Menschen | Tiere

Leinenpflicht!

von am 11. Oktober 2016

Was für einen gut erzogenen Hund wir haben. Auf uns fokussiert, neugierig, aber immer mit dem Signal an uns: gebt mir den Abstand, den ich brauche.

Oscar geht nicht offensiv aggressiv auf Hunde los, oder zeigt sich fröhlich als Wadenbeißer. Nein, Oscar ist eher der Einzelgänger, distanziert und sucht sich die Menschen und Hunde, die er mag, aus. Alle anderen ignoriert er.

Ich erzähle dann Romane bei Fremden. So tickt mein Hund. Und, nein, der war schon so als Welpe. So ein bißchen wie ich. Reserviert und skeptisch bei Fremden.Wir können Oscar also seine Wohlfühlzone einrichten. Stressfreies Gassi gehen. Sich freuen, wie toll er hört, wie wir ihn an Unbekannten Menschen und Hunden vorbeilotsen können, ohne dass er unsicher wird.

Aber es gibt ja generell Menschen, die alles besser wissen. Der Herr im Fahrstuhl mit der Leiter:

„Ach, ihr Hund bellt nur, weil der meine riecht. Der soll doch mal an meiner Hose riechen.“

Sprach der Maler und mit nem Kick schnellte der Fuß Richtung Oscar, der eh schon verängstigt in der Ecke im Fahrstuhl saß, ohne Fluchtmöglichkeit.

Klar, was mein Hund getan hat, oder?

Oder am Wochenende der Jäger.

„Ich hatte schon immer Hunde und alle mochten mich. Jetzt komm doch mal zu mir!“

„Mein Hund mag das nicht, würden sie ihm bitte ihre Liebe nicht aufzwingen!“

„Aber alle meine Hunde mochten das!“

Gut das Oscar sich nicht locken ließ, sondern einfach weiterging. Wäre der Jäger im Rentenalter fitter gewesen, hätte er Oscar sicher verfolgt und ihn auf den Arm zum Knuddeln genommen…

Und ich will mir nicht vorstellen, was abgegangenen wäre.
Heute ist Oscar friedlich an anderen Hunden vorbei. Die waren allerdings ohne Leine unterwegs und Bockwurstdackel marschierte hinterher. Nachdem Herrchen öfter hinterher brüllte, wendete Dackel.

Der Hinweis auf die Leine wurde abgetan:

„Das müssen sie schon mir überlassen!“

Ja, aber das Wohlbefinden des Hundes muss man Sascha und mir überlassen. Und das hätte gerne die Leine für forsche und zu nah  tretende Hunde. Es gilt nicht umsonst die Leinenpflicht. Und die will ich bitte auch für unbelehrbare Menschen!

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Menschen | Tiere

Krümel, jetzt ist aber mal gut

von am 28. August 2016

Wie schnell bekommt man als Hundebesitzer den Stempel aufgedrückt, man hätte seinen Hund nicht im Griff,  der Hund sei nicht erzogen oder man würde seinen Hund einfach quälen, weil man Dinge so macht wie man sie macht. 
Dabei mache ich die Sachen, die ich mache, weil ich weiß wie mein Hund tickt und funktioniert.  Ein Hund ist eben keine Sache mit Knöpfchen und funktioniert nicht nach Handbuch.  Jeder Hund ist anders,  wie Menschen eben auch.

Ihr könnt euch nicht vorstellen wie ätzend es mittlerweile ist immer den selben Satz zu hören, wenn ich Oscar an der kurzen Leine halte. 

„Sie müssen keine Angst haben.  Mein Hund tut nichts.“

Das freut mich natürlich sehr für den anderen Besitzer. Aber ich mache nicht Sachen,  weil ich andere Hunde einschätzen kann. Ich bin schließlich keine Hellseherin. Nein,  ich kann nur Oscar einschätzen. Und da ich weiß,  er mag es nicht,  wenn andere Hunde ihm zu nah auf die Pelle rücken und geht die anderen Hunde dann an, nehme ich ihn kurz.  Um die anderen Hunde zu schützen und Oscar einen Komfortbereich zu schaffen.

