Menschen | Musik | Wegbegleiter

Ich laufe nun nicht mehr hinterher

von am 5. September 2017

Ich habe die Schnauze voll. Von mir und meinem Rumgeheule. Keiner sieht mich, keiner wartet auf mich, niemand nimmt mich mit, da ist keiner, der mich integrieren mag.

Erst einmal weiß ich, dass das ja nicht nur so ist. Dieses nicht mehr mitkommen und sich ausgeschlossen fühlen, das ist nur in einigen Bereichen in meinem Leben. Zugegeben in einem Lebensteil, aber eben in einem Teil, der mich mal ausgefüllt hat.
Freundschaften haben sich dort verädnert. Und durch meine „Lebenspause“, die ich einlegen musste, haben wir verschiedene Wege eingeschlagen. Ich bin da niemanden böse. Ich gönne es den Menschen, die sich neue Bereiche erschlossen habe, wo ich eben nicht mehr so wirklich reingehöre. Das ist eben Leben es ändert sich. Und auch wenn ich fordere, geht doch einfach wieder so um mit mir wie früher, verstehe ich nun endlich, dass ich mir das zwar wünschen kann, dass dieses aber nicht mehr so einfach geht.

Ich kann nicht mehr so unbeschwert planen wie früher. Ich habe neue Aufgaben, die mir obliegen und die ich eben erfüllen muss. In einem Maß, in dem ich zwar noch existiere und auch Sachen für mich mache. Aber ich kann nicht mehr so sein wie früher. Wie kann ich dann erwarten, dass man wie früher mit mir umgehen kann.

Die letzten Wochen habe ich mich abgehängt gefühlt. Von Menschen, die mir mal sehr nahe standen und mit denen ich viel unternommen habe. Ich blieb stehen, sie gingen weiter. Ich brauchte Luft zum atmen, sie konnten sich in die Massen stürzen.
Die Wege gingen auseinander.

Ich fühle mich noch immer abgehängt, aber ich habe was geändert.

In den letzten Wochen habe ich allen hinterhergebrüllt, sie mögen doch bitte auf mich warten und mich mitnehmen. Aber das war nicht von Erfolg gekrönt. Ich fühlte mich wirklich schlecht damit und suchte die Schuld bei mir. Aber es hat niemand Schuld, und wenn, dann ist eben die Zeit dran Schuld. Die ging nämlich weiter, während ich mich verkrochen habe, um mich neu zu strukturieren. Nun wäre ich für all die Menschen wieder da, aber ich werde nicht mehr gebraucht, denn in diesem Lebensteil ging es ohne mich weiter.

Ich bin mir jedoch mehr wert, als mich ständig anzubieten. Die betreffenden Personen wissen mittlerweile wie es mir geht. Mehr kann ich nicht tun.
Ich kann mich nun nur noch auf meinen Weg konzentrieren und von meinem Standpunkt meinen Weg weitergehen.

Ich habe so viel, was ich ja trotz allem weitergemacht habe und wo ich nicht hinterherlaufe. Da bin ich dabei und muss nicht rennen. Ich muss mir wieder eigene Wegpunkte schaffen. Solche Punkte, die die anderen, die mich abngehängt haben, eben nicht haben. Ich muss mir am wichtigsten sein und mich auf meinen Weg konzentrieren.

Und wenn es nicht mehr die Menschen von früher sind, dann werden es neue sein.

Ich möchte nun doch konkret werden. Ich renne nun nicht mehr hinther. Ich mache weiter, wo ich zurückgelassen wurde und freue mich, wenn aus dem alten, brachliegenden Lebensbereich sich Menschen umdrehen und mir winken, weil sie es wollen. Und nicht weil ich immer um deren Aufmerksamkeit buhle.

Mein Weg wird weiter die Musik sein, der Gesangsunterricht und der Chor. Meine eigenen Songs, meine Geschichten und meine Fotografie.

