360° Blickwinkel | Alltag | Menschen

Facebook ist, was du draus machst

von am 23. März 2015

Es ist so unglaublich, wie viele verschiedene Blickwinkel mir das liebe WWW verschafft und wie unermüdlich mein Göttergatte mir Steilvorlagen bietet.

Facebook, eine unendliche Geschichte. Jeder nutzt es auf seine Weise. Sascha nutzt es liebend gerne um zu diskutieren. Das liebt er. Kontrovers Dinge ansprechen, auf den Punkt bringen, Menschen aus der Reserve locken. Dafür liebe ich ihn. Er kann Sachen so schön verpacken und dich irre diskutieren, dass du danach Oben für Unten hälst. Und Facebook bietet dort eine unerschöpfliche Plattform.

Aber da bekommt er natürlich Gegenwind und trifft dort auf Menschen, die ihm natürlich auch Kontra geben. Damit muss man rechnen, und vor allem auch umgehen. Doch das fällt schwer. Sascha will jetzt nicht mehr auf Facebook posten und seinen Account sogar schließen. Warum auch nicht? Das darf er ja machen. Finde ich gut, wenn da jemand mal ein Statement setzt.

Doch ich denke immer noch, jeder ist da seines Glückes Schmied. Das, was du dort treibst, formt ein Bild von dir. Ich habe vor ein paar Tagen einen Kommentar gehört, den ich toll finde:

„Ein Kommentar sagt nichts über den Kommentierten aus, doch es zeigt, wie der Kommentator tickt.“

Ich hab da ein tolles Beispiel.

Jemand liked alles von dir, was du postest, was „negativ“ für dich ist. Du sagst, du bist krank, Like, du hast dein Auto kaputt, Like, deine Oma ist gestorben, Like. Das ich das alles wahrscheinlich nicht ständig posten würde, dass lass ich mal dahingestellt. Denn es geht jetzt um den Menschen, der ausschließlich diese negativen Ereignisse gut findet, denn nichts anderes ist ein Like.

Was sagt das über einen solchen Menschen aus? Macht er das einmal, oder auch zweimal, kann das Zufall sein, sagt aber schon einmal aus, der kann mich nicht leiden. Macht er das jedoch immer, nach jedem Post, der sagt, da läuft was gerade nicht rund und nur dieser Mensch setzt da ein Like drunter, dann sagt das sehr viel aus. Zum einen scheint dieser Mensch ein großes Interesse an mir zu haben. Der muss dauernd mich auf dem Schirm haben und ständig auf meiner Seite rumlungern. Das zeigt, nicht nur mir, der hat Zeit, viel Zeit und auch irgendwie nichts anderes zu tun. Das stimmt mich schon einmal traurig, denn während er meine Sachen durchforscht, bin ich schon wieder im Realliefe. Und da diese Likes umgehend kommen, muss er ja immer im Netz hängen um sofort zu reagieren.

Was sagt das noch über so einen Menschen aus. Er kann schwer andere Menschen leben lassen, ergötzt sich am Leid von anderen und hat keinen anderen Lebensmittelpunkt. Auf jeden Fall könnte man das daraus herleiten. Vielleich will so ein Mensch auch anderen Schaden, sein Gegenüber lächerlich machen und dumm darstellen. Aber mit welcher Konsequenz, was nimmt er dafür in Kauf. Der Mensch lässt zu, dass er sich in ein schlechtes Licht rückt. Sicherlich unbewusst, aber es passiert
Was will ich damit sagen?

Facebook und alle anderen Netzwerke sind da, die kann man nutzen. In welcher Form, das darf jeder für sich entscheiden. Aber man sollte sich immer vor Augen führen, dass jedes Verhalten, jeder Post und auch Like immer eine Konsequenz nach sich ziehen kann. Die kann manchmal etwas dauern, manchmal kommt sie sofort.

Sascha bekommt sofort Reaktionen, bei dem Menschen, der alles Schlechte und Blöde liked, dauert das unter Umständen, denn er macht das sehr versteckt. Aber irgendwann bekommt jeder seine Quittung.

Und was sagt das über mich aus, die diesen Menschen in ihrer Freundesliste akzeptiert? Und auf nichts, was dieser Mensch tut reagiert, sich wehrt oder ähnliches?

Ich hab ein großes Herz für Vollpfosten. Ich will keinem Schaden oder eine Hetze beginnen, denn das würde ja ein schlechtes Licht auf mich werfen. Ich mache meine Dinge weiter und lasse die Sticheleien an mir abprallen.

Das ist wie bei den Flitzpiepen. Die wollen, dass alle in ihren Gesang mit einstimmen. Jeder soll mich doof finden. Aber wenn man das lange genug aussitzt, dann hat auch die Flitzpiepe die Schnauze voll vom Zwitschern und zieht mit ihrem Volke weiter. Wird ja auch langweilig, wenn man allein auf weiter Flur ein Arschloch ist. Flitzpiepen brauchen andere Flitzpiepen um sich wohlzufühlen.

Facebook ist das, was du draus machst. Ein Zoo, eine Plattform, ein Scheiterhaufen, ein Gefängnis, eine Bühne, ein Mobbingkessel aber auch die Möglichkeit einfach nur Kontakte zu pflegen. Das hat jeder selbst in der Hand!

