Bücher | Löffel-Liste

Meine Sommer-Löffel-Liste

von am 8. Juli 2017

Eine Löffel-Liste… Ich wusste erst nicht, was das genau ist. Aber jetzt. Eine Löffel-Liste sind Dinge, die du unbedingt noch erledigt haben willst, oder erleben möchtest, bevor du stirbst. 

So krass ist meine Liste zwar jetzt nicht, aber ich mag ein paar Sachen in diesem Sommer tun, die ich sonst wahrscheinlich nicht tun würde. Ich hab das Gefühl, dass ich das brauch. Das Leben läuft nicht immer so, wie man das will, aber diese Kleinigkeiten geben mir das Gefühl, dass man ein paar Dinge kontrollieren und schaffen kann, wenn man sich die nur vornimmt.

Gestern bin ich die erste Aufgabe angegangen. Ein altes Buch auf dem Trödelmarkt kaufen. Alle vier Wochen ist in Sennestadt Freitags ein Abendflohmarkt.

Ich also mit ein paar Kröten in den Taschen ins Getümmel. Ich bin mit vielen tollen Menschen ins Gespräch gekommen.

Am ersten Stand gab s zwar keine alten Bücher, aber die Dame verschenkte alle Bücher. Ich fragte erstaunt nach, ob das auch wirklich so sei. Sie erzählte von ihren Eltern, die nun schon ein paar Jahre tot seien. Denen haben die Bücher in den Kisten gehört und diese stehen nun bei ihr im Keller. Zum Wegwerfen sind sie zu schade und sie würde sich freuen, wenn andere Menschen Freude an den Büchern hätte. Sie selbst wolle sie nicht mehr mit nach Hause schleppen. Drei Bücher nahm ich mit. Aber meine Aufgabe war noch nicht erledigt, denn „alt“ waren die nun wirklich nicht.

Ich schlenderte weiter, fand ein Buch von Ernest Hemmingway, schon alt, aber ich ließ das Buch am Stand, ich hatte das Gefühl, dass es sicher noch andere Schätze gäbe, sonst könnte ich ja immer noch zurück zum Buch „Der alte Mann und das Meer“.


Auf einem Tisch, sehr unscheinbar, stapelten sich abgegeriffene Bücher. 1 Euro sollte ein Buch kosten. Und der letzte Band vom Nesthäkchen war dann mal fix meiner. Aber ich fand noch ein zweites in dem Stapel, was mein Herz höher schlagen ließ.

Heidi, meine Kindheitsheldin, mein Vorbild, mein Lieblingsbuch und eine Ausgabe besitze ich auch schon. Aber ich musste den Klassiker einfach mitnehmen. Die Dame gab mir sogar eine Tüte mit, damit ich die mittlerweile 5 Bücher einfacher transportieren konnte.

Eigentlich hatte ich meine Aufgabe ja nun erfüllt, aber ich wollte einfach noch weiter schlüren. Ich kam mit Menschen ins Gespräch, nur wegen der Bücher die ich in der durchsichtigen Tüte trug. Heidi wurde bestaunt, einer wollte mir stattdessen DVDs andrehen und ich wurde eingeladen doch einfach in den Bücherkisten zu wühlen.

Einer fragte mich, was ich denn mit den Büchern machen würde. Dumme Frage, oder? Ich antwortete, dass ich an den alten Büchern schnüffeln würde, weil ich den Geruch so mag. War ja nicht mal gelogen. Er fand die Antwort jedoch so genial, dass er meinte, das Buch, was ich mir ausgesucht hatte, würde er mir für nen Euro geben. Tja, da sag ich doch nicht nein.

Zu guter Letzt ging ich zum ersten Stand zurück, dort hatte ich schon aus dem Augenwinkel einen Roman von Barbara Erskine gesehen, die ich sehr gerne lese. Und als ich noch ein wenig durch die Kiste wühlte, sprang mich noch die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens an.



Ich hab meine Aufgabe also 4-Fach erfüllt. Bücher sind einfach toll und mir fiel es noch nie so leicht mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Und das nur wegen den Büchern. Magisch.

Von meiner nächsten Aufgabenerfüllung berichte ich bald, denn es wurde schon ein zweiter Punkt auf der Löffel-Liste abgearbeitet. Lasst euch überraschen und bleibt mir treu,

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360° Blickwinkel | Bücher

Kino im Kopf braucht keine richtige Schreibweise! Das machen die Bilder im Kopf

von am 30. Januar 2016

Der gestrige Beitrag schlägt Wellen. Und viele schnallen gar nicht, das Sascha und ich da was ganz doll übertriebenes und ins Lächerliche gezogene geschrieben haben. Sarkasmus und Zynismus gingen Hand in Hand.