Das werden meine Wegpunkte sein. Und die Szene rund um Anime und Cosplay muss nicht auf mich warten. Das mach ich in meinem Tempo weiter und ich hoffe auch, dass die Menschen, die meine Freunde sind, das respektieren. Ich gönne jeden seinen derzeitigen Wegpunkt. Und auf jeden Berührungspunkt des Weges freue ich mich jetzt schon. Aber hinter diese Kreuzungen renne ich nicht mehr her, denn das würde eh nix bringen.

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360° Blickwinkel | Glücksmoment | Ich | Menschen | Musik

Menschen, die sich in mein Herz schleichen

von am 17. Juni 2017

Ich bin zwischenmenschlich gesehen ja ne harte Nuss.

Hier auf meinem Blog schreibe ich, was ich denke. So frei von der Seele. Im Real Life tu ich mir damit ja schwerer. Ich bin nett, hilfsbereit, aber mir fällt es schwer mich bei „Fremden“ zu öffnen. Natürlich rede ich, aber mit Hemmungen.

Trotzdem bin ich gern unter Menschen und wenn man mir genug Zeit gibt, dann klappt das auch mit dem zwischenmenschlichen Kontakten. 

Nach einem Jahr Chor knüpfe ich tatsächlich die ersten Kontakte, und das tut so gut. 

Da schleichen sich Menschen mein Herz, die ich nicht mehr missen möchte. Auch wenn es im großem und ganzen sich auf das musikalische fokussiert, es tut gut zu wissen, dass da Menschen sind, die einem zum Lachen bringen, die mich nehmen wie ich bin.

Ich bin dankbar für diese Erfahrungen, die ich da machen darf.

Der Chor, meine Heimat, meine Wohlfühlzone und etwas wofür es sich lohnt weiterzumachen. Dieser Chor kam einfach zur richtigen Zeit in mein Leben, Behinderung ist egal und auch die Trauer weicht. Wir sollten viel öfter proben… 

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Gedankenfetzen | Mamalächeln | Musik | Trauer

„Diese Sprache klingt, als würden die Menschen immer singen.“

von am 21. April 2017

Was Musik alles kann, darüber habe ich schon oft geschrieben.

Was mir Musik bedeutet, das habe ich auf meinem Blog schon mehr als einmal zum Ausdruck gebracht.

Musik. Sie füllt mich aus, erdet mich, aber macht mich auch unendlich leicht und unbeschwert. In die Musik lege ich alles rein und ich lasse alles raus. Was mit Worten bei mir eben nicht geht, dabei hilft mir die Musik. Durchs Hören, aber vor allem durchs selbst Singen.

Einige sagen, ich kann gar nicht singen, andere mögen was ich tu. Aber es soll heute gar nicht um meine persönliche Leistung gehen.

Heute geht es mit der Musik um meine Oma. Die Musik hat mich gestern Abend gepackt.

Immer, wenn ich kann, dann übe ich. Für den Gesangsunterricht und für den Chor. Ich bin da eben so eine kleine Streberin, die voller Ehrgeiz an die Aufgaben geht. 

Gestern stand der Chor im Fokus. 

Vor zwei Wochen haben wir ein neues Lied versucht. Einen französischen Klassiker. 

„Aux Champs-Élysées“ von Joe Dassin.


Die Melodie macht mir keine Probleme, der Text sitzt auch, na ja, auf deutsch halt. Aber französisch? Kann ich nicht, verstehe ich nicht. Ich wäre aber nicht ich, wenn ich nicht daran arbeiten würde. So läuft nun unsere zauberhafte Chorleiterin Kerstin, die uns mal ne Demo eingesungen hat, auf Dauerschleife und berieselt mich, ich habe den Text aufgescheschrieben, wie ich ihn verstehe.

