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Supermann, ältere Frau und harter Knochen ~ Ich hatte einen Schutzengel

von am 24. Juni 2017

Mir tut heute noch alles weh. Ich hab überall Blutergüsse und sogar das Tippen auf dem Tablet schmerzt im Nacken.

Warum?

Ich hatte Mittwoch einen Unfall. Ich bin einmal durch den Bus geflogen als ich auf dem Weg zum Gesangsunterricht war. Aber bevor ich den Unfall erzähle. Hier der Zeitungsartikel.

Ich war dann mal die ältere Frau. Jasmin betitelte mich als harten Knochen, für Lars bin ich Supermann.

Ich habe zahlreiche Prellungen und Stauchungen und Schmerzen an Körperstellen, die ihr euch nicht vorstellen könnt. Am schlimmsten ist die Prellung am Steißbein, ich kann nicht richtig sitzen, Klo tut weh, alles was man da eben so macht.

Und das Schleudertrauma mit dem Schulter-Arm Syndrom. Alles was ich ab Arm bewege kommt direkt im Nacken und Kopf an. Wenn ich kaue, die Augen bewege, sogar wenn ich den kleinen Finger bewege. Und sogar das pillern merke ich in den Schultern.

Und auch der Bauch tut weh, der ist seit Freitag neu dazu gekommen. Irgendwie wie Muskelkater nach Situps. Wirklich, wirklich unangenehm.

Mein rechtes, eh schon taubes Bein fühlt sich auch irgendwie anders an, schwerer, es kribbelt mehr. 

Ich geb den Prellungen und dem ganzen wohl noch ein paar Tage Zeit. Wenn es nicht besser wird, dann geh ich zum Arzt, nochmal…
Aber das alles wollte ich eigentlich gar nicht schreiben. Ich mag nicht jammern, denn ich kann froh sein, dass mir nicht mehr passiert ist. Bei meinem Gewicht und der Tatsache, das ich fast 5 Meter durch den Bus von einer Tür zur anderen geflogen bin.

Ich glaube, ich hatte einen Schutzengel. In den Sekunden, die sich für mich ewig angefühlt haben, hatte ich das Gefühl, ich war in einem dunklen Tunnel. Ich hab nichts mehr gesehen, ich habe nicht gespürt, wie ich mir den Arm und den Kopf angeschlagen habe. Dafür fühlte ich mich leicht, wirklich so, als könne ich fliegen. Und ich hatte das Gefühl, das mich jemand in Watte packt.

Als ich wieder zu mir kam, war mir warm, und es tat auch nix weh. Ich lag wie so ein Käfer auf dem Rücken, mittig platziert im Gang an der Fahrertür und starrte zur Decke. Den Rucksack hatte ich noch auf, der hatte wohl einiges abgefangen. Und ich fühlte mich wohl? Geborgen? Aber ich fühlte auch, dass mich wer verließ und das behagliche Gefühl mit sich nahm.

Das klingt merkwürdig, oder? Ich hatte das Gefühl, da hat jemand die Hand über mich gehalten, so dass mir nichts passiert ist, oder eben nicht mehr. Ich weiß nicht, ob es Mama war, aber ich möchte es gern glauben. 

Haltet mich für verrückt, vielleicht bin ich das auch. Aber so etwas habe ich vorher noch nie erlebt…

Danke, Schicksal, Fügung, Schutzengel oder Mama. Ich hatte Glück im Unglück. Und die Schmerzen vergehen auch wieder…

Und mein defekter Tolino…. ist ersetzbar.

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360° Blickwinkel | Alltag | Gedankenfetzen | Ich | Otaku | Schubladendenken

Wie man „Veränderung“ aufhält

von am 2. Juni 2016

Menschen und Dinge verändern sich. Das ist der Lauf der Zeit. Niemand wird je ein Leben lang der Gleiche sein. Und das ist auch gut so. Meistens. Denn auch wenn manch einer es nicht wahrhaben will, aber man kann sich auch zum negativen verändern. Ich spreche nicht einmal von Macht, oder Habgier, oder dergleichen. Oft fängt es bei kleinen, alltäglichen Dingen an. Man grüßt nicht mehr freundlich, hält anderen nicht mehr die Tür auf, schaut nur noch auf sich selbst und kriegt nicht mehr mit, was um sich herum passiert.