„Zeig dich, wie du bist, zeigt mir wer du wirklich bist!“

Dazu kann Facebook in jedem Falle beitragen, wenn auch nur durch einen gehobenen Daumen!

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360° Blickwinkel | Alltag | Menschen

Von Jägern und Sammlern

von am 21. März 2015

Am Mittwoch habe ich einen Spruch von meinem Mann kassiert, der mich in erster Linie erst einmal richtig stinkig machte, dann zum Lachen brachte und zu guter Letzt eine Drehung verursachte. Nach einem Disput über die Notwendigkeit des täglichen Katzenstreufegens im Bad und auf dem Katzenklorand, den ich erforderlich finde, Sascha jedoch selbst einmal die Woche schon für übertrieben hält, weil „wie oft gehen wir schon Barfuß ins Badezimmer?“ kam die Diskussion, wie auch immer, auf meine Anzahl von Taschen und Halstüchern. Sein Satz lautete:

„Du hast einfach von allem viel zu viel!“

Vorwurfsvoll, aber auch gleich mit dem Oh-Mein-Gott-Was-Hab-Ich-Ihr-Da-Denn-Für-Eine-Steilvorlage-Geliefert-Gesichtsausdruck sah er mich an. Ich war wie von den Kopf gestoßen und konterte:

„Ach, das sagt der Richtige! Der mit den Kabeln und mehr PC´s als ein Mensch braucht!“

Gleichzeitig musste ich jedoch lachen, weil das sicher ein Gespräch ist, was es zu Hauf zwischen Mann und Frau gibt. Weil das eben typisch Mann und typisch Frau ist.

Ich habe mich später gefragt, warum ist das so?

Ganz klar, das liegt in der Evolution bedingt. Wir Frauen waren schon immer die Sammlerinnen. Wir sind früher, mit dem Kind auf dem Rücken, in den Wald gestiefelt und haben Beeren, Kräuter und Samen gesammelt. Dabei haben auch die Neandertaler Damen bestimmt auch schon auf Ästhetik geachtet und Blümchen gepflückt oder sich mit Schlamm im Gesicht fein geschminkt. Optik war Frau schon immer wichtig.

Auch heute noch. Mein Mann fragt mich, welches Handy würdest du denn nehmen? Ein Android oder ein Windows Phone. Meine stupide Antwort war: Das, was schöner ist.

Aber so sind wir Frauen nun mal. Und das schadet doch auch keinem. Ich will damit keinem wehtun. Ich will meinen Mann nicht aus der Wohnung verdrängen. Und sollte für die nächste Tasche, das nächste Halstuch oder das nächste Buch die Frage aufkommen: Entweder ich oder der Gegenstand, Frau, dann entscheide ich mich natürlich für den Mann.

Ich als Frau, will auch gar nicht, dass er das versteht oder so. Ich möchte, dass er es respektiert, dass mir sowas eben Freude macht. Ich habe viele Taschen und so viele Halstücher, das ich wahrscheinlich Jahre bräuchte, damit ich jedes einmal umgemacht habe. Aber andere Frauen sammeln Schuhe. Und es gibt ja auch so viele unterschiedliche Tücher und Taschen. Sie helfen mir individuell zu sein. Punkte, Streifen, Animalprint, lustig, stylisch, einzigartig. Ich will mich damit ausdrücken. Chanel käme zum Beispiel gar nicht in meinen Taschenbestand, Nieten dagegen schon.

Ich versuche mich ehrlich zurückzuhalten, und ich finde, es ist auch schon besser geworden. Aber es kommet halt vor, dass die Tasche mich findet und sagt, KAUF MICH.

Das ist halt eine Leidenschaft, was soll ich denn tun? Das ist das Sammlergen in mir.

Mein Mann kann doch gegen seine Instinkte auch nichts tun. Er ist ständig auf der Jagd nach der neusten Technik, um sein Studio zu erweitern. Ich sage bewusst Jagd, denn er muss Preise vergleichen, auf den richtigen Zeitpunkt des Geldes warten und dann, blitzschnell im günstigsten Moment zuschlagen. Denn Technik hat natürlich seinen Preis.

Da habe ich es als Sammlerin schon besser. Gebrauchte Taschen und günstige Tücher gibt es viele in der freien Wildbahn, so dass ich einfach nur auf die Lichtung gehen muss und abpflücken kann. Uga Uga, Leben und leben lassen, Uga.

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360° Blickwinkel | Allgemein | Alltag | die nicht der Norm entsprechen | Gedankenfetzen | Menschen | Musik | Waffelmoment

Wir sind alle Individuuen! – Ich nicht!

von am 25. Februar 2015

Ich hab die Worte noch im Ohr. Als ich vor ein paar Jahren an meiner neuen Arbeitsstelle angefangen habe und ich erwähnte, das ich gerne häkel, da kam tatsächlich die irritierte Frage:
„Ach, hast du auch mit dem Häkeln angefangen?“
Ich war verwirrt! Warum „auch angefangen“? Klar, meine neue Arbeitskollegin hat gehäkelt, und die anderen kannten sie halt vor mir. Aber deswegen hab ich doch nicht „angefangen“. Ich häkel schon seit der 6. Klasse! Ich war ganz geschockt.