„Ihr Hund vielleicht nicht, aber meiner vielleicht.“

Eigentlich müsste ich diesen ganzen Zirkus nicht veranstalten. Oscar ist da eigentlich typisch Hund.  Er mag nicht was der andere Hund tut.  Und da Oscar nicht reden kann macht er halt Hundekommunikation. Er knurrt, schnappt kurz und signalisiert seinem Gegenüber so: Freundchen, ich mag das nicht, was du gerade da machst,  wärst du so freundlich das zu lassen?

Wir Menschen machen das verbal,  Hunde können nur leider nicht reden.  Also wird das etwas anders geregelt.  Wenn der Mensch es denn zulassen würde. Aber wenn mein Hund seine Grenze seinem Artgenossen mitteilt, bin ich die böse unerfahrene HundeBesitzerin die einen aggressiven Köter hat. Oh nein, der liebe Fiffi wurde von dem bösen Terrier gezwickt.

Ja, weil Fiffi unverschämt nahe kam und aufdringlich wurde. Das mag Oscar nicht. Wie soll er sich sonst ausdrücken?

Damit ich nicht immer von den anderen Hundehaltern angekackt werde, kann Oscar jetzt das Kommando „rück“

So kann ich mich zwischen ihn und andere Hunde stellen und Oscar seine Grenze geben, die er braucht.

Aber auch dafür gibt es Schelte.

Sie müssen ihrem Hund Freiraum geben,  der braucht Kontakt zu anderen Hunden, mein Hund tut nix.

Da könnte ich ja aggressiv  werden.
Leute, ich gebe meinem Hund seine Wohlfühlgrenze. Und eurem Hund erspare ich Oscars  Meinung zum Thema aufdringlich am Pimmel schnuppern.

Heute ging das jedoch alles zu schnell und Oscar hat so nen kleinen Krümel, einen Welpen aus dem Haus, die Meinung gesagt. Gemaßregelt nennt man das. Weil der Welpe keinen Respekt hatte.

Oscar  war  anfangs freundlich und aufgeschlossen, aber der Krümel wurde respektlos  und sprang an Oscar hoch. Darauf hin hat Oscar nicht mehr als eine erzieherische Maßnahme ergriffen und den Winzling ermahnt.

Für den Welpen war das augenscheinlich  kein Problem, der wollte wieder zu Oscar.

Ratet mal, wer das Problem war.

Der Besitzer. Sein armes Baby wurde von dem bösen Hund angegriffen. Oh und jetzt hat er so eine Angst.

Und er machte genau das falsche mit dem Welpen. Auf den Arm wurde der Hund genommen und wegetragen.

Sascha wurde angemacht, man müsse doch sehen, dass das ein Welpe sei, und dem Welpen wurde signalisiert, es war alles ganz doll schlimm. Hab Angst, das ist voll gerechtfertigt, wenn du Angst hast…

Und der Besitzer sagte noch, er habe 13 Jahre Hundeerfahrung und „so was noch nie erlebt“.
Gut das Oscar nur ne Fußhupe ist. Wenn ein Schäferhund dem Knirps die Meinung gegeigt hätte, hätte das noch schlimmer ausgesehen. Aber nur so können Welpen Sozialverhalten von Hunden lernen. Der Kleine wird nicht mehr einfach wild mit älteren raufen. Die Lektion hat er jetzt drauf.

Ich hab da mal Tipps

1. Wenn ihr eure Hunde ohne Leine laufen lasst, dann habt auch die anderen Hunde auf dem  Plan. Nur weil euer nix tut, heißt das nicht, dass die anderen so umgänglich sind

2. Nicht jeder Hund ist gleich, deswegen gibt es nicht die EINE Erziehungsmethode 

3. Nicht unsere Hunde sind das Problem, sondern wir. Wenn die sich nicht verstehen, regeln die das schon auf ihre Art. Und das hört sich schlimmer an als es ist. Hunde kennen keine „böse Absicht“. Hunde sind Tiere und leben nach ihrem Instinkt.

