Der kleine Stern war nervös. Was würde jetzt geschehen, wenn er das Jesuskind sah? Jesus weinte noch immer leise, aber seit Abraham angefangen hatte die Trommel zu spielen, war es schon besser geworden. Der kleine Stern stieg nun über der Futterkrippe hoch und blickte dem Jesuskind das erste Mal in die strahlend blauen Augen. Die Tränen des Babys versiegten, als es den funkelnden Stern sah. Es begann zu glucksen und streckte die kleinen Hände nach oben, um nach dem Stern zu greifen. Der kleine Stern flog näher zu Jesus, so dass Jesus den Stern berühren konnte.
Und da geschah es. Das Jesuskind lächelte und das Strahlen im Blick des Babys wurde noch heller und ging auf den kleinen Stern über.
Abraham beobachtete die Szene und spielte weiter sein Trommellied.
Den kleinen Stern erfasste großes Wohlbehagen und Glück.
Er hatte seinen Sinn gefunden. Es lag in Windeln vor ihm, ein kleines Baby, in einer Futterkrippe in einem Stall und die Liebe des Sterns zu diesem Kinderstrahlen wuchs von Sekunde zu Sekunde.
Der kleine Stern konnte kaum beschreiben, was geschah.
Es war, als wären er und der kleine Jesus eins. Als würde alles Glück dieser Erde von Jesus ausgehen und direkt in den kleinen Stern und wieder zurückwandern.
Sein Sinn, wer hätte das gedacht.
Das Jesuskind hielt den Stern weiter fest und der Stern ließ es zu. Er musste einfach hierbleiben, bei Jesus.
Der kleine Stern hatte seinen Sinn gefunden, aber er konnte es noch nicht in Worte fassen, was es war. Er musste erst noch verstehen. Aber er wusste nicht, ob er das alleine konnte.
Abraham flüsterte:
„Ist das der Sinn, denn du gesucht hast, kleiner Stern.“
„Ja, aber ich begreife ihn noch nicht.“
„Dann warte ab und spüre. Die Antwort wird kommen, du wirst sehen.“
Der kleine Stern wusste, dass Abrahams Worte wahr waren.
In diesem Augenblick kam Gabriel zu ihnen.
„Glückwunsch, kleiner Stern, du hast den Sinn gefunden.“
„Aber was genau ist denn nun der Sinn?“
„Versuche es doch mal zu beschreiben.“
„Ja, ich probiere es….“
Und der Stern suchte nach den richtigen Worten.

Liebe ist ein starkes Gefühl. Es ist mächtig, es macht Angst aber es erfüllt einen auch mit Hoffnung. Und Liebe kann man nicht in Worte fassen, denn Liebe bedeutet so viel. Es bedeutet Lachen, Weinen, Freude, Wärme, Wohlfühlen, Heimat.
Das alles erlebt der kleine Stern jetzt und es wundert mich nicht, dass er das nicht in Worte fassen kann. Aber er hat ja noch ein bisschen Zeit das alles in Worte zu fassen, vielleicht schafft er das ja hinter Türchen Nummer 21.

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