360° Blickwinkel | Gedankenfetzen | Menschen | Otaku

Vorsicht zerbrechlich

von am 25. Oktober 2016

Stellt euch folgendes vor.

Ein Mädchen, schüchtern, nicht beliebt in der Schule. Tollpatschig. So etwas wie ein hässliches Entlein. Und auch ihre Hobbys, die sie so hat, kann sie nicht so gut wie andere. Sie schwimmt nicht so schnell, sie zeichnet nicht so gut, sie trifft nicht jeden Ton. Und Cosplay, naja, überzeugend war sie eben in noch keiner Rolle.

Was würde passieren?

Im Anime und Manga, so in einem Shojo, da würde genau diese Person den Schulschwarm abbekommen, den heißen, coolen Typen, denn nur er erkennt, wie liebenswert sie ist. Und er hat keine Angst davor, auch mal die Schelte von denen einzustecken, die vorher dieses Mädchen gepiesakt haben. Einen coolen und guten Ruf verlieren, das wäre ihm egal.

Und wir ach so tollen Otakus finden diese Story zuckersüß. Denn die Welt ist so heile und alles wird gut. Die Mitschüler lassen sich nämlich durch den Schulschönling überzeugen und finden unser Entlein auch ganz toll. Sie können nicht verstehen, warum sie sie gemobbt haben.

Aber das wäre eben so ein typischer Shojo Verlauf. Heile Welt, alle lieben und man steht füreinander ein. Der gute Ruf ist egal, denn es zählt nur eins. Das moralisch richtige zu tun. Ob man da gegen einen Strom schwimmt oder sich selber zum Opfer machen würde, das ist egal. Man ist einfach ein guter Mensch und weiß, wenn ich mich für die Schwachen einsetze, dann halte ich alles aus.

Und in der realen Otaku Welt, die mit den bunten Kontaktlinsen, den abgebundenen Titten und den künstlich, stinkenden Perücken (ja, dieser Post trieft nur vor Zynismus)?

Da geht es leider Gottes anders zu. Nein? Ist nicht so. Wartet. Ich hab ein Foto. Einfach mal lesen und auf der Zunge zergehen lassen.

 

14875337_1262207193811474_934175340_n
Da bekommt jemand systematisch 5 Jahre lang von „Artgenossen“ (also Cosplayern) gesagt, du kannst das nicht und dieser Mensch kapituliert. Und gibt eines der schönsten Hobbys auf?
In unserer bunten Heiteitei Welt ist kein Platz dafür, anders zu sein, nein, so zu sein, wie man ist. Wer hat denn bitte diese Standards festgelegt? Aber es war ja nur eine Frage der Zeit, bis auch in dieser, vor etwa 15 Jahren, Nische, der harte Wind des Perfektionismus herrscht.

Weit weg von unserem Anime. Wo der Schönste ja das Entlein genommen hätte.

Was machen in unserer elitierten Welt die Schönsten? Die rotten sich zusammen, die möchten ja nicht ihren guten Ruf als „Schöne“ und „Perfekte“ verlieren.

Natürlich sind die eigentlich die Minderheit. Aber gerade Minderheiten schreien ja am meisten und lautesten.

Ich als naiv denkender Gutmensch überlege jetzt. Wenn es doch eher die Minderheit ist, und man immer wieder liest, nein, ich bin tolerant, jeder darf cosplayen, was er mag. Warum können wir das nicht als Einheit machen, warum können wir uns nicht ebenfalls, wie diese kleine Möchtgern Elite zusammensetzen und gegen die brüllen. Für das Entlein?
Aber was wünsche ich mir das, das klappt ja in keinem Bereich.

Wie man auf dem Bildschirm Foto sehen kann, was da geschrieben steht.

Menschen haben Angst, selbst das Opfer zu werden. Und das spiegelt nicht nur unsere ach so tolle Otakuwelt wieder. Zivilcourage heißt das Zauberwort. Und das ist leider nicht selbstverständlich.

Unsere Welt der kleinen Freaks war nicht immer so. Vielmehr waren wir die Verstoßenen, die keiner verstand. Da musste man zusammenhalten.

Man stand zusammen. Einer für alle und jeder für jeden und natürlich ALLE für EINEN. Da wurde nicht geschaut, wie cosplayst du, woher kommst du, welchen Anime magst du. Oder bist du Tema Naruto oder Sasuke. Nein es zählte nur, das wir eines waren: Otakus die auf Zeichentrick und Comics standen. Wir waren die Minderheit und nicht die Masse. Sonst hätten wir keine Connichi gebraucht, auf der man eine Art Asyl erfahren hat.

Und heute?
Gibt es einen Mainstream in unserer Fanwelt. Und zwar die, die nach Perfektion schreien und die Regeln festlegen. Und besser ist es, wenn man anerkannt werden will, nichts dagegen zu sagen und schon gar nicht sich auf die Seite derer zu schlagen, die mit diesen „Regeln“ niedergemacht werden.

Denn, dass Leben ist kein Anime. Anime und Manga täuscht uns was vor. Wir wollen, dass das so ist, deswegen konsumieren wir das zu Hauf und verschwinden immer wieder darin. Aber es selber leben, das ist zu gefährlich. Wir lieben das zwar, aber solche Geschichten, wie die mit dem hässlichen Entlein, die wollen wir nicht in die Tat umsetzen. Um Gottes willen, wer will schon freiwillig das nächst potentielle Opfer sein.

Ich finde es traurig, dass man seinen „guten Ruf“, egal ob als Fotograf oder  Cosplayer, über die moralische Gerechtigkeit stellt.

Das würde den Rut der „Elite“ nicht schlechter machen, sondern man wäre wie der Schönling in meinem Animebeispiel. Man wäre Vorbild, dass andere auch einfach mal anders Denken und lauter gegen die schreien, die andere immer schlecht reden.

Danke für euer Auge, ich geh mir jetzt wieder Utopie reinziehen, ihr Heuchler.

weiterlesen

Gedankenfetzen | Menschen | Otaku

Ich bin fame – Sprich mich bloß nicht an

von am 22. September 2016

Die Stars und Sternchen von heute. Vielleicht bin ich da echt schon zu alt für, aber so manchen Hype und so einiges an Fandome verstehe ich ganz und gar nicht. Und wenn ich ganz ehrlich bin, dann will ich die auch nicht verstehen. Aus einem Grund: Das Gehabe von manchen „Stars“ geht mir irgendwie gegen den Strich.
(Ja, atmen, es gibt immer Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Und wahrscheinlich sind diese Bratz-Stars auch lauter als die, die es in Ruhe und Gelassenheit mit sich geschehen lassen.)
Jetzt aber mal nicht so schnell, liebe Kari. Fang deine Gedanken doch einfach mal von vorne an.

Gestern stand ich an der Bushaltestelle. Mit unter den Wartenden waren drei Halbstarke (vielleicht so um die 15), die sich laut darüber unterhielten, wie sie zu den nächsten Videodays so richtig berühmt werden könnten.
Eigentlich lausche ich nicht, aber es war auch kein Lauschen. Die waren so laut, dass die meine Mucke, die ich bis auf Anschlag auf meinen Kopfhörern hatte, einfach übertönt haben. Jetzt würde ich mir wünschen, ich hätte sie nicht gehört.
Diese drei wollen also mit Youtube berühmt werden. Viele Klicks haben, viele Abonnenten und wer weiß was noch alles.
Ob ich diese YouTuber und was sie so machen nun mag oder nicht, lasse ich mal dahingestellt. Diese Medien gehören heute zu unserer Gesellschaft und erfreuen sich eben großer Beliebtheit. Das verbiete ich keinem, aber für mich ist das eben nichts.
Dennoch wünsche ich den Dreien von der Bushaltestelle alles Gute auf ihrem Weg, ein YouTube Star zu werden. Die dann auf den Videodays „Voll assi“ mit Jogginghose und Frack auftauchen wollen. Und wenn sie jemand auf ihr Outfit anspricht, zücken sie nur ihren VIP Pass.
Was sie allerdings genau machen wollen auf YouTube, das konnte ich nun nicht herausfinden. Aber sicher haben sie einen Plan, der bei den Konsumenten mega ankommt.

