360° Blickwinkel | Ausschnittsweise | Gedankenfetzen | Ich | Menschen | Musik | Schubladendenken | Seelenbilder

Prost! ~ Oder: wenn einem Ehrgeiz vorgeworfen wird…..

von am 10. Februar 2018

Hello, it´s me. Und endlich mal wieder kritisch und mit Biss. Hurra, ich bin zurück in alter Form.

Habt ihr auch manchmal Langeweile und überlegt euch, wie man denn seine Zeit am besten rumbekommt? Natürlich muss es etwas sein, was Spaß macht, was nicht sehr anstrengend ist, was man halt mal eben so nebenbei macht. Vielleicht wäre es auch noch nett, unter Menschen zu kommen. Aber bitte, ich will dann auch nur diese Zeit mit dieser Beschäftigung verbringen, die ich totschlagen möchte. Weiter soll mich dieser Zeitvertreib bitte nicht belasten. Nicht das dies noch in Stress ausartet oder, oh je, noch schlimmer irgendwann KEINEN Spaß mehr macht.

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Seelenbilder

„Ich will keine Geschenke, wenn uns das Christkind mit zu Oma in den Himmel nimmt!“

von am 7. Januar 2018

Seelenbilder, mein Blogthema für dieses Jahr.

Auch wenn es jetzt auf den ersten Blick so scheint, soll es nicht nur um meine Mama gehen. Natürlich wird sie immer Mal wieder Thema sein. Und wenn mich jemand fragt, ob es nicht langsam mal gut ist, dem kann ich sagen: Wenn man einen Menschen geliebt hat, dann ist es nie gut. Es wird besser, es ist nicht mehr Hauptthema, aber es kommt eben immer wieder. Und das finde ich auch gut so. Denn wenn ich nicht mehr an sie denke, nicht mehr traurig werde bei Ereignissen, Bildern, Orten oder Musik, dann habe ich sie vergessen. Vergessen will ich sie aber nicht. Deswegen bleibt meine Mama auch weiterhin ein Thema, über das ich schreiben will.
Richtig getrauert habe ich das ganze Jahr nicht. Ich glaube, dass werde ich nachholen müssen. Davor werde ich mich nicht drücken können. Aber da werde ich sehen, was das Jahr mit der Therapie bringt.

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Seelenbilder

Seelenbilder

von am 1. Januar 2018

Zack, von einer Sekunde auf die andere ist ein neues Jahr. Upps, schon 2018.

Das mit den Vorsätzen… das habe ich schon lange aufgegeben. Und das ist gut so, denn ich glaube, wenn es Zeit für Veränderungen ist, dann braucht man dafür keinen Stichtag. Wenn es gut für einen ist, und sich das alles richtig anfühlt, dann schafft man etwas von ganz alleine. Und ein Datum kann keine Zweifel auslöschen.

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360° Blickwinkel | Mamalächeln | Seelenbilder | Wegbegleiter

Ein Jahresrückblick in Bildern

von am 28. November 2017

Bevor ich zu meiner Weihnachtsaktion komme, bevor sich der Todestag meiner Mama jährt und bevor das neue Jahr endgültig um ist, möchte ich schon jetzt zurückblicken. Es war ein emotional sehr schlimmes Jahr. Mit vielen positiven Ereignissen, aber auch mit traurigen Dingen. Für jeden Monat habe ich also ein Foto herausgesucht. Natürlich fehlt noch der Dezember, aber das reiche ich in einem Post kurz vor Silvester nach, wenn ich das alte Jahr den Abfluss hinunterspüle.

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Mamalächeln | Seelenbilder | Trauer

Ostern – in den Schuhen meiner Mutter

von am 11. April 2017

Wir befinden uns in der Kar-Woche. Die Osterwoche. Es ist schon Dienstag. Irgendwie kam Ostern jetzt schneller als gedacht. Die Natur blüht, alles wirkt hell und freundlich.

Und das Leben geht weiter.

Es ist erst neun Uhr. Und in der Wohnung riecht es nach frisch gebackenem, süßen Osterbrot, mit Rosinen. Nachdem ich Weihnachtaten nicht, wie sonst Tradition, Weihnachtsplätzchen gebacken habe, habe ich mich für eine neue Tradition entschieden. Ich beschenke meine Lieben mit selbstgebackenem Brot.

Als ich vorhin mein Blogbeitrag im Kopf schon formte wusste ich, dies ist ein Mama-Lächeln Post. Das erste Osterfest ohne Mama, und wir versuchen Traditionen zu bewahren, aber auch neue zu definieren.