4. Es gibt keinen Welpenschutz den andere Hunde riechen. In ihrem eigenen Rudel haben Welpen Schutz, jedoch werden sie auch dort von den älteren erzogen. Kinder müssen erzogen werden, dass Leben ist eben kein Ponyhof!

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Fotografie | Tiere

Im Zoo

von am 23. Juli 2016

Gehstreckentraining der besonderen Art. Heute war ich mit meiner Nichte im Zoo. Gut zu Fuß war ich nicht, aber ich habe es durchgezogen. Nun bin ich gar und sichte Fotos, leider ist das Objektiv hin. Es belichtet die Bilder über und die Fotos sind unscharf. Einige wenige sind aber was geworden.

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Gedankenfetzen | Ich | Menschen | Tiere

Atmosphäre – Spontane Gedanken

von am 4. Juli 2016

Der Umzug ist vorbei. Viele Kleinigkeiten sind noch zu tun, aber so ganz langsam kommt ein Alltag in unser Leben.

Ich fühle mich wohl. So wohl, wie schon lange nicht mehr.

Und auch unser Hund Oscar scheint sich wohl zu fühlen. Er ist entspannt und  verhält sich anders. Irgendwie hab ich das Gefühl, er ist nicht mehr so auf Krawall aus.

Und mir kommt in den Sinn, was man so über Hunde erzählt. Das sie Menschen gleich einschätzen können, wenn sie ihnen begegnen. Im alten Heim hat Oscar immer alles und jeden angespackt, gebellt und ähnliches. 

Ob Oscar instinktiv wusste, wie die Menschen in dem Haus drauf waren?

Oder hat Oscar einfach mein Bauchgefühl reflektiert und während ich immer freundlich gelächelt hab, hat Oscar einfach meine Meinung gebellt.

Fest steht. Hier geht es mir anders. Und das ist gut. Denn egal ob es die Menschen sind, die Oscar einschätzt oder ob er mein Bauchgefühl reflektiert, die freundliche Atmosphäre passt  hier und man fühlt sich gleich herzlich aufgenommen.

Eines muss ich mir jedoch für die Zukunft vornehmen. Wenn mein Bauchgefühl sich wieder zu Wort meldet, dann werde ich es selbst kommunizieren. Oscar als Sprachrohr ist wirklich unfair.

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360° Blickwinkel | Menschen | Tiere

Haarspalterei

von am 20. Juli 2015

Hurra, die Flitzpiepen sind wieder da…. Nach der Hitze müssen sie wieder piepen, diese saisonalen Flitzpiepen. Oder es liegt einfach am Sommerloch.

Und was musste ich mit erschrecken feststellen? Sie sind echte Dramaqueens, Haarspalter und Klugscheißer. Sie möchten anderen zeigen, wie klug sie sind, indem sie andere vor anderen dumm machen. So brüllen und zwitschern sie nach Aufmerksamkeit.

Schaut was sie gemacht hat, wie dumm die doch ist, ich, die großartige Flitzpiepe weiß es soviel besser. Deswegen stimmte ich in einem Kanon mein Lied an, um mit Gleichgesinnten mein fröhliches Lied zu zwitschern, um diese Person zu verspotten. Es wird schon an ihre Ohren dringen, wenn wir nur genug Flitzpiepen sind, fröhlich zwitschern, tirillieren.

Ich mag dieses Lied, was sie singen. Manchmal würde ich mir nur so sehr wünschen, dass es vielleicht mal die ernsten Themen der Welt sind, über die sich so aufgeplustert wird. Denn wenn sich Flitzpiepen mal zusammentun würden, gegen Rassenfeindlichkeit, Mobbing und vielleicht auch Homophobie, solche Lieder gemeinschaftlich anstimmen würden, fände ich sie vielleicht nicht mehr ganz so schräg.

Gruppendynamik und Netzwerking für den guten Zweck. Wünschenswert und sinnvoll. Um über seinen begrenzten Tellerrand des Flitzpiepen-Daseins hinauszuschauen. Die Welt würde soviel besser werden können.

