Gedankenfetzen | Gedichte

Mama

von am 13. November 2017

Ich will einen Text schreiben. Einen Text über meine Mama, etwas poetisches soll es werden, aber auch etwas persönliches. Ich will über Liebe schreiben, über Gefühle und über vermissen.

Mama, ein Wort, ein Kosewort für Mutter. Nur zwei Silben und in den meisten Fällen ist es das erste Wort, welches Babys lernen.
Mama, ein kleines, kurzes Wort, und trotzdem bedeutet es so viel. Ganz viele andere Worte sind unzertrennlich damit verbunden, runden das Bild ab, beschreiben eine Mama.

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Fotografie | Gedankenfetzen | Glücksmoment | Ich | Menschen

Das neue Jahr klopft schon ganz leise an

von am 18. Oktober 2017

Ja, ich weiß. Dieses Jahr bin ich mit allem früher als letztes Jahr. Aber ich habe das Gefühl etwas nachholen zu müssen. Dieses Weihnachtsgefühl, diesen Zauber, den will ich so gerne langsam aufbauen und bewahren bis zum Fest. Ich will mich wohl fühlen in den letzten Wochen des Jahres. Vor allem, weil sich am 12. Dezember der Todestag jährt.
Ein Jahr ohne Mama und es gab mehr Tiefen als Höhen.
Ich versuche mir Wohlfühlmomente zu verschaffen.
So habe ich schon jetzt begonnen, Weihnachtskekse zu backen. Zimtsterne und Vanillekipferl sind schon in den Dosen. Weitere Köstlichkeiten werden folgen.
Heute habe ich sogar schon die ersten Geschenke organisiert. Ich merke schon, ich übernehme Mamas System. Kaufen, verstauen und so entspannt wie möglich planen.

Was ich vom neuen Jahr erwarte? Was soll ich schon erwarten? Es soll sich nicht so taub anfühlen. Ich will diese Ohnmacht abschütteln, ich will mich wieder wohlfühlen in meiner Haut. Und da gehören diese alltäglichen Sachen, wie backen, kochen und putzen dazu.
Ich habe lange meinen Po nicht hochbekommen, das werde ich nun ändern. Ich versuche nun regelmäßig was zu tun und mich nicht von der Traurigkeit überwältigen zu lassen. Ich kann auch traurig Kekse backen. So wie ich für die ersten Geschenke schon traurig fotografiert habe. Aber der Traurigkeit verflog, dank lachneder Kinderaugen.

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Gedankenfetzen | Löffel-Liste | Mamalächeln

Löffel-Liste auf dem Balkon und ganz viele Emotionen

von am 29. August 2017

Und noch einen Punkt auf meiner Löffel-Liste abgearbeitet. Mit dem habe ich mir, zugegeben, schwergetan. Ich habe mir gestern bei strahlendem Sonnenscheint mal ein wenig Zeit genommen und auf dem Balkon gesungen. Das habe ich ganz unspektakulär mit Smule gemacht. Zu Anfang war ich noch etwas gehemmt, denn ich weiß, dass die Nachbarn beim Thema Musik sehr empfindlich sind. Aber das ist ja auf jeden Fall eine andere Geschichte und gehört jetzt nicht unmittelbar zur meiner Sommer-Löffel-Liste.

Als erstes Mal hier der Beweis von einer Minute:

#InstaSmule #Smule #Sing #Karaoke #löffelliste Singen auf dem Balkon

Ein Beitrag geteilt von CME Pinky (@cme_pinky) am

Und als ich da so saß, habe ich noch weiter vor mich hingesummt. Und mir gingen viele Gedanken durch den Kopf. Musik ist so wichtig für mich in den letzten Monaten geworden. Nein, nicht die Musik, viel mehr die Sachen, in denen ich Musik Lebe. Vorne weg der Gesangstunterricht und der Chor.