Schlimm oder tragisch sind diese Veränderungen aber selten für einen selbst. Am härtesten bekommen die Menschen die Veränderungen zu spüren, die einem nahe stehen. Freunde, Familie, Bekannte. Sie alle müssen unter den Veränderungen „leiden“. Was aber, wenn sich nicht ein Mensch alleine zum negativen verändert hat? Was, wenn es eine ganze Gruppe, ein Kollektiv, eine Gemeinschaft sich in diese Richtung verändert hat, und diese Veränderung andere Menschen, die ohnehin „so sind“ anziehen?

Genau diesen Fall erlebe ich seit etlichen Jahren in der deutschen Anime-Szene, oft sogar am eigenen Leib. Als die Animeszene vor 14 Jahren in Deutschland das erste Mal eine Größe erreichte, die beachtlich, aber für die Außenwahrnehmung vernachlässigbar war, da hatten wir nur uns. Es gab nur eine handvoll Otakus, und man war froh, auf Conventions auf Gleichgesinnte zu treffen. Und mehr noch, man war ein Stück weit aufeinander angewiesen, und konnte so die anderen Mitglieder dieser Szene für das wertschätzen, was sie dazu beitrugen. Jemand konnte japanisch? Großartig. Jemand war super gut im Zeichnen? Klasse! Jemand hatte ein tolles Kostüm geschneidert? Umwerfend!

Cosplaywettbewerbe gab es auch damals schon. Aber sie hatten nicht die Dimensionen heutiger „Contests“. WCS, ECG, EuroCos und DCM waren damals (mit Ausnahme vielleicht des WCS) noch nicht einmal erfunden. Und sselbst beim Cosplaywettbewerb gab es eine Sache, die ganz klar im Vordergrund stand: Spaß! Wir haben uns nicht nur für den Sieger gefreut, sondern für jeden Teilnehmen. Und nicht für jemanden, sondern auch über sie, die uns mit den vielfältigsten Bühnenshows unterhalten haben. Showgruppen wie Yume oder Tsuki no Senshi waren für uns nicht die Stars, weil sie so professionell waren, sondern weil wir es respektierten, dass sie ihre Freizeit geopfert haben, um uns eine Show zu liefern und uns zu erfreuen. Es war – wenn ich das in aller Bescheidenheit sagen darf – eine tolle Zeit, auf die ich gerne zurückblicke.

„Doch nichts im Leben ist unendlich“, sagte der Graf im Unheilig-Song „Zeit zu gehen“. Und so schien es auch in der Animeszene zu sein. Denn mit der breiten Masse an Manga und Anime, die seit 2002 in Deutschland verfügbar war, wuchs auch die Fangemeinde, und aus den ursprünglich knapp 5000 Connichibesuchern, wuchs binnen weniger Jahre eine Veranstaltung heran, die Fans unterschiedlichster Ausprägung anzog. Und nicht nur die Conventions zogen Fans an. Nein, auch Showgruppen, Fanprojekte oder Cosplayer wurden idolisiert und zum Nonplusultra der Szene erhoben. Aus kleinen Gruppen, die „von Fans für Fans“ ihre Freizeit zum Spaß opferten, wurden „Stars“ vergöttert. Nicht weil SIE es wollten, sondern weil ihre FANS es wollten.