Ich hab die letzten Wochen so ein wenig Mamas Vorbereitungsmethoden übernommen. Nach Angeboten schauen, bei jedem Einkauf schon Osterartikel gekauft und eine riesige Tüt mit Schokoladeneiern und Hasen nun hier stehen. Soviel wollte ich gar nicht kaufen, aber ich musste es. Denn… es war immer so. Und ich habe den Wunsch, dass es auch ohne Mama so ist.

In den letzten Tagen halte ich viel inne. Ich atme, so wie Jasmin es mir aufgetragen hat, und komme zu Ruhe.

Ich habe die Trauergruppe verlassen, ganz bewusst, weil das Reden in einer mir fremden Runde nichts für mich ist. Ich habe das Gefühl, dass Fremde das nicht erreicht, was ich fühle. Und deswegen nehme ich meinen Blog. Und meine Freunde. Und vor allem meine Familie. Sie sind mir Halt und Trost. Die Dame, bei der ich die letzten Termine gecanceld habe, war sehr nett. Sie sagte, es wird immer wieder hochkommen. Und das stimmt.

Aber es ist nicht mehr schlimm. Ich denke gerne an Mama und es stimmt mich dann natürlich traurig. Doch immer wieder drängt sich mir dann auch die Frage auf: Wäre sie stolz auf mich? Wäre sie zufrieden mit dem, was wir tun, wie wir Ostern vorbereiten?

Natürlich antwortet sie mir nicht, aber ich spüre, dass sie stolz wäre. In dem, was und wie wir es tun, lassen wir ihren Geist weiterleben. Ich kann das gerade nicht anders ausdrücken. Wir haben ihre Sachen in unseren Alltag integriert und so bleibt sie, obwohl sie weg ist, noch immer unter uns. Sie hat uns etwas hiergelassen. Das Gefühl, Familie zu leben.
Und das kommt gerade zu solchen Festen zum Tragen.

Nicht nur Ostern mit all den Familientraditionen steht vor der Tür. Auch Lara, meine 2. Nichte, erblickt bald das Licht der Welt. Für meine Schwester ist das noch spannender als für mich. Aber auch hier stecke ich in den Schuhen meiner Mutter. Die fülle ich aus, aber anders als sie.
Das was wir vorhatten, eine Babydecke, das erste Stofftier, die Taufpatenschaft, das alles wird nun neu sortiert, aber trotzdem umgesetzt.

Ich mag mich in dieser Rolle, obwohl sie sehr anstrengend manchmal im Rücken ist. Mir ist es so sehr wichtig, das alles in Mamas Sinne zu machen. Diese kleinen Feinheiten weiter zu leben und zu gestalten.

Wie halt, dass es Schokohasen für alle zu Ostern gibt.

Die Wellen kommen noch, aber sie ebben ab. Ich trinke sogar wieder Kaffee, und das fühlt so richtig gut an.

Es stimmt, Ostern beginnt alles von Neuem. Jesus ist für uns auferstanden und hat uns allen neue Hoffnung geschenkt. Das ist der Kern des chrsitlichen Glaubens. Ich weiß, viele in meinem Dunstkreis, die glauben nicht. Die sind nicht so kirchlich. Aber Mama war das wichtig, das war einer ihrer Stützpfeiler in all den dunklen und schweren Stunden, immer, wenn sie dem Tod wieder mit rausgestreckter Zunge von der Schippe gesprungen ist.

Ich habe das immer bewundert. Klar glaube ich auch, aber Mama war da so unerschütterlich drin.
Ich verstehe sie jetzt. In den letzten Wochen war der Glaube auch mir eine große Hilfe. Verstehen, warum Gott  uns sie schon genommen hat, das können wir wohl nicht, denn er antwortet nicht. Aber der Glaube, dass das alles früher oder später Sinn ergibt, das hilft sehr.

Den Blick auf die positiven Sachen, den habe ich mir bewahrt.
Mama, auch wenn du nicht mehr da bist, ich laufe weiter, in deinen Schuhen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe deine karierten Schuhe nun an. Die blauen. Wenn ihr euch das Foto zum Blogbeitrag anschaut, dann seht ihr sie.

Das Foto entstand letzte Woche auf der Kirmes. Wir haben fotografiert. Ulrike und ich.

Auch das war ein Mama-Lächeln Moment. Und Tränen gab es auch. Denn im Herbst waren wir auf genau derselben Kirmes. Mama, Lars, Ella, Sascha und ich. Nicole war zu Hause, schwanger mit Lara und mit Übelkeit. Und auch dort habe ich fotografiert.

