Gedankenfetzen | Löffel-Liste | Mamalächeln

Löffel-Liste auf dem Balkon und ganz viele Emotionen

von am 29. August 2017

Und noch einen Punkt auf meiner Löffel-Liste abgearbeitet. Mit dem habe ich mir, zugegeben, schwergetan. Ich habe mir gestern bei strahlendem Sonnenscheint mal ein wenig Zeit genommen und auf dem Balkon gesungen. Das habe ich ganz unspektakulär mit Smule gemacht. Zu Anfang war ich noch etwas gehemmt, denn ich weiß, dass die Nachbarn beim Thema Musik sehr empfindlich sind. Aber das ist ja auf jeden Fall eine andere Geschichte und gehört jetzt nicht unmittelbar zur meiner Sommer-Löffel-Liste.

Als erstes Mal hier der Beweis von einer Minute:

#InstaSmule #Smule #Sing #Karaoke #löffelliste Singen auf dem Balkon

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Und als ich da so saß, habe ich noch weiter vor mich hingesummt. Und mir gingen viele Gedanken durch den Kopf. Musik ist so wichtig für mich in den letzten Monaten geworden. Nein, nicht die Musik, viel mehr die Sachen, in denen ich Musik Lebe. Vorne weg der Gesangstunterricht und der Chor.

Die Sommerferien waren schlimm, zu Anfang war es noch okay. Je länger die Ferien dauerten, desto schlimmer wurde es. Die Trauer wurde präsent, ich habe eine richtig schlimme Zeit durchgemacht. Weil mein Anker fehlte. Ich glaube, es ist nich die Musik alleine. Es sind diese Menschen, mit denen ich diese Musik erlebe, die so wichtig für mich geworden sind. Wenn ich darüber nachdenke, dann macht es richtig Angst. Was passiert eigentlich, wenn das alles nicht mehr ist. Darüber will ich mir gar keinen Kopf machen. Ich genieße das alles im Moment so sehr. Es gibt mir ein Gefühl von Sicherheit und Stetigkeit.

Ich fühle mich wohl, wenn ich in diesen geschützten Gefügen singe und alles in das Singen lege. Es tut gut, ein Ventil zu haben und mit diesen Emotionen dann nicht allein zu sein.

Zugegeben, ich lasse sie nicht einfach raus. Ich habe sie, nehme sie mit nach Hause und mache es dann da mit mir aus.

Da kommen wir aber schon zum nächsten Punkt. Am Samstg trete ich mit dem Chor auf der großen Bühne im Stadttheater auf. Ein Lied wird die Ode an die Freude sein. Eigentlich sitzt der Text, die Höhen sitzen, auch die englische Fassung des Textes ist drin. Dennoch bekomme ich ständig diesen blöden Kloß in den Hals. Mama mochte das Lied auf dem Abrahamsfest so sehr und sie war eine derjenigen, die nach einer Zugabe verlangt hat.

Morgen ist endich Schluss mit der Warterei. Um 16 Geht es zum Gesangstunterricht, dann bringen wir die Hunde zu Nicole und dann geht es um 19 Uhr weiter im Stadttherater, die vorletzte Probe vor dem Theaterfest. Ich bin aufgeregt und gespannt, aber es erfüllt mich auch mit unendlicher Ruhe.

Ich kann nur hoffen, dass ich die Emotionen drin lassen kann. Ansonsten nehme ich einfach ein paar Taschentücher mit. Und Zitronenbonbons, man kann ja nicht wissen.

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Löffel-Liste | Mamalächeln

Einen Sonnenuntergang fotografieren

von am 24. August 2017

Endlich war mal ein paar Tage die Sonne zu sehen. Heute ist es zwar schon wieder diesig draußen, die Luft ist schwer und feucht, aber die Sonne der letzten Tage rettet mich heute noch.
Ich konnte meine Löffel-Liste weiter bearbeiten. Ich hab schnell geschaltet und am Dienstag den Sonnenuntergang fotografiert. Eigentlich wollte ich dieses Foto anders gestalten. Draußen, in Lämershagen, auf dem Berg, und den Sonnenuntergang in voller Breitseite einfangen. Aber darauf hatte ich solange gewartet. Diese Chance bot sich nicht. Und am Dienstag war keine Zeit mehr, noch mal eben schnell zu fahren. Der Alltag verhinderte das.