Dann begann ich mitzusingen. Uff, da brachen Dämme. So ganz unvermittelt, ohne Vorwarnung. Ich musste urplötzlich an meine verstorbene Oma denken. 4,5 Jahre ist es nun her, als sie starb. So wie sie es immer wollte. Kurz nach ihrem Geburtstag, ein Stück Schwarzwälderkirschtorte und dann schlief sie friedlich ein. 

Weinen musste ich nicht, konnte ich nicht. Sie hatte ihr Leben gelebt, es war ihre Zeit zu gehen. Ich war traurig, klar, aber es war nicht schlimm, es war versöhnlich, genau richtig. 

Gestern jedoch, als ich das erste Mal französisch gesungen habe, da war nichts mehr richtig. Da hab ich an meine Oma gedacht und die Trauer überwältigte mich. Denn sie liebte die französische Sprache. Sie selbst sprach und verstand es nicht, aber für meine Oma hatte diese Sprache immer etwas magisches.

„Französisch ist wie eine gesungene Sprache. Wenn die Franzosen reden, dann hört es sich an, als würden sie singen. Ihre ganz eigene Melodie!“

Ja, sie hat recht. Ich mag die Sprache auch. Und ich liebe es, in dieser Sprache zu singen, auch wenn ich kein Wort verstehe.

Wieder einmal hat sich bewiesen, was ich schon immer geglaubt habe und was mir Halt gibt, vor allem in den letzten Monaten. Musik heilt die Seele, Musik erreicht Orte in deinem Körper, und Empfindungen, die gut verborgen lagen. Welche Musik das ist, das ist nicht vorhersehbar. Das Lied aus dem Chor, gesungen von Kerstin und dann mir, damit hab ich nicht gerechnet.

Ich will dieses Lied nun weiter üben. Das mach ich für meine Oma, voller Liebe und in der Hoffnung, dass sie mit ihrer Tochter, meiner Mama, oben im Himmel sitzt und stolz auf mich herunterschaut. Stolz, dass ich meine Träume lebe, egal wohin die mich führen.

Oma? Aux Champs-Élysées ist für dich. Und umarme Mama von mir, auch sie hätte es geliebt… Schade, dass ihr nicht mehr sehen könnt, wie gut mir das Singen tut und was Chorleiterin und Gesangslehrerin mit meiner Stimme machen.

Musik? Damit lösen sich sie Probleme nicht in Luft auf, aber es wird alles einfacher.

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Musik | Seelenbilder | Trauer

Stimme, der Spiegel deiner Seele

von am 18. März 2017

Seit Donnerstag reflektiere ich mich nun selbst. Wann bekommt die Stimme die Tendenz in die Kopfstimme, wie verhält sich mein Körper, was ist angespannt, wie geht es mir damit?

Einiges wusste ich schon vorher. Wenn Oscar mich zum Beispiel nervt, weil er so zieht oder mal wieder nicht die Bohne hört, dann qietsche ich schon sehr. Oder wenn ich angespannt bin, weil ich nicht weiß, ob ich alles zur vollsten Zufriedenheit für meinen Papa gemacht habe. Stress und Druck, den ich mir zum Teil selber mache, dass ist ein Auslöser. Das wusste ich selbst, aber in den letzten Tagen habe ich da extrem drauf geachtet, und mir ging es besser. Ich war insgesamt viel ausgeglichener und entspannter. Es hatte sogar Auswirkungen auf die Schalfqualität (nicht die Quantität, leider). Ich war innerlich sehr ruhig, weil ich mich immer wieder selbst ermahnt habe, das ich vor allem Abends sehr schnell zu Ruhe gekommen bin und wenigstens schnell einschlafen konnte. Wer weiß, vielleicht klappt das dann auch bald wieder mit dem Durchschlafen.

Auch bei positiven Stimmungen quietsche ich gerne mal, Freude oder Glück. Oder wenn ich den Hund lobe, weil er was ganz toll gemacht hat.

Aber eines habe ich die letzten Tage auch von mir begriffen.