Das Leben geht weiter. Und wir leben jede Minute für meine Mama, in Gedanken an meine Mama und mit all dem, was sie uns für unser Leben mitgegeben hat in ihrem Sinne.

Sie malte uns das Leben bunt. Bunt wie die Ostereier, die wir Freitag malen. Bunt wie der Osterstrauch, den ich und Ella vor der Haustür bei Papa geschmückt haben. „She painted our life, colorful, black and white“

Mama, ich gehe weiter in deinen Schuhen und mach sie passend für mich. Ich werde nie sein wie du, aber ich kann so sein wie ich bin mit alldem in mir, was du mir mit auf meinen Weg gegeben hast. Und da bist du ein Teil von mir. Und ich stecke mit meinen Füßen in deinen Schuhen. Danke, das du mich zu diesem Menschen gemacht hast.

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Ein Doo in F, Sonnenschein und Eis

von am 25. März 2017

„Lass die Sonne in dein Herz, schick die Sehnsucht himmelwärts…“

So lautet eine Zeile der Schlagergruppe Wind. Das Lied ist echt schon alt, aber wenn ich den heutigen Tag Revue passieren lasse, dann beschreibt diese Zeile es einfach am besten, wie es mir geht.

Heute ist ein grandioser Frühlingstag, etwa 14 Grad, der Wind ist noch frisch und er erinnert noch an den vergangenen Winter. Aber es ist sonnig, der Himmel ist blau und die Farben erstrahlen. Nun befinde ich mich nach einer sehr tollen Chorprobe mit meinem schmerzenden und fiesen Rücken halb liegend auf dem Sofa in der Sonne und möchte meine Gedanken aufschreiben.

Ich habe heute die Sonne in mein Herz gelassen. Und meine Sehnsucht zu meiner Mama himmwärts geschickt. Und… ich war nur ganz kurz traurig. Denn den Frühling, kurz vor Ostern, diese Zeit mochte sie sehr. Sie hat immer ihre Wohnung  dekoriert, hat die Hasen rausgeholt und Blumen gekauft. Narzissen, Tulpen, Primeln.

Auf meinem Tisch hier im Wohnszimmer steht auch ein Bund mit Tulpen, sogar meinem Papa habe ich einen Bund mitgebracht. Er macht sich da eigentlich nicht soviel draus, aber irgendwie war es mir ein Bedürfnis diese Tradition meiner Mama fortzusetzen. Im Frühling beginnt eben neues Leben, ein neuer Zyklus. Ein ganz neuer Lebensabschnitt.

Heute morgen las ich sehr gerührt einen Kommentar unter meinem letzten Blogbeitrag. „Die Leserin“ hat mir einen richtig hilfreichen und vor allem lieben Kommentar unter meinem doch eher depressiven Post geschrieben. Dafür möcht ich an dieser Stelle DANKE sagen. Der kam genau richtig.

Trauer muss nicht immer nur negative Gefühle beinhalten. Liebe, ja auch Liebe ist ein Gefühl von Trauer. Ich war auch nicht wirklich traurig, als ich an meine Mama und ihre Traditionen der ersten Frühlingstage gedacht habe. Schwermütig, oder besser melancholisch war ich. Aber ich hatte Freude ihre Hasen aus der Dekokiste zu kramen und zu verteilen. Und mein Herz hüpfe, als ich die Tulpen auf den Tisch stellte.

Ich weiß was „Die Leserin“ mit ihrem Kommentar meint, wenn sie schreibt, dass die Trauer nicht weg geht, sondern das sie einen gesunden Platz im Leben haben soll. Ja, ich glaube heute war so ein Tag, die Trauer war da, ich habe an meine Mama gedacht und trotzdem hatte ich einen sehr schönen Tag. Von den Rückenschmerzen mal abgesehen.

Aber mit der Trauer ist es wie mit meinem kaputten und verhunzten Rücken. Es kommt auf die Sicht der Dinge an. Das habe ich heute gelernt. Und diese Einsicht bringt mich auf meinem Trauerweg weiter nach vorne. Ich muss diese Gefühle einfach zulassen, notfalls Innehalten und das Leben weiterleben, was mich erfüllt.
So habe ich eben heute meine Rückenschmerzen genommen, die Zähne zusammengebissen und mit meinem Sitzkissen die Chorprobde durchgezogen. Um welchen Preis? Der Rücken tut noch mehr weh, ich hänge hier gerade wie ein Schluck Wasser in der Kurve, neben mir der Hund. Aber die Rückenschmerzen sind, nein, nicht egal, aber ich weiß, warum ich sie habe. Weil ich gesungen habe, etwas gemacht habe, was mich mit Freude erfüllt hat. Und dann nehme ich auch den unangenehmen Rückenschmerz in Kauf. Bis spätestens Montag ist der wieder weg, solange übertünche ich den Schmerz mit den vollklinden Doos in F und einem knackigen Scat Calypso und den vielen lachenden Chormitgliedern.

