Waffelabenteuer

"Wenn man schon einen an der Waffel hat, dann aber so richtig. Mit Sahne und Kirschen!"
Allgemein

Mein Papa war mal mein Held

29. Dezember 2017

Bevor ich nun hier vor allem mecker und meinem Unmut Luft mache, möchte ich betonen, dass ich meinen Papa lieb habe. Wenn das nicht gegeben wäre, würde ich das alles nicht freiwillig über mich ergehen lassen.

Ich erinnere mich gerne an mein Kindheit zurück. An meine Eltern, meine Schwester, an alles, was früher unser Leben so ausgemacht hat.

Und ich weiß, dass unser Papa unser Held war. Natürlich war er streng und es gab Regeln, aber man konnte wunderbar mit ihm lachen. Wenn Mama krank war oder im Krankenhaus, dann hat mein Papa alles gegeben, um uns die Zeit trotzdem schön zu machen.
Eierraviloi aus der Dose waren unser bevorzugtes Essen. Und für kleine Überraschungen war er immer gut. Unerwartet ein Stofftier oder mal eine Höspielkassetten. Rührei, Kakao, Schokolade. Mein Vater war ein heimlicher Held und er machte immer alles möglich, egal was es war.
Wir hatten trotz Mamas Krankheit eine doch schöne Kindheit.

Das rufe ich mir in den letzten Wochen immer öfters ins Gedächtnis, denn der strahlende Held ist mein Vater nicht mehr. Er ist ein alter grantiger Mann geworden, der immer nur meckert. Lachen, so wie früher, das haben wir schon lange nicht mehr gemacht. Stattdessen wird immer was gesucht, was nicht gut läuft, nicht in seinem Tempo.
Das macht den Umgang mit ihm nicht leicht. Man kann es ihm gar nicht Recht machen. Nie. Dankeschön, dass gibt es nicht. Stattdessen Beleidigungen und Unterstellungen.

Aber trotzdem helfe ich meinem Papa. Gut, wenn man ihn fragt, dann mache ich natürlich nicht genug, weil ich so faul bin. Doch ich mache und mache. Damit es ihm gut geht und er selbstständig, soweit es möglich ist, seinen Alltag weiterhin allein bestreiten kann.

Ich halte es aus, schlucke meistens runter und lasse ihn reden. Das geht nicht immer, aber meistens. Ab und zu bekommt er konter. Aber ich höre nie auf, ihm zu helfen.
Und das nur, weil ich mich daran erinner, das er mal mein Held war. Nun ist er der altersstarrsinnige Held mit Makeln…. Und ich die Tochter, die nicht aus ihrer Haut kann, egal wie schwer es ist.

Wenn du den Beitrag magst, dann teil ihn doch einfach!Share on FacebookTweet about this on TwitterEmail this to someoneShare on Google+Share on Tumblr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.