Und wenn die Fans nicht bekamen, was sie wollten? Tja, dann machte man eben etwas eigenes. Und dieses „Eigene“ war natürlich viel besser, als das, was schon da war. Die „Neulinge“ zettelten Konkurrenzkämpfe an. Es zählte nicht mehr, die Besucher zu unterhalten. Es ging darum, besser zu sein, als die anderen. Freute man sich zu anfang, wenn man jemanden traf, der den selben Charakter cosplayte, wie man selbst, suchte man nun nach Fehlern, die der andere gemacht, und man selbst vermieden hatte. Dabei ging es anfangs noch um „harmlose“ Dinge, wie schiefe Nähte und vielleicht auch falsche Schnitte. Mittlerweile werden aber die Cosplayer selbst kritisiert. Die Körpermaße stimmen nicht (ich wurde selbst schon als „fette Jeanne“ bezeichnet), die Größe war falsch, und überhaupt sei man selbst ja sowieso die einzig wahre >Hier beliebigen Charakter einfügen<.

Auch die Showgruppen konkurrierten miteinander. Nein, nicht die Gruppen selbst, die Fans. Natürlich. War es früher besonders die Vielfalt an unterschiedlichsten Showgruppen und Showacts, ist es heute eigentlich mehr oder weniger „immer das gleiche“. Klar, jeder bringt seine Eigenarten rein, sodass man Gruppe A von Gruppe B unterscheiden kann. Aber mit etwas mehr Abstand betrachtet ist es immer das selbe Schema, das im Hintergrund zum Vorschein kommt. Comedy-Musicalprogramme mit Crossover zwischen zwei oder mehr Serien. Bei den Sängern möglichst nah am Original dran (sowohl musikalisch als auch stimmlich… achja, und natürlich optisch! Wer nicht so aussieht oder so klingt wie Charakter XY, der fällt unten durch). Bei den Zeichnern möglichst so, wie die Fans es gewohnt sind, bloß kein eigener, individueller Stil…

Fans sind in jeder Konstellation der entscheidende Faktor. Die Passiven der Szene. Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Bei den Fanprojekten zum Beispiel. Hier sind es die Projekte selbst, die sich gegenseitig despektierlich verhalten. Es geht schließlich darum, möglichst alle Fans auf seine Seite zu holen. Und manch ein Projekt ist an diesem Konkurrenzkampf zugrunde gegangen.

Was hat zu der Veränderung geführt? Darüber kann man seitenlange Dissertationen und Doktorarbeiten veröffentlichen. Da ich aber weder Wissenschaftlerin noch Studentin bin, kann ich hier nur meine eigenen Empfindungen und Gedanken niederschreiben. Ich glaube nicht einmal, dass sich die Szene „verändert hat“. Sie ist nur in der falschen Richtung großgeworden. Wie ich eingangs erwähnt habe ziehen die „negativen Personen“ andere „Negative Personen“ an. Freund A ist ein Konkurrenzkämpfer, der sich immer mit allen messen möchte. Das findet Freund B cool, und unterstützt Freund A. Schon sind es zwei. Und wie beim Schneeball wird es größer und größer. Eigentlich sollte man meinen, dass es auch in die andere Richtung funktioniert, dass die positiven Personen ebenso „anziehend wirken“. Nur leider sind diese „positiven“ Personen, die wertschätzen, respektieren und anerkennen, zumindest in der Szene ausgestorben. Sie sind erwachsen geworden, haben vielleicht eine Familie, und haben die Szene hinter sich gelassen. Sie sind stille Konsumenten geworden, die immernoch Fans sind, aber nicht mehr die großen Conventions zelebrieren. Sie sitzen mit Sohn oder Tochter zuhause vorm Fernseher und verfolgen von dort die Abenteuer ihrer Anime-Helden.

Es ist also nicht die Veränderung selbst, sondern es ist das „Aussterben“ der Positivität innerhalb der Szene, die einem radikalen Konkurrenzdenken mitsamt Respektlosigkeit, Intoleranz und Homogenität Platz gemacht hat.

