Waffelabenteuer

"Wenn man schon einen an der Waffel hat, dann aber so richtig. Mit Sahne und Kirschen!"
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Die Midlifecrises – Eine Krise mitten im Leben

11. März 2018

Ahhhhhhhh….

Das habe ich nicht gewollt, nicht gedacht, und so wollte ich nicht sein. Aber da muss ein jeder Mensch wohl durch, ab so einem bestimmten, nicht festgeschriebenen Alter. Ein Wort, was so gar keinen Sinn ergibt.

Die Mittlebenskrise.

Ich dachte immer, das kommt so mit den Wechseljahren. Ihr wisst schon, wenn die Periode der Frau nur noch sporadisch kommt und dann ab und zu auch einfach gar nicht, und Frau Fettposter ansetzt, wo vorher keine waren. Das ist diese Zeit, wo einem heiß und kalt wird, wo du anfängst zu heulen, wenn du dir Filme wie „Terminator“ anschaust, weil Linda Hamilton so eine traurige Hauptprotagonistin ist.

Und bei Männern ist das die Zeit, wo Haare einfach aus Öffnungen wachsen, die sonst haarfrei waren und wo Haare einfach auch keine Sinn machen. Oder erkennt ihr den Sinn von Haaren im Ohr und in der Nase, außer das sie sich mit Ohrenschmalz und Rotze vollsaugen. Und die sogenannten Wanderhaare, die am Kopf auswandern um sich neu an Rücken und Popo anzusiedeln.

Aber am Freitag habe ich begriffen, dass diese „Lebenskrise“ gar nichts mit dem aktuellen Hormonstatus zu tun hat oder wie fruchtbar du noch bist.

Erstmal finde ich das Wort Lebenskrise, die mitten im Leben halt kommt, ganz schlimm. Ich habe keine Krise, auch wenn mein Hausarzt das sehr augenzwinkernd sagte. Eine Krise bekomme ich, wenn ich drei Bücher habe, die ich alle drei gerne kaufen will, aber nur für eins Geld habe. Oder wenn die Suppenkelle nicht ins Nutellaglas passt. Die schlimmste Krise bekomme ich jedoch, wenn ich mir Bundestagsreden der AfD anhören muss. Ihr wisst schon, da, wo dann nicht nur Haare an Stellen wachsen, die da nicht hingehören, sondern auch Flüssigkeiten und andere Substanzen entweichen, aus Löchern, die man sich nicht vorstellen mag.

Das sind Krisen. Jetzt, mit 40, habe ich keine Krise. Eigentlich bin ich sehr entspannt.

Aber ich bin was anderes. Ich werde sehr nachdenklich und stelle Fragen.
So etwas, wie lief mein Leben, was kommt jetzt noch im Leben. Und mir ist die Vergänglichkeit des Lebens so bewusst wie noch nie.

Aber alles das hätte mich auch in einem anderen Alter überfallen können. Es ist halt viel Tod um mich rum gewesen die letzten 3 Jahre. Erst die eine Oma, dann die andere Oma, meine Mama, der Schwiegervater meiner Schwester, der Hund von meinem Vater, erst am Dienstag.
Da kann einem schon mal mulmig und unwohl werden. Ich finde, Gevatter Tod ist einfach viel zu präsent in meinem Leben. Natürlich gehört das zum Leben dazu. Wenn man das Privileg hatte, geboren zu werden, ist der Tod der Preis, den man für dieses Privileg zahlen muss.

Mir macht das Angst. Weil ich halt nicht weiß, was dann kommt. Es ist genau die gleiche Angst wie vor eine OP oder einem Auftritt auf der Bühne. Egal ob ich dort singe oder etwas rede.
Es ist die Angst vor dem Ungewissen. Aber man stellt sich der Angst und zeigt den Mittelfinger. Denn wenn man es erstmal beginnt, dann ist es nicht mehr ungewiss, dann weiß man, was kommt.

Eine Krise soll ich haben. Weil ich jetzt Sachen ausprobiere, die ich schon immer ausprobieren wollte.

Nenenene, nix Krise.

Ich habe es schon immer geliebt, Dinge auszuprobieren. Als Teenager versuchst du zu Rauchen. Gut, das ist dann nicht die Midlifecrises, das nennt sich dann Pubertät. Mit etwa 20 ziehst du aus. Ist dann keine Lebenskrise, nennt man Flügge werden. Das passiert einfach so, man probiert sich aus. Man testet Neues. Mit 30 wirst du, wenn es deinem Lebensplan entspricht, Mama oder Papa. Und dir gehen Gedanken durch den Kopf. Kann ich das? Oder, wie wird das alles.
Ich glaube, selbst da spricht man nicht von einer Krise, sondern von Vermehrung. Fortpflanzung oder Erben zeugen.
Aber jetzt, mit 40, wo ich halt nochmal ne Sprache lernen möchte, ich mir einen Chor gesucht habe und gerne studieren möchte, weil das vorher nicht in mein Leben passte, jetzt soll das auf einmal eine Krise sein?

Ich finde das Wort wirklich ätzend.

Ich nenne es mal kackfrech Leben. Denn Leben bedeutet Veränderung. Man ist nicht jeden Tag gleich.

Selbst die Haare gehen auf Wanderschaft und die Eier beginnen irgendwann in den Ruhestand zu gehen.

Und ich habe mein Ich einfach ein Stück näher ans Wasser gebaut als vorher, so dass ich auch beim Terminator weinen muss. Aber das liegt sicher auch an der Behaarung von Arnold Schwarzenegger, da bin ich mir sicher.

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