Ich will nicht, dass man mir anmerkt wie es mir geht, und in diesen Situationen spanne ich an und die Stimme geht hoch… und… ich fange an zu schwitzen. Völlig dumm und widersinnig.
Weil ich nicht will, das man mir die Trauer ansieht, das ich im Moment so gar nichts geschissen bekomme. Das ich mir für (fast) alles einen Arschtritt geben muss, um es zu machen. Im Moment gibt es nur wenige Dinge, die mir einen Sinn und Halt geben. Das ist der Rehasport im Bewegungsbad, die Krankengymnastik, der Chor und der Gesangsunterricht. Und seit einer Woche auch die Proben um Probenraum. 2-4 Stunden können Sascha und ich uns da der Musik widmen.
Alles andere? Haushalt? Lesen? Einkauf? Nur weil ich muss… Nicht weil ich will. Und immer ist da dieser Kloß im Hals, der zwar bei den schönen Aktivitäten in den Hintergrund rückt, aber den ich nie ganz herunterschlucken kann.
Dieser signalisiert mir stets: Es ist noch nicht vorbei, dir geht es nicht gut.
Warum will ich denn, dass die Menschen es nicht mitbekommen? Vor allem auch so Menschen, mit denen ich häufig zu tun habe?

Ich will nicht, dass die was falsches denken? Dabei ist das ja Bullshit. Was sollen die schon denken?
Das ich bei Fremden nicht schwach sein möchte, das ist mir klar. Ich will nicht erklären müssen, warum ich weine. Das will nicht vor allen die Heulsuse darstellen. Warum auch immer.

Die letzten Tage, seit ich die Stimme nicht mehr „gekünstelt“ hochpusche, fällt es mir schwer, meine „Rolle“ der gutgelaunten Kari zu spielen. Ich weiß nicht, ob die liebe Jasmin das beabsichtigt hat, ob sie das geahnt hat, das meine Stimmung nur eine „Rolle“ für andere ist. Aber mit dieser Achtsamkeitsübung meine Stimme betreffend löst sich gerade so einiges. Da hat sie irgendwie in ein Wespennest gestochen.
Meine Stimme ist also auch eine Fassade. Hey, schaut, wie gut es mir geht. Ich bin stark und ich schaffe das. Obwohl ich lieber, auch beim Gesangsunterricht, heulen würde. Vor allem dann, wenn ich locker singe und die Töne alle Gefühle aus meiner tiefsten Seele mit nach oben durch das geöffnete Walloch pusten.

Das ist dann wie buddeln in der Erde. Man stößt irgendwann, wenn man nur tief genug gräbt auf Wasser. Das macht die Stimme und der Gesang auch mit mir. Vor allem, wenn Text und Melodie in mir was auslösen und ich scheinbar schwerelos singe. Wenn alles fließt und leicht ist. Meine Stimme durchdringt meinen ganzen Körper und es kommt auch das zum Vorschein, was ich vorher brav verbuddelt habe.
Aber… das… macht Angst.

Was Blödsinn ist. Ich weiß. Aber in Kontrolle abgeben war ich ja noch nie gut. Ich hab lieber auf alles eine leitende Hand.

Was bringt mir diese Achtsamkeitsübung der Stimme nun mehr, als viele Einsichten?

Das es sich wundervoll anfühlt, wenn alles so locker ist. Und das ich den Preis der Tränen gerne dafür zahle…. Ich sollte Taschentücher mitnehmen nächsten Mittwoch.

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Gedankenfetzen | Glücksmoment | Ich | Mamalächeln | Menschen | Musik | Schmerzen | Seelenbilder | Trauer | Wegbegleiter

Die Sache mit der Stimme – Oder: Warum mir diese Frau so unheimlich ist

von am 15. März 2017

Schlaf. Geschlafen habe ich früher gerne. Ich konnte mich hinlegen, bin eingeschlafen, habe durchgeschlafen. Meistens.
Seit Mamas Tod ist das anders. Schlaf? Was ist das? Kann ich das kaufen? Und dieser Schlafmangel macht sich in allem bemerkbar. Ich bin angespannt, kann nicht locker lassen, bin stets auf dem Sprung.
Das macht mir nicht nur mehr Rückenschmerzen als sonst, sondern diese Anspannung geht vor allem auch auf die Stimme. Sie klingt nicht so frei, nicht so selbstverständlich. Und das nervt mich natürlich zusätzlich.

