Waffelabenteuer

"Wenn man schon einen an der Waffel hat, dann aber so richtig. Mit Sahne und Kirschen!"
Tiere

Ist es dem werten Herrn so Recht?

14. Juni 2013

Meine Familie hatte schon immer Hunde! Ich kann mich gar nicht an eine Zeit erinnern, dass bei uns nicht ein kleines vierbeiniges, felliges und wuffelndes Wesen durch die Gegend lief. Meine Eltern haben schon den vierten, seid es mich gibt. Da waren der Dackel Duxy, die Promenadenmischung Struppi, die kleine Türkin Lucy und der aktuelle Angsthase Paul. Da liegt es auf der Hand, das auch ich, wenn ich mal einen eigenen Haushalt habe, irgendwann einen Hund besitzen werde. Da sind auf jeden Fall meine Eltern dran Schuld, die haben mich komplett verdorben!

Bei so vielen Hunden, die mich in meinem Leben begleitet haben, kann ich nur bestätigen, das die Vierbeiner sich ihren Besitzern anpassen. Familie K. aus der ich entstamme hatte schon immer leicht einen schräg Wir haben sogar die Dreistigkeit besessen auf dem Brocken ein Brötchen zu essen. Und unsere Hunde taten es uns einfach gleich. Wir waren immer ein perfektes Rudel. „Normale“ Hunde hatten wir noch nie.

Ich zähle mal auf. Duxy hat meine Schwester und mich immer gebissen. Nicht irgendwelche Stellen, nein, immer in den großen Zeh. Im Alter hat er uns sogar, wahrscheinlich wegen Demenz, mit seinem Pipibaum verwechselt und wenn wir auf dem Fußboden saßen, wurden wir angepillert. Das wurd warm im Rücken, ich kann euch sagen.

Struppi war der Ausbruchkönig. Wir wohnten im Erdgeschoss und wenn Struppi auf dem Balkon war, dann nahm er Anlauf, machte einen beherzten Sprung auf einen Tisch und war über den Balkon verschwunden. Hätte er auf Rufen gehört, wäre das gar kein Problem gewesen. Aber er ignorierte uns solange, bis meine Schwester sich auf die Seilbahn setzte und runter fuhr. Das war das Zeichen für Struppi, ihr hinterherzujagen und ihr in den Po zu zwicken. So konnte man das bekloppte Vieh einfangen.

Unsere kleine Türkin Lucy brachte gleich meherere Ticks mit, obwohl die eher einen traurigen Hintergrund hatten. Als Straßenhund hatte sie einiges durchgemacht. Sie hatte Angst vor Feuer, Angst vor Männern und wühlte regelmäßig unseren Mülleimer nach Fressen durch.

Paul ist die Schissbuchse vom Dienst. Ich glaube, wenn mal ein Einbrecher käme, müssten wir diesen Hund beschützen. Er hat Angst vor Donner, lauten Motorräden, Flugzeugen und Silvesterböller. Auch Autofahren gehört nicht zu seinen Favoriten. Das Heulen bringt meinen Vater regelmäßig auf die Palme.

Dann kommen wir doch jetzt zu meinem eigen kleinen Giftzwerg. Der ist jetzt ein Jahr alt und heißt Oscar. Mit unseren Katzen kommt er recht gut klar. Aber ich möchte behaupten, er hat Identitätsprobleme. Er benimmt sich wie eine Katze. Springt auf Tische, setzte sich auf den Kratzbaum, spielt mit dem Laserpointer und fährt auf Baldriankissen ab. Manchmal bekommt er so Aussetzer, das schnappt er wild um sich und knurrt. Sogar mich als Alphatier hat es schon getroffen. Keine Ahnung was der manchmal hat. Aber dann setzt er seinen treudoofen Dackelblich auf, und man kann ihm nicht mehr böse sein.

Genauso gestern. Ob es regnet oder nicht, als Hund muss man vor die Tür zum Geschäft erledigen! Ich merkte schon, dass Oscar nicht passte. Da ich aber auch Gehstreckentraining machen muss, um wieder auf die Beine zu kommen, dachte ich, ich verbinde beides. Wenn ich schon nass werden musste, dann konnte der Hund ja gleich mitkommen. Das hatte ich mir fein überlegt. Aber ich hatte die Rechnung ohne Oscar gemacht. Der wollte nicht so wie ich das wollte.

Gepullert war schnell. aber das mit dem großen Geschäft, das passte dem werten Herrn nicht. Immer wenn er Anstalten machte sich hinzuhocken, tropfte ihm der Regen auf den Kopf und er wurde gestört. Es lag nicht an mir, ich habe alles gegeben. Ich habe ihn angefeuert, ihm gut zugeredet, ihm die schönsten Plätze gezeigt. Hätte ich PonPons dabei gehabt hätte ich auch einen auf Cheerleader gemacht. Aber nichts half. Oscar war es zu nass, der Regen hat ihn gestört. So blieb mir nichts anderes übrig, durchnässt wie ich war in den anliegenden Park zurück zu gehen, wo Oscar sich in die Büsche unters dichte Blätterdach flüchtete und geschützt vor Regen und Wind sein Häufchen machen konnte.

Eigentlich war ich stinke sauer und pudelnass, aber da setzte er wieder den Dackelblick auf und mein Herzchen schmolz dahin.

Noch einmal passiert mir das jedoch nicht. Beim nächsten Mal nehem ich gleich extra für Oscar einen Schirm mit, den ich dann über ihm aufspanne, damit er warm und geborgen beim Kacken ist!

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