Und wenn du als Aktiver der Szene gefallen möchtest, wenn du Respekt und Anerkennung haben möchtest, dann nicht, weil du du bist. Sondern weil du das bist, was der Passive Teil haben möchte. Wenn du es nicht tust, dann ist dir Spott und Häme sicher, denn dann bist du ein Zielobjekt, über das man sich gemeinschaftlich lustig machen und lästern kann. Aus den Passiven Konsumenten werden Aktivisten, deren Ziel es ist, das „andere“, das „nicht so seiende“ auszumerzen, und mit allen Mitteln (von Lästern bis hin zu regelrechtem Mobbing) zu vertreiben. Denn wer nicht so ist, wie die anderen, ist peinlich.

 

Nun könnte man diesen Blogbeitrag als einen weiteren „Mimimimi, die Szene ist so blöd“-Post abtun. Eine verbitterte, alte Anime-Frau, die die glorreichen, goldenen Zeiten vermisst. Und vielleicht – man mag es mir nachsehen – ist es auch so. Aber was, wenn ich euch sage, dass ich mit dieser Ansicht nicht alleine bin?

Denn es gibt andere, die eine ähnliche Meinung dazu haben, und die trotzdem als „Idole“ der Szene gelten, die selber Aktive der Szene sind. Die sich selbst in ellenlangen Blogbeiträgen und Vlogs über die Zustände der Szene beklagen. Ich stehe also nicht alleine da, bin vielleicht verbittert, aber wenigstens zurecht.

Nun bringt ein „mimimimi“ keine Veränderung. Jeder muss bei sich selbst anfangen. Natürlich muss man nicht jeden in der Szene mögen, mit ihm „Best Friends“ werden. Aber das Schlüsselwort heißt „Toleranz“. Wer eine Showgruppe oder einen Zeichner nicht gut findet, der muss das auch nicht. Das gibt ihm aber nicht das Recht, diesen Showact oder Zeichner zu beleidigen oder zu schikanieren, sich über ihn lustig zu machen, während er seiner Leidenschaft nachgeht um die Szene um eine Facette reicher zu machen.

Und das haben mittlerweile auch die Veranstalter erkannt. Nämlich dass diese Situation exisitiert. Nicht nur in meinem Kopf oder im Kopf anderer. Sondern dass sie real ist. Das es Mobbing innerhalb dieser Szene gibt. Das aus Toleranz Intoleranz, aus Respekt Despekt und aus Zusammenhalt Ausschließlichkeit geworden ist. Niemand will, dass alles so wird wie früher, das kann es nicht. Aber was diese Veranstalter wollen, ist, dass man sich gegenseitig akzeptiert. Es geht nicht um Wertschätzung, oder Respekt, sondern um Toleranz. Das man an einer übergewichtigen Yuna vorbeigehen kann, ohne zu lästern. Das man auch einen Cosplaywettbewerbsteilnehmer nicht auslacht, nur weil er sein Kostüm nicht perfekt genäht hat. Das man einen Showact nicht ausbuht, wenn er einen Song nicht so singt, wie der Originalinterpret ihn auf CD gesungen hat, oder er – Gott bewahre – vielleicht sogar einen Song komplett anders aufgebaut hat (Rock statt Pop).

Mit diesem – man kann es sehen wie man will, aber ich sehe es so – guten Beispiel geht das Visual Culture voran. Das Visual Culture war immer eine Eventreihe, die alle angezogen hat. Und auch die Spin-Off Events wie Kabuki Rockstyle setzten dies fort. Dort mischte man – wenn auch auf zwei verschieden Floors – harte Japanische Rockmusik mit Anime-Songs. Und so mancher „Rocker“ tanzte dort zu One Piece, und so mancher Cosplayer wurde beim headbangen auf dem Rockfloor beobachtet. Denn alle hatten die gleiche Leidenschaft: japanische Musik.

