndrom. Alles was ich ab Arm bewege kommt direkt im Nacken und Kopf an. Wenn ich kaue, die Augen bewege, sogar wenn ich den kleinen Finger bewege. Und sogar das pillern merke ich in den Schultern.

Und auch der Bauch tut weh, der ist seit Freitag neu dazu gekommen. Irgendwie wie Muskelkater nach Situps. Wirklich, wirklich unangenehm.

Mein rechtes, eh schon taubes Bein fühlt sich auch irgendwie anders an, schwerer, es kribbelt mehr. 

Ich geb den Prellungen und dem ganzen wohl noch ein paar Tage Zeit. Wenn es nicht besser wird, dann geh ich zum Arzt, nochmal…
Aber das alles wollte ich eigentlich gar nicht schreiben. Ich mag nicht jammern, denn ich kann froh sein, dass mir nicht mehr passiert ist. Bei meinem Gewicht und der Tatsache, das ich fast 5 Meter durch den Bus von einer Tür zur anderen geflogen bin.

Ich glaube, ich hatte einen Schutzengel. In den Sekunden, die sich für mich ewig angefühlt haben, hatte ich das Gefühl, ich war in einem dunklen Tunnel. Ich hab nichts mehr gesehen, ich habe nicht gespürt, wie ich mir den Arm und den Kopf angeschlagen habe. Dafür fühlte ich mich leicht, wirklich so, als könne ich fliegen. Und ich hatte das Gefühl, das mich jemand in Watte packt.

Als ich wieder zu mir kam, war mir warm, und es tat auch nix weh. Ich lag wie so ein Käfer auf dem Rücken, mittig platziert im Gang an der Fahrertür und starrte zur Decke. Den Rucksack hatte ich noch auf, der hatte wohl einiges abgefangen. Und ich fühlte mich wohl? Geborgen? Aber ich fühlte auch, dass mich wer verließ und das behagliche Gefühl mit sich nahm.

Das klingt merkwürdig, oder? Ich hatte das Gefühl, da hat jemand die Hand über mich gehalten, so dass mir nichts passiert ist, oder eben nicht mehr. Ich weiß nicht, ob es Mama war, aber ich möchte es gern glauben. 

Haltet mich für verrückt, vielleicht bin ich das auch. Aber so etwas habe ich vorher noch nie erlebt…

Danke, Schicksal, Fügung, Schutzengel oder Mama. Ich hatte Glück im Unglück. Und die Schmerzen vergehen auch wieder…

Und mein defekter Tolino…. ist ersetzbar.

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Gedankenfetzen | Ich | Mamalächeln | Menschen | Trauer

Da gibt es keinen Knopf

von am 11. Juni 2017

Mein Blog klingt echt schwer in den letzten Wochen. Mir ist schwer ums Herz, und doch gibt es diese glücklichen Momente, wo sie eben nur ganz kurz fehlt.

Das Leben geht eben weiter, jeden Morgen geht die Sonne wieder auf, es gibt die großen und kleinen Sorgen, die gemeistert werden müssen. Und den Sachen stelle ich mich. Es geht, ich komm zurecht. Aufgaben sind jetzt halt andere. Und ich kann nicht so weiter machen wie vorher, dass ist ganz klar.

Ich bin eben näher an meinem Vater dran, um im Alltag zu helfen. Und ich helfe ja auch gern. Für mich ist das selbstverständlich. Das hat eben alles mit Mamas Tod zu tun. Wie ich bin, was mein Leben nun ist, warum ich Dinge tu, die ich tu.

Warum ich diesen Blogbeitrag schreibe?

Gestern war er wieder da. Dieser Satz, diese Frage… ob ich denn nicht genug getrauert hätte.

Ich dachte ich kann das mit einem Schulterzucken abtun. Aber es tut weh, wenn man so etwas hört. Und dann noch von nem guten Kunpel.

Ob es nicht langsam mal gut ist….