Eigentlich wollte ich dieses Gespräch an der Bushaltestelle schnell wieder vergessen. Weil mich YouTube nicht juckt. Doch, schon, so ein wenig, ich nutze es selber. Aber ich habe es nie als Plattform gesehen, ein Star damit zu werden. Es ist eher so eine Art privates Videoarchiv für mich, damit ich nicht alles auf 8 mm archivieren muss (die ältere Generation weiß was ich meine).

Aber heute kam mir ein Fall zu Ohren, der mich wieder an meine drei Halbstarken denken ließ.

Einer aus der „Cosplayszene“ wo die „Stars“ ja auch wie Pilze aus dem Boden schießen. (Nein, kann ich nicht verstehen…. Warum sollte ich fremde Menschen im Kostüm toll finden? Weil sie einem Animecharakter ach so verfickt kawaii ähnlich sehen???????? Sorry, ist für mich nichts, was ich hypen muss. Ein Animecharakter bleibt fiktiv und kein Mensch kann eine Animefigur sein. Dann fangirle ich lieber die gezeichnete Figur, die pupst, rülpst, kackt und kotzt wenigstens nicht. Die Illusion wird niemals zerstört.)
Versteht mich nicht falsch. Ich bewundere jeden, der so toll cosplayen kann, toll näht, sich mega schminkt. Das respektiere ich, das bekommt von mir Anerkennung und auch ein wenig Neid. Ich gestehe es.
Aber ich fangirle diese Menschen nicht. Es ist ein Hobby. HOBBY. Ich fangirle als Leserratte ja auch keine anderen Leser. Ich stelle sie nicht über mich, sondern sie sind mit mir auf einer Stufe.
Auch als Autorin mache ich kein „Fandome“ aus anderen Autoren, sondern ich respektiere was sie tun und mag es. Ist wahrscheinlich alles Auslegungssache. Aber ihr versteht was ich meine.
Ich verstehe diesen „Hype“ nicht, der um diese Menschen gemacht wird.

Gut, aber nur weil ich das nicht verstehe, heißt das nicht, dass es das nicht gibt.

Diese Cosplayer, die sich so auf dieses „FAME“ sein stürzen, die haben halt ihre „Fans“. Die haben Künstlerseiten, verkaufen sich für Geld und sind bekannt.
Und. Oh je, was passiert dann, wenn man viele Menschen begeistert und die einem in den sozialen Netzwerken folgen?
Richtig, man wird berühmt…..
Die „Fans“ interessieren sich für einen. Was macht dieser Mensch, wie ist der so, was mag der.
Und man will seinem Idol nahe sein.
Ich kann mich noch an einen YouTube Star erinnern, fragt mich nicht wie der hieß, der sagte, wo er in einer Stunde zum Shoppen hingeht. Da dachten sich abertausende Fans, hui, da gehen wir auch hin.
Das wollte der gute „Star“ natürlich nicht. Der wollte doch nur einkaufen gehen.

Hä?????? Wenn ich doch so viele Menschen habe, die mir folgen und die mich ja dann auch in irgendeiner Weise mögen, dann bin ich sowas wie „berühmt“ und dann kommt sowas vor. Man will dem Star nahe sein.

Und auch dieser Cosplayer wollte doch nur auf die Con.
Auf seiner Facebook Künstlerseite hat er keine Ahnung wie viele Likes. Auf jeden Fall kann man ihn in dieser „Szene“ durchaus als „Star“ mit „Fandome“ bezeichnen.

Der hat natürlich auch brav gepostet, wie die Cosplayer das halt brav, ungestraft vom Urheberrecht so machen, was er an den verschiedenen Tagen cosplayen wird.

Hach, Herr, lass doch Hirn regnen. Wenn ich das auf eine Künstlerseite packe, die Fans hat und man davon ausgeht, dass diese Fans das mögen, was du tust, dass die einen dann auch suchen, weil ein Fan ja sein Idol sehen will. Dann kommt es vor, dass man nicht in Ruhe auf seinem Brötchen kauen kann. Oder das man eben auf dem Weg zum Klo einfach länger braucht…….

Warum habe ich jetzt an meine drei Halbstarken an der Bushaltestelle denken müssen? Ich hab ein bisschen Angst davor, dass sie auch nicht wissen, was es heißt, wenn man sich eine „Fangemeinde“ im Netz aufbaut. Da ist es dann mit der Ruhe vorbei, wenn du da deine ganzen Pläne postest, wann du wie und wo bist. Und du wirst eben auch beim Bäcker erkannt….

Aber ich denke meine Halbstarken wissen das, die ziehen sich dann einfach nur komplett „assi Jogginganzug“ an und werden nicht erkannt.
Und der Cosplayer? Tja, wärste mal zivil gegangen, dann hätteste die Con auch in Ruhe genießen können. Oder sag einfach nicht, was du planyt an Cosplay. Dann erkennen dich nur die, die dich wirklich geil finden 😉

In einer Diskussion wurde Helene Fischer als Beispiel genannt. Der wäre es doch auch lästig, überall erkannt zu werden. Ja, kann ich mir denken. Aber die, würde sich nicht in öffentlich Posts beschweren oder Leute schlechtmachen. Wie das der arme, geschundene, gelangweilte „Starcosplayer“ gemacht hat. Hallo, Respekt vor den Fans??????? Die ermöglichen dir, einen Kalender mit dir drin auf den Markt zu werfen. Die kaufen den Kram nämlich.
Da erkennt man aber den Medienprofi in Helene Fischer.

Nur Rosinen rauspicken ist nicht, auch nicht, wenn man „FAME“ ist. Hat halt auch alles seine Schattenseiten. Just saying.

Die weiß, jede Aktion zieht eine Reaktion nach sich. Sage ich mit vielen Likes, was ich cosplaye, werde ich erkannt.
Badumms…..

Und die Moral Geschicht?

Ein Star werden lohnt sich nicht.
Wenn du deine Ruhe brauchst,
dann schrei deine Geilheit nicht in die Welt hinaus!

weiterlesen

360° Blickwinkel | Gedankenfetzen | Ich | Menschen | Musik | Otaku

Ich lebe im Moment – Die Sache mit der Kritik

von am 23. August 2016

Ja, mein Mann bietet mir wirklich Zündstoff. Hurra, er bloggt und ich krieg Stoff. Endlich kann ich jetzt mal rumbratzen. Keine Angst, er kennt meine Meinung schon. Und ihr eigentlich auch. Aber es ist wie die Menstruation bei Frauen. Einige Themen kehren einfach zyklisch immer wieder. Die Tage der Kackbratzen.

Eigentlich hatte der liebe Zero einen Beitrag, voller Sarkasmus, wie er eben so ist, zum Thema Cosplay auf der GamesCom geschrieben. Heute gab es dafür herbe Kritik. Tja, sind eben nicht alle einer Meinung. Aber zeigt mir auch…. Er hat da in ein Wespennest gestochen. Und wenn man sieht, wie andere in die Bresche springen für dieses Thema, dann ist da auch ein Fünkchen Wahrheit dran, was die Gegenmeinung betrifft. Warum sonst sollte man seine wertvolle Zeit in Facebookbeiträge stecken, wenn man sich nicht ein Stück weit angegriffen fühlt. Und sich in einem Blogpost eben doch ein wenig wiedererkennt. Der Spiegel tut halt weh.
Das gilt natürlich auch andersrum, wenn ich hier zu allem meinen Senf gebe. Ich habe die Weisheit auch nicht mit Löffeln gefressen.
Aber ich stehe zu meiner Meinung. Man muss sie nicht verstehen. Aber Akzeptanz wäre wünschenswert.
Klar habe ich gestern über Cosplayer an unmöglichen Orten gemeckert. Aber ich verbiete es keinem sich überall und stets sich aus der Wirklichkeit herauszumanövrieren. Ist besser als sich mit Drogen zuzuknallen. Dann lieber bunte Haare und ein Polyester Outfit. Ist gesünder und die bunten sind Bilder real.

Doch darf es mich stören, wenn Cosplayer einfach andere Bereiche überrennen, wo sie meiner Meinung nach einfach über sind. Und das darf ich sagen. Ich darf hinterfragen, hey, warum muss das denn schon wieder sei?  Ich hab auch jeden Tag Lust auf Lebkuchen und Schokoweihnachtsmänner. Aber die gibt es eben auch nur zu besonderen Zeiten. Wäre ja auch langweilig, wenn jeden Tag Weihnachten wäre, oder?

