Löffel-Liste | Mamalächeln

Dem Himmel so nah

von am 28. Juli 2017

Gestern waren wir endlich auf Libori. Eine große Kirmes in Paderborn. Das war jedes Jahr Mamas traditonelles Pflicht-Kulturprogramm.

Dieser Blogbeitrag ist also sowohl meine Löffel-Liste als auch ein Mama-Lächeln Text.

Paderborn, Mamas Heimat. Bevor sie Krankenschwerster werden durfte, hat sie mit zarten 14 Jahren eine Ausbildung in Hauswirtschaft gemacht. Dafür ist sie von Schloß Neuhaus nach Paderborn gezogen. In ein „Mutterhaus“. Unter Nonnen hat sie mit weiteren Mädchen gelernt zu kochen, zu putzen, aber auch Menschen zu pflegen.
In unmittelbarer Nähe zum Dom wurde sie im Krankenhaus eingesetzt, und auch bei den Kirchenleuten, Diakonen, Pfarrern, hat sie im Haushalt geholfen und ihre zwei Jahre gelernt.
Sie hat immer viel davon erzählt und war mit den Mädchen immer in Kontakt. Regelmäßig haben sie sich zu „Klassentreffen“ getroffen.

 

 

So wunderte es wohl nicht, dass sie jedes Jahr wieder auf Libori gefahren ist. Seine Jugend aufleben zu lassen und Dinge zur Tradition zu machen, die einem wichtig sind, dass kann ich so gut verstehen, denn mir geht es genauso. Ich will, dass diese Tradition bestehen bleibt. Es war gestern wirklich anstrengend. Vor allem emotional, ich hatte mir vorgenommen Pommes zu essen, nicht mal das konnte ich. Der Kloß im Hals war einfach viel zu groß. Letztes Jahr haben wir die letzten Fotos im Paderquellgebiet hinterm Dom gemacht. Wir waren mit dem Zug gefahren und wurden später am Parkplatz abgeholt. Dort entstanden die Bilder von Mama und Ella beim Waffelessen und wie sie am Tisch gesessen haben und Ella den Geschichten von Mama lauschte. Viele Erinnerungen hingen da gestern dran. Und mir war es wichtig, wenigestens ein paar neue Fotos zu machen, um mehr Erinnerungen zu schaffen. Deswegen machte ich gestern meine ersten Bilder im Paderquellgebiet. Mit einer Ella, die überall draufkletterte und total aufgedreht vor Aufregung war.

Wir liefen am Dom entlang, immer geradeaus, über den Pottmarkt, der rund um den Dom Leckereien aber auch Killefit und Kinkerlitz verkauft und sind hoch zum Liboriberg. Dort hatte sich fast nichts verändert. Doch, eine Kleinigkeit. Anstatt des Kettenkarussells stand dort irgendetwas neues am Ende der Straße. Aber Mamas Losbude, an der sie einfach jedes Jahr Lose gekauft hat, die stand wie immer genau dort. Dieses Jahr wären es Einhörner gewesen. Mama wäre entzückt gewesen. Sie liebte eben Kinkerlitz. Sie hat sich gerne damit umgeben.

 

Wir haben Slush getrunken, Ella hat Enten geangelt, aber wir haben auch das Riesenrad besucht. Mama hat das eigentlich nie gemacht. Aber ich brauchte das, für mich. Für das Gefühl, ihr nahe zu sein. Paderborn von oben sehen, dem Himmel so nah. Ich kann das gar nicht richtig beschreiben. Aber es war mir wirklich wichtig. Und es tat so unendlich gut. Ich habe geatmet, wir haben ihr gewunken und über sie geredet.

 

 

 

Dieses Mal hatte ich allerdings nicht ihre Schuhe an. Und dennoch war sie dabei. Denn ich hatte mir das pinke Kopftuch in die Haare gebunden, welches wir letztes Jahr auf Libori gekauft hatten, weil es so unendlich heiß war. Sie hatte eines in grün, und ich das in pink. Die Leute haben mich schräg angeschaut. Aber mir war das egal. Sollen die Leute doch denken von mir, was sie wollen. Ich habe getan, was mit gut tat. Es war voll, mir machte es das erste Mal nicht viel aus. Wir hatten Spaß und ich glaube Mama hat zurückgewunken, als wir oben die Riesenradfahrt pausiert hatten, weil unten Menschen aus- und einstiegen.  Das Leben pausierte für einen kurzen Moment in schwindelerregender Höhe und ich konnte tief einatmen. Ich habe inne gehalten und an sie gedacht.

Mama, nächstes Jahr fahre ich wieder auf Libori, versprochen.

 

Löffel-Liste, Libori Riesenrad Fahrt: Checked

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Löffel-Liste

Ich und die Ukulele

von am 25. Juli 2017

Ja, auf meiner Löffel-Liste steht was mit der Ukulele. Und mit stolz kann ich behaupten: Das erste Lied, mein eigener Song, sitzt. Außerdem funktionieren die Strumbella mit „Spirits“ und „You are My Sunshine“.


Leider ist die Ukulele eine recht günstige und die verstimmt sich ständig während des Spielens. Aber als Beweis gibt es ein kleines Video von „Lemon Drop“!

Lemon Drop. #mywords #mymelody #ownsong #ownwords #ukulele #singer #songwriter I’ll Never give up

Ein Beitrag geteilt von CME Pinky (@cme_pinky) am


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Löffel-Liste

Dancin´in the Moonlight

von am 14. Juli 2017

Aufgabe 2 auf meiner Löffelliste habe ich schon letzte Woche Freitag ganz spontan erledigt. Ich habe im Mondlicht getanzt.

