Waffelabenteuer

"Wenn man schon einen an der Waffel hat, dann aber so richtig. Mit Sahne und Kirschen!"

Von Grenzen, Steinen und einem Weg, vom Begreifen und Greifen

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Sommer-Löffelliste 2018

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Da ist ein Zoo in meinem Kopf – Oder: Warum mein Monster jetzt Toni heißt

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Dickenklischees

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Gedankenfetzen | Ich

Liebe, die ein Leben hält

von am 10. Juli 2013

Letzte Woche habe ich einen super schönen Film gesehen. Eigentlich habe ich ihn mir nur angemacht, weil ich die Hauptdarstellerin Amanda Seyfried total mag. In dem Musicalfilm  „Mamma Mia“ fand ich sie so süß, das der Film am Donnerstag einfach ein Muss war

„Briefe an Julia“. Die Handlung schenk ich mir an dieser Stelle. Wer die genaue Handlung wissen möchte, der sollte einfach mal hier schauen:   http://de.wikipedia.org/wiki/Briefe_an_Julia

Warum mich dieser Film so berührt hat?

Zum einen ein paar Hintergründe. Frauen schreiben wirklich Briefe an Julia, die Julia von Shakespear. Diese werden auch beantwortet. Die Briefe werden in eine Mauer in Verona gesteckt, wo sie regelmäßig eingesammelt werden.  Man sagt, dass dieses das Haus sei, mit dem berühmten Balkon.

In dieser Mauer wurde im Film ein Brief gefunden, der schon seit  50 Jahren darin steckt.

Der Verfasserin Claire ging bis heute ihr Lorenzo nicht aus dem Kopf, so dass sie sich auf die Suche macht. Und sie findet ihre Liebe.

Ich bin immer noch zutiefst berührt davon. Für meinen Kopf, der ja immer irgendwie in den Wolken steckt und die rosarote Brille auf hat, ist das schönstes Traumfutter. Die ewige und wahre Liebe. Man sollte einfach daran glauben.

Wenn ich so darüber nachdenke kann ich nur sagen: Sascha, ich liebe dich. Es fühlt sich richtig und gut an. Ob es natürlich die ewige und wahre Liebe ist, kann uns niemand sagen. Das weiß man wahrscheinlich erst am Lebensende, wenn man zurückblickt. Ich kann nur den Augenblick genießen und nicht über die Zukunft grübeln. Es gibt keine Garantie, und schon gar nicht für die Liebe. Aber ich wünsche es mir. Ich lebe im Hier und Jetzt und kann nur daran arbeiten, dass es mal ein Immer und Ewig wird.

Die rosa Brille und die Wolken und auch die liebe Julia werden uns dabei helfen.

Und wie ist das so mit Euch? Habt ihr die Liebe gefunden, die ewig werden könnte?

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Bücher

Wenn man aus Liebe für andere sterben würde

von am 3. Juli 2013

Letzte Woche schon habe ich eines von den geretteten Büchern gelesen, und dass in zwei Tagen! Es hat mich so gefesselt, ich wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen.

„Das Geheimnis der Monduhr“ von Amanda Brooke.

Als erstes, ich muss es gestehen, hat mich das Cover verlockt. Ich liebe einfache und helle Buchdesigns. Die rosa Blümchen haben eine ungeheure Anziehungskraft auf mich ausgeübt, so dass ich es einfach in die Hand nehmen musste und den Klappentext las. Was ich dort las, gefiel mir sehr. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Es geht um Holly und ihren Mann Tom, die nach der Hochzeit in ein altes Haus ziehen. Im verwilderten Garten entdecken sie etwas, was Holly zunächst als Sonnuhr betrachtet. Doch Einwohner im Dorf erzählen ihr, dass es sich um eine Monduhr handelt. Diese ermöglicht es den Menschen, jeweils zum Vollmond, in die Zukunft zu schauen. Holly sieht, dass sie ein Baby haben wird, aber der Preis dafür ist hoch. Sie wird sterben, damit ihre Tochter leben kann. Holly steht jetzt vor einer schwierigen Entscheidung! Soll sie das Baby bekommen, dass sie jetzt schon über alles liebt, und dafür ihr Leben lassen? Denn eins ist gewiss. Die Monduhr fordert ein Leben und gibt ein Leben.