Schluss mit den Rechtfertigungen. Dies ist mein Blog und da darf ich treiben, was ich möchte.

Das habe ich dem Zero auch gesagt. Wenn du etwas postest, was bissig ist, dann rechne mit Reaktion. Die wird nicht nur positiv sein. War sie auch nicht.

Und jetzt rudert er zurück. Wegen kritischen Meinungen zu seiner Meinung.

Erstmal finde ich es nicht schlimm, wenn jemand eine andere Meinung hat. Macht die Welt nur bunter und vielschichtiger.
Ich akzeptiere deren Meinung, die meine. Die müssen nicht denken wie ich, aber ich auch nicht wie die. Leben und leben lassen.
Sailor Moon ruhig auf die Venus gehen lassen. Ist auch eine Aktion, auf die eine Reaktion folgt. Ich kann meine Bedenken im Vorfeld äußern, aber im Grunde ist jeder seines Glückes Schmied.

Zum Glück hat Zero seinen bissigen und sarkastischen Beitrag auf seinem Blog nicht gelöscht. Er hat ihn mit Punkten relativiert.

www.derzerobloggt.de/2016/08/22/ich-cosplaye-auf-der-gamescom-also-bin-ich

Ich fand den Artikel persönlich herrlich. Aber ich bin eben auch der gleichen Meinung. Und ich finde, es muss einfach mal gesagt werden.

Warum ist es nötig, dass andere dafür verbal austeilen?

Ihhhh, warum schreibst du sowas, das ist völlig unnötig.

Ach, und warum regst du dich so darüber auf, wenn das doch so unnötig ist? Scheint ja nen wunden Punkt getroffen zu haben. Eigentlich könnte man doch wirklich ein wenig darüber lachen, auch wenn der Humor derbe ist.

Aber da ist es wieder. Die Menschen nehmen sich zu ernst, fühlen sich bei jedem Scheiß angegriffen.

Klar, wenn man sich selbst so sieht, wie Zero es beschrieben hat.

Und jede Gelegenheit beim Schopfe greift um sich zu präsentieren.

Schon doof.

Aber darüber wollte ich gar nicht schreiben. Ich wollte überlegen, wie man nun mit Kritik umgeht.

Zero rudert zurück. Bis auf null. Immer. Immer. Immer.
Ich will aber nicht vorweggreifen, denn ich hoffe, dass er seinen Beitrag der Selbstreflektion einfach nochmal online stellt.

Aber ich kann überlegen, was Kritik mit einem macht.

Ich bin ja die Offensive. Mittlerweile. Kommt Kritik, lässt mich das zwar nicht kalt, aber bei mir kommt dann der Punkt wo ich denke: So, jetzt erst recht.
Denn ich möchte mir nichts verbieten lassen. Das habe ich lange genug gemacht.

Menschen gaben mir das Gefühl, ich sei nix, ich bin nix, ich kann nix. Weil ich eben dick bin, nicht der Norm entspreche, schon immer eigen war.

Und damit ich nichts Negatives abbekomme, habe ich mich versteckt.
Problematisch ist nur, wenn du dich versteckst, dann verpasst du es zu leben und dein Ding im Leben zu machen. Deine Träume, Wünsche und dein DU bleiben auf der Strecke.
Das wollte ich nicht. Ich will nicht irgendwann in die Kiste hüpfen und mein Leben einfach verpasst haben. Ich lebe JETZT. Und das dürfen die anderen gerne sehn.

Die dürfen sehen, das ich gerne blogge, dass ich singe, lese, schreibe, einen Hund habe, fotografiere. Und dass ich dick bin. Nicht perfekt. Nicht der Norm entsprechend. Aber hey, wenn störts? Eines habe ich auch. Ein Herz, das schlägt. Und einen Kopf der denkt. Der sich Meinungen bildet.

Und die möchte ich mitteilen.

Es muss euch nicht interessieren. Ihr könnt über mich lachen. Ihr müsst nicht einer Meinung sein. Ihr dürft mich kritisieren, beleidigen, schimpfen.

Aber eines erwartet nicht. Das ich jedes Mal zurück zum Anfang krieche.
Ich vergleiche mich schon lange nicht mehr mit anderen, ich will auch nicht mit anderen verglichen werden, wie es vor allem jetzt während meiner musikalischen Gehversuche passiert. Ich nehme eine Ukulele in die Hand und singe.

Uh, du machst das Gleiche wie Horrorkissen.

Nein….. mach ich nicht. Oder doch, ich singe und spiele Ukulele. Aber ich singe und spiele auch Gitarre. Und ich bin mindestens 50 Kilo schwerer als Horrorkissen. Ich will nicht Horrorkissen sein. Ich bewundere sie für das was sie tut.
Aber deswegen mach ich sie nicht nach.
Also vergleicht mich nicht. Und sagt, sie ist besser wie ich. Natürlich ist sie das.

Aber mein Bestreben war es noch nie, besser zu sein, als irgendwer. Ich habe mit mir als Person und Herausforderung schon genug zu tun. Warum also soll ich mir noch eine weitere Messlatte suchen. Das wäre ja völlig bekloppt. So schaffe ich meine Ziele ja nie.

Ich bin ich, und ich will einfach in meinem Leben jeden Tag ein bisschen besser sein, als ich gestern noch war. Denn ich mit meinen Macken bin die größte Herausforderung und Aufgabe für mich. Und das Schöne, wenn ich selbst mein größtes Hindernis bin? Ich weiß wie ich ticke. Und ich weiß, was möglich ist. Und so werden die Möglichkeiten der Erfolge einfach größer, mich selbst zu schlagen. Ich bin halt nicht die große Unbekannte für mich in meinem Wettkampf. Ist doch logisch, oder?

Ich möchte am Ende meines Lebens stolz sagen können, ich habe jeden Tag mein Bestes gegeben. Und wenn das mal nicht geklappt hat? Dann versuche ich es einfach weiter, denn schlechter werde ich nicht mehr.

Ich lebe den Moment, jeder könnte der letzte sein und da lass ich mir von NIEMANDEM was VERBIETEN. Auch nicht meine Meinung.
Ratschläge nehme ich an, ich will mich ja verbessern, in allen Bereichen, die ich ausprobiere. Aber verbieten zu sein, wer ich bin, dazu hat niemand das Recht. Und ich werde einfach Schritt für Schritt weitermachen.

Ich hoffe, dass auch der Zero das irgendwann einsieht. Das keiner für ihn verantwortlich ist. Das nur er sich gefallen muss, mit sich zufrieden sein muss und nur er allein sein größtes Hindernis. Das dieses Hindernis aber auch am ehesten zu überwinden ist, weil er seine Macken kennt. Und ich übrigens auch, auch wenn er das nicht hören will.

Du bist eben nur du, dich vergleichen ist zwecklos. Du kannst nur besser sein, als du selbst. Jeden Tag auf´s Neue und nicht immer wieder von vorn!

weiterlesen

Otaku

Sailor Moon auf der Venus?

von am 22. August 2016

Ein neuer Blog? Von meinem Mann? Das bietet mir ja soviel gutes Potential. Entweder zum Mitzicken, wenn ich derselben Meinung bin. Oder um ihm auch virtuell so richtig laut Contra zu geben.

Denn wenn wir eins können, dann so richtig fett streiten und verschiedener Meinung sein.

Sein Auftakt macht sein Blog zu unserem gemeinsamen, unwichtigen Lieblingsstreitthema. Cosplay und Convention.

Auf

www.derzerobloggt.de

könnt ihr euch seine Meinung durchlesen. Nun will ich ebenfalls mich noch einmal zu diesem Thema auslassen. Als Blogantwort auf seinen Beitrag.

Der Anlass ist die GamesCom in Köln. Eine Spielemesse. Zum Vorstellen von neuen Spielen, neuen Techniken. Für die Produzenten und Entwickler die Chance sich vor allem den potentiellen Händlern aber auch den Konsumenten zu präsentieren. Im Grunde nichts anderes als eine 5-tägige Dauerwerbeveranstaltung. Eine Kaffeefahrt für (laut RTL) stinkende Nerds.