Aber ich finde auch vom heimischen Balkon aus sieht die Sonne friedlich und wunderschön aus. Wenn ich das Foto betrachte, dann geht es mir gut. Ich muss lächeln. Ich habe auf dieses Foto gewartet und auch wenn es anders ist, als von mir geplant, bin ich doch stolz auf mich, das ich diesen Moment eingefangen habe.

Was hat mich dieser Moment auf meiner Löffel-Liste gelehrt? Nichts, was ich nicht schon wusste. Etwas, was mich im Hier und Jetzt erdet.

Die Sonne ist da, stetig. Wenn es dunkel wird, dann ist es woanders eben hell. Gehe ich ins Bett, steht wer anders gerade auf. Und auch wenn es heute diesig ist, dann ist die Sonne da. Ich sehe sie nicht direkt, aber hinter den Wolken, da scheint sie mit all ihrer Kraft und erhellt den Tag.

Man muss die Sonne nicht sehen, allein das Wissen, dass sie da ist, das beruhigt.

Ja, meine Löffel-Liste ist weit mehr als eine Challenge. Sie ist eine Art Trauerarbeit.

Denn auch wie die Sonne, die man nicht immer sieht, aber sie doch stetig da ist, ist es mit meiner Mama. Ich sehe sie nicht, und dennoch weiß ich, sie ist da, in meinem Herzen, in meinem Leben, in allem was ich tu. Denn sie hat mich auf mein Leben vorbereitet und ich lebe es für sie weiter. Mit allen Höhen und Tiefen. Auch wenn die Sonne mal nicht da ist.

Ich sitze auf dem Sofa, mein Laptop auf meinen Knien. Eine Stelle in der diesigen Wolkendecke hat sich gerade geöffnet und zarte Sonnenstrahlen lassen den Himmel milchig gelb erscheinen. Nach Sommer und Sonne sieht es zwar noch immer nicht aus, aber man wird an die Existenz  der Sonne erinnert.

Und ich schaue auf Mamas Schwarz-Weiß Foto. Wenn meine Erinnerungen verblassen, werde ich durch Fotos an sie erinnert.

Sie ist eben nie ganz weg und kommt immer wieder. In meine Gedanken. Ich weiß, ich werde noch viel machen, was mich an sie erinnert und was ich in ihrem Gedenken tun werde. Wie das kommende Konzert im Theater. Freude schöner Götterfunke. Das habe ich im September letztes Jahr schon auf der Theaterbühne im Theater am alten Markt gesungen und Mama war hin und weg. Und auch dieses Mal, auf der großen Stadttheather Bühne, werde ich es für sie singen. Sie hat es geliebt. Und ich werde es wiederholen, denn ich weiß, sie ist da. So wie morgens auch aufstehe, auch ohne Sonne, aber ich tu es, weil die Sonne eben irgendwo ist.

Löffel-Liste abgearbeitet und ein Mama-Lächeln Moment gehabt.

Das Leben ist auch in diesigen Momenten sehr schön, wenn man nicht vergisst, das da irgendwo die Sonne ist!

Nur noch drei Punkte zu erledigen. Und danach gibt es die Löffel-Liste für den Rest des Jahres! Weil ich es brauche und mir einen Anker gibt!

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Löffel-Liste | Mamalächeln

Lachen, auch in tiefster Traurigkeit

von am 16. August 2017


Die Löffel-Liste habe ich heute um einen Punkt weiter abgearbeitet. Wir haben in tiefster Traurigkeit gelacht.

Dieser Post ist aber auch ein Mama-Lächeln Moment.

Eigentlich hätte sie heute Geburtstag, sie wäre heute 65 Jahre alt geworden. Wir wollten das groß feiern. Der ganz August war bisher der schwerste in dieser Trauer. Mir ist so schwer ums Herz, dass es gut tat, sich selbst Aufgaben zu stellen. Aber das hatte ich sicher auch im Hinterkopf, als ich mir diese Löffel-Liste ausgedacht habe. Ein Stück Trauerarbeit war es wahrscheinlich bisher unbewusst immer.

Heute waren wir auf dem Friedhof. Und wir haben natürlich der Familientradition der Familie Kühne alle Ehre gemacht. Wir waren irgendwie zu laut, bunt und auffällig. Wir habe Blumen für Mama mitgebracht und Ballons. Die Ballons haben wir mit Grüßen und Wünschen versehen. Alles was wir ihr sagen wollten haben wir an die Ballons gebunden und einfach vom Friedhof aus fliegen lassen.