Ich weiß, das ist ein frommer Wunsch und die Flitzpiepen sind eben wilde Vögel, die man nie bändigen kann, aber vielleicht kann man sie eindämmen, mit Watte in den Ohren. Und der kleinen Bitte. Trällert in euren eigenen vier Wänden euer eigenes Lied. Denn da finden sich bestimmt genug Themen im eigenen Horst, über die man singen kann. Schade, dass Flitzpiepen so klein sind, ich würde ihnen die Arbeit mit dem Besen beibringen, den sie in und vor ihrem Nest gerne schwingen können.

Ich hab keine Wahl, ich werde sie nicht ändern können. So nehme ich einfach meine Oropaxx wieder zur Hand und stopf sie mir zu Ingnoranzzwecken wieder rein, denn ich habe ihren Liedern mal wieder viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt. Sollen sie doch ohne Publikum weiter ihr kompetenes Liedgut zum besten geben, im Chor oder auch im Solo-Gesang. Wie ihnen beliebt. Fest steht, diese Flitzpiepen-Lieder sind mir echt zu schräg. Ich hoffe, dass auch diese Saison wieder schnell vorbei geht und die Flitzpiepen ihrem Leben wieder nachgehen können, ohne sich aufzuplustern.

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360° Blickwinkel | Ich | Menschen | Tiere | Waffelmoment

Vom Klischee-Köter

von am 29. April 2015

„Muss ihr Hund bellen?“

Das ist keine rhetorische Frage, die ich hier stelle, sondern eine, die ich selber schon oft genug gehört habe.

Lasst uns diese Frage noch einmal beleuchten. Die Frage, ob mein Hund bellen muss. Ah, ein Verb und ein Substantiv. Ein Hund bellt. Passt zusammen, machen Hunde, ist keine Frage. Und ob MEIN Hund bellen muss? Was soll mein Hund sonst tun? Auch wenn es nicht MEIN Hund wäre. Er wäre ein Hund. Und was tun Hunde? Richtig. Die machen Wau. Nennt man im Volksmund auch bellen. Alles andere klänge auch sehr komisch. Muh, Miau, Kikiriki… bei diesen Lauten würde ich mir sorgen machen. Was soll das also, was will der Fragesteller? Klar, mein Hund kläfft, das nervt, und das soll ich abstellen. Aber dann soll man mir das auch sagen. Und nicht fragen, ob mein Hund bellen muss.

Mein Hund ist eben ein Hund mit allen Klischees. Da scheint er drauf zu stehen.

Er bellt, er pillert auf drei Beinen (meistens), macht Häufchen (die ich weg mache), bellt, wenn er was doof findet (Scheiße, Mist oder Ruhe sagen kann er nicht, das ist immer Wau), er frisst gerne Leckerlis usw.

Ist ein typisches Hundeverhalten. So wie Kühe wiederkäuen, Vögel Nester bauen und Spinnen bei 80% der Frauen hysterische Anfälle auslösen.

Also, liebe Fragesteller. Bevor ihr mich das noch einmal fragt, überlegt erst mal. Mein Hund muss bellen, weil er ein Hund ist. Könnt ja mal googlen. Sprache des Hundes, Laute des Hundes, dann wird euch einiges klarer!

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Tiere | Waffelmoment

Flitzpiepe – Forscher entdecken gut getarnte Unterart

von am 9. März 2015

Wie soeben im Live-Stream des Ornithogynäkoloverband berichtet wurde, ist es Forschern gelungen, eine sehr verbreitete, jedoch unscheinbare Art der allgemeinen Flitzpiepe zu entdecken.

In ihrem Dasein stellen sie schon fast eine komplett eigene Population dar, weswegen sie nun auch einen eigenen Fachausdruck bekommen haben.

