360° Blickwinkel | Bücher | Fotografie | Waffelmoment

Von der Verarsche zur Kunstfigur und dann zum Buch

von am 15. Juni 2015

„Anastasia von der Augenweide zu Potpourri“. Meine erfundene Fotografin, die „Schöne Kacke“ fotografiert und damit zeigen will, das Kunst im Auge des Betrachters liegt. Es war als Verarsche gedacht. Ich wollte zeigen, das man als Künstler nicht studiert haben muss. Geb einem Foto einen schmissigen Namen, der auch noch gesellschaftskritisch ist, sag, es ist aus einer ganzen Fotoreihe und zack, kommen die Leute. Das hat Anastasia wirklich geschafft auf Twitter, innerhalb einer Woche folgten mir Fotografen, die richtig gut sind. Die mochten meine Fotos.

Doch schnell merkte ich, ich lege als Anastasia richtig viel Liebe in meine Fotos und diese kritischen Töne in meinen Titeln waren mir wichtig. Anastasia wurde schnell meine Kunstfigur, die mir ans Herz wuchs. Aus Spaß ist Ernst geworden, irgendwie.

Deswegen habe ich mir überlegt, wer ist meine Anastasia von der Augenweide? Und schnell war klar, ich schreibe eine Biografie. Ich meine das ernst, völlig ernst. Ich hoffe, ihr seid genauso gespannt wie ich. Ein paar Einblicke werden ich hier auf meinem Blog kundttun. Feedback wäre toll in den nächsten Wochen. Denn es ist längst keine Verarsche mehr. Anastasia ist mein zweites Ego!

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„Nicht relevant“? Nicht euer Ernst!

von am 27. Mai 2015

Eigentlich dachte ich, ich bin mit Animexx durch. Eigentlich dachte ich, es gäbe nichts mehr über sie zu schreiben.

DACHTE ICH! Bis heute.

Eine gute Freundin von mir, die Miku (Name von der Redaktion geändert), war am vergangenen Wochenende auf der Dokomi unterwegs. Stilecht natürlich im Kostüm. Maxine Caulfield aus der aufstrebenden Abenteuer-Spiel-Reihe „Life is Strange“. Oh, welch süße Ironie sich anbahnt, hatte Miku zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich nicht einmal geahnt.

Denn während sie auf der Dokomi sorglos umherzog, und von ihrem Freund Kaito (Name der Redaktion bekannt) fotografiert wurde, formierten sich in der bayuwarischen Metropole schon die Fotofreischalter, um die aufkommende Galerienflut zu bewältigen.

Fröhlich und gut gelaunt lud sie ihre Max-Caulfield-Galerie hoch. Und wartete. Und wartete

ENDLICH, die heißersehnte Nachricht. Die Fotogalerie wurde …. abgelehnt.

Ungläubig starrt Miku die Nachricht an. Die Begründung lässt sie an die verstecke Kamera denken.

„Die hochgeladende Serie ist für Animexx nicht relevant.“

Wieder und wieder liest sie diesen Satz, ehe sie die Nachricht schließt, und sich vollkommen verblüfft an mich wendet.

Tja was soll ich dazu sagen? Ich dachte ja, tiefer kann ANimexx nicht mehr sinken, und ehrlich gesagt überrascht es mich schon, dass meine Galerie anstandslos freigeschaltet worden wäre, hätte ich eine Vorlage mit der korrekten Shirt-Farbe gefunden, bei ihr sei die Serie aber irrelevant.

Liebes Animexx-Team, zum Mitschreiben: Wenn jemand ein Cosplay hochlädt, und das Cosplay den Regeln entspricht, richtig getaggt ist, die Fotos die geforderte Mindestqualität erreichen, und ein Referenzbild mit den Fotos übereinstimmt, wieso schaltet ihr es nicht einfach frei. Ohne Widerrede.