Aber dieses Thema kann man gar nicht ernst nehmen, nicht diskutieren. Weil es immer Geschmackssache ist und es individuelle Toleranzgrenzen bei Menschen gibt.

Das merkst du nicht nur in der Literatur, Unterhaltungsbelletristik, sondern auch an der Art, wie die Mensche, über eine Nebensache und einem Bereich, der unser Leben reicher machen soll, streiten, Meinungen kundttun und auf den Schlipps getreten fühlen.

Kunst im weitesten Sinne ist doch nichts anderes als Zeitvertreib, Unterhaltung, Abstand gewinnen vom Alltag. Und das macht jeder Mensch unterschiedlich. Ist doch auch toll. Und für den einen ist eben dieser Hausfrauenroman mit dem Bella Imitat was, für die anderen ist es Kafka und für den anderen ein Comic. Der eine ist so in einer Geschichte drin, dass ihm Rechtschreibfehler egal sind, weil es ist, als würde im Kopf ein Film ablaufen, und den musst du nicht lesen, der andere sitzt da mit dem Rotstift, weil er eben pingeliger ist.

Für mich machen Fehler, Rechtschreibfehler, fehlende Satzzeichen oder sonstiger Murks nichts an meinem Spaß an Büchern. Ich schaue auch nicht darauf, ist es Indie, ist es Verlag. Spricht mich das Cover an, überzeugt mich der Klappentext und nimmt mich die Leseprobe mit ins Kopfkino, dann sind Herkunft, schreiberischer Stil und eventuelle Fehler einerlei.

Der Beitrag war spitz, er war mit Absicht übertrieben, weil aber auch diese ganze Diskussion übertrieben ist. Das hat nur nicht jeder gemerkt, vor allem die nicht, due wieder den Rotstift an meinen Blog angesetzt haben. Da siehst du die mit der niedrigen Toleranzgrenze. Ich behaupte mach vulgär kackfrech, dass dies eher die Kafkaleser sind und denen dieser SM Roman am Ars äh Allerwertesten vorbei geht!

Was gefällt und was nicht, das kann keiner beurteilen, denn nur weil ein Kritiker sagt, das ist aber stilistisch super, muss das noch lange nicht jeden Menschen erreichen. Es hat alles seine Zeit, und wer weiß, (ich greife Omma Erna aus Facebook auf) vielleicht hat Omma Erna, die im Moment noch müde für ihre Erlebnisse aus der Hippiezeit ausgelacht wird in drei Tagen jemanden so begeistert, dass das andere mitzieht. Denn was Trend wird, das bestimmt der Geist der Zeit. Und das hat nichts mit Fehlern oder einem Lektorat zu tun, sondern nur was mit dem Fingerspitzengefühl des Autors, der mit seinem Feingeist den Zeitgeist trifft.

Ich gehe jetzt mal weiter schmunzeln über die selbsternannten Hüter der korrekten Diskussionskultur. Ich würde denen ja so gerne am Stock im Arsch ziehen, vielleicht entspannen die sich ja dann, wie ich bei einem guten Buch. Ob es ein Indie Autor ist…. nein, ist es nicht, es ist aus einem Verlag und da fehlt tatsächlich ein E! Schande auf den Heyne Verlag und die ach so professionellen Lektoren, die eben keine Roboter sind, sondern Menschen. Und Fehler sind menschlich.

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360° Blickwinkel | Bücher | die nicht der Norm entsprechen

Vom Krieg zwischen den Autoren – Oder Rotstift gegen Seele!

von am 29. Januar 2016

Erinnert ihr euch noch an meinen Beitrag über saisonale Flitzpiepen?

Tja, die erste ist wachgeworden. Denn wieder einmal ist ein Krieg entbrannt. Ein Krieg, der in seiner Intensität und der Leidenschaft mit der er geführt wird, selbst George W. Bush vor Neid erblassen lassen würde. Nur wird dieser Krieg mit Worten ausgetragen, statt mit Waffen (die Lobbyisten können also die Hände wieder in die Tasche sinken lassen. Sorry Jungs).

Buchstäblich (ich liebe Wortspiele). Der Krieg zwischen Autoren und Autoren. Ja, es scheint wohl zwei Gruppen von Autoren zu geben, das ist wohl wie mit Deutschland, davon scheint es wohl auch mehrere zu geben (Merkel lebt in einem anderen Deutschland als wir, dort geht es nämlich „allen gut“, und das sei „ein Grund zur Freude“).