Die Sommerferien waren schlimm, zu Anfang war es noch okay. Je länger die Ferien dauerten, desto schlimmer wurde es. Die Trauer wurde präsent, ich habe eine richtig schlimme Zeit durchgemacht. Weil mein Anker fehlte. Ich glaube, es ist nich die Musik alleine. Es sind diese Menschen, mit denen ich diese Musik erlebe, die so wichtig für mich geworden sind. Wenn ich darüber nachdenke, dann macht es richtig Angst. Was passiert eigentlich, wenn das alles nicht mehr ist. Darüber will ich mir gar keinen Kopf machen. Ich genieße das alles im Moment so sehr. Es gibt mir ein Gefühl von Sicherheit und Stetigkeit.

Ich fühle mich wohl, wenn ich in diesen geschützten Gefügen singe und alles in das Singen lege. Es tut gut, ein Ventil zu haben und mit diesen Emotionen dann nicht allein zu sein.

Zugegeben, ich lasse sie nicht einfach raus. Ich habe sie, nehme sie mit nach Hause und mache es dann da mit mir aus.

Da kommen wir aber schon zum nächsten Punkt. Am Samstg trete ich mit dem Chor auf der großen Bühne im Stadttheater auf. Ein Lied wird die Ode an die Freude sein. Eigentlich sitzt der Text, die Höhen sitzen, auch die englische Fassung des Textes ist drin. Dennoch bekomme ich ständig diesen blöden Kloß in den Hals. Mama mochte das Lied auf dem Abrahamsfest so sehr und sie war eine derjenigen, die nach einer Zugabe verlangt hat.

Morgen ist endich Schluss mit der Warterei. Um 16 Geht es zum Gesangstunterricht, dann bringen wir die Hunde zu Nicole und dann geht es um 19 Uhr weiter im Stadttherater, die vorletzte Probe vor dem Theaterfest. Ich bin aufgeregt und gespannt, aber es erfüllt mich auch mit unendlicher Ruhe.

Ich kann nur hoffen, dass ich die Emotionen drin lassen kann. Ansonsten nehme ich einfach ein paar Taschentücher mit. Und Zitronenbonbons, man kann ja nicht wissen.

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Gedankenfetzen | Gedichte

Ich bin nicht tot, ich lebe noch

von am 8. Juli 2017

Ich bitte um Hilfe,
aber ihr hört mich nicht.
Ich versuche mit euch Schritt zu halten,
doch ihr seht mich nicht.
Ich setze Leuchtfeuer,
ihr jedoch habt eure Gardinen zugezogen.
Ich wahr offen und hab geredet,
jetzt fühle ich mich betrogen.

Ich will mein Leben wieder haben,
doch das, was es einmal war, das ist es nicht mehr.
Ich gehe zu euch und frage,
und ob ich noch dazugehör.
Ja, natürlich sagt ihr mir,
was ist das denn für eine Frage.
Dann dreht ihr euch wieder um
und versteht nicht, was ich sage.

Warum seht ihr mich denn nicht?
Ich bin doch noch da.
Ich brauchte eine Pause,
ihr sagtet, das ist doch ganz klar.
Jetzt wäre ich bereit für einen Neuanfang,
doch ihr seid alle fort.
Ich bin aber nicht gestorben,
ich warte nur, da wo ihr mich zurückgelassen habt,
genau an diesem Ort.

Und nochmal möchte ich rufen:
Hilfe, ist denn da jemand, irgendwer?
Der mich sieht, micht versteht, mich führt?
Der mich auch mal weinen sehen kann, ist das so schwer?
Sollte Freundschaft nicht auch in dunklen Zeiten halten?
Einfach da sein, wie ein Licht.
Ich bin nicht tot, ich lebe noch,
aber ihr, ihr merkt es nicht.

Denn ihr seid euren Weg weitergegangen,
ich warte jedoch noch immer auf Geleit.
Und dabei fühle ich mich einsam wie noch nie,
so einsam, wie noch zu keiner Zeit.
Ich will euch wieder in meinem Leben haben,
aber ich renn euch vergebens hinterher.
Ich bin nicht tot, ich lebe noch,
aber irgendwann, da kann auch ich nicht mehr.

Ich bin nicht tot, ich lebe noch,
aber vielleicht hat sich zuviel geändert in der Vergangenheit.
Da ist nicht nur ein Mensch gestorben,
sondern auch ein Stück Selbstverständlichkeit.
Für mich und für die Menschen, die sich Freunde nennen.
Für uns alle hat es einen Ruck gegeben,
hat sich geändert einfach alles.
Ich bin nicht tot, ich bin noch am Leben.
Und so lange ich brüllen kann, werde ich rufen:
Bitte, ihr sollt mir nur mein altes Leben wiedergegeben.
Geht ihr nicht auch noch und lasst mich verletzt zurück.
Ich bin nicht tot, ich war nur traurig,
ich bin noch am Leben!