Diese Frage klang so, als hätte ich jemanden was weggenommen, der da ein Recht drauf hat. Häkeln als Privileg? Darf nicht jeder? Ist doch ein ganz normales Hobby und alle die das gerne machen, denen sei es doch gegönnt. Ich mach doch keinen nach. Nichts liegt mir ferner. Ich will mich verwirklichen, dass andere das leider auch mit Wolle und Nadel tun, tut mir leid. Aber vielleicht machen die auch mich nach?

Das ist ja fast so, als würde der Erfinder das Rades sagen: Hab ich erfunden, darf nur ich nehmen, du klöppel dir Quadrate an dein Wagen. Das runde Rad ist meins. (Sowas nennt man übrigens „Patent“.)
Kopieren, nachmachen, klauen. Die Formen Dreieck, Kreis und Rechteck werden kopiert. Skandal. Und ich schwöre euch, da besitzen doch tatsächlich Menschen die Frechheit, auch ein Bild von einer Katze zu posten. Ey, das war meine Idee. Ich will individuell sein, da kann doch keiner kommen und auch so ein Tier ins Netz stellen. Und dann da diese ganzen Blogger, die nutzen die gleichen Buchstaben wie ich, Frechheit. Und dann haben die auch noch die gleichen Themen! Ich verklage euch!
Jetzt mal Butter bei die Fische. Hand aufs Herz. Hobbies sind nie individuell. Singen, Handarbeit, Zeichnen, Fotografie. Es wird immer Überschneidungen geben. Bilder ähneln sich, weil Motive die Gleichen sind. Ich male einen Frosch auf meine Leinwand. Haben andere auch schon getan. Mein Frosch besitzt sogar die Frechheit, dem „Glubsch-Frosch“ vom Dschungelcamp ähnlich zu sehen. Skandal!

Eine gute Bekannte von mir ist Mangazeichnerin. Eine von vielen, wobei es ihr (entgegen den meisten anderen) nicht in erster Linie darum geht, berühmt zu werden und massig Geld zu verdienen. Sie möchte Geschichten durch Bilder erzählen. Nun ist der „Manga-Stil“ an sich ja relativ klar abgrenzbar. Man erkennt halt, dass es kein „klassisch europäischer Comic-Stil“ ist. Tim und Struppi sehen halt anders aus. Hier beginnt aber ihr Problem, denn nun bekommt sie es von allen Seiten knüppeldick. Hier hat sie angeblich die Nase von einer anderen Zeichnerin „geklaut“, dort das Design der Schuluniform.

Mal ehrlich, geht’s noch? Schuluniform? Nase? Früher waren die Nasen in Anime meistens dreieckig. Da haben die Zeichner alle untereinander „geklaut“. Und? Hat da irgendwer irgendwen wegen Diebstahl geistigen Eigentums verklagt? Nö.

Und was meint ihr, was bei Mozart, Bach und Händl abgegangen wäre? „Määähhh du hast mir eine Abfolge von drei Tönen geklaut.“ „Ja und? Bei dir spielen die gleichen Instrumente wie bei mir. Das hast du mir voll nachgemacht.“

Heute muss sich eine Schlagersängerin wegen vier Tönen vor Gericht verteidigen. Und woanders machen Künstler einen Reibach, obwohl sie ihre Songs für jedermann zur Bearbeitung freistellen (100 Gummipunkte, wer weiß, wen ich meine).

Wenn jeder jeden Verklagen würde, dann wären die Gerichte nicht nur hoffnungslos überlastet, sondern es gäbe etliches an Kulturgut einfach nicht. Tine Wittler könnte Barnett Newman verklagen…moment, ICH könnte ihn verklagen, denn genau so sah meine Kinderzimmerwand aus. Der hat mir das voll nachgemacht!

Ich finde dieses ganze Gewese einfach nur lachhaft und armseelig. Nur weil jemand ein Hobby hat, hat er ja nicht das alleinige Recht auf dieses Hobby. Irgendwo gibt es immer wieder Berührungspunkte, Schnittmengen und „abgekupferte“ Elemente. Und wenn halt der zehntausendste Youtuber jetzt auch „Let it go“ covert, dann macht er es zwar auch irgendwie „nach“ (was jeder tut, der nicht Idina Menzel heißt), aber in erster Linie macht er es, weil er Spaß daran hat. Spaß am singen, Spaß am Lied, und nen Oscar hat dieser Song nicht umsonst bekommen.

Für meine Bekannte heißt das: Du bist eine Manga-Zeichnerin von vielen, aber deine eigenen Ideen, deine eigenen Wendungen und Charaktere machen deinen Manga individuell. Klar, auch du „klaust“ große Kulleraugen, süße Kindergesichter und was sonst noch den typischen Manga-Stil ausmacht. Aber da hört es doch auch auf. Nur weil ich Gitarre spiele, bin ich nicht automatisch Jimmy Hendrix. Nur weil ich einen Pinsel in die Hand nehme, bin ich nicht Picasso, und wenn ich eine Häkelnadel in die Hand nehme, dann, weil ich Spaß daran habe. Ich habe immerhin schon genug Probleme damit, mich nicht selber zu kopieren. Deshalb habe ich extra für diesen Beitrag auch einen neuen PC….moment….wieso sieht der PC von meinem Mann genauso aus wie meiner? Der hat mir meine Idee geklaut! Und was wäre die Alternative zur Nase? Die sieht eben aus, wie sie aussieht. Irgendwie länglich, etwas runder oder eckiger, viele Gestaltungsmöglichkeiten gibt es da nicht. Oder wollt ihr auf Möhre umschwenken? Aber Moment, gibt es schon. Heißt Olaf, würdet ihr also wieder nachmachen. Das ist aber auch schwer mit den menschlichen Gesichtsmerkmalen.