Auslöser war dieses Mal ein Blogbeitrag einer geschätzten Kollegin und lieben Freundin. Die Steampunk-Autorin Anja Bagus positionierte sich in diesem Post gegen Lektorate, mit der Begründung, dass „ein vorhandenes Lektorat (und am Besten noch ein bezahltes), [kein] Qualitätskriterium für Bücher“ sei. Das sahen andere Kollegen wohl anders, denn das, was Anja Bagus lostrat ist mit „Shitstorm“ noch sehr harmlos beschrieben. „Shit-Hurrikan“ trifft es eher. Ich bin derweil mal zu meinem Bücherregal gerobbt (Ihr wisst schon, Sturm, umherfliegende Kleinteile und Dschungelcampbewohner, das kann gefährlich werden) und habe mir ein x-beliebiges Verlagsbuch herausgesucht. Okay, zugegeben, es ist ein Twilight-Abklatsch, was an sich ja schon nicht für Qualität spricht. „Obsidian“ war das Werk meiner Wahl. GOTT!!!!! Hat dort der Kantinenkoch das Lektorat übernommen? Hier fehlt ein Wort, da fehlt ein Buchstabe, hier ergibt ein Satz gar keinen Sinn, und dort steht etwas so unkreatives, dass ich als Leser mir verarscht vorkomme.

Der „Verlag als Hüter der Buchkultur“? Am Arsch. Der Verlag als geldgierige Kläranlage passt besser. Was machen Verlage heute noch? Sie beschäftigen eigene Übersetzer, die die billig eingekauften Lizenztitel auf deutsch trimmen (mehr oder weniger gut), nur um damit auf irgendeinen Hype-Train aufzuspringen, der gerade vorbeirauscht wie der Shinkansen persönlich.

Nein, Moment, das kann ich so nicht stehen lassen. Man springt ja nicht auf fahrende Züge auf. Man nimmt einen eigenen Zug….dummerweise Deutsche Bahn, das erklärt dann auch die Verspätung, mit der Trends aufgegriffen werden (von „Trends setzen“ wollen wir mal nicht reden, die Zeiten sind lange vorbei!). Aber ich schweife ab, zurück zum Kriegsschauplatz.

Wie schön, dass es neben diesen ganzen Verlagsdiktaten eine unabhängige Buchkultur gibt, in der alle Genres gleichermaßen profitieren. Von seichter Frauenunterhaltung (Neudeutsch „Chick Lit“), bis hin zum blutrünstigen Krimi und epochaler Fantasy. Das alles von Autoren, deren Namen du bequem an einer Hochhausklingeltafel verstecken kannst. Ja, selbst der Mieter unter dir könnte dazu gehören (Es sei denn du wohnst im Keller, dann  denke einfach in die andere Richtung). Jetzt haben diese Autoren ein ganz großes Problem. Eines, das mit „V“ anfängt und mit „erlagskonkurrenz“ aufhört. Die Verlage haben nämlich festangestellte Lektoren. Die sind schön billig, werden immer mit Arbeit versorgt, und dank eines Knebelvertrags kommen sie auch nicht so leicht wieder raus. (Und darf ich kurz daran erinneren, dass bei Massenware, in dem Fall viele Bücher, öfter ebenso Fehler auftauchen wie bei Portotypen?)

Was die Verlage also in Eigenregie machen, müssen sich unabhängige Autoren von freien Dienstleistern dazukaufen. Nun hat so ein „freier Lektor“ wiederum auch ein Problem. Denn dadurch dass er keinen festen Job hat, muss er ganz anders kalkulieren. Im schlimmsten Fall muss EIN Manuskript ihm den Lohn für einen ganzen Monat sichern. Wenn ich bedenke, dass wir in der Familie mit knapp 3000€ netto hinkommen….und der Lektor muss noch Sozialabgaben leisten…. Ja, ein Lektor, der NICHT bei einem Verlag angestellt ist, MUSS so kalkulieren. Wenn wir jetzt weiter festhalten, dass nicht jeder Autor mal eben 3000€ auf der Bank hat, und dann auch noch Kosten für’s Marketing, Coverdesign, Druck und Vertrieb dazukommen (Das was der Verlag unter „Portokasse“ verbucht), dann sind wir ganz schnell im hohen vierstelligen Bereich. Wenn wir weiter annehmen, dass der Autor pro verkauftem Buch nur einen Euro Gewinn machen möchte, wird das Buch trotzdem an die 15€ kosten. Er müsste also etwa 200 Bücher verkaufen, bis die Einnahmen die Ausgaben decken. Angesichts dieser Zahlen kann ich jeden Autor verstehen, der das Risiko scheut und KEINEN Lektor engagiert. Ist das Buch deshalb schlecht? Schnell ducke ich mich hinter den Sessel, denn eine Wandgranate (sic!) fliegt in meine Richtung (solche Tippfehler sind in Verlagsbüchern übrigens auch üblich). Ich halte noch immer diesen Twilight-Klon in meiner Hand und denke mir: Auch Verlagsbücher sind manchmal echte Grütze. Sei es Stilistisch („Er ist so schön.“ „Ich gliter nicht!“„WIR HABENE S KAPIERT, DU DÄMLICHE TUSSE!“), sei es inhaltlich („Nein, Mr. Grey, du darfst mir deine Reitgerte nicht in den Arsch einführen“), oder thematisch („Ja Frau Roche, einmal Canesten Gyn Once, und alles wird wieder gut.“). Auf der anderen Seite gibt es bei den Indie-Autoren echte Perlen, die innovativ sind (Und ich lobe jetzt Anja Bagus nicht, weil sie eine Freundin ist, sondern weil ihre Bücher wirklich gut sind!). Sind die aber nur Literatur zweiter Klasse? Naja, so mancher Groschenroman ist schlimmer als das was die Indies produzieren.