Mich hat dieses Buch sehr bewegt. Es waren eher die leisen Töne, die dieses Buch ausgemacht hat. Es war nicht die Action und die viele Fantasy, sondern die Frage nach dem Sinn des Lebens, die im zentralen Mittelpunkt stand. Ich musste mir das ein oder andere Mal ein Tränchen verdrücken und ich denke auch heute noch darüber nach. Was hätte ich an Hollys Stelle getan?

Ich kann das echt nicht beantworten…
Ihr?

Ich lege euch aber dieses Buch ans Herz, es stimmt nachdenklich und lässt einen nicht los.

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Gedankenfetzen | Ich

Zitatgedanken

von am 1. Juli 2013

Nichts wiegt den Schatz so vieler gemeinsamer Erinnerungen auf, gemeinsam durchgemachter schlimmer Stunden, Zerwürfnisse, Versöhnungen und die Augenblicke, in denen das Herz warm wurde. Solche Freundschaften lassen sich nicht anfertigen!

Antoine De Saint-Exupéry, „Wind, Sand und Sterne“

Dass mich dieses Zitat diese Woche begleitet, scheint nach meinem Sonntagsgedicht von gestern wirklich sehr passend. Als hätte ich es schon gekannt oder gewußt, dass dieses in meinem Terminkalender steht. Aber das habe ich nicht, Ehrenwort.

Das Wochenende war toll, viele alte und liebe Freunde habe ich wiedergesehen. Mit denen bin ich durch gute und schlechte Zeiten gegangen, wir haben uns gestritten und auch wieder versöhnt. Freundschaften sind nicht immer einfach und müssen durch Prüfungen gehen. Dann weiß man sie erst zu schätzen.

Mich stimmt es traurig, dass meine Mädels und Jungs soweit weg sind. Aber es beruhigt, dass man im Herzen weiß, dass sie immer da sind, egal wie weit weg sie sind, egal was auch passiert.

Sonnenschein, Lexikon, Bruder, weltbester Sky, River Green, PaboNeko und Jennygenie.

Lasst uns gemeinsam das Leben bestreiten. Freundschaft soll unser Fundament sein, Vertrauen das Dach und Streitigkeiten unsere Statik, damit dass Haus auch unter Spannung bleibt.

Ich hab Euch lieb!

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Gedichte

Lachen

von am 30. Juni 2013

Unter Deinesgleichen
Macht das Leben Spass.
Lass sie nie aus deinem Leben weichen,
Denn sie sind ein Teil von dir.

Lachen ist nicht immer Lachen,
darum lass dich darauf ein,
lass sich berühren und aus dir machen,
was andere in dir wecken!

Danke, ihr macht mich reicher! Und zaubert ein Lachen in mein Herz!

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Bücher

Wenn ein Buch die Seele berührt

von am 26. Juni 2013

Ich lese gerne und viel. Ich bin da eigentlich für jedes Genre offen. Von Liebesromanen bis hin zu Fantasy nehme ich alles, was ich bekommen kann. Für ein Buch ist mir nur eins wichtig, nämlich das es mich mitnimmt und spannend ist.

Ich kann mich an jedes Buch erinnern, das ich gelesen habe, sie bleiben in mir und ich kann die Handlung, wenn man mich fragt, wieder abrufen. Aber dann gibt es da noch die besonderen Bücher, die es nicht ganz so häufig gibt. Die Bücher, die die Seele berühren.

Gestern habe ich ein solch seelenberührendes Buch zu Ende gelesen. Jodi Picoult „Die einzige Wahrheit“.

Es hat mich mitgenommen, berührt und klingt heute noch in mir nach. Jodi nahm mich mit auf eine amisch Farm, auf der ein toter Säugling gefunden wurde. Sofort wird Katie Fisher , eine 18 jährige amischgläubige als Mutter ausgemacht. Sie bestreitet jedoch alles, sie habe kein Kind geboren.