Also Leute, lasst die Kirche im Dorf. Was das Hobby individuell macht, sind die Menschen, die es betreiben, und nicht das Hobby selbst. Jeder mit seinen Gedanken, seinem Herzblut, mit der Zeit, die er investiert. Das ist es, was jeden einzelnen Einzigartig macht. Alles andere, das ist nur das „Werkzeug“.

Im Gegenteil: Wenn jemand Euch „kopiert“, dann seht es doch mal so: Ihr seid ein Vorbild für die Person (oder die Person hat einfach keine eigene Persönlichkeit), und als Vorbild zu dienen, ist doch auch irgendwie was, oder? Also, macht die Welt bunt durch Eure Individualität.

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360° Blickwinkel | Alltag | Bücher

Mafia und Zicken, der Krieg zwischen Bloggern und Autoren – Wo bin ich da nur reingeraten?

von am 15. Dezember 2014

20140615-210948-76188017.jpgIch gebe zu, lange bin ich in diesem ganzen Sumpf dieser Szene ja noch nicht involviert. Und zu Beginn, mit dem ersten Buch, was Sascha und ich gemeinsam veröffentlicht haben, war das alles auch noch sehr nett.

Wir haben tolle Menschen kennengelernt, die wir mittlerweile zu unseren engeren Freunden zählen können. Wir haben Menschen kennengelernt, die einfach nur nett sind. Man unterstützt sich gegenseitig, respektiert die Arbeit der anderen und verhält sich, bei nicht Sympathie erwachsen.

Dachte ich. Meine Freunde, die schließe ich jetzt mal aus. Eine Bettina oder eine Karola wissen sicher, dass sie nicht gemeint sind. Aber auch die anderen zum Beispiel auf Facebook wissen, dass ich loyal hinter ihnen stehe.

Aber leider muss ich auch anderes Verhalten beobachten. Dieses Neandertaler, ich klopp auf jeden ein Verhalten.

Die sind längst nicht in der Überzahl. Das Problem ist leider, dass oft solche Minderheiten am lautesten schreien! Dieses Rumgezicke tönt viel größer und weiter als jedes nette und liebe Wort, was wir untereinander in der Autoren- und Bloggerszene haben. Und es schlägt viel mehr Wellen. Und dabei kommt mir die Kotze.

Ich verfolge es in diesen ganzen so tollen Gruppen. Die meiste Zeit ist da Eierschaukeln und Selbstbeweihräucherung angesagt. Wir heucheln Interesse, sind großzügig, klopfen auf Schultern.
Aber dann gibt es Punkte zum Diskutieren. Da bekam einer eine schlechte Rezi, wie geht man mit Kritik um. Und da geht es dann los.

Die Großzahl tickt da so wie ich. Kritik ist gut, muss man bekommen, um sich zu verbessern. Aber dann gibt es da diese paranoiden Autoren.

Da ist dann bei schlechter Kritik von Racherezensionen die Rede. Dagegen wehrt man sich, dass muss man nicht hinnehmen. Klar, ich als Autorin habe auch an schlechter Kritik zu knabbern, aber Rache? Wieso sollte sich jemand rächen wollen? Dafür müsste ich doch was Böses diesem Menschen getan haben. Dann kommt das Argument, sie sind neidisch, das ich schreiben kann. Diese ganzen Verschwörungstheorien und Paranoia. Aber das Naheliegenste, das einem Menschen das halt einfach nicht gefällt, weil Geschmäcker unterschiedlich sind, da kommt man nicht drauf. Kann halt nicht jeder Schnulzen mögen. Aber um sich als Autor nicht eingestehen zu müssen, dass es auch Menschen gibt, die das geschriebene „Baby“ nicht mögen (welches Elternpaar hört schon gerne, dass das eigene Kind hässlich ist?) kommen diese Begriffe wie Racherezension und Neid. Und das schürrt und instrumentalisiert.

Wenn ich solche  Begriffe als Bloggerin lese, was soll ich da denken? Wie soll ich mich da verhalten? Ich lese ein Buch, finde es nicht gut, es berührt mich nicht. Darf ich dem Autor das dann nicht sagen? Vor allem dann, wenn er doch fragt, magst du lesen und eine Rezension schreiben? Damit muss man rechnen als Autor. Und ich als Bloggerin schreibe keine Gefälligkeitsrezis, denn bei dieser „Mafia“ mach ich nicht mit. Ich will ehrlich meine Meinung schreiben. Meine höchstpersönliche Meinung, mein Gefühl. Und dafür will ich nicht angekackt werden. Wenn ich aber so ein Verhalten bei meinen Autorenkollegen sehe, wie sich über schlechte Rezis beschwert wird und lustig gemacht wird, dann hat auch dieses mit Instrumentalisierung zu tun. Alle Blogger, die das mitkriegen, werden sich 2 Mal überlegen, was sie zu dem Buch schreiben. Klar, bevor man für eine Meinung gemobbt wird.
Ich habe als Bloggerin und Leserin auch schon Bücher schlecht bewertet. Neid war es sicher nicht, denn ich schreibe selbst. Argument entkräftet. Und Rache? Nun ja, die Tante von „Shades of Grey“ kenn ich nicht persönlich, ich habe nichts mit der zu schaffen. Wegen was sollte ich mich da also rächen? Es war nur mein persönliches Empfinden. Ich mochte das Buch nicht. Kommt schon mal vor. Ist kein Weltuntergang. Also, liebe Mitautoren, schaltet mal euer Mafiadenken aus. Das grenzt ja schon an Verfolgungswahn.