Letztlich liegt es am Leser, was er mag und was nicht. Okay, bei dem Erfolg von „Shades of Grey“ zweifle ich an der Kompetenz der Leser…. aber generell. „Ja, aber die Schund-Indies, die bringen doch den ganzen Berufsstand in Verruf.“ Dann werde endlich Verlagsautor, du hässlicher Vogel! Dann brauchst du dich mit Indies nicht mehr rumschlagen! Wenn du doch ach so gut bist, wieso hast du dann noch keinen Autorenvertrag? Du hättest doch jederzeit die Möglichkeit, aus der Indie-Riege auszubrechen, wenn du dich dort doch ach so missverstanden fühlst. Willste nicht? Ja, dann haste Pech, dann projiziere aber deine Maßstäbe nicht auf andere. Ich zwinge dich ja auch nicht, „Revenge“ zu gucken, nur weil ich es toll finde. Oder Lorelei Gilmore als Göttin des Sarkasmuss zu verehren. Wie? Sarkasmuss schreibt man nicht mit 2 s? Och, ich sollte mir nen Lektor organisieren. Wenn du meinst, dass du mit den Indieautoren nichts zu tun haben willst, bleibt dir nichts anderes übrig als dir einen Verlag zu suchen.

Wie, dich will keiner? Oh, das ist jetzt aber blöd für dich, weil das bedeutet ja, dass du qualitativ auch nicht gut bist. Oder die im Verlag haben keine Ahnung, kann ja auch sein. Wer führt eigentlich bei Bildern und Kunstwerken ein „Lektorat“ durch? Stand da auch hinter Da Vinci jemand und sagte „Nee, das Grinsen von der Lisa kannste aber so nicht lassen“? Da wird ein Bild verkauft, das ich erst für eine überdimensionale, einfarbige Badkachel gehalten habe. Für 30 Millionen! Ja, richtig gelesen. DREIßIG MILLE! Sowas ist Kunst….also ich kenne „blau feiern“ und „blau saufen“, „blau malen“ war mir neu. Oder was ist mit Christo und Jeanne-Claude? Hat denen jemand gesagt „In weiß sieht der Reichstag aber scheiße aus. Kackbraun passt viel besser!“ Nein! Und Literatur ist auch eine Kunstform. Wieso darf bei der Literatur jemand den Rotstift ansetzen und bestimmen, was gut ist, und in anderen Kunstbereichen wird die Kritik dem Konsumenten überlassen? „Die Kultur muss geschützt werden!“ Vor wem? Den Hunnen? Sorry, aber ich wusste ja nicht, dass der Hype-Train heute so eine perverse Verspätung hat.

Wenn hier Kunst geschützt werden muss. Dann frage ich mich manchmal wirklich wer andere Kunst schützt. Ein verhüllter Reichstag hat mit Picasso ja nun auch nix mehr zu tun. Die Wahrheit ist doch: Niemand will Bücher lesen, bei denen 200 Fehler alleine im ersten Satz versteckt sind. Das sind Bücher, keine Osternester. Genauso will aber niemand Bücher, die so glatt gebügelt sind, dass man sie neben das Sonntagshemd in den Schrank hängen kann. Jeder Leser soll selber entscheiden, wie viele Kanten und Ecken sein Buch haben darf. Der eine verzeiht mehr Fehler, der andere weniger. Der Verlag mag seinen Autoren vielleicht mehr PR bieten, aber man braucht ihn heute nicht mehr, um ein Buch zu veröffentlichen. Denn eines kann einem weder der Verlag noch der Lektor abnehmen: Das Entwickeln einer kreativen Idee. Die muss man selbst haben. Was man daraus macht liegt im Ermessen seines eigenen Könnens und seiner eigenen Kreativität. Ich lese genauso gerne kreative Verlagsbücher wie spannende Indie-Werke. Klar geht es immer darum, das bestmögliche aus einem Buch herauszuholen, aber kann das nur ein Lektorat? Vielleicht schmeißt der Lektor ja einen Aspekt der Geschichte weg, der die Story besonders gemacht hätte, der den Lesern vielleicht sogar besonders gut gefallen hätte. Aber der Lektor weiß es natürlich besser, er hat ja studiert! Und genau das ist der Punkt. Denn Literatur war früher ein Zeichen der Kultiviertheit. Ein Signal, dass man „gebildet war“. Wer Bücher las, der galt als gesellschaftlich angesehen. Literatur, dass war die Hohe Kunst der Sprache, die nur sehr wenige beherrschten, und die nur wenige Ausgewählte genießen sollten. Sie war Kunst. Und dieses Denken ist in den Köpfen verankert. Verlag = Qualität. Kein Verlag = Schund (Sarazzin ist jetzt mal die Ausnahme, die die Regel bestätigt). Aber dem ist nun einmal nicht so. Und wenn ein Autor sich gegen ein Lektorat entscheidet, dann nicht, weil er denkt, dass seine Texte „Eh perfekt“ sind. Sondern weil andere Gründe dagegen sprechen.

