Ich muss wohl einsehen: Ich habe immer die Wahl. Ich allein kann wählen, wie ich mit der Situation umgehe, was ich tu, wie ich reagiere.

Gerade ist es schwer.

„Du machst das toll.“ „Du bist so tapfer.“ „Du bist so mutig.“
Einen Scheiß bin ich, würde ich denen allen gerne an den Kopf werfen. Das hier hat alles nichts mit Mut zu tun. Ich bin nicht tapfer.
Ich habe mir diese Situation nicht ausgesucht. Ich bin nicht hingegangen und habe gesagt, gebt mir Schmerzen, ich bin bereit sie auszuhalten. Die Schmerzen sind ungefragt gekommen. Und ich muss nun schauen, wie ich mit ihnen umgehe. Ich muss sie aushalten. Und ich muss durchhalten.

Ich will keinen anbrüllen. Es hat keiner Schuld. Aber ich würde gerne laut werden, fluchen, schreien und heulen. Obwohl ich genau weiß, dass das alles einfach nichts bringen würde. Und es hat ja auch keiner verdient. Doch was mach ich dann mit diesen Emotionen in mir? Wohin damit?

Im Moment probiere ich mich aus. Ich arbeite viel an meinem Blog. Ich lasse die Bücher wieder mehr in mein Leben. Ich mache viel für den Verlag. Und ich setze mich mit TikTok auseinander. Dabei will ich keinen nachmachen. Ich will da nah bei mir bleiben. Ob das dann was bringt? Ich weiß es nicht. Aber es macht Spaß und es lenkt mich ab. Da ist dann mal was anderes als Schmerz.

Jetzt ist Sommerpause. Kein Chor. Mir grauts vor dieser Zeit.

Und auch keine Therapie Einfach gar nichts außer Krankengymnastik.

Ich weiß nicht, wie es sich anfühlt, am Ende zu sein. Wie ist man am Ende? Es geht ja schließlich doch weiter. In jeder Sekunde geht es weiter. Und ich mache weiter.

Ich fotografiere. Ich bin auf Instagram aktiv.

Ich kümmere mich dennoch um meine französisch Kenntnisse. Auch wenn eine neue Fahrt nach Paris in den Sternen steht.

Es geht weiter, ich bin also nicht am Ende. Ich habe nur Schmerzen und ich muss mit ihnen umgehen.

Mir wurde gesagt, ich soll sie annehmen und akzeptieren. Ganz ehrlich? Auch da wollte ich am liebsten schreien. Aber… Alle meinen es nur gut.

Ich weiß nicht, was ich von den anderen erwarte. Ich will nur nicht mehr diese blöden gutgemeinten Sprüche… Ich will, keine Ahnung…

Keine Schmerzen!!!

Ich will rosa Zuckerwatte, Einhörner und Schmetterlinge.

Autor

kari@kibo.fm

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