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Gedankenfetzen

Sommer und das Sommerloch

von am 6. Juli 2017

Noch einmal Bewegungsbad, noch einmal Gesangsunterricht. Chor war letzte Woche schon die letzte Probe. Und dann geht alles in eine, natürlich verdiente Sommerpause. Alles was mir Halt und Alltag gibt, meine Bodenhaftung.

Ihr denkt jetzt bestimmt, ich dramatisiere, aber so empfinde de ich das. Es gab jetzt solche Tage und solche. Meistens geht es mir vom Kopf ganz gut. Ich bin nur ab und zu ein wenig traurig und vermisse Mama. Aber meistens bin ich recht positiv gestimmt. Und dennoch gibt es diese Tage, an denen ich mich wahnsinnig alleine fühle. 

Dann hab ich mir meine Texte geschnappt und gelernt. Aber in der langen Pause jetzt? Die Chorsongs sitzen, und Gesangsunterricht bekomm ich wahrscheinlich ja keine zu bewältigende Aufgabe.

Keine Sorge, dies wird keine #mimimi Post. 

Nein, ich habe mir eine Liste gemacht mit Dingen, die ich in dieser Zeit machen will. Und ich werde diese Sachen abhaken und fotografisch oder mit Video festhalten und beweisen.

Hier meine ToDoSommerliste, damit ich erst gar nicht in ein Sommerloch falle.

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Gedankenfetzen

Die Frühe

von am 2. Juli 2017

Erwähnte ich schon einmal, dass ich eher so der Morgenmensch bin und nicht so die Nachteule? Ich bin gerne Morgens schon zeitig wach, auch an einem Sonntag. Ich hab das Gefühl, dass ich dem Tag beim Beginnen begleiten muss. Und es kommt mir vor, als hätte ich einfach viel mehr vom Tag, auch wenn das faktisch ja nicht stimmt, weil ich einfach eher im Bett bin als andere.

Ich liege im Wohnzimmer auf dem Sofa. Der Sonntag ist grau. Vor dem Fenster in der Tanne sitzt eine Krähe und macht diese typischen Krähen Kreischgeräusche. Die Uhr tickt, unaufhörlich, immer weiter: Tick Tack Tick Tack.

Es ist ein Fortschreiten der Zeit, keiner kann das aufhalten. Aber ich will doch jetzt gar nicht nachdenken. Ich will ganz bei mir sein, die Uhr ticken lassen, die Krähe kreischen lassen. Ohne es zu bewerten.

Ja, ich mache meine Achtsamkeitsübungen weiter. Um aus mir selbst die Kraft zum immer wieder weitermachen zu schöpfen. Ich weiß, das hört sich voll abgedreht an. Und so langsam beschleicht mich auch das Gefühl, dass ich im Alter merkwürdig werde. So hab ich vor ein paar Jahren nicht gedacht, da hab ich so einen Hokuspokus belächelt. Für mich waren das immer Spinner. Jetzt jedoch merke ich, ich hatte unrecht.

Ich brauch diese Erinnerung, die Tatsache, dass ich ganz im hier und jetzt bin. Ich kann nicht ändern was war. Und was kommt, kann ich nicht vorherbestimmen. Ich kann den Moment nur annehmen und ihn leben. Glücklich, traurig, beschwingt, niedergeschlagen. Das liegt an mir.

Und dennoch gehen mir die letzten Stunden Gefühlschaos im Kopf herum.

Ich hatte eine wunderschöne letzte Chorprobe vor den Sommerferien und bin ein wenig traurig, dass nun fast 8 Wochen Pause ist. Ich habe über ein Jahr gebraucht um die ersten Menschen näher an mich ran zu lassen und die sind mir so sehr ans Herz gewachsen und so wichtig, dass ich es kaum beschreiben kann. Natürlich ist das alles halt auf Chorbasis. Aber… ich weiß nicht, allein die Tatsache, dass uns die Musik verbindet und wir mit einer wunderbaren Chorleiterin richtig tolle Zeiten erleben verbindet sehr. Ich bin gerne ein Teil des Chores, auch weil er meiner Seele stets eine Heimat gibt.