Damit meine ich dich, du hässlicher Kackvogel, der unbedingt auf ein Lektorat besteht. Wieviele Bücher hast du denn verkauft? Was, gar keine? Das kann doch gar nicht sein, du hast doch ein teures Lektorat eingekauft….sind deine Bücher vielleicht doch scheiße, oder haben die Leser einfach keine Ahnung? Denk mal drüber nach. Ein Lektorat kann einen guten Text perfekt machen, aber vielleicht ist „perfekt“ manchmal dann doch ein Tick zuviel. Denn eine Biuchseele braucht keine Perfektion, sondern Charme und persönliche Identität. Und die hat bekanntlich auch Ecken und Kanten!

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360° Blickwinkel | Bücher

Der Autor, die Schreibmaschine

von am 17. Januar 2016

Ich konnte es eben gar nicht glauben, was ich da gelesen habe.

Ich betitel die Dame mal als Autorenkollegin. Falls ich mich überhaupt Autorin schimpfen darf. Ich schreibe zwar, und das mit großer Leidenschaft, wir haben einen kleinen Verlag und eine Handvoll begeisterter Leser, aber der große Durchbruch, dass man davon leben könnte, das ist meinem Mann und mir noch nicht gelungen. Dafür haben wir wahrscheinlich bisher auch zu wenig veröffentlicht. Es kommt bei uns eben nicht alle 8-12 Wochen was Neues auf dem Markt, ein Jahr, soviel Zeit brauchen wir schon für das Schreiben.

Diese Dame jedoch hat schon sehr viel mehr veröffentlicht, auch mit Hilfe eines Verlags an ihrer Seite. Jetzt kam raus, uuuuups, zwei Bücher geklaut. Von Anfang bis Ende als Fingerübung abgetippt. Versehentlich, unwissentlich, wie die Autorin einräumt.
Aber das lest doch einfach selbst hier nach.

Ich will mir da gar kein Urteil erlauben. Vielleicht war es echt nur so ein ganz blödes Versehen. Wer weiß das schon. Ist natürlich auch doof, wenn einer daherkommt und sagt, das habe ich schon Mal in genau diesem Wortlaut gelesen.
Vielleicht war es aber auch Druck, regelmäßig Material zu liefern, wenn man vom Schreiben leben will, dann ist das ein echt hartes Brot, was man da schlucken muss. Wer weiß, zu was man da so fähig ist, um als Autorin weiterhin auf dem Schirm der Leute zu sein.
Egal, es soll um mich gehen. Ist hier ja auch mein Blog.

Ich bin auch gerne kreativ und packe überall Herzblut rein. Da ginge es mir gegen den Strich, irgendwas von anderen Menschen abzuschreiben, egal wie alt, egal wie billig.

Ich möchte was schaffen, was aus mir kommt, aus meinem wirren Kopf. Denn da möchte ich stolz drauf sein können. Natürlich werden sich Gedanken und Ideen in der Menschheit wiederholen, aber wie man diese Gedanken ausdrückt, ob in Musik, in Worten, in Bildern, dass ist immer unterschiedlich, so wie der Mensch selbst.

Abschreiben? Kopieren? Nein, das kommt für mich nicht in Frage. Dann möchte ich lieber nicht von meiner Kreativität leben. Denn dass dieses passiert ist, so ganz ausversehen, das kann ich mir persönlich nicht vorstellen. Ich weiß doch, wie ich schreibe, was meine Ideen sind und waren, und was in meinem Kopf rum spukt, auch 30 Jahre danach noch. Deswegen ist es nur meine höchstpersönliche eigene Meinung, dass mein Gefühl mir sagt…. Versehentlich 1:1 nach Jahren eine alte Geschichte veröffentlicht…. Niemals, denn man entwickelt sich doch weiter und würde solche Texte doch noch einmal überarbeiten. Handys gibt es mittlerweile, die Sprache hat sich weiterentwickelt. Ähm, alles sehr merkwürdig. Hat der Text im Lektorat nicht verstaubt geklungen? Gab es nix zu meckern?