Und dann heucheln diese Personen aber was von Respekt untereinander in anderen Threads. Blogger und Autoren müssen fair zueinander sein, man profitiert ja voneinander. Aber in der nächsten Runde kommen dann diese ach so feinfühligen Menschen wieder und erzählen was von Racherezensionen und man muss sich gegen Kritik wehren.

Ich möchte mich von solchen Autorenkollegen distanzieren, die jede schlechte Kritik als  Mist abtun und über Leser meckern, sie würden nicht mit Verstand lesen. Aber auch von Bloggern distanziere ich mich, die, wenn sie ein Rezensionsexemplar bekommen nicht ehrlich ihre Meinung sagen. Dieses ganze Mafiagetue von wegen „Racherezension“ „Gefälligkeitsrezension“ geht mir so auf den Geist. Soviel Speichellecken und Verschwörungsgehabe löst bei mir einen Brechreiz aus.

Zum Glück kommt das nicht häufig vor, aber es kommt am lautesten vor. Immer wenn es Ausnahmen von Regeln gibt, ist das mit einem Aufschrei verbunden. Und diese bittere Pille stößt mir so auf. Ich bin ein friedliebender Mensch und hätte alles gerne rosarot. Da kann ich mit dieser Schizophrenie und diesem Hintenrum nicht viel anfangen. Und deswegen musste das unbedingt mal gesagt werden.

Ich möchte als Autorin und Bloggerin ich bleiben und andere respektieren und akzeptieren. Meinungen, Rezensionen und Bücher sind eben wie Menschen. Individuell und jedes hat seine Berechtigung.

 

Was ich am allerschlimmsten finde bei dem Ganzen? Der Zauber der Bücher geht durch die Abgründe des menschlichen Egos verloren.

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Alltag | die nicht der Norm entsprechen | Ich | Menschen | Serienjunkie | Waffelmoment

Ein wenig Galgenhumor – Oder: In Scheiße Gold finden!

von am 9. August 2014

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Seit einer Woche habe ich nun die Diagnose der Spondylodiszitis. Ich muss zugeben, ein paar Tage ging es mir richtig mistig. Alles Training und der Muskelaufbau waren für die Katz, weil ich jetzt ja gar nichts mehr machen darf die nächsten Monate. Vom Antibiotikum wird mir schlecht und dieses dumme Korsett raubt mir den Atem. Aber Kari wäre halt nicht Kari, wenn sie in Scheiße nicht auch Gold finden würde. Deswegen werde ich hier schriftlich festhalten, was ich positives aus der Sache rausziehe.
Kommen wir zum Ersten. Die Immobilität. Nichts machen, Füße still halten. Schonen. Ausruhen. Ätzend, ich kann euch sagen. Aber nur auf den ersten Blick. Denn es bleibt Zeit für so viele andere Dinge, die man im Liegen tun kann. Stricken und neue Muster ausprobieren, lesen, richtig viel lesen. Musik hören, immer wieder die gleichen CDs bis man sie auswendig, vorwärts, rückwärts und sogar quer mitsingen kann. Das ist sehr sinnvoll. Wer weiß, wann Dieter Bohlen an meine Tür klopft. Und dann dürfen wir nicht den guten alten Freund Glotze vergessen. Dank eines Video on Demand Abos kann ich fast alle Serien schauen, zu denen ich im Alltag nicht gekommen bin. Und das am Stück. Da ist so ne Staffel nix, ein Tag und abgefrühstückt. Supernatural ist sowas wie Fortbildung und Recherche für neue Romane. Und Gossip Girl zeigt mir immer wieder, wie klein doch meine Probleme sind. Ich bin zum Glück nicht reich und berühmt. Ihr seht, bisher mehr Vorteile als Nachteile.
Auch wenn ihr jetzt sagt, aber hey, da nimmt man doch nachher wieder zu, wenn man sich nicht bewegt. Die ganzen Kilos die du dir so schön runtergehungert hast. Ach, kein Problem ihr Lieben. Antibiotika dein Freund und Helfer und besser als jeder Appetitszügler. Mir ist den ganzen Tag so speiübel, das ich eh kaum was runterbekomme. Ich fühl mich wie ausgespuckt, da purzelt natürlich das eine oder andere Pfund. Und das macht mich schlapp und energielos, da ist es gut, das ich eh die Füße still halten soll. Alles andere wäre auch zu anstrengend. Das eine beeinflusst positiv das andere. Sehr gut.
Wenn ich dann doch mal aufstehen muss, Ärzte und Ämter schreien nach meiner beglückenden Anwesenheit, dann hab ich ja nun mein schickes Korsett. Super Teil, ich sag es euch. Der Arzt sagte, ich soll alles nur, bis auf schlafen, mit dem Ding machen. Selten so gelacht. Ich würde ja gerne alles damit machen, aber man ist so eingeschränkt damit. Hund an Leine? Schuhe auf? Egal. Ehemann, mach mal. Und rein optisch schummelt das Ding am Bauch jede Menge weg… dafür sieht man zwar am Rücken aus wie ein Preisboxer, aber ich sollte ja Rückenmuskulatur aufbauen. Also ist alles gut und ich werde die nächsten Wochen überstehen. Irgendwie.
Es sei denn, die Ämter bringen mich nicht noch in den Wahnsinn. Da wissen die einen ja nicht, was die anderen tun. Arbeitsamt will was, Krankenkasse sagt, nö, gibt es schon lange nicht mehr. Und ich fahre mit Rückenschmerzen bis unter beide Arme von Pontius zu Pilatus nur um diese Dinge zu klären. Leute, wie arbeitet ihr denn? Seit euch doch mal einig, wie das mit dieser Nahtlosigkeit funktioniert. Da werde ich sicher noch den einen oder anderen spaßigen Moment mit haben. Am Dienstag werde ich medizinisch vom Abreitsamt begutachtet… Na, da bin ich ja mal gespannt. Wenn der Arzt so klug ist wie mein Sachbearbeiter, dann werde ich schallend da raus gehen.
„Können sie drei Stunden am Tag, also 15 Stunden die Woche arbeiten?“
„Äh, nein, ich kann mir ja nicht mal schmerzfrei den Hintern abwischen.“
Was denken die denn, warum ich schon so lange krank bin?
Ich sehe lustigen Zeiten entgegen, in denen ich mich wohl immer wieder erklären werden muss. Und von wegen schonen und ausruhen… So sicher nicht, wenn beim Arbeitsamt ständig noch was und noch was fehlt, nur weil die vergessen, gleich alles mir mitzuteilen, was sie wollen. Leute, Kommunikation ist das Zauberwort. Das erspart so manches Missverständnis. Das alles ist sehr genesungsfreundlich. Nicht.
Egal, da ziehe ich sicher den einen oder anderen positiven Gedanken auch noch raus. Ich werde ihn euch verraten, wenn ich die gefunden habe, damit ihr euch mit mir über die Vollhonks amüsieren könnt.