Trauer, das ist nicht wie eine Platzwunde am Knie… die heilt nicht einfach nach drei Wochen und dann ist alles weg. Trauer kann man nicht mit einer Pille heilen. Und es gibt auch keinen Knopf. 

Trauer ist ein so tiefes Gefühl, das gräbt sich in dich rein. Und je näher du einem Menschen warst, desto schlimmer ist es. Bei meinen Omas war ich traurig, aber das ist nicht im geringsten zu vergleichen. Mamas Tod löst anderes in mir aus. 

Es begleitet dich, täglich und fordert Raum. Es ist nicht so, dass ich jeden Tag weinen muss. Ich lache, ich freue mich über das Leben. Aber es kommen eben immer wieder diese Momente, die, die weh tun. Die tief unter die Haut gehen und in denen du schlucken musst.

Abstand gewinnen ist ja ein kluger Rat…

Aber, das kann ich nicht, den mein Leben hat sich unmittelbar geändert. An den banalsten Stellen merkst du, wo sie fehlt. Heute, ich hab das erste Mal selbst Wurstsalat gemacht.

Ich übernehme viele Aufgaben von Mama. Weil es die Situation erfordert. 

Und so ist der Verlust immer spürbar, im banalen Alltag 

Ist es nicht langsam mal gut?

Es fühlt sich an, als wäre ich unnormal, als hätte ich mich verändert. Als wäre ich eine andere. Bin ich vielleicht…. 

Aber muss ich mich dafür entschuldigen, dass ich manchmal traurig bin, dass ich weine, dass meine Mama noch immer ein Thema ist?

Ist das denn normal? Sich für Trauer schlecht zu fühlen?

Ich mag wieder mehr Alltag, aber das was ich nun lebe, das ist mein neuer Alltag… dafür will ich mich nicht entschuldigen. Denn für den Alltag und meine Gefühle gibt es keinen Knopf.

Es ist eher wie meine Narbe am Rücken, nach Belastung zwickt es immer mal wieder, mal mehr mal weniger. Dann ziehe ich mich eben kurz zurück, halte inne und atme. Und dann geht es weiter.

Ich komme zurecht, aber mein Rhythmus ist ein neuer.

Ob es langsam mal gut ist?

Ich würde gerne ja sagen. Und ich sage das auch, das Leben, mein Leben, wovon ich nur eines habe, ist gut so wie es ist. Denn es wird sich nicht mehr ändern. Und in diesem Leben braucht auch meine Trauer einen Platz. Und wenn die Menschen das auf meinem Weg nervt? Kann ich es nicht ändern…. ich bin noch ich, aber eben mit neuen Aufgaben im Alltag die es zu bewältigen gilt, aber dabei bin ich noch immer ich, wenn Zeit dafür ist.

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Mamalächeln

Es ist ein Leben , das sich verrückt hat

von am 14. Mai 2017

Muttertag. Ganz ohne Mama, mit nem Vater, der nicht fit ist, mit einer neuen kleinen Nichte und dem Gefühl, durch mein Leben ist ein Ruck gegangen.

Die Trauer und die neuen Aufgaben, diese Dinge schaffen es, dass mein komplettes Leben Kopf steht. Der Lebensfokus hat sich verschoben, ich hab mich verändert. Einiges scheint unwichtiger als früher, anderes wichtiger.

Es ist wie es ist. In den letzten Monaten habe ich gelernt damit umzugehen. 

Vieles kann ich bewältigen. Der doppelte Haushalt, die ständige Achtsamkeit, das Gefühl, ich muss für meinen Papa da sein. Aber all dieses Neue in meinem Leben fordert Opfer.

Ich versuche so gut es geht Dinge für mich zu machen, versuche am Ball zu bleiben um auch mein Leben zu leben. Aber das ist schwer. Denn während ich versucht habe, dem Leben eine neue Struktur zu geben, ging das Leben von den anderen, die ich vernachlässigt habe, ebenfalls weiter. Natürlich, ich kann nicht erwarten, das sie auf mich warten. Aber trotzdem tut es weh.