Heute hatte ich Gesangsunterricht. Manchmal glaube ich ja, dass an der lieben Jasmin eine Hobbypsychologin verloren gegangen ist. Heute erzählt sie mir doch glatt was von loslassen, weitmachen und das man an meiner Stimme hört, das ich drüber bin. Weil ich höher rede, als meine Brustsingstimme es vermuten lässt.
Und irgendwie hat sie heute Worte dafür gefunden, die mich berührt haben. Und beruhigt haben? Kann man das sagen? Ich fühlte mich geerdet und locker, wie seit Wochen nicht mehr. Es fühlte sich alles ganz warm an und ich fühlte mich müde. Einfach, weil sie das aussprach, was mir schon seit Wochen im Kopf rumgeht. Das ich einfach mich wieder mehr reflektieren muss, locker lassen muss. Entspannen soll.

Nun habe ich eine Hausaufgabe. Ich soll meine Stimme beobachten und schauen, wann sie eine Tendenz in die Kopfstimme bekommt. Innehalten, kurz durchatmen und mich reflektieren.

Warum kann diese Frau das? Immer gerade zur richtigen Zeit die richtigen Worte finden? Warum weiß die, zum Geier, was mit mir los ist? Und warum bringt die mich immer zum Heulen? Zum Glück nicht direkt beim Singen, aber der Kloß war schon da. Während ich locker die Sandé gesungen haben „Read all about it“ merkte ich schon, das ich mit dem Weit werden im Hals und im Loslassen in den Muskeln noch mehr den Weg bereitet habe. Anspannung von Wochen fiel ab. Die hatte ich alle gar nicht auf dem Schirm, aber die werden wohl irgendwo in mir gesessen haben. Da sitzt diese Frau mir gegenüber und kitzelt das aus mir raus, was ich eigentlich gerne in mir einschließen würde.

Im Moment versuche ich soviel, um wieder mehr zu mir zu finden, alles zuzulassen und es nicht einfach stumm wegzuschließen. Vieles versuche ich, aber so wirklich bringt es nichts.

Trauergruppe ist nett, ich merke, ich bin nicht alleine, aber viel hat das bisher nicht genützt.
Das schafft nur die Musik, der Chor, der Gesang und die Tee. Auch wenn ich an mir arbeiten muss, diesen blöden Kram zuzulassen, aber sie scheint es ja irgendwie zu schaffen. Sie scheint es wie so ein Trüffelschwein zu riechen und buddelt es aus. Das ist unheimlich. Als würde die deine Seele besser kennen als du selbst….
Oder hat man als Musikerin automatisch solche Antennen… Ich kann es mir nicht vorstellen.

Heute habe ich einen Entschluss gefasst. Was soll ich zu einen Psychologen gehen, wenn es Menschen gibt, in meinem Umfeld, die, ohne es zu wissen, mir die beste Therapie der Welt zur Hand geben? Warum mich einem Fremden öffnen, wenn ich doch alles, was ich brauche, schon in mir habe und weiß, was zu tun ist? Ich habe das alles schon einmal durch und ich schaffe das nochmal. Ich muss nur wieder bewusster daran an die Wurzel des Übels. An meine Angst vor Gefühl, weil ich Angst habe, verletzlich zu sein. Und an meine Angst, es allen recht machen zu wollen. Ich muss einfach wieder mehr nur mir genügen und auf „Die Anderen“ (entschuldigt den Ausdruck) scheißen. Ich muss mir wieder die Wichtigste sein und Dinge so machen, wie ich sie kann. Ich mag mich nicht mehr rumschubsen lassen und mir einreden lassen „Du nimmst das nicht wichtig“, „Du kannst das nicht“, „Du bist eben nicht Mama!“.