Sie wird des Mordes angeklagt, darf aber nach Hause, wenn sie die richterliche Aneweisung befolgt, dass ihre Anwältin Ellie immer an ihrer Seite ist. Ellie geht also mit ihr auf die Farm und lernt ein ganz anderes Leben kennen, als das ihre. Und die beiden Frauen freunden sich an.

Man begleitet Ellie und Katie durch den Mordprozeß und erfährt nach und nach Katies Geschichte. Ich will nicht spoilern, denn ich will euch diesen Roman ans Herz legen, ich verrate nicht was passiert ist.

Nur soviel. Jodi Picoult zeigt, was alles passieren kann, wenn man zu sehr liebt und sich von anderen das Leben diktieren lässt. Ein starker Glaube kann einen dazu führen, seine eigenen Gefühle auszustellen und zu verbieten. Sehr bewegend, wenn man liest, wie einen der Glaube einen zu etwas bringt, was man ohne diese Weltanschauung und Überzeugung nie gemacht hätte.

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Gedankenfetzen

Zitatgedanken

von am 24. Juni 2013

Unter dieser Rubrik, Zitatgedanken, möchte ich Zitate aus meinem Terminkalender posten und meine Gedanken dazu schreiben. In diesem Jahr begleitet mich ein Kalender von Antoine de Saint-Exupéry, unter anderem bekannt durch sein Buch „Der kleine Prinz“.

In dieser Woche begleitet mich, ebenfalls aus seinem Werk „Der kleine Prinz“, folgendes Zitat:

Alle großen Leute sind einmal Kinder gewesen (aber wenige erinnern sich daran).

Das ist leider wahr. Zum Glück bin ich eine der wenigen, die sich daran erinnern, wie schön es war, ein Kind zu sein. Ohne Sorgen in den Tag hinein leben. Mein Teddybär begleitet mich nach wie vor. Ich kann nochttp://waffelabenteuer.de/wp-admin/post-new.phph jedes Kinderlied mitsingen und kann mich an jede Sendung erinnern, die wir als Kinder geliebt haben. Vielleicht liebe ich auch deswegen meine Sendung „Classic Time“ in unserem Radio Kibo.FM. Ich liebe es, den wesentlich jüngeren Zuhörern von damals zu berichten, dass es Zeiten vor Naruto, Playstation und Internet gab und wir trotzdem glücklich waren. Und das wir auch tolle Sachen hatten. Wie explodierendes Kaugummi, Lutschmuscheln und Glibbermonster. Schnuller an den Federmäppchen und um den Hals, Sticker, die getauscht wurden und echt tolle Musik, die immer noch mega ist!

Meine Freundin Sandra und ich haben es so genannt:

Damals, als Twix noch Raider hieß.

Ich liebe es, mich immer noch zu freuen, wie ein Kind, wenn ich Barbie sehe, wenn ich einen Disneyfilm schaue oder mir Stofftiere kaufe. Die sind mir immer noch genaus so wichtig wie früher. Viele denken, ich habe einen Knall, aber hey, besser nen Knall als ernst und verbissen durchs Leben zu gehen. Das macht doch keinen Spaß, und besser werden die Alltagssorgen dadurch auch nicht!

Ich kann einfach nicht verstehen, wie man es nicht gut heißen kann, wenn Kinder spielen. Ich kenne jemanden, die sich bei der Stadt über spielende Kinder hinter ihrem Haus beschwert hat. Sie wollte mit einem Anwalt dagegen vor gehen, weil sie sich in ihrer Ruhe gestört gefühlt hat.

Ich kann da nur fassungslos den Kopf schütteln. War sie nie klein? Hat sie nie gespielt? Und dann reden alle von dem ach so kinderfreundlichen Deutschland. Das Land, in dem meine Schwester schief angeschaut wird, weil ihre Tochter im Supermarkt mal weint.

Vielleicht sollten wir uns alle zwischendruch mal die Zeit nehmen und uns zurückerinnern. Wie schön es war, als das Kinderzimmer die ganze Welt darstellte. Und als unsere Murmeln noch Edelsteine wahren und uns das Christkind noch besucht hat.