Oh wartet, doch, es wurde in die Neuzeit gehoben. Und so wie es aussieht auch noch die Namen angeglichen? Das wird ja jetzt richtig mysteriös. Warum denn die Namen? Waren entweder auch verstaubt, zu lang für die Fingerübung oder wenigstens die sollten der Fantasie entspringen.

Egal, es ist passiert. Warum auch immer.

Dann werde ich besser belächelt und eben nicht als Autorin ernst genommen, weil ich nicht so schnell abliefere, um die Leser bei Laune zu halten. Aber ich bleibe mir treu. Und wenn dann mal ein Kreatief kommt? Dann mach ich eben Pause und warte, bis meine Muse mich küsst. Oder ich schreibe eben nicht, sondern bin anderes kreativ.

Mich stimmt es traurig, denn wir kleinen Autoren werden schon belächelt, nicht gut zu sein. Und dann kommt noch so etwas. Rückschritt und wieder alles auf null. Davon muss sich die Indie Szene wohl erst wieder erholen.

Aber eines steht für mich fest.

Ob ich eine gute oder schlechte Autorin bin, hängt nicht von meinen Verkaufszahlen ab, sondern ob ich die Menschen, die ich damit erreicht habe, glücklich gemacht habe, mit dem, was in meinem Kopf war und nun da zu lesen steht.

Alles andere wäre ein Kopierer und hat nichts mit dem Autorenberuf zu tun!

Wenn wir als Autoren uns eben eingestehen, das wir keine Schreibmaschinen sind, sondern dieser Beruf von Berufung kommt und auch mal Tiefs zulassen, dann brauchen wir nichts kopieren. Wir haben eine Gabe, unsere Fantasie zu Papier bringen. Und das erfordert Zeit, denn manchmal findet man die eigene Worte einfach nicht so schnell, wie man gerne würde.

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360° Blickwinkel | Bücher | Gedichte

Mut

von am 11. September 2015

Ich habe mich entschieden. Ich werde meinen ersten Poerty Slam mitmachen.

Klar, natürlich auf einer Con. Ich weiß nicht, ob ich das kann, ob meine Text ankommt. Das Publikum ist da ja immer so eine Sache. Verstehen die das, wollen die das hören. Werden die mich auslachen.

Egal, wenn ich es auf der Nichi durchziehe, dann weiß ich, dass ich das kann.

Mutig voran. Jetzt brauch ich nur noch meine Stimme wieder!

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360° Blickwinkel | Bücher | die nicht der Norm entsprechen | Fotografie | Gedankenfetzen | Ich | Menschen | Musik | Übergewicht

Eine Frage der Geschmackssache

von am 31. August 2015

Was ist denn los? Was stimmt denn da mit euch nicht?

Das würde ich gerne so manchen in meiner Timeline fragen. Gut, ich kenne solche Problematiken. Ich bin gegen alles, ich finde alles Scheiße und ich lasse mich nicht instrumentalisieren. Finde ich eine legitime Einstellung und so ticke ich ja irgendwie auch. Mit der Masse mitschwimmen? Kann ja jeder, aber sehr offen dagegen anschwimmen, wenn das zu der eigenen Überzeugung gehört, dass finde ich respektabel.

Aber auf der anderen Seite, will ich keinen für seine Ansichten verurteilen. Wenn er das vertritt, und so denkt, ist das seine Denkweise. Ich kann doch kein Gehirn rausnehmen und auf einen Reset-Knopf drücken. Vielmehr ist es doch wichtig, gegenseitig Akzeptanz zu üben. Du tickst zwar nicht wie ich, aber du wirst schon deine Gründe haben.

Und manchmal gibt es Sachen, da hat das nichts mit der Einstellung zu tun. Da geht es um persönliche Geschmackssache. Musik, Kunst, Fotografie, Cosplay.

Ich mag vieles nicht. Kann mit einigen Fotos nichts anfangen, finde einige Cosplayer schrecklich, kann mir einige Musiker nicht antun. Aber nur weil ich das so denke, ist das ja nicht Gesetz. Andere können das ja gut finden. Ich mag ja auch keine warmen Möhren oder Fencheltee. Hat nichts mit richtig oder falsch zu tun, sondern mit persönlichen Vorlieben.