Diese Hausaufgaben mache ich gerne. Atmen, still sein, und schauen, was stresst mich gerade und wie kann ich wieder zu mir und meiner Mitte finden. Einfach mir mehr Raum und Zeit einräumen. Das ist im Grunde ja nix anderes als die Achtsamkeitsübung bei der Schmerztherapie. Ich muss mir wieder mehr bewusst machen, das Leben ist schön. Alles ist gut und alles darf geschehen. Es zulassen, mit dem Wissen, es geht alles vorüber. Auch der schlimmste Heulkrampf. Und wenn ich dann ausshehe wie ein Waschbär? Dann ist das eben so.

Eine Woche lange auf mich achten. Das schaffe ich. Und wer weiß, wie es mir dann beim Singen geht. Einfach loslassen und kein Druck. Oh Ohhh, Oh, Oh, Oh, Ohhhh.

Ich weiß, da ist noch viel Trauer in mir, die mir zwischendurch die Kehle einfach zuschnürrt, die mich anspannt. Es ist ein Gefühl, das ich unterdrücken mag, warum auch immer. Aber da sind noch mehr Gefühle, die ich unterdrücken will. Wut und manchmal sogar… nein, es ist nicht Hass. Es ist Unverständnis, wie Menschen mit Lügen sich eine ganze Welt zusammenbauen können, unter der andere Leiden. So könnte ich es am besten beschreiben. Diese Gefühle, die ich wegschließen will, aber sich immer wieder den Weg bahnen. Denen mehr Raum zu schenken, diese zulassen können um mir gerecht zu werden, dass sollte die nächsten Tage mein Ziel sein, was immer das auch für Konsequenzen hat.

Es hängt alles zusammen. Mein Rücken, meine Panikattacken, meine Stimme. Mit dem Wissen und der Einsicht, Kari, stress dich nicht selber, nimm dich einfach viel mehr aus Situationen raus, so sollte ich die nächsten Wochen wieder meistern können und mich endlich besser fühlen.

Und dann auch wieder so singen wie heute, als hätte ich nie was anderes gemacht. Selbstverständlich, alles offen und einfach alles in die Musik an Emotionen hineinlegend. Es wird ein hartes Stück Arbeit, aber die investiere ich, für mein Wohlbefinden.

Der Frühling ist endlich da, es wird Zeit, das auch ich wieder erblühe. Und meine Gefühle schicke ich zu den Sonnenstrahlen, damit sie mich wieder mit Energie und postiven Schwingungen erfüllen.

Dieser Blogbeitrag ist der Start für eine besondere Achtsamkeitswoche.
Danke an die kleine Hobbypsychologin, die nicht nur meine Stimmebänder zum Schwingen bringt. Ganze Saiten meiner Seele möchten mitsingen und sagen mir: Mit Musik geht alles leichter.

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Gedichte | Ich | Musik

Lemon Drop

von am 13. Februar 2017

Wake up in the Morning light.

And the Clouds begin to fight 

With the sun on the perfekt sky

To make the day, they want to try.
You Look up,

Over you the Last Blue Part.

And you know

This will Be a ugly Start.
Yes, Life is Like a Lemon Drop
Sweet and yellow 

You can Love it Till the end

Smell it, taste it, don’t forget

Yes, Life is Like a Lemon Drop.

Sour and Hard 

You can damn it Till the end

Take it, feel it, what you get
Run Accross the Mountains Hill.

And you are believing still.

You have reach the highest top.