Meine Freundesliste in den Netzwerken ist voll davon. Weil ich mich in dem größeren Dunstkreis von diesen Kaffeefahrt buchenden Nerds befinde.
Und natürlich berichten auch die Medien darüber. Über Virtual Reality Brillen, neue Shooter und so weiter.

Und am Rande geht es ums Cosplay….

Moment…. Cosplay? Was zur Hölle?

Ja, ich bin Otaku, ja ich mag Cosplay, ja, auch ich gehe auf eine von den Millionen wie Unkraut und Ungeziefer vermehrenden Veranstaltungen, die für die Menschen, die im Anime ihre Zuckerwatte finden, gemacht sind.

Aber Cosplay auf der GamesCom? Auf einer Messe mit Produktpräsentation? Das ist ja so als würde ich auf eine Tupperparty meine eigenen im Besitz befindenden Tuppersachen mitbringen. Oder ein Hochzeitskleid auf einer Hochzeitsmesse anziehen?

Was stimmt denn nicht mit euch?

Es gibt genau eine GamesCom, eine Messe für Spiele und Produkte darum.
Merkt ihr was. Messe? Nicht Convention mit Anime, Bühne, Mangaständen und so weiter. Die machen nicht den Blödsinn mit den Perücken.

Wartet

Doch. Es gibt tatsächlich für die armen, unterversorgten Otakus ein „Cosplayvillage“. Für die armen Cosplayer, die Schutz vor der Spielewelt suchen. Diese bösen Spiele, wo man sich abknallt, wo man mit schnellen Autos fährt und wo keine Kirschblüten vom Himmel fallen, obwohl Dezember ist. Und Musik beim Küssen gibt es dort nur in Final Fantasy, wo alle Männer so weibisch aussehen, dass die AfD sie gleich einsperren würde.
Wahrscheinlich wurde das ganze aus der Not heraus geboren. Die wahren Gamer hatten Freunde, die unbedingt Charaktere aus Spielen nachstellen wollten. Aber mit diesen Kostümen konnte man keine neuen Spiele testen. Zu breit, zu unbequem, zu warm. Also erfand man eine Art Bälleparadies für Otakus.

„Die kleine, halbnackte Kämpferin möchte aus dem Cosplayvillage abgeholt werden.“

Und ich frage mich, warum? Reichen denn diese 150 Cons und Fantreffen nicht mehr? Wahrscheinlich sind es sogar mehr.
Allein wenn man sich den Animexx Eventkalender ansieht, dann findet man jedes verkackte Wochenende mindestens eine Veranstaltung für die unterdrückte Minderheit der Cosplayer.

Ich finde das, mit Verlaub, krank. Es scheint mir wie der Versuch krampfhaft sein Leben in einen Anime zu verwandeln….

Auf mich wirkt das wie Geltungsdrang.

 

Haaaaalloooo, ich bin gut, wenn ich nicht ich bin.

Mir macht das Sorgen. Und es kotzt mich an.

Vor allem, wenn ich an Frankfurt denke….

BuchMesse…. Nicht Convention.

Liebe Otakus und Cosplayer in meiner Timeline….. Cosplay hat seine Zeit… Und auch seinen Ort. Also vielleicht nicht unbedingt auf der Venus in Berlin ein Sailor Moon Kostüm tragen. Wäre der falsche Ort und die falsche Zeit. Könnte missverstanden werden.

Ich geh ja auch nicht Honig kaufen und verkleide mich als Biene Maja. Irgendwann ist es dann auch mal zu viel und ist einfach nichts Besonderes mehr.

Es sollte ein Hobby sein und ein Teil des Lebens, nicht Lebensinhalt.

Der Briefmarkensammler zeigt ja auch nicht überall seine Marken rum und stellt sich ständig zur Schau. Und wenn man die doch sieht, dann ist man dummerweise auf einen blöden Anmachspruch reingefallen.

 

weiterlesen

360° Blickwinkel | Ich | Otaku

Spielverderber oder Rebell? Ich bin eben nicht Mainstream!

von am 14. Juli 2016


Erst hatte ich überlegt so eine Reportage zu schreiben, völlig überzogen, und auch düster. Ich sprach mit XYZ. Und da hätte ich dann meine Erfahrungen reingeschrieben, ohne zu sagen, dass ich das erlebt habe. Denn es war ja mein Protagonist XYZ. Denn wenn ich eines mit Gewissheit sagen kann, dann dieses hier:

Ich kann sehr gut Geschichten erzählen. Dieses hier ist aber keine Geschichte. Oder eben doch. Es ist meine Geschichte.

Bevor ich jedoch beginne, möchte ich eines vorausschicken. Es wird nun zynisch, bissig und satirisch. Ich will niemanden angreifen, respektiere jeden, der für sich eine Entscheidung getroffen hat. Das sind Tatsachen, auf mich und meinen Erfahrungen beruhend. Meine Empfindung der Situation und mein damit klarkommen. Nicht mehr und nicht weniger.

Aber vielleicht bin ich auch ein wenig gesellschaftskritisch, denn das war ich auf diesem Blog auch schon immer.

So, genug hohles Gelaber von mir. Es geht los.

Als vor ein paar Tagen bekannt wurde, dass diese neue App „Pokémon Go“ endlich auf dem Markt sei, da stand meine Timeline Kopf. Natürlich. Viele Freunde auf Facebook kenne ich eben aufgrund unseres Radios Kibo.FM oder weil ich eben auch Manga lese, mal nen Anime schaue. Ich bin dieser Fanszene eben irgendwie drin, auch wenn ich nicht alles toll finde.
Auch mein Mann und ich haben uns die App geholt.
Man fängt kleine süße Pokémon, muss laufen, brütet dann auch noch Eier aus.
Kurz, man bewegt sich Draußen und hat das Handy am Anschlag um ein virtuelles Vieh in der realen Welt zu fangen. Indem man einfach stumpf über den Display wischt.
Ich gebe zu, es ist schon süß gemacht und so manches Mal bekommt man das Gefühl, die kleinen Monster aus der Kindheit sind lebendig. Vor allem wenn man lustige Fotos macht, wo die kleinen Monster überall auftauchen.
Aber es ist und bleibt ein Spiel. Für mich.
Ich habe das Spiel bisher dreimal aufgehabt. So beim Gang zum Bus, oder wenn ich ein wenig Zeit mit dem Hund im Park hatte. Ich bin auch erst Level 2 und gehe nicht extra deswegen Kilometer weit. Es ist nett für zwischendurch, aber auch nicht mehr. Mich hat das Fieber nicht erwischt. Finde ich jetzt nicht so schlimm.
Wohl jedoch andere in meinem engeren Dunstkreis.

„Dafür ist die App aber nicht gemacht. Für nur so mal spielen. Das geht so nicht.“

Ähm? Warum denn nicht? Will mir dieser Mensch gerade wirklich erzählen und erklären, wie man ein Spiel richtig spielt? Das klingt so nach MUSS. Und freiwillig als Zeitvertreib ist eine Schande. (Ich erwähne mit Absicht keine Namen. Die sich in diesem Beitrag wiederfinden, die wissen genau, wer so gemeint ist.)
Ich war perplex und geschockt. WO stehen diese Regeln? Warum darf ich das nicht so spielen, wie ich es spiele? Habe ich ein Zeitlimit übersehen, wenn ich die App länger nicht aufhabe, explodiert mein Handy, oder was? Wo ist das Kleingedruckte, wenn man es mal braucht?
So eine richtige Antwort habe ich bisher nicht erhalten. Scheint auch nicht so einfach zu sein.
Von der ersten, ach ist ja süß gemacht Phase ging ich in die Trotzphase.
Ich lass mir doch nicht vorschreiben wie ich dieses blöde Spiel spiele.

Nach diesem Diskurs war es erstmal wieder still. Die Person hinter der Aussage spielte weiter, das Leben nahm seinen Lauf.
Dann entbrannte in meinem Freundeskreis eine Diskussion über „Nervt dieses Kackspiel nun oder nicht? Internetabdeckung ist auf dem Land Scheiße, nicht alle Handys sind kompatibel.“

Seit drei Tagen ist jeder dritte Post Pokémon. Und oft kommt dann, ey, es nervt. Fronten entstehen. Die einen, die es hypen und nicht genug davon bekommen können. Die anderen, die es abfuckt, dass es keine anderen Themen mehr gibt. Ich las es still und dachte mir, dass das alles eh bald wieder vorbei ist. Wie mit Tamagochi, Schlaghose und Justin Bieber.
Wird alles wieder gut und relativ.
Bis es eskalierte.
„Auf meinem Handy läuft es nicht, warum?“ fragte jemand auf der englischen und auch deutschen Seite des Herstellers und wollte eine Lösung des Problems.