Neben den ganzen Hochgefühlen von gestern mischt sich jedoch auch eine Traurigkeit und Resegnation. Mein Vater muss wieder ins Krankenhaus, ein Zeh muss wegen offener Stellen durch Diabetes amputiert werden. Dass das schwer ist, das ist mir klar. Aber so fertig habe ich ihn selten erlebt. Weinend und gleichzeitig wütend und jeden abweisend. Heute werdén wir nicht wie gewohnt uns alle treffen und Mittag machen. Mein Vater will uns nicht sehen. Und das trifft mich sehr. Unsere geliebte Familientradition. Mein Vater scheint irgendwas quer zu sitzen und er hat es gestern geschafft mir ein mordsmäßiges schlechtes Gewissen zu machen, obwohl das Blödsinn ist. 

Sein Vorwurf: Wir kümmern uns ja nicht um ihn und er will nie wieder Hilfe von uns. Ich weiß, dass ich alles tu was ich kann. Man kann mir keine Vorwürfe machen. Jeden Tag schaue ich nach dem Rechten, springe wie es mir möglich ist, aber es ist niemals genug… Für ihn.

Ach ja, die Achtsamkeit. Ich kann auch die Zufriedenheit oder Unzufriedenheit von meinem Vater nicht ändern, ich kann das Ticken der Uhr nicht aufhalten. Sie sagt: Ätsch, Chorpause! Aber sie sagt auch: Mit jedem Ticken kommt die erste Chorprobe nach den Ferien näher.

Zum Glück bleibt die Musik, egal wie die Uhr tickt und egal wie die Krähe kreischt. Noch 2 Mal Gesangsunterricht, bevor da Ferien sind. Noch 2 Mal Proberaum. Dann setzen Sascha und ich uns an das Album, was gerade entsteht, wir geben ein Sofakonzert mit unseren Songs und vielleicht, ganz vielleicht suche ich mir noch einen zweiten Chor. Aber das weiß ich jetzt noch nicht.

Ich fokussiere mich jetzt auf den Moment. Ich muss jetzt mal was für Projekt Felix tun, dann mach ich mir Kaffee.

Noch schläft alles hier, aber das ist gut, denn da wartet ein Buch auf mich, was achtsam gelesen werden will. In diesem Sinne, genießt einfach jeden Augenblick, denn so wie er ist, ist er eben. Was ihr draus macht liegt immer in eurer Hand. Ich hab euch lieb, danke dass ihr meine stillen Wegbegleiter seid.

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Alltag | Gedankenfetzen | Mamalächeln | Schmerzen | Übergewicht

Supermann, ältere Frau und harter Knochen ~ Ich hatte einen Schutzengel

von am 24. Juni 2017

Mir tut heute noch alles weh. Ich hab überall Blutergüsse und sogar das Tippen auf dem Tablet schmerzt im Nacken.

Warum?

Ich hatte Mittwoch einen Unfall. Ich bin einmal durch den Bus geflogen als ich auf dem Weg zum Gesangsunterricht war. Aber bevor ich den Unfall erzähle. Hier der Zeitungsartikel.

Ich war dann mal die ältere Frau. Jasmin betitelte mich als harten Knochen, für Lars bin ich Supermann.

Ich habe zahlreiche Prellungen und Stauchungen und Schmerzen an Körperstellen, die ihr euch nicht vorstellen könnt. Am schlimmsten ist die Prellung am Steißbein, ich kann nicht richtig sitzen, Klo tut weh, alles was man da eben so macht.

Und das Schleudertrauma mit dem Schulter-Arm Syndrom. Alles was ich ab Arm bewege kommt direkt im Nacken und Kopf an. Wenn ich kaue, die Augen bewege, sogar wenn ich den kleinen Finger bewege. Und sogar das pillern merke ich in den Schultern.

Und auch der Bauch tut weh, der ist seit Freitag neu dazu gekommen. Irgendwie wie Muskelkater nach Situps. Wirklich, wirklich unangenehm.