Stattdessen brandmarkt ihr eines der innovativsten und begehrtesten Spiele des Jahres 2015 (neben The Witcher 3, was für euch ja wahrscheinlich relevant ist!) als unwichtig, als zweitrangig, als nicht erwähnenswert. Deshalb wollt ihr da auch keine Fotos. Dass es auf der Dokomi noch fünf andere Cosplayer dieser Serie gab, ist für euch auch kein Argument? Auch nicht, dass in euren Foren immer mehr Threads zu diesem Spiel eröffnet werden? Reicht euch nicht?

Ihr habt euch in meinen Augen ja bereits vor einigen Wochen als Community disqualifiziert, mit eurer Zweizüngigkeit und eurem geheuchelten Toleranz-Gefasel. Aber damit, liebe Animexxler, habt ihr den Bock geschossen. Ich kann nur für euch hoffen, dass die Vereinsvorstände nichts davon wissen, was ihr treibt (ist aktuell eine gute Ausrede, sei es nun das Westfalenblatt oder die Kölner Kirchenzeitung), sonst könnte eine öffentliche Stellungnahme sehr schnell sehr peinlich werden. Wenn ihr es denn überhaupt nötig habt. Ihr, die soviele Mitglieder haben, dass zwei Mitglieder weniger in der Statistik gar nicht auffallen.

Nein. Solange euch nur genug Mitglieder am Arsch rumkruppen, weil sie euch als Plattform brauchen um mit Freunden in Kontakt zu bleiben….solange braucht ihr euch keine Sorgen machen, dass ihr euch den Wünschen von Einzelpersonen beugen müsst. Spielt ruhig eure Willkür-Karte aus. Ihr könnts euch erlauben.

Aber dann wundert euch bitte nicht, warum es Projekte wie CosBase gibt, die ALLES zulassen. Im Gegenteil, die bereitwillig neue Kategorien schaffen, wenn es eine Serie oder einen Charakter noch nicht gibt.

Vielleicht ja auch bald die Kategorie „Animexx“ mit dem Charakter „Witzfigur“?

Liebes Animexx-Team, bitte verlegt euren Vereinssitz nach Köln. Unter den ganzen Jecken fallt ihr dann gar nicht mehr so sehr auf.

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Vom Klischee-Köter

von am 29. April 2015

„Muss ihr Hund bellen?“

Das ist keine rhetorische Frage, die ich hier stelle, sondern eine, die ich selber schon oft genug gehört habe.

Lasst uns diese Frage noch einmal beleuchten. Die Frage, ob mein Hund bellen muss. Ah, ein Verb und ein Substantiv. Ein Hund bellt. Passt zusammen, machen Hunde, ist keine Frage. Und ob MEIN Hund bellen muss? Was soll mein Hund sonst tun? Auch wenn es nicht MEIN Hund wäre. Er wäre ein Hund. Und was tun Hunde? Richtig. Die machen Wau. Nennt man im Volksmund auch bellen. Alles andere klänge auch sehr komisch. Muh, Miau, Kikiriki… bei diesen Lauten würde ich mir sorgen machen. Was soll das also, was will der Fragesteller? Klar, mein Hund kläfft, das nervt, und das soll ich abstellen. Aber dann soll man mir das auch sagen. Und nicht fragen, ob mein Hund bellen muss.

Mein Hund ist eben ein Hund mit allen Klischees. Da scheint er drauf zu stehen.

Er bellt, er pillert auf drei Beinen (meistens), macht Häufchen (die ich weg mache), bellt, wenn er was doof findet (Scheiße, Mist oder Ruhe sagen kann er nicht, das ist immer Wau), er frisst gerne Leckerlis usw.

Ist ein typisches Hundeverhalten. So wie Kühe wiederkäuen, Vögel Nester bauen und Spinnen bei 80% der Frauen hysterische Anfälle auslösen.

Also, liebe Fragesteller. Bevor ihr mich das noch einmal fragt, überlegt erst mal. Mein Hund muss bellen, weil er ein Hund ist. Könnt ja mal googlen. Sprache des Hundes, Laute des Hundes, dann wird euch einiges klarer!