Noone is there to make you stop
You Look down

Under you the Rocky way

And you know

Your Not here to stay 
Yes, Life is Like a Lemon Drop

Sweet and yellow 
You can Love it Till the end
Smell it, taste it, don’t forget
Yes, Life is Like a Lemon Drop.
Sour and Hard 
You can damn it Till the end
But this is what you get

Life is fucking crazy and there is no Plan.

You can only live how good You can 

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Gedankenfetzen | Ich | Mamalächeln | Menschen | Musik | Seelenbilder | Trauer

Darauf einlassen

von am 10. Februar 2017

Manchmal sitze ich hier auf dem Sofa und kann direkt durch die Tür in den Durchgangsraum schauen, den wir als Esszimmer eingerichtet haben. Dort steht eine Kommode mit einer kleinen Lampe darauf und direkt darüber hängt meine Mama, in Schwarz und Weiß und einer Schwesterntracht. Ich weiß nicht genau wie alt sie da war. Aber mein Papa erzählte mir, dass er sie genau so kennengelernt hat. Sie muss also um die 20 gewesen sein.

Ich ertappe mich dabei, wie ich mit ihr rede. Entweder schaue ich mir das Bild an oder ich schaue einfach hoch, an die Zimmerdecke, in den Himmel, wo immer ich auch bin. Das klingt ganz schön abgedreht, aber es hilft mir. Und ich habe das Gefühl, das es einfach so ist. Sie hängt da an der Wand und lächelt mit stumm mit ihrem verträumten, ernsten Blick zu. Ein Blick, der aber auch ganz viel Lebensfreude und Neugier ausstrahlt. Es ist mein Blick, wenn ich in den Spiegel schaue, traurig, aber voller Freude auf kommende Abenteuer. Nur hat sie nicht so schlimme Augenränder wie mein Spiegelbild sie aufweisen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie mit mir redet. Oder mir eine Hand auf die Schulter legt. Sie ist einfach noch da. Hier bei uns und begleitet uns auf diesem Weg. Das spüre ich auch, wenn ich diese Zeilen schreibe. So viel von ihr ist hier. Nicht nur ihr geliebtes Halstuch um meinen Hals, oder Liese Lotte, die Puppe, die sie mir zum Geburtstag als Kind geschenkt hat. Blumen auf den Tisch, die wir uns sonst zusammen gekauft haben, das habe ich nun alleine gemacht, weil es immer so war. Das Windlicht mit der Eule, welches sie mir letztes Jahr geschenkt hat, weil ich es so toll fand. Ich will mir Leber kaufen, auch wenn nur ich die jetzt noch esse, aber auch das bleibt. Ich mag Leber noch immer, die habe ich immer mit Mama gegessen. Sie hat eben mein Leben geprägt.

Ich habe gestern Werbung gesehen. Die Joghurt Schnitte, ein Nebenprodukt der Milchschnitte gibt es jetzt mit Himbeere. Ich musste an Mama denken. Die hätte sie geliebt. Das weiß ich ganz genau. Nun kauft sie die nicht mehr zum probieren für uns. Aber ich werde das nun tun, und ich werde dabei an sie denken. Weil sie es nicht mehr kann. Es immer so war und sie uns das hiergelassen hat. Neugierig auf neues sein, ganz viel neues auszuprobieren, sich nie einschränken, ungewöhnliche Wege gehen. Und vor allem: Immer an das Unmögliche glauben. Sich selbst einschränken, dass kam für sie nicht in Frage. Weil sie sich eben so sehr in ihrem Leben durch die Krankheit hatte einschränken müssen, hat sie in den ihr möglichen Bereichen immer alles mitgenommen, egal wie ungwöhnlich es war. Hauptsache es ging ihr damit gut. So wurde eben auch neuer Joghurt probiert oder für Wasser 20 Cent mehr ausgegeben, weil die Eiskönigin auf der Flasche war.