Und auch mit meiner Trauer werde ich nun so umgehen können. Denn es ist ebenfalls ein Schmerz. Der tut eben nur anders weh. Ich werde die Schmerzen annehmen und schauen, was ich trotz ihnen machen kann und zulassen, dass der Schmerz der Trauer an die Oberfläche tritt. Denn mir ist nun bewusst, dass es neben dieser schmerzlichen Trauer eben auch die „schönen Seiten“ der Trauer gibt. Nämlich die positiven Erinnerungen, die mit der Trauer ebenfalls einhergehen können. Wie die Tulpen und der Sonnenschein heute.

Mir ist völlig klar, dass diese Tage auch weiterhin kommen werden, wo es einfach nur schwer ist und ich weinen muss… Aber, das nehme ich an… so wie diesen Rückschmerz nach der Chorprobe… Solange es immer etwas gibt, was mehr wiegt als die negativen Empfindungen, wird alles wieder gut.

Ich sitze hier, höre Sasche, wie er bei Kibo.FM moderiert, der Kater liegt auf dem Esstisch… Ja, fragt besser nicht. Oscar liegt eingekringelt neben mir auf dem Sofa. Vor mir liegt das Handy. Als Wallpaper habe ich ein Bild von mir mit meiner Mama. Sie lächelt mich an und hält ein Bonbon mit goldenem Papier in die Kamera. Sie grinst mich an. Und ich sitze hier, habe ein Eis mit Vanille und Keksstückchen und muss zurückgrinsen.

Denn ich weiß, was sie sagen würde.
Claudia, so ist es richtig. Lass es dir gut gehen und achte auf dich.

Und beim Thema Chor? Da würde sie mit mir lachen… denn…. Wir „tanzen“

Ich blicke aus de Fenster. Es ist 18:33 und die Frühlingssonne geht langsam unster. Man sieht ein helles Orange am Horizont. Die Vögel zwitschern mit Kiras Schnurren um die Wette. Irgendwo da lacht meine Mama jetzt bestimmt und denkt sich:

„Ach herrje, meine Große singt und tanzt. Wie ein Affe auf dem Schleifstein!“

Aber ich weiß, sie wäre stolz auf mich.

Das Leben geht weiter, das Leben ist schön, es erfüllt mich so Vieles mit einem Sinn. Das musste ich nur wiederfinden.

Es ist schade, Mama, dass du das nicht mehr Live miterleben kannst, wie ich zu einem freudigen Doo meine Arme im Rhythmus bewege, aber ich weiß, du bist bei mir.

Diese Gedanken stimmen mich wieder melancholisch, ein wenig traurig aber sie bringen mir auch die Sonne in mein Herz.

„Lass die Sonne in dein Herz, schick die Liebe himmelwärts…“

Ja, jeden Tag ein wenig mehr, denn ja, diese Phrase stimmt.

Zeit heilt alle Wunden und eine Narbe bleibt zurück, die es mit Sonnenschein zu pflegen gilt. Und dafür habe ich viele Dinge in meinem Leben, die mir den Sonnenschein bringen.

Ein Doo auf F, Eis und zwei Frauen mit Zauber im Herz.

Und natürlich die besten Freunde der Welt.

Ja, mir geht es gut, ich habe die Sonne im Herz und langsam eine Ahnung, welche Richtung mein Trauerweg nimmt.
Ich sehe wieder ein Licht auf diesem Weg. Die Sonne, die ich eben immer wieder erneut ins Herz lassen musst.

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Musik | Seelenbilder | Trauer

Stimme, der Spiegel deiner Seele

von am 18. März 2017

Seit Donnerstag reflektiere ich mich nun selbst. Wann bekommt die Stimme die Tendenz in die Kopfstimme, wie verhält sich mein Körper, was ist angespannt, wie geht es mir damit?