Ich möchte diesen Beitrag gerne mit Liedzeilen von Helene Fischer beenden.

Ich wünsche euch allen eine kinderleichten Start in den Montag!

Für einen Tag
zurück ins Abenteuerland.
Für einen Tag,
mit Peter Pan im Arm,
auf große Reise geh’n.
die Welt nochmal mit Kinderaugen seh’n.
Ja für einen Tag
in dieses Land zurück,
wo es noch Wunder gibt.
Wo alles neu beginnt in jedem Augenblick.
Dort wär‘ ich gern‘ noch mal
für einen Tag.

Ich seh‘ noch heut‘ die Schmetterlinge,
wie drachen spiel’n im Wind
und wie die großen Wolkenschiffe
davon geflogen sind.

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Allgemein

Eine Reise in die Vergangenheit!

von am 23. Juni 2013

Ich hab dann mal begonnen, nachdem ich recherchiert habe wie ne Wilde, ich habe ganz viele Menschen um 1660 kennengelernt (natürlich nur lesender Weise) und ich weiß jetzt, wie es in Sennestadt aussah. Wußtet ihr eigentlich, warum die Lindemannstube Lindemannstube heißt? Und was am Ort des Sennestadthauses vorher stand?

Der Bullerbach hieß vorher Linenbach und am Ort des Sennestadthauses in dem sich ja die Lindemannstube befinden, stand ein sogenannter Urhof, der Linenhof, erbaut und bewirtschaftet von dem Zuwanderer Johann uf der Linen. Um 1600 wurde das Gebiet der Heepersenne erschlossen. Da muss ich erstmal umdenken und versuchen das bei meinen Erzählungen zu berücksichtigen. Leider habe ich im Internet kein Bild zum Linenhof gefunden. Aber ich weiß, dass es ein Buch zur Geschichte von Sennestadt gibt, welches ich mir auch schon aus der Bibliothek ausgeliehen hatte. Die Geschichte spukt mir schon seit längerer Zeit im Kopf herum, etwa ein halbes Jahr, aber ich hab nicht so den roten Faden gehabt, an dem ich die Geschichte aufhängen konnte. Jetzt hab ich den Faden.

Und ich finde es total spannend in der Geschichte von Sennestadt zu graben! Wer weiß, welche Leichen ich noch im Keller finde, unserer kleinen beschaulichen Stadt.

Aber hier erstmal ein erster Entwurf. Mein Prolog, der sicher noch weitere Überarbeitung findet. Aber man weiß wo es hingehen soll.

Prolog Irgendwo in der Heepersenne, 1670

 

Das Atmen viel ihr schwer. Sie war so schnell wie möglich vom Linenbach hierhin gelaufen. Nur eine kleine Laterne wies ihr den Weg durch die dunkle Nacht. Sie betete inständig zum lieben Gott hinauf, dass sie keiner sehen würde. Doch heute war wahrscheinlich die letzte Chance, das zu tun, was sie sich so lange vorgenommen hatte. Die ersten Schritte hatte sie schon vor Wochen eingeleitet, als Hochwürden Georg ihr die Beichte abgenommen hatte. Sie überreichte ihm das kleine Büchlein, welches sie die letzten Jahre immer begleitet hatte. Immer wenn sie Feder und Tinte zu Verfügung hatte, schrieb sie hinein, damit alle Welt erfahren würde, was passiert war. Sie hatte sich so sehr gewünscht, es einfach hinauszuschreien, ihr Ansehen wieder herzustellen und das zu bekommen, was ihr von Rechtswegen zustand. Doch sie hatte immer Angst gehabt, was ihre Geschichte auslösen würde. Und würde man ihr glauben? Die Männer waren so mächtig, und sie hatten schon einmal bewiesen, zu was sie im Stande waren. Warum sollte jemand an ihnen zweifeln. Und was wäre gewesen, hätte man ihr geglaubt? Das Leben hatte sich gerade wieder in geordnete Bahnen begeben.