Daraufhin wurde er angekackt, er würde mit seinem Genörgel jeden auf der Timeline nerven.

Leute, was geht……?
Warum lasst ihr euch denn nerven? Scrollt doch weiter, ignoriert euch gegenseitig. Leben und leben lassen. Und Facebook vielleicht einfach nicht ernst nehmen? Geht doch Pokémon spielen! Ach ich vergaß, die Netzabdeckung auf dem Land ist scheiße, da kann man nicht so gut raus zum Spielen. Und nur so am Rande, das Spiel zieht auch Unmengen von Strom.
Doch zurück. Die sollen sich doch einfach ignorieren, wenn sie sich nerven oder genervt fühlen. Ignorieren und weitermachen, sagt mein bester Freund immer. Wie recht er hat.
Haben die beiden Diskutierer auch gedacht und gehen sich jetzt aus dem Weg. Sie haben sich auf Facebook entfreundet. Leute? Im Ernst. Wegen nem Kack Spiel? Ist das sowas wie ein Schwanzvergleich oder was geht bei euch ab?????

Aber ich gebe zu, auch ich musste meinem genervten Ego Luft machen.
Zynisch wie ich bin fragte ich halt nach dem Sinn, und dass ich nur drauf warte, dass einer vor den Baum rennt. Oder Straßenlaterne, Auto, was auch immer.

Natürlich kamen wieder beide Fraktionen auf den Plan. Die Für und die Gegen.

Ein Kommentar fand ich am erschreckensten.

„So sieht man sich wenigstens die Umgebung und die Wahrzeichen an.“

Als ob. Wer bitte liest die Sachen denn.? Die Leute gehen an besagtes Wahrzeichen, weil es da diesen Pokéstopp gibt. Da bekommt man dann Items umsonst, grasen ab, was es zu holen gibt an Items und gehen. Hätten die echtes Interesse an der Kultur, wären die doch schon längst dahin gefahren und hätten sich über Wahrzeichen und Kulturdenkmäler informiert. Aber wenn ein wildes Pikachu direkt 5 Meter vor dir auftaucht, ist doch egal, an welchen Kriegsveteran oder Komponisten hier gedacht werden soll.
„Das Bauwerk wurde am….. ah, da, ein Mauzi.“
Soviel zum Thema geschichtliches Interesse. Da lobe ich mir das gute alte Geocachen, da musst du dich oft mit sowas auseinandersetzen, um die Schnitzeljagd zu gewinnen!
Und wenn es dann soweit geht, dass kranke Menschen im Krankenhauspark überrollt werden, von Irren mit Handy in der Hand die sich einfach verirrt haben, dann frage ich mich ja schon, ob das alles nicht ein bisschen übertrieben ist. Warum verläuft man sich denn in ein Krankenhaus? Aus Versehen? Ja, warum denn wohl? Hat man etwa Schilder übersehen, weil man auf sein Display geschaut hat und nicht in die schöne Natur bewunderte???? Huch, wie ungewöhnlich bei dem Spiel.

http://www.n-tv.de/panorama/Pokemon-Spieler-verwirren-Klinikmitarbeiter-article18182211.html

Oder es wird auf den Friedhof gegangen und dort gejagt.

http://web.de/magazine/digital/pokemon-go/pokemon-go-friedhof-paar-pokebaelle-abgreifen-31682938

Und mein Unken über Unfälle ist auch nicht so übertrieben. Vor drei Stunden gab es einen Bericht dazu.

http://www.auto-service.de/news/83248-smartphone-hype-gefahr-verkehrsunfaelle-pokmon-go.html

Heute gab es für mich den letzten Klopper und ich frage mich: Was ist in dieser Welt los, dass es eine App schafft, Menschen so sehr in zwei Lager zu teilen.

Erstmal wurde auch ich heute von einem Facebookfreund entfreundet und geblockt. Ob es wirklich an meiner Einstellung zu Pokémon liegt oder an irgendetwas, was ich nicht ahne, das kann ich nicht sagen. Fest steht, es ging um einen blöden Pokémon Post, wo ich auch was eher harmloses drunter geschrieben habe.

Es ging um einen Filter, der alle Berichte auf eine Blacklist setzt, in denen es um Pokémon Go geht. Besagter Mensch fragte, ob es das auch für Facebook gäbe, damit er nicht mehr diese nervenden Kommentare von Menschen lesen müsse.
Ich meinte darauf, dass es dafür schon etwas Facebook internes geben würde. Heißt „Entfreunden“.

(Das habe ich frei wiedergegeben)

Und nun, vor etwa einer halben Stunde wurde ich angegangen, weil ich Pokémon nicht so toll finde. Wenn du nicht für Pokémon bist, dann bist du gegen uns. Das war der Kontext. In einer Gruppe, wo man sich eigentlich über Bücher austauscht.

Das alles erinnert mich an meine Diskussion zum Thema Alkohol. Ich trinke ihn nicht gerne und brauche ihn nicht, um lustig zu sein. Dann sage ich nein. Aber anstatt es zu akzeptieren, werde ich als Spielverderber hingestellt.
Und jetzt werde ich angekackt, weil ich die App falsch benutze und sie nicht so hype? Was ist los bei den Menschen?

Ich bratz doch auch nicht rum, weil ich nicht strickt, nicht häkelt, nicht bloggt, fotografiert. Oder was auch immer? Wollt ihr mich verarschen? Wegen einer App, einem Spiel sich so anzukacken.

Immer mehr bekomme ich das Gefühl es wird so ein wenig wie in dem Buch „Die Welle“, in dem ein Experiment zum 3. Reich nachgestellt wurde.
Entweder du bist Pokétrainer oder du wirst ausgeschlossen. Und nicht nur von Kindern und Jugendlichen, sondern von Erwachsenen.

Ich respektiere euch und finde es toll, dass Menschen draußen an der Luft sind. Und wenn die jetzt noch lächeln würden, sehen, würden, wenn wer Hilfe braucht, Guten Tag sagen würden, dann wäre die App zu mehr gut, als nur zum Monster fangen. Pokémon könnte mehr, wenn es nicht nur um Pokémon in den Köpfen der User gehen würde.
Pokémon könnte die Welt ein Stückchen besser machen, wenn man es in Maßen konsumiert! Mit Sinn und Verstand……..

weiterlesen

Fotografie | Gedankenfetzen | Ich | Menschen | Otaku

Im Bild – Spontane Gedanken

von am 24. Juni 2016

Ein grippaler Infenkt bremst mich aus. Und das im Sommer. Ich gönne mir im Umzugsstress doch mal eine kleine Pause. In meiner Küche bauen mein Schwager und mein Mann gerade die Küche auf. Ich habe mir eine Wasserflasche genommen, höre „A thousand years“ von Christina Perri und huste vor mich hin.

In der Küche höre ich die Säge und das Hämmern. Das neue zu Hause wächst. Ich bin froh, wenn hier alles fertig ist. Und vor allem, wenn die alte Wohnung erstmal abgegeben ist.

Im Moment schaue ich nach meinen alten Bildern, die ich vor dem Umzug nicht mehr bearbeiten konnte. Ich stelle beim Betrachten fest, dass ich es nicht so mit „Cosplayshootings“ habe. Menschen die sich gewollt in Pose setzen und ich lichte sie ab. Das ist nichts für mich. Auf den Bildern, die so entstanden sind, sehen die Menschen so gekünstelt für mich aus.

Viel lieber mag ich meine Bilder, die aus dem Moment heraus entstehen. Ich nehme eine Situation und halte sie fest. Ich friere eine bestimmt Sekunde ein, ohne sie künstlich hervorzurufen. Diese Bilder sagen mir so viel mehr zu. Sie sind unverfälscht und zeigen den Menschen, hinter der Cosplay.