Einiges wusste ich schon vorher. Wenn Oscar mich zum Beispiel nervt, weil er so zieht oder mal wieder nicht die Bohne hört, dann qietsche ich schon sehr. Oder wenn ich angespannt bin, weil ich nicht weiß, ob ich alles zur vollsten Zufriedenheit für meinen Papa gemacht habe. Stress und Druck, den ich mir zum Teil selber mache, dass ist ein Auslöser. Das wusste ich selbst, aber in den letzten Tagen habe ich da extrem drauf geachtet, und mir ging es besser. Ich war insgesamt viel ausgeglichener und entspannter. Es hatte sogar Auswirkungen auf die Schalfqualität (nicht die Quantität, leider). Ich war innerlich sehr ruhig, weil ich mich immer wieder selbst ermahnt habe, das ich vor allem Abends sehr schnell zu Ruhe gekommen bin und wenigstens schnell einschlafen konnte. Wer weiß, vielleicht klappt das dann auch bald wieder mit dem Durchschlafen.

Auch bei positiven Stimmungen quietsche ich gerne mal, Freude oder Glück. Oder wenn ich den Hund lobe, weil er was ganz toll gemacht hat.

Aber eines habe ich die letzten Tage auch von mir begriffen.

Ich will nicht, dass man mir anmerkt wie es mir geht, und in diesen Situationen spanne ich an und die Stimme geht hoch… und… ich fange an zu schwitzen. Völlig dumm und widersinnig.
Weil ich nicht will, das man mir die Trauer ansieht, das ich im Moment so gar nichts geschissen bekomme. Das ich mir für (fast) alles einen Arschtritt geben muss, um es zu machen. Im Moment gibt es nur wenige Dinge, die mir einen Sinn und Halt geben. Das ist der Rehasport im Bewegungsbad, die Krankengymnastik, der Chor und der Gesangsunterricht. Und seit einer Woche auch die Proben um Probenraum. 2-4 Stunden können Sascha und ich uns da der Musik widmen.
Alles andere? Haushalt? Lesen? Einkauf? Nur weil ich muss… Nicht weil ich will. Und immer ist da dieser Kloß im Hals, der zwar bei den schönen Aktivitäten in den Hintergrund rückt, aber den ich nie ganz herunterschlucken kann.
Dieser signalisiert mir stets: Es ist noch nicht vorbei, dir geht es nicht gut.
Warum will ich denn, dass die Menschen es nicht mitbekommen? Vor allem auch so Menschen, mit denen ich häufig zu tun habe?

Ich will nicht, dass die was falsches denken? Dabei ist das ja Bullshit. Was sollen die schon denken?
Das ich bei Fremden nicht schwach sein möchte, das ist mir klar. Ich will nicht erklären müssen, warum ich weine. Das will nicht vor allen die Heulsuse darstellen. Warum auch immer.

Die letzten Tage, seit ich die Stimme nicht mehr „gekünstelt“ hochpusche, fällt es mir schwer, meine „Rolle“ der gutgelaunten Kari zu spielen. Ich weiß nicht, ob die liebe Jasmin das beabsichtigt hat, ob sie das geahnt hat, das meine Stimmung nur eine „Rolle“ für andere ist. Aber mit dieser Achtsamkeitsübung meine Stimme betreffend löst sich gerade so einiges. Da hat sie irgendwie in ein Wespennest gestochen.
Meine Stimme ist also auch eine Fassade. Hey, schaut, wie gut es mir geht. Ich bin stark und ich schaffe das. Obwohl ich lieber, auch beim Gesangsunterricht, heulen würde. Vor allem dann, wenn ich locker singe und die Töne alle Gefühle aus meiner tiefsten Seele mit nach oben durch das geöffnete Walloch pusten.

Das ist dann wie buddeln in der Erde. Man stößt irgendwann, wenn man nur tief genug gräbt auf Wasser. Das macht die Stimme und der Gesang auch mit mir. Vor allem, wenn Text und Melodie in mir was auslösen und ich scheinbar schwerelos singe. Wenn alles fließt und leicht ist. Meine Stimme durchdringt meinen ganzen Körper und es kommt auch das zum Vorschein, was ich vorher brav verbuddelt habe.
Aber… das… macht Angst.

Was Blödsinn ist. Ich weiß. Aber in Kontrolle abgeben war ich ja noch nie gut. Ich hab lieber auf alles eine leitende Hand.

Was bringt mir diese Achtsamkeitsübung der Stimme nun mehr, als viele Einsichten?

Das es sich wundervoll anfühlt, wenn alles so locker ist. Und das ich den Preis der Tränen gerne dafür zahle…. Ich sollte Taschentücher mitnehmen nächsten Mittwoch.

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