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Alltag | die nicht der Norm entsprechen | Ich | Menschen

Höher, schneller, weiter…

von am 24. Februar 2014

DSC_7529 (2)Höher, schneller, weiter…..

Ich frage mich echt, was ist nur mit der Welt los? Dieses gegenseitige Fäuste heben um besser zu sein. In einigen Bereichen ist das durchaus akzeptabel, wobei ich denke, dass man bei aller Rangelei um eine bessere Stellung menschlich bleiben sollte und Fairness immer an erster Stelle stehen muss. Im Beruf möge der Bessere den besseren Job bekommen, im Sport der bessere gewinnen. Da ist es völlig in Ordnung zu gegebener Zeit am richtigen Ort Konkurrenzkampf walten zu lassen. Das spornt zu Höchstleistung an. Nichts desto trotz hoffe ich, obwohl ich weiß, dass es nicht so ist, das man rücksichtig und hilfsbereit beim Leistungserbringen bleibt.

Im Hobby allerdings kann ich das gar nicht nachvollziehen. Dieser stetige Wettkampf, egal in welchem Bereich. Wenn man in einer Gemeinschaft ist, die in der Freizeit, in der es um nichts anderes geht als Spaß, sollte man doch gegenseitig sich unterstützen und helfen. Sich mit den Erfolgen der anderen freuen und eigene Erfolge mit anderen teilen. Es geht doch in erster Linie um das Miteinander und das Zelebrieren der gemeinsamen Leidenschaft.

Mir begegnet das überall in meinen Hobbys. Die verschieden Buchblogs brüsten sich damit, wie viele Gratisexemplare sie bekommen und machen da einen regelrechten Wettbewerb draus. Dabei geht es doch nur ums Lesen in erster Linie.

 Beim Bücherschreiben, vor allem bei den unabhängigen Autoren kratzt der eine dem anderen die Augen aus, weil er einen Rang höher in den Verkaufscharts platziert ist. Es wird bei den Rezensionen runtergevotet und schlecht geredet.

 In der Animeszene. Die Fanprojekte zicken sich gegenseitig an, wer ist besser, wer ist größer. Sogar beim Cosplay wird eifersüchtig und stichelnd verglichen. Da zählt nicht mehr die Liebe zu Anime und Manga. Da kommt man mit dem Zollstock und schaut, ob das Schwert die richtige Größe hat. Häh? Was hat das mit Fandasein zu tun? Wo ist der gegenseitige Respekt?

 In der Fotografie auch. Ist das Foto jetzt schlecht oder gut? Ist doch egal, der Fotograf hat es gemacht und mag das Motiv. Ist das nicht immer Geschmackssache?