Es war ein weinendes und ein lachendes Auge. Vor allem was meine Nichte Ella auf ihre Nachricht hat schreiben lassen von ihrer Mama. „Hallo Oma, ich bin jetzt schon groß, ich bin schon 5 und ich bin jetzt eine große Schwester, Lara ist da.“

Und sie hat sich wohl bei Mama und Papa beschwert, dass sie Oma gar nicht Tschüß sagen konnte…

Es war wirklich ein Wechselbad der Gefühle, aber ich bin froh, dass wir es durchgezogen haben. Ich hoffe, das der Rest vom August einfach besser wird. Mit weniger Trauer und schwerem Herz. Wer weiß, aber da bin ich erstmal durch und habe einen weiteren Pluspunkt auf meiner Löffel-Liste, denn gelacht haben wir heute natürlich auch!

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Löffel-Liste

Keyboard

von am 11. August 2017

Ich habe einen weiteren Punkt auf meiner Sommer-Löffelliste abgearbeitet. Ich habe mit dem Keyboardspielen angefangen. Von gut bin ich auf jeden Fall noch weit entfernt. Aber darum ging es ja auch nie. Ich wollte nur einen Startschuss machen.

Ich muss sagen, Keyboardspielen finde ich viel spannender als alles andere bisher. Es kostet zwar wirklich Zeit, aber es wird so ganz langsam. Vielleicht sollte ich doch noch Unterricht nehmen. Es ist ja nie zu spät für so etwas.

Manche fragen mich, warum ich nun erst mit all dem Kram anfange. Warum nicht, frage ich da? Es ist immer richtig und wichtig neue Erfahrungen zu machen. Und ich lerne so gerne neue Sachen, dafür ist man eben nie zu alt.

First steps

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Nun habe ich Halbzeit. Noch 5 Punkte und noch 3 Wochen Ferien. Das schaffe ich. Der Sonnenuntergang macht mir Sorgen, denn es regnet schon seit Tagen, und es ist bedeckt.
Aber auf das Lachen in tiefster Traurigkeit freue ich mich schon. Meine Mama hat nächste Woche Geburtstag. Den 65. wollte sie eigentlich groß feiern. Wir werden mit Luftballons auf den Friedhof gehen und sie zum Himmel fliegen lassen…

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Löffel-Liste | Mamalächeln

Dem Himmel so nah

von am 28. Juli 2017

Gestern waren wir endlich auf Libori. Eine große Kirmes in Paderborn. Das war jedes Jahr Mamas traditonelles Pflicht-Kulturprogramm.

Dieser Blogbeitrag ist also sowohl meine Löffel-Liste als auch ein Mama-Lächeln Text.

Paderborn, Mamas Heimat. Bevor sie Krankenschwerster werden durfte, hat sie mit zarten 14 Jahren eine Ausbildung in Hauswirtschaft gemacht. Dafür ist sie von Schloß Neuhaus nach Paderborn gezogen. In ein „Mutterhaus“. Unter Nonnen hat sie mit weiteren Mädchen gelernt zu kochen, zu putzen, aber auch Menschen zu pflegen.
In unmittelbarer Nähe zum Dom wurde sie im Krankenhaus eingesetzt, und auch bei den Kirchenleuten, Diakonen, Pfarrern, hat sie im Haushalt geholfen und ihre zwei Jahre gelernt.
Sie hat immer viel davon erzählt und war mit den Mädchen immer in Kontakt. Regelmäßig haben sie sich zu „Klassentreffen“ getroffen.

 

 

So wunderte es wohl nicht, dass sie jedes Jahr wieder auf Libori gefahren ist. Seine Jugend aufleben zu lassen und Dinge zur Tradition zu machen, die einem wichtig sind, dass kann ich so gut verstehen, denn mir geht es genauso. Ich will, dass diese Tradition bestehen bleibt. Es war gestern wirklich anstrengend. Vor allem emotional, ich hatte mir vorgenommen Pommes zu essen, nicht mal das konnte ich. Der Kloß im Hals war einfach viel zu groß. Letztes Jahr haben wir die letzten Fotos im Paderquellgebiet hinterm Dom gemacht. Wir waren mit dem Zug gefahren und wurden später am Parkplatz abgeholt. Dort entstanden die Bilder von Mama und Ella beim Waffelessen und wie sie am Tisch gesessen haben und Ella den Geschichten von Mama lauschte. Viele Erinnerungen hingen da gestern dran. Und mir war es wichtig, wenigestens ein paar neue Fotos zu machen, um mehr Erinnerungen zu schaffen. Deswegen machte ich gestern meine ersten Bilder im Paderquellgebiet. Mit einer Ella, die überall draufkletterte und total aufgedreht vor Aufregung war.