Mein rechtes, eh schon taubes Bein fühlt sich auch irgendwie anders an, schwerer, es kribbelt mehr. 

Ich geb den Prellungen und dem ganzen wohl noch ein paar Tage Zeit. Wenn es nicht besser wird, dann geh ich zum Arzt, nochmal…
Aber das alles wollte ich eigentlich gar nicht schreiben. Ich mag nicht jammern, denn ich kann froh sein, dass mir nicht mehr passiert ist. Bei meinem Gewicht und der Tatsache, das ich fast 5 Meter durch den Bus von einer Tür zur anderen geflogen bin.

Ich glaube, ich hatte einen Schutzengel. In den Sekunden, die sich für mich ewig angefühlt haben, hatte ich das Gefühl, ich war in einem dunklen Tunnel. Ich hab nichts mehr gesehen, ich habe nicht gespürt, wie ich mir den Arm und den Kopf angeschlagen habe. Dafür fühlte ich mich leicht, wirklich so, als könne ich fliegen. Und ich hatte das Gefühl, das mich jemand in Watte packt.

Als ich wieder zu mir kam, war mir warm, und es tat auch nix weh. Ich lag wie so ein Käfer auf dem Rücken, mittig platziert im Gang an der Fahrertür und starrte zur Decke. Den Rucksack hatte ich noch auf, der hatte wohl einiges abgefangen. Und ich fühlte mich wohl? Geborgen? Aber ich fühlte auch, dass mich wer verließ und das behagliche Gefühl mit sich nahm.

Das klingt merkwürdig, oder? Ich hatte das Gefühl, da hat jemand die Hand über mich gehalten, so dass mir nichts passiert ist, oder eben nicht mehr. Ich weiß nicht, ob es Mama war, aber ich möchte es gern glauben. 

Haltet mich für verrückt, vielleicht bin ich das auch. Aber so etwas habe ich vorher noch nie erlebt…

Danke, Schicksal, Fügung, Schutzengel oder Mama. Ich hatte Glück im Unglück. Und die Schmerzen vergehen auch wieder…

Und mein defekter Tolino…. ist ersetzbar.

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Gedankenfetzen | Ich | Mamalächeln | Menschen | Trauer

Da gibt es keinen Knopf

von am 11. Juni 2017

Mein Blog klingt echt schwer in den letzten Wochen. Mir ist schwer ums Herz, und doch gibt es diese glücklichen Momente, wo sie eben nur ganz kurz fehlt.

Das Leben geht eben weiter, jeden Morgen geht die Sonne wieder auf, es gibt die großen und kleinen Sorgen, die gemeistert werden müssen. Und den Sachen stelle ich mich. Es geht, ich komm zurecht. Aufgaben sind jetzt halt andere. Und ich kann nicht so weiter machen wie vorher, dass ist ganz klar.

Ich bin eben näher an meinem Vater dran, um im Alltag zu helfen. Und ich helfe ja auch gern. Für mich ist das selbstverständlich. Das hat eben alles mit Mamas Tod zu tun. Wie ich bin, was mein Leben nun ist, warum ich Dinge tu, die ich tu.

Warum ich diesen Blogbeitrag schreibe?

Gestern war er wieder da. Dieser Satz, diese Frage… ob ich denn nicht genug getrauert hätte.

Ich dachte ich kann das mit einem Schulterzucken abtun. Aber es tut weh, wenn man so etwas hört. Und dann noch von nem guten Kunpel.

Ob es nicht langsam mal gut ist….

Trauer, das ist nicht wie eine Platzwunde am Knie… die heilt nicht einfach nach drei Wochen und dann ist alles weg. Trauer kann man nicht mit einer Pille heilen. Und es gibt auch keinen Knopf. 

Trauer ist ein so tiefes Gefühl, das gräbt sich in dich rein. Und je näher du einem Menschen warst, desto schlimmer ist es. Bei meinen Omas war ich traurig, aber das ist nicht im geringsten zu vergleichen. Mamas Tod löst anderes in mir aus. 