Es handelt sich um die Gattung Flitzpiepus feminunus.
Diese Gattung zeichnet sich durch ein rhythmisches, zyklisch wiederkehrendes Aufplustern und Meckertiraden aus. Etwa alle 21 Tage beginnt diese Piepenphase, und lässt sich in drei Etappen unterteilen. In den ersten Tagen erahnt man den Drang nach Gezwitscher, sie plustern sich auf, haben Gelüste nach Schokolade oder müssen zwanghaft ihr Nest sauber halten. Diese Phase dauert etwa 2 – 5 Tage. Danach wird das Gezwitscher laut. Und gleichtzeitig ändern sie häufig die Gefiederfarbe. Um den Schnabel herum sind sie meist blass, Beine und Bauch leuchten dagegen in strahlendem Rot. Diese extreme Phase der Flitzpiepues femininus ist mit äußerster Vorsicht zu genießen, vor allem die Männchen haben in dieser Zeit einiges zu ertragen. Häufig haben die Forscher wirklich aggressives Verhalten beobachten können. Auch kamen dabei immer mal wieder Männchen ums Leben. Die Flitzpiepus femininus sind in diesen Tagen nicht einschätzbar in ihrem sozialen Verhalten. Nach diesen Tagen, etwa 3 – 6,  bildet sich das Gepluster zurück, nur um sich nach etwa 21 Tagen wieder neu aufbauen zu könnenn.

Die Melodien, die gesungen werden, unterscheiden sich von saisonalen Flitzpiepen. Sie sind mindestens 2 Oktaven höher und sie klingen schnippischer. Oft sind ihre Melodien immer gleich, so dass man die Flitzpiepus feminunus nach einigen Zyklen gut von den saisonalen Flitzpiepen unterscheiden kann.

Wenn diese Art der Flitzpiepen trächtig sind, dann gleichen sie sehr den ganzjährigen Flitzpiepen. Sie haben stets was zu zwitschern und singen in einer Tour.

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360° Blickwinkel | Ich | Tiere

Der Kater, mein Herr und Meister

von am 27. Februar 2015

Manchmal hasse ich mich selber. Ich nehme mir jedes Mal vor, standhaft zu bleiben, und dann stelle ich mir selber wieder ein Bein.

Wie der geneigte Leser meines Blogs weiß, besitzen wir zwei Katzen und einen Hund (ihr wisst schon, der Fahrstuhl-Pisser).

Mit zwei von drei Tieren gibt es keinerlei Probleme. Nur unser Kater treibt mich zur Weißglut (besonders während der Regel könnte ich ihn aus dem Fenster werfen). Wenn er was will, dann maunzt er. Nicht nur so ein kleines „müüüh“ wie sonst. Nein, ein herzzerreißendes Maunzen als würde er jeden Augenblick tot umkippen. Früher bin ich sofort aufgesprungen und habe geschaut, was er hat. Mittlerweile zieht das aber nicht mehr. Dafür hat der Kater jetzt aber ein anderes Mittel. Wir werfen einfach so lange Dinge vom Schrank, bis Frauchen wieder springt und dem Katerchen ALLE Wünsche erfüllt. Kraulen, Spielen, Fressen…..

Gerne setzen wir uns dafür auch in den Flur, denn da hallt es ja so schön.

Mein Mann ist die Ruhe selbst. Ihn interessiert das Maunzen nicht, er scheint es nicht einmal zu hören. Und wenn ich dann nachgebe, schnauzt er mich auch noch an.

„Kein Wunder, dass der Kater macht, was er will. Du lässt es ja auch durchgehen. Als du eine Woche im Krankenhaus lagst, hatte ich keine Probleme. Er hat es einen Abend lang probiert, und als er merkte, dass ich nicht reagierte, gab ER auf.“

Ja, mein Mann hat ja recht. Ich habe in der Erziehung unserer Katze viel falsch gemacht. Aber es ist irgendwie wie bei einem Baby, da kann ich auch nicht hart bleiben. Immerhin haben wir ihn quasi mit der Flasche aufgezogen, da ist er mir halt ans Herz gewachsen, und ich möchte dass es ihm gut geht.  Und dieser kleine Pfoten-Terrorist (ich schwöre euch, dieser Kater war bei Osama im Trainingslager!) nutzt das gnadenlos aus.