Sie hätte mit diesen Enthüllungen die ganze Welt der Menschen wieder erschüttern können, dass war ihr bewusst. Nach unruhigen Zeiten, die sie durchlebt hatten, wollte sie das nicht riskieren.

Und dennoch wollte sie, dass es die Menschheit erfahren würde. Sie wollte was hinterlassen, dass vielleicht kommende Generationen die Wahrheit erfahren würden und es in Zukunft besser machen konnten. Doch sie alleine war dazu nicht in der Lage. Sie konnte nur den Anstoß geben und Gott sollte ihr dabei helfen.

In der Ferne hörte sie ein Käuzchen. Der Kieferwald wurde hier über der Quelle des Linenbachs ein wenig lichter, sodass auch der volle Mond nun zur Unterstützung dazu kam, damit sie ihren Weg fand. Ihr Blick blieb immer auf dem Boden gerichtet. Der sandige Boden war von dem vielen Regen der letzten Tage sehr matschig und aufgequollen und sie wollte nicht riskieren über die dicken Wurzeln der Kiefern zu stürzen. Dann würde man morgen früh auf dem Hof sehen, dass sie sich herumgetrieben hatte. Das wollte sie ihren Zieheltern nicht antun.

Sie hatte Glück gehabt. Familie uf de Linen hatte sie wie ihr eigenes Kind großgezogen, nachdem sie ihre Eltern verloren hatte. Über das Unglück gesprochen hatten sie nie. Es hätte nur unnötige Wunden aufgerissen. Sie war damals sechs Jahre alt gewesen und hatte immer wieder Albträume von Blut und Babygeschrei. Lange Zeit zuckte sie bei Hufgeklapper zusammen und schaute sich ängstlich um. Doch das hatte sich mit der Zeit gelegt. Während ihre Ziehfamilie den Alltag auf dem Linenhof wiederfand, konnte sie die Ereignisse nie vergessen. Wie konnte sie auch. Sie alleine hatte alles mit angesehen und kannte die Wahrheit. Sie konnte sich noch gut erinnern, als sie mit ihrer Ziehmutter Amelie darüber sprechen wollte. Sie hatte sofort ab gewunken. Das wäre nur in ihrer Einbildung geschehen. Das Gericht hätte sich sicher nicht geirrt und sie solle aufpassen, was sie sagte, sonst würde sie der Teufel holen.

Als Kind verstand sie das alles nicht, mittlerweile war sie sich jedoch bewusst, warum Amelie sie immer ermahnt hatte, vorsichtig zu sein. Es gab Menschen, die sie lieber Tod sehen wollten. Wenn sie mitbekamen, dass sie noch lebte, dann wäre sie nicht mehr sicher.

Aber sie gewöhnte sich daran und lebte damit. In den Jahren hatte sie einen Plan gefasst. Sie wollte, dass die Menschheit ihre Wahrheit erfuhr. Sie schrieb alles nieder.

Jetzt musste ihre Familie umsiedeln. Der Linenhof blieb in ihrem Besitz und  wurde von ihren Bediensteten und ihrem Bruder Theodor weiter bewirtschaftet. Ihr Ziehvater hatte nun eine hohe und angesagte Stellung beim großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm. Karl wollte auf jeden Fall seine ganze Familie mitnehmen. Amelie hatte zwar Bedenken geäußert, in so unmittelbarer Nähe des Kurfürsten und seiner Vertrauten zu sein. Anderseits waren mittlerweile zehn Jahre ins Land gegangen.

Sie freute sich auf Berlin, vielleicht würde ein neuer Lebensabschnitt beginnen. Vielleicht würde jetzt endlich alles besser werden und sie konnte die Schatten der Vergangenheit hinter sich und ruhen lassen. Nur noch diesen einen Weg galt es zu bestehen.

Sie hatte das gut verschnürte Päckchen, welches sie bei ihrem alten Freund Alemann schon vor einer Woche abgeholt hatte, in ihren Lederbeutel getan, welches sie um den Hals trug. Obwohl der Inhalt nicht größer als ihre Hand war, wog es schwer und machte das Laufen beschwerlich.