Mich macht das irre und es lässt immer wieder Zweifel in mir hochkommen? Kann ich schreiben? Bin ich eine schlechte Bloggerin? Darf ich nicht cossen, weil ich nicht die Maße des zu cossendes Charas habe? Ist mein Fanprojekt schlecht, weil ich nicht so viel Geld da rein stecke? Bin ich deswegen kein Fan? Kann ich nicht fotografieren, weil ich eine andere Belichtungszeit gewählt habe als ein Profi? Liegt ein gutes Bild nicht im Auge des Betrachters?

Ich möchte mich in meinem Leben nicht mit solchen blöden Fragen belasten. Ich will Spaß an meinen Leidenschaften haben, möchte mich verwirklichen und nicht ständig mit anderen im Wettbewerb stehen.

Respekt und Toleranz, das wünsche ich mir in jedem Bereich, in dem Fans und Liebhaber in einer Gruppe zusammenkommen und zusammen ihrem Hobby nachkommen. Ob das irgendwann klappt? Ich denke, dass wird schwer, denn je größer eine Gruppe ist, desto mehr verschiedene Ansichten kommen zusammen, da gibt es immer Zunder.

Da bleib ich besser für mich und fühle mich wohl.

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Alltag | Ich | Menschen

Guck Guck, ich sehe euch alle!

von am 21. Februar 2014

WhatsApp-facebookUi, tolle Meldung. Der Zuckerberg kauft What´s App. Hilfe, jetzt werden wir ausspioniert.

Irgendwie muss ich da lächeln. Oder besser lachen? Was für eine Hysterie. Ich meine, um Daten anzusammeln, brauchen die Großen ganz sicher nicht What´s App oder Facebook. Klar, der Zuckerberg will damit Geld verdienen und gibt die Daten weiter, damit andere was verkaufen können. Diese Firmen geben dann dem Zuckerberg Geld dafür und er macht sich ein tolles Leben. Sei es ihm doch gegönnt, denn Facebook macht Spaß. Und alles was Spaß macht kostet.

Und mal ehrlich, erst einmal haben wir alles selbst in der Hand, was wir so im Internet treiben und um uns Dinge zu verkaufen und Werbung auf uns zuzuschneiden gibt es ja auch noch mehr Wege, die man beschreiten kann. Kaum kaufe ich was bei Amazon, Weltbild, Thalia oder anderen Onlineshops, die Bücher verticken, gibt es doch schon die ersten Empfehlungen, nur für mich, auf meine letzten Einkauf zugeschnitten. War ich einmal auf Otto oder anderen Versandhäusern merkt sich google das und zack Werbung. Nur für mich, weil ich es mag. Klar, gibt es Programme, die so etwas verhindern. Aber wer sagt mir, was diese Programme wiederum ausspionieren. Frei nach Edward Snowden: Egal wie, wir kommen schon an ihre Daten.

Im Grunde dürfen wir gar keiner Technik vertrauen. Denn alles was vermeintlich mal sicher schien, kann man ausspionieren. Sogar die Merkel ist da nicht sicher vor.

Schon früher, bevor wir uns um so etwas wie den Zuckerberg Gedanken gemacht haben, wurden unsere SMS mitgelesen und ausgewertet. Deswegen gab es doch Nokia-Handy, die man nicht kaputt bekam, um möglichst lange Zeit zu haben, die Daten zu lesen. Doch die Technik schritt voran und das Auslesen der Infos ging schneller. Brauchte man also besser Technik. Hier, habt ihr Smartphones. Und wir alle stürzen uns drauf. Je mehr wir uns also vernetzen, desto besser kommen sie an unsere Daten. Sobald die Kaffeemaschine und der Toaster mit dem Netz verbunden werden ist gar nichts mehr sicher. Dann wissen die sogar wann ich frühstücke. Aber hey, wen interessiert es? Solange ich mit dem verbrannten Toast niemanden verletze ist doch alles schön!

Und wenn wir mal ganz ehrlich sind, Wenn man will findet man bei jedem irgendetwas. Man muss nur die richtigen Wege beschreiten. Da braucht es nicht mal das Internet. Oder meint ihr, der Guttenberg hat getwittert, dass er seine Doktorarbeit geklaut hat? Ich glaube, auf das Internet sind die Großen schon lange nicht mehr angewiesen. Ich will nicht wissen wie viele Satelliten jetzt gerade auf meine Finger schauen und nachsehen was ich tippe. Ob der Supermarkt an der Ecke nicht doch meine Daten weitergibt, wenn ich mit Karte zahle oder ob mein Fingerabdruck gespeichert wird wenn ich auf einen Ampelknopf drücke.

Wenn die Mächtigen Profile erstellen wollen von uns, dann finden die einen Weg und haben sicher genug Möglichkeiten. Da ist Herr Zuckerberg doch noch richtig freundlich und aufrichtig. Er sagt es wenigstens, das es ihm ums Geld geht, was man der NSA und dem BND ja nicht unterstellen kann. Bei denen geht es ja offiziell um „Terrorabwehr“. Die Frage ist: Werden die richtigen Personen überwacht?

Ich glaube es liegt an uns, wie verantwortungsvoll wir mit den technischen Möglichkeiten umgehen. Und wenn jeder sein ganzes Leben postet, selber schuld. Ich für meinen Teil denke zweimal darüber nach, was ich veröffentliche. Aber wegen mir darf die ganze Welt wissen, dass ich Klopapier mit Schäfchen mag, und wenn die Industrie bald Klopapier mit Enten für mich hat, dann werbt damit, es liegt ja immer noch an mir, ob ich es kaufe!