Wir liefen am Dom entlang, immer geradeaus, über den Pottmarkt, der rund um den Dom Leckereien aber auch Killefit und Kinkerlitz verkauft und sind hoch zum Liboriberg. Dort hatte sich fast nichts verändert. Doch, eine Kleinigkeit. Anstatt des Kettenkarussells stand dort irgendetwas neues am Ende der Straße. Aber Mamas Losbude, an der sie einfach jedes Jahr Lose gekauft hat, die stand wie immer genau dort. Dieses Jahr wären es Einhörner gewesen. Mama wäre entzückt gewesen. Sie liebte eben Kinkerlitz. Sie hat sich gerne damit umgeben.

 

Wir haben Slush getrunken, Ella hat Enten geangelt, aber wir haben auch das Riesenrad besucht. Mama hat das eigentlich nie gemacht. Aber ich brauchte das, für mich. Für das Gefühl, ihr nahe zu sein. Paderborn von oben sehen, dem Himmel so nah. Ich kann das gar nicht richtig beschreiben. Aber es war mir wirklich wichtig. Und es tat so unendlich gut. Ich habe geatmet, wir haben ihr gewunken und über sie geredet.

 

 

 

Dieses Mal hatte ich allerdings nicht ihre Schuhe an. Und dennoch war sie dabei. Denn ich hatte mir das pinke Kopftuch in die Haare gebunden, welches wir letztes Jahr auf Libori gekauft hatten, weil es so unendlich heiß war. Sie hatte eines in grün, und ich das in pink. Die Leute haben mich schräg angeschaut. Aber mir war das egal. Sollen die Leute doch denken von mir, was sie wollen. Ich habe getan, was mit gut tat. Es war voll, mir machte es das erste Mal nicht viel aus. Wir hatten Spaß und ich glaube Mama hat zurückgewunken, als wir oben die Riesenradfahrt pausiert hatten, weil unten Menschen aus- und einstiegen.  Das Leben pausierte für einen kurzen Moment in schwindelerregender Höhe und ich konnte tief einatmen. Ich habe inne gehalten und an sie gedacht.

Mama, nächstes Jahr fahre ich wieder auf Libori, versprochen.

 

Löffel-Liste, Libori Riesenrad Fahrt: Checked

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Löffel-Liste

Ich und die Ukulele

von am 25. Juli 2017

Ja, auf meiner Löffel-Liste steht was mit der Ukulele. Und mit stolz kann ich behaupten: Das erste Lied, mein eigener Song, sitzt. Außerdem funktionieren die Strumbella mit „Spirits“ und „You are My Sunshine“.


Leider ist die Ukulele eine recht günstige und die verstimmt sich ständig während des Spielens. Aber als Beweis gibt es ein kleines Video von „Lemon Drop“!

Lemon Drop. #mywords #mymelody #ownsong #ownwords #ukulele #singer #songwriter I’ll Never give up

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Löffel-Liste

Dancin´in the Moonlight

von am 14. Juli 2017

Aufgabe 2 auf meiner Löffelliste habe ich schon letzte Woche Freitag ganz spontan erledigt. Ich habe im Mondlicht getanzt.

Ich habe gelesen und dabei Radio gehört. Um kurz nach 22 Uhr habe ich dann die Sängerin Blümchen „Boomerang“ gehört.  Ein Stück Kindheit, Jugend und Wohlbefinden machte sich breit. Ich lag am offenen Fenster und der pralle Vollmond lugte ins Zimmer. Also legte ich den Roman beiseite und stellte mich ans Fenster. So richtig kann ich mit dem kaputten Bein und Rücken ja nicht tanzen, aber ich hab zumindest gewippt, mich im Takt bewegt, so gut es geht und dabei gesungen.

Es tat wirklich gut. Mir war zwar schwer ums Herz, weil Blümchen halt so viele Erinnerungen hervorbrachte, aber trotzdem war es befreiend und es fühlte sich richtig an. Ich habe im Mondlicht getanzt.

Ich fühlte mich frei, konnte atmen, ich war alleine, mit mir und der Musik. Ob Blümchen jetzt so der Oberknaller war, das lasse ich jetzt mal dahingestellt. Aber just zu dem Zeitpunkt war es genau richtig, Und genau darum geht es doch im Leben. Immer Dinge tun, die sich an dem Zeitpunkt genau richtig anfühlen und sie auch danach nie zu bereuen. Es hat mich glücklich gemacht, diese sinnlose Aktion und ich möchte diese drei Minuten am offenen Fenster nicht missen. Es war gut so wie es war.