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Die Verarsche und das große Geschäft

von am 28. April 2015

Übergewicht, ein Thema mit dem ich zu kämpfen habe, seit ich auf dieser schönen Welt bin. Mal mehr, mal weniger auf den Rippen hatte ich, aber immer war ich offensichtlich moppelig. So bin, so war ich und Idealmaße werde ich wahrscheinlich nie haben. Aber die Industrie, die verspricht so allehand zum Thema Diät, gesunde Ernährung und Abspeckkuren. Viel funktioniert dann auch, wenn man abnehmen will. Diätpillen und Drinks, Fastenkuren und was man sich sonst so vorstellen kann, die lassen wirklich den Umfang schrumpfen und einen abnehmen. Naja, wenigstens der Geldbeutel wird um einiges leichter. Es steht da ja auch auf diesen Produkten nur was von „Abnehmgarantie“, was genau da abnimmt, das behalten die Hersteller natürlich brav für sich. Natürlich ist das dann alles auch leichter, in meiner Handtasche, wenn das ganze Kleingeld in der Apotheke ist. Und wenn ich mich dann vorher und hinterher mit der Tasche auf die Waage stelle, dann habe ich wie durch Zauberhand schon einige Pfunde innerhalb von 24 Stunden abgespeckt. Großartig genial, diese Strategie. Bleibt man doch auch bei solchen Ergebnissen viel eher dabei. Das muntert auf, das zeigt Erfolge. Also gleich die nächsten überteuerten Schlankpulver kaufen und erfreut zusehen, wie das Gewicht der Münzen in der Handtasche weiter schrumpft. Und mal ehrlich. Das hat auch echt was Gutes. Denn spätestens eine Woche vor Monatsende hat man weder für Pulver noch für trockenes Brot das nötige Geld. Und eine Nulldiät wirkt dann nochmal mehr. Doch ich will hier auch gar nicht meckern. Wenn jemand von solchen Mitteln überzeugt ist, dann darf er das natürlich alles nehmen. Ich stehe da keinem im Weg. Ich bin da ja auch nicht wirklich besser. Ich kaufe wie eine Verrückte „Halbfett“ Produkte. Milch, Joghurt, Wurst, Schokolade. Du bekommst das ja auch alles mit weniger Fett. Groß und unübersehbar aufgedruckt legt sich bei mir jedes Mal ein Schalter um. Yeah, ich mache was für meine Gesundheit. Weniger Fett. Tja, Kari, aber was musste einsehen? Halbfett-Produkte machen gar nicht halb fett. So eine blöde Kacke. Ich konsumiere diese Dinge mit einem ruhigen Gewissen und bleibe immer noch voll fett. Tja, Kari, haste dich verarschen lassen. Dumm gelaufen. Denn das da trotzdem die gleichen Kalorien drin sind, das juckt ja keine Socke. Nun dürft ihr euch aber auch nicht vorstellen, dass ich, obwohl ja eigentlich alle das von mir meinen möchten, den ganzen Tag Chips fresse, Cola saufe und mit fettigen Haaren und speckiger Kleidung auf dem Sofa liege. Nein. Ich bewege mich, wie es mein Rücken eben zulässt, ernähre mich ausgewogen und fühle mich gut so wie ich bin. Geht doch gar nicht, du bist doch fett! Und dann isst du in der Öffentlichkeit noch ein Eis und lachst. Ja, natürlich esse ich in der Öffentlichkeit mein Eis. Bis ich zuhause bin ist es ja auch geschmolzen und ich lache, weil das Wetter schön ist und mir solche Vollpfosten wie ihr am Arsch vorbei gehen. An meinem flachen, jedoch sehr breiten Arsch. Da habt ihr jede Menge Platz. Ich muss für mich einsehen: Halb fett macht halt doch ganz fett, bauchfrei macht nicht frei vom Bauch und nur weil jemand Studentenfutter isst, ist er trotzdem kein Superbrain. Augen auf beim Lebensmittelkauf!

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Der Schwächste fliegt

von am 22. April 2015

Fußball. Kann man schauen, muss man nicht. Früher war ich mal totaler Bayern-Fan, aber nur, weil der Rest meiner Familie Dortmund-Fan ist und ich schon immer zeigen wollte, dass ich gegen das System und ein Rebell bin. Und wegen Mehmet Scholl. Ja, fragt nicht, meine Jugendsünde und –liebe war Bayernspieler.