Ich habe gelesen und dabei Radio gehört. Um kurz nach 22 Uhr habe ich dann die Sängerin Blümchen „Boomerang“ gehört.  Ein Stück Kindheit, Jugend und Wohlbefinden machte sich breit. Ich lag am offenen Fenster und der pralle Vollmond lugte ins Zimmer. Also legte ich den Roman beiseite und stellte mich ans Fenster. So richtig kann ich mit dem kaputten Bein und Rücken ja nicht tanzen, aber ich hab zumindest gewippt, mich im Takt bewegt, so gut es geht und dabei gesungen.

Es tat wirklich gut. Mir war zwar schwer ums Herz, weil Blümchen halt so viele Erinnerungen hervorbrachte, aber trotzdem war es befreiend und es fühlte sich richtig an. Ich habe im Mondlicht getanzt.

Ich fühlte mich frei, konnte atmen, ich war alleine, mit mir und der Musik. Ob Blümchen jetzt so der Oberknaller war, das lasse ich jetzt mal dahingestellt. Aber just zu dem Zeitpunkt war es genau richtig, Und genau darum geht es doch im Leben. Immer Dinge tun, die sich an dem Zeitpunkt genau richtig anfühlen und sie auch danach nie zu bereuen. Es hat mich glücklich gemacht, diese sinnlose Aktion und ich möchte diese drei Minuten am offenen Fenster nicht missen. Es war gut so wie es war.

Aufgabe 2 checked.

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Bücher | Löffel-Liste

Meine Sommer-Löffel-Liste

von am 8. Juli 2017

Eine Löffel-Liste… Ich wusste erst nicht, was das genau ist. Aber jetzt. Eine Löffel-Liste sind Dinge, die du unbedingt noch erledigt haben willst, oder erleben möchtest, bevor du stirbst. 

So krass ist meine Liste zwar jetzt nicht, aber ich mag ein paar Sachen in diesem Sommer tun, die ich sonst wahrscheinlich nicht tun würde. Ich hab das Gefühl, dass ich das brauch. Das Leben läuft nicht immer so, wie man das will, aber diese Kleinigkeiten geben mir das Gefühl, dass man ein paar Dinge kontrollieren und schaffen kann, wenn man sich die nur vornimmt.

Gestern bin ich die erste Aufgabe angegangen. Ein altes Buch auf dem Trödelmarkt kaufen. Alle vier Wochen ist in Sennestadt Freitags ein Abendflohmarkt.

Ich also mit ein paar Kröten in den Taschen ins Getümmel. Ich bin mit vielen tollen Menschen ins Gespräch gekommen.

Am ersten Stand gab s zwar keine alten Bücher, aber die Dame verschenkte alle Bücher. Ich fragte erstaunt nach, ob das auch wirklich so sei. Sie erzählte von ihren Eltern, die nun schon ein paar Jahre tot seien. Denen haben die Bücher in den Kisten gehört und diese stehen nun bei ihr im Keller. Zum Wegwerfen sind sie zu schade und sie würde sich freuen, wenn andere Menschen Freude an den Büchern hätte. Sie selbst wolle sie nicht mehr mit nach Hause schleppen. Drei Bücher nahm ich mit. Aber meine Aufgabe war noch nicht erledigt, denn „alt“ waren die nun wirklich nicht.

Ich schlenderte weiter, fand ein Buch von Ernest Hemmingway, schon alt, aber ich ließ das Buch am Stand, ich hatte das Gefühl, dass es sicher noch andere Schätze gäbe, sonst könnte ich ja immer noch zurück zum Buch „Der alte Mann und das Meer“.


Auf einem Tisch, sehr unscheinbar, stapelten sich abgegeriffene Bücher. 1 Euro sollte ein Buch kosten. Und der letzte Band vom Nesthäkchen war dann mal fix meiner. Aber ich fand noch ein zweites in dem Stapel, was mein Herz höher schlagen ließ.

Heidi, meine Kindheitsheldin, mein Vorbild, mein Lieblingsbuch und eine Ausgabe besitze ich auch schon. Aber ich musste den Klassiker einfach mitnehmen. Die Dame gab mir sogar eine Tüte mit, damit ich die mittlerweile 5 Bücher einfacher transportieren konnte.

Eigentlich hatte ich meine Aufgabe ja nun erfüllt, aber ich wollte einfach noch weiter schlüren. Ich kam mit Menschen ins Gespräch, nur wegen der Bücher die ich in der durchsichtigen Tüte trug. Heidi wurde bestaunt, einer wollte mir stattdessen DVDs andrehen und ich wurde eingeladen doch einfach in den Bücherkisten zu wühlen.

Einer fragte mich, was ich denn mit den Büchern machen würde. Dumme Frage, oder? Ich antwortete, dass ich an den alten Büchern schnüffeln würde, weil ich den Geruch so mag. War ja nicht mal gelogen. Er fand die Antwort jedoch so genial, dass er meinte, das Buch, was ich mir ausgesucht hatte, würde er mir für nen Euro geben. Tja, da sag ich doch nicht nein.

Zu guter Letzt ging ich zum ersten Stand zurück, dort hatte ich schon aus dem Augenwinkel einen Roman von Barbara Erskine gesehen, die ich sehr gerne lese. Und als ich noch ein wenig durch die Kiste wühlte, sprang mich noch die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens an.



Ich hab meine Aufgabe also 4-Fach erfüllt. Bücher sind einfach toll und mir fiel es noch nie so leicht mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Und das nur wegen den Büchern. Magisch.

Von meiner nächsten Aufgabenerfüllung berichte ich bald, denn es wurde schon ein zweiter Punkt auf der Löffel-Liste abgearbeitet. Lasst euch überraschen und bleibt mir treu,

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