Es begleitet dich, täglich und fordert Raum. Es ist nicht so, dass ich jeden Tag weinen muss. Ich lache, ich freue mich über das Leben. Aber es kommen eben immer wieder diese Momente, die, die weh tun. Die tief unter die Haut gehen und in denen du schlucken musst.

Abstand gewinnen ist ja ein kluger Rat…

Aber, das kann ich nicht, den mein Leben hat sich unmittelbar geändert. An den banalsten Stellen merkst du, wo sie fehlt. Heute, ich hab das erste Mal selbst Wurstsalat gemacht.

Ich übernehme viele Aufgaben von Mama. Weil es die Situation erfordert. 

Und so ist der Verlust immer spürbar, im banalen Alltag 

Ist es nicht langsam mal gut?

Es fühlt sich an, als wäre ich unnormal, als hätte ich mich verändert. Als wäre ich eine andere. Bin ich vielleicht…. 

Aber muss ich mich dafür entschuldigen, dass ich manchmal traurig bin, dass ich weine, dass meine Mama noch immer ein Thema ist?

Ist das denn normal? Sich für Trauer schlecht zu fühlen?

Ich mag wieder mehr Alltag, aber das was ich nun lebe, das ist mein neuer Alltag… dafür will ich mich nicht entschuldigen. Denn für den Alltag und meine Gefühle gibt es keinen Knopf.

Es ist eher wie meine Narbe am Rücken, nach Belastung zwickt es immer mal wieder, mal mehr mal weniger. Dann ziehe ich mich eben kurz zurück, halte inne und atme. Und dann geht es weiter.

Ich komme zurecht, aber mein Rhythmus ist ein neuer.

Ob es langsam mal gut ist?

Ich würde gerne ja sagen. Und ich sage das auch, das Leben, mein Leben, wovon ich nur eines habe, ist gut so wie es ist. Denn es wird sich nicht mehr ändern. Und in diesem Leben braucht auch meine Trauer einen Platz. Und wenn die Menschen das auf meinem Weg nervt? Kann ich es nicht ändern…. ich bin noch ich, aber eben mit neuen Aufgaben im Alltag die es zu bewältigen gilt, aber dabei bin ich noch immer ich, wenn Zeit dafür ist.

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Gedankenfetzen | Mamalächeln | Projekt Felix | Trauer

Zwischen den Gefühlen 

von am 6. Mai 2017

Was ist nicht alles in den letzten Tagen geschehen. 

Alles zeigt, dass das Leben weiter geht. Zum zweiten Mal bin ich Tante geworden, Lara Maria wurde am 27. April geboren. Ich lerne französisch für ein Lied. Sascha und ich schreiben fleißig weiter eigene Songs.

Und auch Projekt Felix geht voran. Die Krankenkasse ist gewechselt, wir haben bei der Sparkasse uns Geld zur Überbrückung geholt, bis in etwa drei Monaten das Erbe da ist.

Alles in allem ist das eigentlich alles sehr positiv.

Und dennoch fahren meine Gefühle Achterbahn. Denn sie fehlt überall. 

Heute im Chor musste ich an sie denken, unvermittelt traf es mich. Ich sang voller Inbrunst und stolz auf französisch. Und ohne Vorwarnung traf es mich: Mama wäre stolz auf mich, ging es mir durch den Kopf. Tränen schossen mir in die Augen und ich musste schlucken. Zum Glück konnte ich mich schnell wieder auf Atmung und Töne fokussieren. 

Auch alles andere, alles was so schön ist, treibt mir heimlich die Tränen in die Augen. Es ist so traurig, dass Mama Lara nicht kennengelernt hat. Und ich bin für Lara traurig, dass sie ihre tolle Oma nicht mehr treffen kann.

Ich hab Angst vor Projekt Felix ohne meine Mama, was Montag mit Saschas OP startet. 

Und ich schaue traurig zu, wie gebrechlich und alt mein Papa in den letzten Wochen geworden ist. Es lässt mich Nachts nicht schlafen und es macht auch Angst. 

Das Leben geht weiter… ja…. Und ich lerne mit meinen Gefühlen von Angst und Traurigkeit umzugehen. So gut ich das vermag. Es gibt so viel, was einfach schön ist.
Chor, Gesangsunterricht, Kinder
Es kommt alles wie es soll. Immer.

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