Worauf will ich hinaus? Gute Frage, berechtigt.
Cosplay, ein Hobby, welches ich oft mit Augenzwinkern nehme. Muss ich machen, denn eigentlich passe ich in kein einziges Cosplay, außer Miss Piggy und Ursula aus Arielle. Und in Männerklamotten schon mal gar nicht, bin ich doch eine Frau.

Was passiert aber, wenn ich trotzdem Sailor Moon cossen mag? Darf ich eigentlich nicht, denn ich habe nicht die Statur (ich glaube, ich erwähnte schon einmal, dass das so rein medizinisch sehr ungesund wäre und so ein Mädel gar nicht lebensfähig ist), ich habe nicht diese schilddrüsenerkrankunghinweisenden riesigen Augen, für die ich im realen Leben sicher gemobbt werden würde… Und soooo lange Haare haben die Kellys in ihrer Glanzzeit gehabt. Aber die wurden als ungepflegt beschimpft. Schizophren, diese Welt.

Auch mein Mann cosst. Und auch er nimmt das mit Augenzwinkern. Nicht, dass er das nicht ernst nimmt. Nein, er möchte aus seinen Möglichkeiten, mit seinen Sachen und Gegebenheiten, das bestmöglichste Ergebnis erzielen. Und er möchte sich keine Grenzen setzen lassen. Warum auch? Wer bestimmt denn bitte beim Kostümieren, was man darf und was man nicht darf? Im Karneval darf ich auch als Streichholz gehen, wenn mir danach ist.
Er mag jetzt Tidus aus FFx machen. Finde ich gut. Seine beste Freundin sieht das anders. Und sie sagt auch. Das darf sie und das soll sie. Andere sehen das aber anders. Die sagen, das mögen sie. Wer hat denn jetzt Recht? Lügt ihn jemand an? Will ihn jemand blenden und sich über ihn lustig machen? Wohl nicht. Wie war das noch mit persönlicher Geschmackssache?
Weil dem einen ein Outfit und Cosplay gefällt, aber dem anderen nicht, hat doch diese Aussage nichts mit lügen zu tun! Das ist persönliches Empfinden, persönliche Vorlieben und Abneigungen. Ich werde Yuna cossen, und es wird nicht allen gefallen. Ich bin dick, fett, auf jeden Fall offensichtlich nicht die richtigen Körpermaße. Na und? Wenn einer sagt, ich mag das nicht, ist das seine Meinung. Wenn mir ein anderer sagt, er mag es, dann ist das eine andere Meinung.

Rubens mochte auch dicke Frauen, hat er da gelogen? Wahrscheinlich nicht, sonst hätte er nicht so viele Bilder mit pummeligen, nackten Weiber gemalt.

Und wenn mein Mann sagt, er mag mich in dem Outfit? Klar, könnte er lügen. Aber warum sollte er das tun? Warum sollte meine beste Freundin sagen, ich bin toll, wenn sie das nicht so meint?

Ich glaube, das hat auch viel mit Vertrauen zu tun. Und mit der Einschätzung der Menschen. Ich weiß, wem ich vertrauen kann. Denn wenn mich Freunde und mein Mann und meine Familie auch kritisieren, was sie tun, warum sollten sie bei einigen Themen nicht offen ihre Meinung sagen?

Und so geht das auch meinem Mann. Der hat viele Freunde. Und viele bestärken ihn in dem was er tut. Aber sie sagen auch offen ihre Meinung, wenn ihnen was nicht gefällt. Das sind immer die unterschiedlichsten. Dem einen gefällt was, dem anderen nicht. Bei einem anderen Thema sehen sie das wieder unterschiedlich. Dem, den vorher was gefallen hat, kritisiert ihn nun und umgekehrt

Lügt jetzt irgendwer. Musik? Die einen mögen es, die anderen nicht. Cosplay von Mädels als Kerl? Die einen bewundern es, die anderen lachen drüber.

Aber so ist die Welt. Wie ätzend wäre es, wenn wir das alle gleich sehen, alle auf das gleiche abfahren würden. Herr im Himmel, wir bräuchten alle nicht mehr wählen gehen, denn wir würden alle nur noch ein und denselben Menschen toll finde…. Ich fände es ja toll, wenn es dann nicht die Merkel wäre. Aber das ist ja wieder Geschmackssache und was sie leistet, das respektiere ist. Denn ihr Job ist sicher nicht leicht.

Ich weiß nicht, warum es heißt, deine Freunde lügen dich an, wenn sie etwas gut von dir finden. Was hat das mit Lüge zu tun, wenn ich das persönlich doch wirklich leiden mag? Ich sage meinen Freunden auch oft genug, ja das mag ich, was du machst. Lüge ich deswegen?