Ich solle meinen Weg finden. Ich schreibe, ich singe, ich höre Musik. Ich lese Bücher über Mütter-Töchter-Beziehungen. Und das alles tut mir gut. Und ich gefalle mir in dieser doch ernsteren Version von mir sehr gut, denn trotz allem hat diese alte Claudia, die lacht und sich Glitzerkram kauft noch ihren festen Platz. Diese ernstere Claudia kann viel mehr über Dinge nachdenken. Ich musste mich erst darauf einlassen, mir selbst wieder gefallen. Mir zugestehen, das sich eben was verändert hat, was ich aus eigener Kraft eben dieses Mal nicht ändern kann. Und ich will neugierig auf Neues bleiben, so wie Mama.

Ich lasse mich im Moment auf viel neues ein. Ich lerne im Gesangsunterricht neue Sängerinnen kennen. Ich lasse mich auf neue Sounds ein. Und ich sauge das alles auf. Wohin mich das führt? Ich weiß es nicht. Ob anderen das gefällt? Das weiß ich nicht. Einige konnten damit nicht umgehen, mit dieser Veränderung, die ich gezwungener Maßen durchmachen muss. Aber in erster Linie muss ich mit mir klar kommen. Und das tu ich.

Ich kann durch diese Veränderung mich mit den Worten noch intensiver ausdrücken, ich kann mich einfacher auf Musik einlassen. Und ich glaube auch der Gesang an sich hat nochmal eine Schippe drauf bekommen.

Es verändet sich viel. Aber wenn man sich drauf einlässt, muss Veränderung nicht gleichzeitig schlecht sein. Das habe ich diesen fast neun Wochen nun begriffen. Mama ist nicht mehr da, aber sie hat Farben hier gelassen. Für die Erkenntnis muss ich der weltbesten Jasmin danken. Als hätte sie tief in meine Seele geschaut? Oder als könnte sie einfach nur super gut zuhören. Egal was es ist. Sie hat mich voll durchschaut.

Vielleicht ist es vorherbestimmt, was nun geschieht. Vielleicht war das der große Plan, auf den ich mich halt einlassen muss. Der anders läuft, als ich ihn mir erträumt habe. Denn ich konnte mir nicht vorstellen, nein, ich wollte mir nicht vorstellen, wie es ohne Mama weitergeht. Aber die letzten Wochen haben gezeigt, es geht weiter. Irgendwie.

Mir ist es gelungen ein paar Zeilen zu schreiben und diese tatsächlich zu vertonen.

Colors

So soll das gute Lied heißen. An Jasmin und Sascha geht schon einmal ein Dankeschön raus. Ohne euch wäre das nicht geglückt. Und ich mache noch mehr, was meine Mama immer gemacht hat. Groß denken. Denn nur wenn man es denkt, dann kann es auch wahr werden. Ich will mein eigenes kleines Mini-Album mir erarbeiten.

Me, Myself and Mum

6 Songtexte habe ich, es soll schlicht werden. Mal schauen ob es gelingt, aber ich will neugierig bleiben und mich nicht einschränken.

Ich schaue wieder durch die Tür zu meiner Mama. Sie lächelt noch immer still zu mir herüber, als würde sie ihren lockern Spruch gleich sagen:
„Mach doch, wenn du das willst. Mir doch egal.“

Und damit meinte sie immer lapidar.

„Ich stehe hinter allem, was du entscheidest Kind, weil ich weiß, dass du das richtige tust.“

Vertraut hat sie uns immer. Und deswegen weiß ich, dass sie mir auch dieses zutraut und mir vertraut. Ich mach diese Idee nicht wahr für andere, sondern für mich.

Den ersten Song Colors, den bekommt ihr hier auf dem Blog als Demo. Aber es wird noch dran gearbeitet.

Man muss sich einfach auf alles einlassen, denn ändern kann man an dem was geschehen soll und muss eh nichts. Man kann nur damit umgehen was geschieht. Und das tu ich nun, in Zukunft, hoffentlich einfacher als früher. Einfach drauf einlassen, mit der Gewissheit, alles wird gut immer.

 

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