Jetzt musste sie nur noch die Anhöhen hinauf, gleich hatte sie es geschafft. Hier gab es keinen Weg mehr, sie musste sich durch die Böschung schlagen. Der Mond war schon wieder hinter den Wolken verschwunden und der  Wind frischte auf. Sie hoffte, dass es nicht schon wieder regnen würde. Aber um diese Jahreszeit war das Wetter immer sehr unbeständig, und wenn sich einmal die Regenwolken versammelt hatten, dann blieben sie auch erst einmal hartnäckig da.

Endlich kam sie an die kleine Lichtung. Da standen die zwei Steine. Der Mond lugte noch ein letztes Mal hell vom Nachthimmel und die Steine standen groß und dunkel vor hier. Überall hörte sie kleine Ästchen knacken, die schon trockenen Herbstblätter raschelten im Wind. Ihre Öllampe machte nur ein winziges Licht und die Szenerie wirkte noch unheimlicher.

Welcher Geist hatte sie bitte so handeln lassen. Sie schluckte hart. Aber sie musste es tun. Für sich selber und ihren Seelenfrieden, für die Lebenden und auch für die Toten.

Sie kniete sich vor den linken Stein, auf dem sie einen wohl bekannten Namen lesen konnte. Wie lange hatte sie den schon nicht mehr gehört. Es kam ihr vor, als würde der Herbstwind eine weibliche Stimme zu ihr herüber wehen, die den Namen wisperte. Sie bekam eine Gänsehaut. Es war was anderes hier am Tage herzukommen, an dem man alles sehen konnte. Im Dunkeln schnürte es ihr die Kehle zu. Aber sie ließ nicht beirren. Was sollte ihr schon geschehen?

Ihre Hände zitterten, und trotz der Kälte fing sie direkt am Stein an zu graben. Wo war es nur, das Loch? Alemann hatte ihr zwar beschrieben, wo er es im Stein gehauen hatte, aber in den letzten Monaten hatte die Natur das Loch fest bedeckt. Sie grub noch ein wenig tiefer und fand schließlich die Aussparung am Stein.

Vorsichtig öffnete sie den Lederbeutel und zog eine kleine steinerne Platte heraus. Sie sah aus wie eine Miniatur des großen Steines vor dem sie kniete. Sie schob die Platte in die Aussparung des großen Steins. Die Lampe, die sie neben sich gestellt hatte, erleuchtete nur wenig das Loch. So gut es ging begrub sie alles wieder mit Erde.

Sie stand auf, klopfte sich den Dreck aus ihrer Hose und flüsterte in den Nachthimmel: „Das ist für dich, mein geliebter Vater.“

Ein Regentropfen traf sie mitten ins Gesicht. Das konnte doch jetzt nicht wahr sein. Es konnte doch nicht schon wieder beginnen zu regnen.

So schnell sie ihre Füße trugen rannte sie zurück zum Linenhof, doch der Regen durchnässte sie völlig. Die Nadelbäume boten einfach keinen Schutz.

Als sie in den Stall kam, in dem sie vorsorglich frische Kleidung gelegt hatte, empfing sie Amelie und leuchtete ihr mit einer Laterne direkt ins Gesicht.

„Was hast du getan, Ludwig? Schnell, zieh dich um, es muss ja keiner mitbekommen!“

Sie gab ihrer Mutter die nassen Sachen und schlüpfte in die trockene Hose. Ludwig würde nun ins Bett gehen.

 

Ich hoffe, dass ich euch neugierig machen konnte. Wie es weiter geht, erfahrt ihr hier, Vielleicht auch mal das ein oder andere Kapitel!

 

 

 

 

 

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Gedichte

Vogelgezwitscher

von am

Wenn die ersten Sonnenstrahlen
leise sich den Weg zur Erde bahnen,
und Vögel auch ihr Lied anstimmen,
darfst du noch mal der Welt entrinnen.

Es ist noch Zeit,
der Tag ist weit,
Vogelgezwitscher sind Traummeldodien,
damit darfst du dich noch der Welt entziehen.

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