Ellie Golding mag ich auch nicht, trotzdem dudelt das Lied ständig im Radio, diese Shades of Grey Kacke find ich kacke, trotzdem ist es ein Bestseller. Lügen also alle, die es toll finden? Oder lüge ich, weil ich es nicht mag.

Freunden kann man vielleicht unterstellen, sie sagen es, weil sie Freunde sind und sie dir nicht wehtun wollen. Oder sie wollen dich sogar blenden?

Aber sobald ein Außenstehender dich lobt, direkt nach einem Konzert, bei einer Fotoausstellung, bei einer Convention (du siehst ja süß aus in deinem Kleind (Wedding Peach)), dann ist das ein ehrliches Lob. Wildfremde hat das erreicht, was du getan hast. Und was zeigt uns das? Es ist immer Geschmackssache, wenn es um Vorlieben geht. Das hat nichts mit Lügen und Blenden zu tun…..

Ich finde es traurig, dass manche Menschen, das so einschätzen, nur weil sie eine andere Einstellung zu Kostümen, Musik und Fotos haben. Es ist doch schön, dass unsere Welt so bunt ist und jedem die Möglichkeit bietet sich zu entfalten.

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360° Blickwinkel | Bücher | Gedichte

Aufgeblasenes Ego

von am 19. Juli 2015

Aufgeblasen in den Backen,
möchte ich dir gerne vor die Füße kacken.
Spucken, Kotzen, Brüllen, Fluchen,
würde ich gerne eine Faust Audienz ersuchen.

Doch warum sollte ich das tun?
Ich gehe meinen Weg und lass dich in deinem Neid;
Für deine Quittung muss ich nichts tun,
die kommt, du wirst sehen, der Absturz ist nich mehr weit!

Erstick in deiner Arroganz du blöder, eingebilder Mensch.

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360° Blickwinkel | Bücher | Menschen

Der Ursprung allen Übels

von am 18. Juli 2015

Alles hat einen Ursprung. Und alles, was falsch läuft, hat immer einen Startpunkt. Das wir Menschen so ätzend manchmal sind, liegt immer an der Sünde von Eva im Paradies. Das es Klimawandel gibt, liegt immer an den Menschen und so kommen wir wieder zu Adam und Eva. Auch die Schuldenkrise in Griechenland, liegt an falschen Planungen der Menschen, was klar wieder zu Adam und Eva führt.

In den Facebookgruppen, in denen es eigentlich um Bücher und das Lesen geht, haben wir auch Adam und Eva. Nur sind es hier die bösen Indie Autoren. Glaubt ihr nicht? Also, entweder ihr probiert das mal selber aus, oder ihr lest mal meine Erzählung.
In den letzten Tagen hatte ich ein wenig Diskussionsbedarf, und wenn es um Bücher geht, dann bin ich immer vorne mit dabei. Es ging um zwei Themen, Rechtschreibung auf Facebook, warum da denn keiner mehr wert drauf legt und Umtausch- und Rückgaberecht von Büchern. Natürlich wurde immer erst über das eigentliche Thema geredet. Aber du kannst da die Uhr nach stellen. Irgendwann hieß es dann, die bösen Autoren. Bei den Rechtschreibfehlern sind es die bösen Autoren, die es ja auch so in die Welt tragen, selbst die könnten nicht mehr schreiben. Beim Rückgaberecht, als jemand sagte, das wäre unfair den Autoren gegenüber, das gelesene Buch zurückzugeben, hieß, die Autoren können einfach keine Kritik ab. Egal welche Frage also auftaucht, die bösen Autoren sind der Ursprung allen Übels.

Aber, halt, Moment. Das stimmt ja so gar nicht. Die Autoren sind gar nicht schuld. Die Diskutierenden vergessen da was. Die Autoren sind nur eine Station zum Ursprung. Denn was hatten wir eben festgestellt. Ist der Mensch Schuld an etwas, kann man die Gründe bis Adam und Eva zurückverfolgen.

Wie toll diese Netzwerker doch sind. Hauptsache Entscheidungen und eigene Fehler immer auf andere abschieben. Ich schreibe schlecht, wegen dem Autor, ich gebe das Buch zurück, wegen dem Autor.

Und ich blogge, wegen den sozialen Netzwerken.

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360° Blickwinkel | Bücher

Wie vor Weihnachten

von am 8. Juli 2015

Seit heute gibt es Taliel 3: Erinnerung als eBook. Nicht das erste Buch von mir, aber es fühlt sich an wie kurz vor der Bescherung an Weihnachten. Ein kribbelndes, aufregendes Gefühl!

Wird es gefallen, kommt der Durchbruch? Ich weiß, in erster Linie geht es darum, dass ich mich mit dieser Arbeit wohl fühle. Aber ab und zu mal Bauchpinseleinheiten wären auch nett.

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