Und nun? Habe ich das Gefühl, ich pass da nicht mehr rein. Ich bin Monate aus deren Dunstkreis gewichen und ich hab das Gefühl, der gemeinsame Grund fehlt. Sie stehen über mir, ich brülle, sie hören mich nicht mehr.

Planungen für Unternehmungen sind nicht mehr einfach. Weil die Frau fehlt, die früher immer die Stellung gehalten hat.

Ich wäre so gerne zu unserem Kumpel gefahren, aber da kam ein Vater dazwischen. Ich würde so gern wieder mehr Kontakt zu dem allerbesten Kerl, der ständig Carcassonne gewinnt, haben. Aber er scheint so weit weg. Klar, sein Leben ging ohne mich weiter. Und er hat jetzt Vorsprung. 

Andere Kontakte, Erlebnisse, die ich nicht hab. Ich hab nichts zu erzählen. Und bin mir nicht sicher, ob ich mein noch immer aktuelles Thema wieder und wieder auf den Tisch bringen darf. Nervt es die anderen, wenn ich von Mama erzähle? Belastet es andere? Oder nehmen die es an und hören mir zu? Denn das ist noch immer mehr oder weniger zentraler Mittelpunkt von dem alles andere ausgeht.

Das ich nicht viel lese, das ich stets das Gefühl hab, ich bin für Papa verantwortlich, das ich das Gefühl habe, ich wurde endgültig abgehängt und man braucht mich nicht mehr. Das ich mich zurückziehe, mich verkrieche und mich ins Singen stürze

Ich will ein wenig Stetigkeit und Altes zurück… und dazu gehört M. 

Aber…. haben wir noch Gemeinsamkeiten?

Dieser Ruck in meinem Leben. Der war wie ein Erdbeben, das weite Kreise gezogen hat. Und jeder musste mit den Trümmern umgehen.

Dabei scheinen wir verschiedene Wege eingeschlagen zu haben… 

Kann man Leben wohl wieder zurück rücken? Irgendwie?

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Gedankenfetzen | Mamalächeln | Projekt Felix | Trauer

Zwischen den Gefühlen 

von am 6. Mai 2017

Was ist nicht alles in den letzten Tagen geschehen. 

Alles zeigt, dass das Leben weiter geht. Zum zweiten Mal bin ich Tante geworden, Lara Maria wurde am 27. April geboren. Ich lerne französisch für ein Lied. Sascha und ich schreiben fleißig weiter eigene Songs.

Und auch Projekt Felix geht voran. Die Krankenkasse ist gewechselt, wir haben bei der Sparkasse uns Geld zur Überbrückung geholt, bis in etwa drei Monaten das Erbe da ist.

Alles in allem ist das eigentlich alles sehr positiv.

Und dennoch fahren meine Gefühle Achterbahn. Denn sie fehlt überall. 

Heute im Chor musste ich an sie denken, unvermittelt traf es mich. Ich sang voller Inbrunst und stolz auf französisch. Und ohne Vorwarnung traf es mich: Mama wäre stolz auf mich, ging es mir durch den Kopf. Tränen schossen mir in die Augen und ich musste schlucken. Zum Glück konnte ich mich schnell wieder auf Atmung und Töne fokussieren. 

Auch alles andere, alles was so schön ist, treibt mir heimlich die Tränen in die Augen. Es ist so traurig, dass Mama Lara nicht kennengelernt hat. Und ich bin für Lara traurig, dass sie ihre tolle Oma nicht mehr treffen kann.

Ich hab Angst vor Projekt Felix ohne meine Mama, was Montag mit Saschas OP startet. 

Und ich schaue traurig zu, wie gebrechlich und alt mein Papa in den letzten Wochen geworden ist. Es lässt mich Nachts nicht schlafen und es macht auch Angst. 

Das Leben geht weiter… ja…. Und ich lerne mit meinen Gefühlen von Angst und Traurigkeit umzugehen. So gut ich das vermag. Es gibt so viel, was einfach schön ist.
Chor, Gesangsunterricht, Kinder
Es kommt alles wie es soll. Immer.

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