Wir werden es nicht ändern können, fürchte ich. Unser Kater wird uns solange aufn Keks gehen, bis wir tun, was er verlangt. Aber dafür hat man doch auch Haustiere, oder? Die schiebt man nicht einfach zur Seite, und ignoriert sie. Die WOLLEN Aufmerksamkeit, die WOLLEN Zuwendung. Die Frage ist also, wer von uns beiden (also mein Mann und ich) der Herzlose ist. Er, der das Maunzen ignoriert, oder ich, die alles tut, damit es dem Kater gut geht.

Was ist eigentlich mit der anderen Katze? Och, die….die legt sich hin und pennt. Die ist nicht so anspruchsvoll. Klar, auch die rennt man durch die Bude, oder klettert die Gardinen hoch. Aber im Allgemeinen ist sie nicht so ein Quälgeist wie unser Kater.

Und, irgendwie bin ich auch ein kleiner Masochist. Denn ich wünsche mir, dass uns dieser kleine Nerv-Kater noch mindestens 15 Jahre lang auf die Nerven geht. Ein Leben in Ruhe ist nämlich auch langweilig.

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360° Blickwinkel | Tiere | Waffelmoment

Jetzt rede ich doch über Kacke!

von am 9. Februar 2015

40. Drehung

Hundehaufen, darüber will ich heute reden. Ist ekelig, ich weiß, aber wenn man einen Hund hat, dann muss man sich zwangsläufig damit auseinandersetzen.

Denn aus einem Hund kommt so ein Haufen des Öfteren mal heraus. Mein Hund macht also fröhlich in die Büsche und Wälder. Da lasse ich das dann brav liegen. Ich meine, ich zahle für den Hund schließlich Steuern, da krieche ich ja nicht noch in die Botanik.

Anders ist das allerdings am Straßenrand und an den Gehwegen. Da kann ich verstehen, dass so ein Kackhaufen ein öffentliches Ärgernis ist und ich es dann doch aufheben sollte. In Kackabeuteln natürlich, von der Stadt gestiftet, durch meine Hundesteuer. Jedoch nicht biologisch abbaubar. Ich konserviere die Kacke für die Nachwelt die dann in einen öffentlichen Eimer wandert und fröhlich auf den Müllkippen vor sich hinstinkt. Aber egal, ich gehe meiner Bürgerpflicht nach und erfreue die nächste Generation damit.

Ich muss das nicht verstehen, diese Kackakonservierung, aber ich mache mit. Ich tu das für saubere Gehwege und für wachsende Plastikmüllberge. Kacke liegen lassen, von den Steuern arbeitslose Menschen einstellen, anstatt überall Kackbeutelspender aufzustellen, wäre keine Option? Ich meine, die müssen sich ja nicht nur um die Kacke kümmern. Schon mal den ganzen Müll gesehen, der überall rumliegt? Ich meine, ihr habt doch das Geld durch die Steuern der ganzen Hundebesitzer für solche Jobs, die umweltfreundlicher wären. Für was zahle ich denn sonst diese Steuern, fürs Atmen ja nicht, meine Katzen werden ja auch nicht besteuert. Aber ich schweife ab.

Was mich jedoch maßlos ärgert sind andere Hundebesitzer. Ich will die Kacke von meinem Hund brav wegräumen und trete prompt in fremde Kacke. Da rege ich mich tierisch drüber auf.

Warum mache ich das denn dann noch? Warum zahle ich Geld für meinen Hund an die Stadt, muss dann noch umweltunfreundlich die Kacke aufheben und dann trotzdem in anderer Hunde Scheisse treten?

Warum ich das tu? Weil ich ein Schafskopf bin, zu gut für diese Welt, stets meiner Bürgerpflicht nachkomme und Angst habe vor dem älteren Herrn, der sonst wieder mit seinem hoch erhobenen Krückstock hinter mir herrennt und mich wegen meines bellenden Hundes beschimpft. Entschuldigung, dass ich dem das Miauen noch nicht beibringen konnte.

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