Natürlich mag ich Cosplay und ich cosplaye auch selbst. Aber ich finde, es gibt Grenzen. Ich will im Cos kein anderer sein. Und ich will auch nicht den Charakter der gecosplayten Figur festhalten wenn ich Cosplayer fotografiere. Ich möchte versuchen zu zeigen, wer sind diese Menschen hinter der Maskerade? Kann ich trotz pinken Haaren, Schminke und Kostüm den Menschen dahinter einfange, wenn ich fotografiere?
Ich glaube, auf der Chisaii ist mir das gelungen. Ich habe andere Fotografen begleitet. Die haben ihre Models posen lassen. Diese Posen habe ich jedoch nicht fotografiert, ich habe eher „hinter den Kulissen“ meine Nikon genommen. So sind so einige Bilder entstanden, die so echt wirken, ich erblicke den Menschen hinter dem Kostüm. Und das mag ich.

Denn ich fahre nicht auf eine Con um Rollen kennenzulernen, sondern ich möchte Menschen kennenlernen, die das gleiche gutfinden wie ich ich. Eine Sailor Moon? Ist nicht echt. Wohl aber der Mensch der im Sailor Moon Cos steckt.

Und diese Sailor Merkur, die würde ich gerne mal ohne Maskerade kennenlernen. Die scheit sehr sympathisch, vielleicht auch rebellisch? Wer kann das schon sagen, aber die nicht geforderte Pose in einem unbedachten Moment zeigt sehr viel!

 

DSC_4287

weiterlesen

360° Blickwinkel | Alltag | Gedankenfetzen | Ich | Otaku | Schubladendenken

Wie man „Veränderung“ aufhält

von am 2. Juni 2016

Menschen und Dinge verändern sich. Das ist der Lauf der Zeit. Niemand wird je ein Leben lang der Gleiche sein. Und das ist auch gut so. Meistens. Denn auch wenn manch einer es nicht wahrhaben will, aber man kann sich auch zum negativen verändern. Ich spreche nicht einmal von Macht, oder Habgier, oder dergleichen. Oft fängt es bei kleinen, alltäglichen Dingen an. Man grüßt nicht mehr freundlich, hält anderen nicht mehr die Tür auf, schaut nur noch auf sich selbst und kriegt nicht mehr mit, was um sich herum passiert.

Schlimm oder tragisch sind diese Veränderungen aber selten für einen selbst. Am härtesten bekommen die Menschen die Veränderungen zu spüren, die einem nahe stehen. Freunde, Familie, Bekannte. Sie alle müssen unter den Veränderungen „leiden“. Was aber, wenn sich nicht ein Mensch alleine zum negativen verändert hat? Was, wenn es eine ganze Gruppe, ein Kollektiv, eine Gemeinschaft sich in diese Richtung verändert hat, und diese Veränderung andere Menschen, die ohnehin „so sind“ anziehen?

Genau diesen Fall erlebe ich seit etlichen Jahren in der deutschen Anime-Szene, oft sogar am eigenen Leib. Als die Animeszene vor 14 Jahren in Deutschland das erste Mal eine Größe erreichte, die beachtlich, aber für die Außenwahrnehmung vernachlässigbar war, da hatten wir nur uns. Es gab nur eine handvoll Otakus, und man war froh, auf Conventions auf Gleichgesinnte zu treffen. Und mehr noch, man war ein Stück weit aufeinander angewiesen, und konnte so die anderen Mitglieder dieser Szene für das wertschätzen, was sie dazu beitrugen. Jemand konnte japanisch? Großartig. Jemand war super gut im Zeichnen? Klasse! Jemand hatte ein tolles Kostüm geschneidert? Umwerfend!

Cosplaywettbewerbe gab es auch damals schon. Aber sie hatten nicht die Dimensionen heutiger „Contests“. WCS, ECG, EuroCos und DCM waren damals (mit Ausnahme vielleicht des WCS) noch nicht einmal erfunden. Und sselbst beim Cosplaywettbewerb gab es eine Sache, die ganz klar im Vordergrund stand: Spaß! Wir haben uns nicht nur für den Sieger gefreut, sondern für jeden Teilnehmen. Und nicht für jemanden, sondern auch über sie, die uns mit den vielfältigsten Bühnenshows unterhalten haben. Showgruppen wie Yume oder Tsuki no Senshi waren für uns nicht die Stars, weil sie so professionell waren, sondern weil wir es respektierten, dass sie ihre Freizeit geopfert haben, um uns eine Show zu liefern und uns zu erfreuen. Es war – wenn ich das in aller Bescheidenheit sagen darf – eine tolle Zeit, auf die ich gerne zurückblicke.

„Doch nichts im Leben ist unendlich“, sagte der Graf im Unheilig-Song „Zeit zu gehen“. Und so schien es auch in der Animeszene zu sein. Denn mit der breiten Masse an Manga und Anime, die seit 2002 in Deutschland verfügbar war, wuchs auch die Fangemeinde, und aus den ursprünglich knapp 5000 Connichibesuchern, wuchs binnen weniger Jahre eine Veranstaltung heran, die Fans unterschiedlichster Ausprägung anzog. Und nicht nur die Conventions zogen Fans an. Nein, auch Showgruppen, Fanprojekte oder Cosplayer wurden idolisiert und zum Nonplusultra der Szene erhoben. Aus kleinen Gruppen, die „von Fans für Fans“ ihre Freizeit zum Spaß opferten, wurden „Stars“ vergöttert. Nicht weil SIE es wollten, sondern weil ihre FANS es wollten.

Und wenn die Fans nicht bekamen, was sie wollten? Tja, dann machte man eben etwas eigenes. Und dieses „Eigene“ war natürlich viel besser, als das, was schon da war. Die „Neulinge“ zettelten Konkurrenzkämpfe an. Es zählte nicht mehr, die Besucher zu unterhalten. Es ging darum, besser zu sein, als die anderen. Freute man sich zu anfang, wenn man jemanden traf, der den selben Charakter cosplayte, wie man selbst, suchte man nun nach Fehlern, die der andere gemacht, und man selbst vermieden hatte. Dabei ging es anfangs noch um „harmlose“ Dinge, wie schiefe Nähte und vielleicht auch falsche Schnitte. Mittlerweile werden aber die Cosplayer selbst kritisiert. Die Körpermaße stimmen nicht (ich wurde selbst schon als „fette Jeanne“ bezeichnet), die Größe war falsch, und überhaupt sei man selbst ja sowieso die einzig wahre >Hier beliebigen Charakter einfügen<.

Auch die Showgruppen konkurrierten miteinander. Nein, nicht die Gruppen selbst, die Fans. Natürlich. War es früher besonders die Vielfalt an unterschiedlichsten Showgruppen und Showacts, ist es heute eigentlich mehr oder weniger „immer das gleiche“. Klar, jeder bringt seine Eigenarten rein, sodass man Gruppe A von Gruppe B unterscheiden kann. Aber mit etwas mehr Abstand betrachtet ist es immer das selbe Schema, das im Hintergrund zum Vorschein kommt. Comedy-Musicalprogramme mit Crossover zwischen zwei oder mehr Serien. Bei den Sängern möglichst nah am Original dran (sowohl musikalisch als auch stimmlich… achja, und natürlich optisch! Wer nicht so aussieht oder so klingt wie Charakter XY, der fällt unten durch). Bei den Zeichnern möglichst so, wie die Fans es gewohnt sind, bloß kein eigener, individueller Stil…

Fans sind in jeder Konstellation der entscheidende Faktor. Die Passiven der Szene. Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Bei den Fanprojekten zum Beispiel. Hier sind es die Projekte selbst, die sich gegenseitig despektierlich verhalten. Es geht schließlich darum, möglichst alle Fans auf seine Seite zu holen. Und manch ein Projekt ist an diesem Konkurrenzkampf zugrunde gegangen.