Aufgabe 2 checked.

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Bücher | Löffel-Liste

Meine Sommer-Löffel-Liste

von am 8. Juli 2017

Eine Löffel-Liste… Ich wusste erst nicht, was das genau ist. Aber jetzt. Eine Löffel-Liste sind Dinge, die du unbedingt noch erledigt haben willst, oder erleben möchtest, bevor du stirbst. 

So krass ist meine Liste zwar jetzt nicht, aber ich mag ein paar Sachen in diesem Sommer tun, die ich sonst wahrscheinlich nicht tun würde. Ich hab das Gefühl, dass ich das brauch. Das Leben läuft nicht immer so, wie man das will, aber diese Kleinigkeiten geben mir das Gefühl, dass man ein paar Dinge kontrollieren und schaffen kann, wenn man sich die nur vornimmt.

Gestern bin ich die erste Aufgabe angegangen. Ein altes Buch auf dem Trödelmarkt kaufen. Alle vier Wochen ist in Sennestadt Freitags ein Abendflohmarkt.

Ich also mit ein paar Kröten in den Taschen ins Getümmel. Ich bin mit vielen tollen Menschen ins Gespräch gekommen.

Am ersten Stand gab s zwar keine alten Bücher, aber die Dame verschenkte alle Bücher. Ich fragte erstaunt nach, ob das auch wirklich so sei. Sie erzählte von ihren Eltern, die nun schon ein paar Jahre tot seien. Denen haben die Bücher in den Kisten gehört und diese stehen nun bei ihr im Keller. Zum Wegwerfen sind sie zu schade und sie würde sich freuen, wenn andere Menschen Freude an den Büchern hätte. Sie selbst wolle sie nicht mehr mit nach Hause schleppen. Drei Bücher nahm ich mit. Aber meine Aufgabe war noch nicht erledigt, denn „alt“ waren die nun wirklich nicht.

Ich schlenderte weiter, fand ein Buch von Ernest Hemmingway, schon alt, aber ich ließ das Buch am Stand, ich hatte das Gefühl, dass es sicher noch andere Schätze gäbe, sonst könnte ich ja immer noch zurück zum Buch „Der alte Mann und das Meer“.


Auf einem Tisch, sehr unscheinbar, stapelten sich abgegeriffene Bücher. 1 Euro sollte ein Buch kosten. Und der letzte Band vom Nesthäkchen war dann mal fix meiner. Aber ich fand noch ein zweites in dem Stapel, was mein Herz höher schlagen ließ.

Heidi, meine Kindheitsheldin, mein Vorbild, mein Lieblingsbuch und eine Ausgabe besitze ich auch schon. Aber ich musste den Klassiker einfach mitnehmen. Die Dame gab mir sogar eine Tüte mit, damit ich die mittlerweile 5 Bücher einfacher transportieren konnte.

Eigentlich hatte ich meine Aufgabe ja nun erfüllt, aber ich wollte einfach noch weiter schlüren. Ich kam mit Menschen ins Gespräch, nur wegen der Bücher die ich in der durchsichtigen Tüte trug. Heidi wurde bestaunt, einer wollte mir stattdessen DVDs andrehen und ich wurde eingeladen doch einfach in den Bücherkisten zu wühlen.

Einer fragte mich, was ich denn mit den Büchern machen würde. Dumme Frage, oder? Ich antwortete, dass ich an den alten Büchern schnüffeln würde, weil ich den Geruch so mag. War ja nicht mal gelogen. Er fand die Antwort jedoch so genial, dass er meinte, das Buch, was ich mir ausgesucht hatte, würde er mir für nen Euro geben. Tja, da sag ich doch nicht nein.

Zu guter Letzt ging ich zum ersten Stand zurück, dort hatte ich schon aus dem Augenwinkel einen Roman von Barbara Erskine gesehen, die ich sehr gerne lese. Und als ich noch ein wenig durch die Kiste wühlte, sprang mich noch die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens an.



Ich hab meine Aufgabe also 4-Fach erfüllt. Bücher sind einfach toll und mir fiel es noch nie so leicht mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Und das nur wegen den Büchern. Magisch.

Von meiner nächsten Aufgabenerfüllung berichte ich bald, denn es wurde schon ein zweiter Punkt auf der Löffel-Liste abgearbeitet. Lasst euch überraschen und bleibt mir treu,

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