Heute schaue ich Fußball nur noch sporadisch. Ist wohl eher saisonbedingt. WM und EM, da fieber ich schon mit, die deutsche Liga, 1. – 3. die verfolge ich nur am Rande und was mir die Nachrichten so mitteilen. Vor allem, weil Arminia mich so sehr aufregt, nehme ich von diesem Zirkus eher Abstand.

Dass ich mich mal echt um den Ball drehe, das hätte ich niemals gedacht. Und das tatsächlich wegen Bayern. Die haben doch echt dem Mannschaftsarzt Müller-Wohlfahrt, der über 30 Jahre zum Team gehört, die Schuld gegeben, das sie so schlecht spielen. Die Spieler seien nicht rechtzeitig fit, er sitzt nicht rechtzeitig auf der Teambank und sonstige Vorwürfe wurden hervorgebracht. Da pack ich mir mal irritiert an den Kopf.

Bitte was? Warum ist ein Arzt schuld an der Leistung der Mannschaft? War die Massage schlecht oder haben die Abführmittel nicht gewirkt? Klebte das Pflaster zu fest am Sack oder waren die Wadenwickel schlecht? Häh, erklär es mir einer, ich verstehe es nicht. Aber eines weiß ich nach dieser Logik. Dann sind die Ärzte auch Schuld, dass ich nicht fit bin! Ganz klar.

Ich wusste gar nicht, dass Ärzte garantierte Heilung und Genesung versprechen. Das sind doch keine Zauberer. Die können Empfehlungen aussprechen, Medikamente verschreiben und Prognosen erstellen. Aber eben nur Prognosen. Heilung und Verfassung eines Spielers können sie doch nicht durch Handauflegung oder Heilsteine begünstigen. Es dauert halt, so lange es dauert.

Und den Rest muss der Trainer machen. Da haben sich die arroganten Bayern echt ins Abseits gespielt. Eigentor! Hurra.

Ich geh mal die Milchhersteller anschreiben. Die Halbfettmilch macht gar nicht nur halb fett. Ich bin noch ganz fett. Und der Badenhosevenverkäufer ist schuld, das Sascha noch immer nicht schwimmen kann.

Die Logik der Bayern, dafür muss man doch echt studiert haben oder so richtig einen an der Klatsche haben.

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Der Anti-Post

von am 21. April 2015

Blau am Himmel

Ich könnte mich jetzt über alles aufregen. Die Ämter, das affige Getue wie geil doch alle sind und wie toll doch alle einfach alles können. Und vor allem so viel besser als alle anderen.

Ich könnte mich über den Lärm aufregen, den ich allabendlich höre, obwohl ich hier eingeschüchtert nachmittags denke, mach aber die Musik nicht so laut. Ich könnte mich lauthals ärgern, dass immer unser Hund angeblich bellt, obwohl Oscar es nachweislich nicht ist.

Ich könnte mich über Unfreundlichkeit, Großkotzigkeit, Lästereien, Hinterfotzigkeit, Mobbing, Rückenschmerzen, Intoleranz, Respektlosigkeit aufregen. Ich könnte über die Mitarbeiter der Rentenkasse und des Arbeitsamtes schimpfen. Ich könnte mich, wenn ich wollte, über jeden, Gott und die Welt aufregen. Ich könnte rumbratzen, schreien, den Vogel zeigen.

Ich könnte, wenn ich wollte. Will ich aber nicht, dafür ist das Wetter viel zu schön. Ich schnapp mir Kopfhörer, um meine Mitmenschen nicht aufzuregen, ein Buch und gehe auf meinen rückenfreundlichen Liegestuhl in die Sonne.

Und ihr? Ihr solltet dasselbe tun, wenn ihr könnt. Denn das Blau des Himmels ist so viel schöner als das Blau von Twitter oder Facebook. In diesem Sinne. Baba

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