Was hat zu der Veränderung geführt? Darüber kann man seitenlange Dissertationen und Doktorarbeiten veröffentlichen. Da ich aber weder Wissenschaftlerin noch Studentin bin, kann ich hier nur meine eigenen Empfindungen und Gedanken niederschreiben. Ich glaube nicht einmal, dass sich die Szene „verändert hat“. Sie ist nur in der falschen Richtung großgeworden. Wie ich eingangs erwähnt habe ziehen die „negativen Personen“ andere „Negative Personen“ an. Freund A ist ein Konkurrenzkämpfer, der sich immer mit allen messen möchte. Das findet Freund B cool, und unterstützt Freund A. Schon sind es zwei. Und wie beim Schneeball wird es größer und größer. Eigentlich sollte man meinen, dass es auch in die andere Richtung funktioniert, dass die positiven Personen ebenso „anziehend wirken“. Nur leider sind diese „positiven“ Personen, die wertschätzen, respektieren und anerkennen, zumindest in der Szene ausgestorben. Sie sind erwachsen geworden, haben vielleicht eine Familie, und haben die Szene hinter sich gelassen. Sie sind stille Konsumenten geworden, die immernoch Fans sind, aber nicht mehr die großen Conventions zelebrieren. Sie sitzen mit Sohn oder Tochter zuhause vorm Fernseher und verfolgen von dort die Abenteuer ihrer Anime-Helden.

Es ist also nicht die Veränderung selbst, sondern es ist das „Aussterben“ der Positivität innerhalb der Szene, die einem radikalen Konkurrenzdenken mitsamt Respektlosigkeit, Intoleranz und Homogenität Platz gemacht hat.

Und wenn du als Aktiver der Szene gefallen möchtest, wenn du Respekt und Anerkennung haben möchtest, dann nicht, weil du du bist. Sondern weil du das bist, was der Passive Teil haben möchte. Wenn du es nicht tust, dann ist dir Spott und Häme sicher, denn dann bist du ein Zielobjekt, über das man sich gemeinschaftlich lustig machen und lästern kann. Aus den Passiven Konsumenten werden Aktivisten, deren Ziel es ist, das „andere“, das „nicht so seiende“ auszumerzen, und mit allen Mitteln (von Lästern bis hin zu regelrechtem Mobbing) zu vertreiben. Denn wer nicht so ist, wie die anderen, ist peinlich.

 

Nun könnte man diesen Blogbeitrag als einen weiteren „Mimimimi, die Szene ist so blöd“-Post abtun. Eine verbitterte, alte Anime-Frau, die die glorreichen, goldenen Zeiten vermisst. Und vielleicht – man mag es mir nachsehen – ist es auch so. Aber was, wenn ich euch sage, dass ich mit dieser Ansicht nicht alleine bin?

Denn es gibt andere, die eine ähnliche Meinung dazu haben, und die trotzdem als „Idole“ der Szene gelten, die selber Aktive der Szene sind. Die sich selbst in ellenlangen Blogbeiträgen und Vlogs über die Zustände der Szene beklagen. Ich stehe also nicht alleine da, bin vielleicht verbittert, aber wenigstens zurecht.

Nun bringt ein „mimimimi“ keine Veränderung. Jeder muss bei sich selbst anfangen. Natürlich muss man nicht jeden in der Szene mögen, mit ihm „Best Friends“ werden. Aber das Schlüsselwort heißt „Toleranz“. Wer eine Showgruppe oder einen Zeichner nicht gut findet, der muss das auch nicht. Das gibt ihm aber nicht das Recht, diesen Showact oder Zeichner zu beleidigen oder zu schikanieren, sich über ihn lustig zu machen, während er seiner Leidenschaft nachgeht um die Szene um eine Facette reicher zu machen.

Und das haben mittlerweile auch die Veranstalter erkannt. Nämlich dass diese Situation exisitiert. Nicht nur in meinem Kopf oder im Kopf anderer. Sondern dass sie real ist. Das es Mobbing innerhalb dieser Szene gibt. Das aus Toleranz Intoleranz, aus Respekt Despekt und aus Zusammenhalt Ausschließlichkeit geworden ist. Niemand will, dass alles so wird wie früher, das kann es nicht. Aber was diese Veranstalter wollen, ist, dass man sich gegenseitig akzeptiert. Es geht nicht um Wertschätzung, oder Respekt, sondern um Toleranz. Das man an einer übergewichtigen Yuna vorbeigehen kann, ohne zu lästern. Das man auch einen Cosplaywettbewerbsteilnehmer nicht auslacht, nur weil er sein Kostüm nicht perfekt genäht hat. Das man einen Showact nicht ausbuht, wenn er einen Song nicht so singt, wie der Originalinterpret ihn auf CD gesungen hat, oder er – Gott bewahre – vielleicht sogar einen Song komplett anders aufgebaut hat (Rock statt Pop).

Mit diesem – man kann es sehen wie man will, aber ich sehe es so – guten Beispiel geht das Visual Culture voran. Das Visual Culture war immer eine Eventreihe, die alle angezogen hat. Und auch die Spin-Off Events wie Kabuki Rockstyle setzten dies fort. Dort mischte man – wenn auch auf zwei verschieden Floors – harte Japanische Rockmusik mit Anime-Songs. Und so mancher „Rocker“ tanzte dort zu One Piece, und so mancher Cosplayer wurde beim headbangen auf dem Rockfloor beobachtet. Denn alle hatten die gleiche Leidenschaft: japanische Musik.

Der Organisator des Visual Culture, Julian Fuhrmann, hat vor wenigen Tagen einen Beitrag auf Facebook gepostet. Er schreibt zum Beispiel „Wir möchten eine Szene, für die Respekt, Toleranz und Gleichberechtigung keine Fremdworte sind und die diese Werte auch lebt und weitergibt.“ Natürlich bezieht er sich in erster Linie auf die Visual Kei-Szene. Aber wieso sollte dieser Beitrag nicht auch für andere Szenen gelten? Er hat sich die Mühe macht, einen Verhaltenskodex zu entwerfen, der im großen und ganzen auf dem beruht, was in anderen „Szenen“ schon lange Gang und Gäbe ist. In diesem Kodex, der nicht als Gesetzestext à la „So MÜSST ihr euch verhalten“ zu verstehen ist, ist in einfachen Worten beschrieben, was er sich wünscht, und was in anderen Bereichen schon funktioniert: Toleranz, Gleichberechtigung, Akzeptanz und Respekt.

Den „Code of Conduct“, der für alle Veranstaltungen von Visual Culture Events gilt, könnt ihr hier nachlesen.

Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele diesen Code of Conduct, diesen Verhaltenskodex, leben würde. Nicht nur in der Szene, sondern auch außerhalb, im wahren Leben, im Internet, überall. Denn das, was für mich die Szene so unwirtlich, so abweisend und kalt gemacht hat, so etwas möchte ich nicht im echten Leben begegnen. Doch leider „verändert“ sich auch die echte Welt, jeden Tag, jeden Augenblick, sogar in dem Ort, den ich mal als „Freundekreis“ bezeichnet habe.

Ich möchte nicht die Uhr zurückdrehen auf 2002. Ich möchte nicht „altes zurückholen“. Ich wünsche mir nur, dass das, was die Szene für mich so einzigartig gemacht hat, dass das wieder zurückkehrt. Und mit diesem „etwas“ kommt vielleicht auch meine Vorfreude zurück, wenn die nächste Convention ansteht. Wir sind alle Teil dieser Szene, wir alle tragen dazu bei, wie wir uns gegenseitig behandeln. Aber ich fürchte, wenn es bei uns schon nicht klappt, bei uns einst so toleranten, sich gegenseitig respektierenden und wertschätzenden Menschen, dann fürchte ich, wird auch auf der großen Welt nicht funktionieren. Und das wäre mehr als nur ein Scharmützel im Kostüm auf der Bühne, das wäre unter Umständen unser aller Ende.

weiterlesen

Gedichte | Musik | Otaku

Melodie des Todes

von am 21. März 2016

Ein Animesongtext. Nerdicinfluence.
Ich liebe Tokyoghoul. Und dort geht es um menschenfressende Ghoule, die bei Blutgeruch sich nur schwer zurückhalten können.
Wie in dem Lied Demons möchte ich versuchen, auch so eine ntext zu schreiben!

Die Nacht kriecht gnadenlos,
herein in den Raum,
und in mein schwarzes Sein.
Weckt auf, was in mir schläft.
in meinem sanften Traum,
im Dunkeln bin ich Mein.