Und für alle, die meinen doch recht sarkastischen Worten nicht glauben, vielleicht überzeugt ich ja dieses Video!

 

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Alltag | die nicht der Norm entsprechen | Menschen | Tiere

Was sollen denn die Leute denken? Oder: Das schreiende Kind und der bellende Hund!

von am 29. Januar 2014

DSC_2957Wenn Menschen nicht der Norm entsprechen –  Teil 5!

Wenn du nicht in irgendein Raster passt, bleibt nur eins, cool bleiben. Jede Situation so nehmen wie sie kommt. Denn was die Menschen als nicht „Normkonform“ empfinden, ist manches Mal schon merkwürdig.

Ich kann da mittlerweile ganz gut mit umgehen. Zuerst ärgert es mich, dann muss ich es belächeln. Und spätestens nach einer Stunde kann ich über die Dummheit und Engstirnigkeit der Leute lachen. Es wird sich doch eh immer so gedreht, wie es einem selbst grad passt.

Das sich Leute umdrehen, wenn ich an ihnen vorbeigehe, oder regelrecht mich anstarren, das bin ich gewohnt. Ich lächle zurück, wünsche ihnen meist einen guten Tag und gehe meiner Wege. Oder ich gaffe einfach nur zurück. Ist auch meist sehr wirksam, denn mit keinem von beiden rechnet mein Gegenüber. Ich weiß nur nicht warum. Sehe ich so aus, als könnte ich mich nicht frei artikulieren? Ich bin der deutschen Sprache durchaus mächtig.

Was ich nur schade finde, dass meinem Vater das so sehr stört, was die Leute denken. Gestern waren wir alle Mann, meine Schwester nebst meiner Nichte, mein Papa mit Hund und ich plus Hund sparzieren. Das Wetter lud regelrecht dazu ein. Wie ihr alle aus mehreren Berichten von mir wisst, ist mein Hund Oscar sehr schwierig in der Handhabung. So ein kleiner Jack-Russel-Dackel-Mix hat halt seine Eigenarten. Im Park mussten wir uns erst einmal trennen, so dass ich alleine nachkam, da Oscar sich erst runterfahren musste. Er war gar nicht mehr bei mir sondern fand Ella viel spannender als mich. Klar, die hob ja auch ständig Stöckchen auf.

So blieb ich also zurück und versuchte, wie in der Hundeschule gelernt, mit lockerer Leine zu folgen. Von hinten kam dann irgendwann ein älterer Herr mit langem Rauschebart (ja, ihr dürft euch schon den Weihnachtsmann auf Urlaub vorstellen) im flotten Schritt immer näher. Oscar  fand den wohl sehr unheimlich und bedrohlich, so dass er wie ein Berserker bellte. Ich ging mit ihm an den Wegrand und ließ den Mann überholen. Anstatt aber weiterzugehen starrte er über seine Schulter zurück und sagte nur: „Nein, nein.“

Mit diesen Worten schaute er dann wieder nach Vorne und brabbelte weiter. Was es war, konnte ich leider nicht verstehen. Ich weiß auch nicht ob er mit „Nein, nein“ mich oder den immer noch kläffenden Oscar meinte. Freundlich erklärte ich ihm noch hinterher:

„Entschuldigung, dass er bellt, aber er ist leider keine Katze, sonst würde er maunzen!“

Als ich zur Brücke kam, an der wir uns trafen, weil meine Nichte es liebt Steine in den Bach zu werfen, war mein Vater ganz entsetzt. Warum denn Oscar so laut bellen würde. Wir würden überall auffallen.

Ich erwiderte, dass ich doch eh auffallen würde, mit meiner Körperstatur und das Oscar halt ein Hund sei. Für den zahl ich Steuern, trotzdem mach ich die Kacka weg, da darf der auch bellen. Außerdem bin ich Draußen, der werde ich wohl in freier Wildbahn niemanden mit dem Lärm belästigen, Autos fahren doch auch!

Ja, aber die Leute würden ja gucken. Was sollen die denn denken?

Meine Schwester stärkte mir den Rücken. Die Leute würden eh immer schauen, wenn was ist, und dumm Sprüche klopfen. Als Ella das letzte Mal in einer Drogerie gebrüllt hat, da hieß es auch nur, ob das man das Kind denn so schreien lassen müsse. Alle drehten sich zu Nicole um und es wurde getuschelt. Meiner Schwester wurde es zu bunt nach dieser blöden Frage eines älteren Herrn und sagte nur, dass die Kleine halt keinen Knopf zum Ausschalten hätte.

Da könnt ihr mal sehen. Sogar bei schreienden Kindern, die halt mal laut sind, wird sich umgeschaut. Das gehört sich doch nicht. Schreiende, lärmende Kinder, dicke Menschen, bellende Hunde. Wo sollen wir nur enden?

Leute, ganz ehrlich, kehrt vor eurer Haustür! Oder seid ihr alle so perfekt?

Ich bin halt wie ich bin, mein Hund ist keine Katze und Ella hat keinen Knopf zum Ausschalten. Völlig normal und mitten aus dem Leben!

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