Das Tier, es will heraus,
kann es kaum halten,
halte es kaum aus,
das Tier will heraus

Doch dann bist da du
schaust mich nur an,
ich komm zur Ruh,
die Meldodie das Todes klingt in dir.
du summst sie für mich,
und schon finde ich Frieden in mir.

In meinen Augen ruhlos
heraus fließt Gier,
und zeigt dir was in mir ist
Der Durst nach Mensch
zeigt sich nun hier,
wenn du auf mich triffst

Das Tier, stoppe es
muss mich kontrolliern
Das Tier macht Stress
Das Tier, stoppe es

Denn dann bist da du
schaust mich nur an,
ich komm zur Ruh,
die Meldodie das Todes klingt in dir.
du summst sie für mich,
und schon finde ich Frieden in mir.

Ich schaffe es, standhaft im Kampf gegen mich selbst,
Ich schaffe es, weil du in allem zu mir hälst:

Denn immer bist da du
schaust mich nur an,
ich komm zur Ruh,
die Meldodie das Todes klingt in dir.
du summst sie für mich,
und schon finde ich Frieden in mir.

weiterlesen

360° Blickwinkel | Fettschmelze | Otaku

Eine ach so tolerante Welt fordert Perfektion – Ich bin rausgewachsen!

von am 10. März 2016

Das heutige Thema hat viel mit meiner Fettschmelze zu tun. Aber nicht so, wie ihr vielleicht meinen wollten. Denn das ist genau der Grund, warum ich NICHT diesen Elfenweg bestreite.

Ich lade euch mal wieder in meine kleine, frabenfrohe Hobbywelt ein. Die soll Spaß machen, lebt von Fans, die andere Fans unterhalten und zeichnet sich durch respektvolles, anerkennendes und vor allem unterstützendes Miteinander aus.

Anime und Manga, die bunte Welt der Otakus. Hier ist alles toll. Niemand weint, jeder wird genommen, wie er ist, jeder darf sich ausprobieren und die verschiedenen Aspekte dieses kreativen Hobbys in jedem Gesichtspunkt ausprobieren, ohne das er dafür abgestraft wird.

Auslachen? Gibt es nicht. Mobbing? Nein, auf keinen Fall. Elite? Blödsinn!

Huch, ich glaube die Tuschedämpfe der noch nicht getrockneten Mangaseiten wirken. Ich muss mich vorsehen, dass ich keine glitzernden Kirschblütenblätter sehe, die vor mir leichtschwebend vom Himmel fallen, und das im März.

Perfektion, in einer Fantasiewelt. Menschen, die sich in Kostüme werfen, von Charakteren, die gezeichnet sind. Meist ja sogar unrealistisch. Ich erwähnte es auf diesem Blog ja schon.

Auch die eine oder andere besondere Spezies, wie zum Beilspiel diese Cosplayer, die zu einer Gruppe gehören, deren Name nicht genannt werden sollte. Denn so etwas gibt es laut eigener Aussage nicht.

Sie wollen nur spielen, wollen nur Spaß. Bla bla bla.

Wenn du in dieser Szene was erreichen willst (was immer es auch sein mag…. denn es ist doch alles nur Spaß?), dann geht es nur noch über Perfektion, damit andere denken, awwwww, wie süß. Kanten und Macken, egal ob im Kostüm, in der Stimme oder sonst wo wird nicht akzeptiert. Dann bist du raus aus der bunten Welt und kommst auch nicht mehr rein. Du konntest es damals nicht, du darfst nie wieder mitspielen.

„Jeder wird akzeptiert!“

Klar, wenn du so bist wie eine Animefigur. Als Mann und Frau und Kind süß, glatt, kulleräugig, einfach niedlich und beschützenswert. Dann wirst du geliebt. Ob das realistisch ist? Egal, wenn Kopf erstmal im Tuschenebel steckt!

Die willst singen? Du willst dich künstlerisch auf einer Bühne austoben? Du willst fotografieren? Du willst dich in Kostüme von Animefiguren werfen? Dann mach das aber bitte nicht so, wie du dich verwirklichen willst. Schwimm mit der Masse. Gib den kleinen Fans, das was sie wollen. Den lebenden Anime, Disney und Prinzessinnen Traum! Besser als jede Droge. Elsa lebt!
Künstlerische Freiheit? Gibt es nicht. Nicht gewünscht. Der Song, den du singst, muss klingen wie das Original, die Charaktere auf der Bühne müssen sein, wie die gemalten Figuren. Fotos müssen aussehen, als würde der Anime zum Leben erweckt werden, was natürlich nur mit den perfekten Copslayern funktioniert.

Was hat das jetzt mit meiner Fettschmelze zu tun? Viel und doch wieder nichts. Ich passe nicht mehr in diese Gesellschaft rein, was zu Anfang jedoch der Fall war. Deswegen bin ich ja unter anderem früher zum Otake geworden. Du wurdest als Du genommen und integriert. Es wird zwar ständig betont, wie tolerant der allgemeine Otaku doch ist, aber das ist nur Geschwätz. Denn wenn ich meine Erfahrungen erzähle. Dann will es von den Zuhörern keiner gewesen sein, obwohl ich den meisten ansehe, was sie von mir denken.

Ihhhhhh die ist voll dick.

Oder Musiker. Die sind von Natur aus kreativ. Machen Songs zu ihren und singen die nicht nur nach.
Denn Musik soll was transportieren. Gefühl und Spaß.  Aber nicht so gewollt in dieser kleinen Welt. Da soll die Musik klingen wie ein Anime. Quietschig, bunt und voller Glitzer. Da muss es klingen wie aus der Retorte. Egal wer es singt. Stell die Hupfdohlen nebeneinander und mach nacheinander die Mikros an. Du hörst keinen Unterschied, keine Eigenheiten. Selbst wenn sie zweistimmig sind. Eigenheiten und Charakter sind nicht gewünscht, es sei denn, es passt auf dein Cosplay, in dem du steckst.

Deswegen klingen neue alte Songs noch immer wie das Original. Bloß nicht zu künstlerisch in dieser Szene werden. Es gibt einen abgesteckten Rahmen, in allen Bereichen. Gehst du darüber hinaus und bist individuell künstlerisch, bist du raus.

Bei Zeichnern ist das ganz extrem. Wenn du nur ein bissel vom Mangastil abeweichst und was eigenes einbringen möchtest, werden die Bilder in der Luft zerrissen. Es gibt Regeln, eine strenges Konsturkt, was ein Go und ein no Go ist. Kunst? Sorry, sehe ich da nicht. Diktatur!

Aber schnüffelt weiter an der Tusche, dann ist das alles okay und die Gruppen, die es ja nicht gibt, dürfen euch weiter sagen, wo es lang geht. Ihr werdet es ganz großartig finden und glitzernde Augen haben. Ein Otaku ist Fahnentreu, Regimeliebend und ein Duckmäuschen. Man mache es so, wie die Oberen es vorgeben. Wer die Oberen sind? Das definiert euch ruhig selbst. Das ist aber nicht anders, als im wahren Leben. Du willst was erreichen? Speichellecken und Forderungen erfüllen!

Früher war diese Szene mal ein „ich schwimme gegen den Strom und bin anders! Individuelle Menschen gesucht!“

Heute ist der Zirkus massentauglich und beugt sich den weltlichen Regeln mehr als je zu vor. Obwohl diese Welt doch so anders sein wollte.

Ich geh dann mal woanders meine Kunst machen, wo ich noch Künstlerin sein kann. Keiner sagt mir, wie ich was zu tun habe! Ich will in keine Schublade, das wollte ich auch vor 20 Jahren nicht, als wir als kleiner gallischer Haufen mit dem Hobby Cosplay, Manga und Anime angefangen haben! Jeder wie er konnte und jeder wurde geliebt, was er in seinen Möglichkeiten zu leisten im Stande war.

Sei du selbst? Nein, sei eine Animefigur, mit allen Konsequenzen.

Und dick geht da nur im Ausnahmefall.

Ich werde weiter Gewicht reduzieren, aber nicht um perfekt in die Kostüme zu passen oder eine tolle, niedliche Figur auf der Bühne zu sein.

Aus diesem Thema bin ich mit jedem Pfund rausgewachsen.

Bleibt ihr in eurer bunten, perfekten Welt, ich schaffe mir meine neue, in der ich wieder ich sein kann!

weiterlesen