Der Organisator des Visual Culture, Julian Fuhrmann, hat vor wenigen Tagen einen Beitrag auf Facebook gepostet. Er schreibt zum Beispiel „Wir möchten eine Szene, für die Respekt, Toleranz und Gleichberechtigung keine Fremdworte sind und die diese Werte auch lebt und weitergibt.“ Natürlich bezieht er sich in erster Linie auf die Visual Kei-Szene. Aber wieso sollte dieser Beitrag nicht auch für andere Szenen gelten? Er hat sich die Mühe macht, einen Verhaltenskodex zu entwerfen, der im großen und ganzen auf dem beruht, was in anderen „Szenen“ schon lange Gang und Gäbe ist. In diesem Kodex, der nicht als Gesetzestext à la „So MÜSST ihr euch verhalten“ zu verstehen ist, ist in einfachen Worten beschrieben, was er sich wünscht, und was in anderen Bereichen schon funktioniert: Toleranz, Gleichberechtigung, Akzeptanz und Respekt.

Den „Code of Conduct“, der für alle Veranstaltungen von Visual Culture Events gilt, könnt ihr hier nachlesen.

Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele diesen Code of Conduct, diesen Verhaltenskodex, leben würde. Nicht nur in der Szene, sondern auch außerhalb, im wahren Leben, im Internet, überall. Denn das, was für mich die Szene so unwirtlich, so abweisend und kalt gemacht hat, so etwas möchte ich nicht im echten Leben begegnen. Doch leider „verändert“ sich auch die echte Welt, jeden Tag, jeden Augenblick, sogar in dem Ort, den ich mal als „Freundekreis“ bezeichnet habe.

Ich möchte nicht die Uhr zurückdrehen auf 2002. Ich möchte nicht „altes zurückholen“. Ich wünsche mir nur, dass das, was die Szene für mich so einzigartig gemacht hat, dass das wieder zurückkehrt. Und mit diesem „etwas“ kommt vielleicht auch meine Vorfreude zurück, wenn die nächste Convention ansteht. Wir sind alle Teil dieser Szene, wir alle tragen dazu bei, wie wir uns gegenseitig behandeln. Aber ich fürchte, wenn es bei uns schon nicht klappt, bei uns einst so toleranten, sich gegenseitig respektierenden und wertschätzenden Menschen, dann fürchte ich, wird auch auf der großen Welt nicht funktionieren. Und das wäre mehr als nur ein Scharmützel im Kostüm auf der Bühne, das wäre unter Umständen unser aller Ende.

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360° Blickwinkel | Alltag | Ich

Sie sind eben nicht Mainstream!

von am 28. September 2015

Die Stimme ist wieder da, aber der Hals tut noch immer weh. So ein bissel beim Schlucken. Wenn ich nichts mit dem Hals mache total, wenn ich rede oder singe geht es.

Natürlich war ich heute beim Arzt, noch einmal. Der ist erst mal ratlos, sagte aber, dass bekommt er raus. Ich bin eben nicht aus dem Lehrbuch und nicht Mainstream!

Danke Herr Doktor. Mainstream war Kari noch nie! Und sie sind der beste, alle anderen hätten mich schon als Psycho abgestempelt, wie damals mit dem Rücken… Der ist mit Gold nicht aufzuwiegen! 

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360° Blickwinkel | Alltag | Ich | Menschen

6 Monate Blickwinkel, ein Fazit

von am 1. Juli 2015

Ein halbes Jahr drehe ich mich um mich selbst. Das ist eine lange Zeit, in der ich es geschafft habe, jeden Tag einen Blickwinkel zu posten. Mal waren es nur ein kleiner Radius und ich habe mich hinterfragt. Geschaut, wer bin ich, warum mach ich das, warum reagiere ich so, wie ich reagiere.

Dann gab es aber auch die größeren Kreise. Gesellschaftskritisch habe ich mir Fragen gestellt. Die Ehe für alle, der Flugzeugabsturz, diese rechten Bewegungen in Deutschland, die Kirche.

Hat es denn was gebracht?

Nun ja, ich habe damit sicherlich nicht die Welt verändert. Und ich bin keine strahlende Heldin. Aber es hat was für mich gemacht. Wie eine Art Selbstherapie. Ich konnte im letzten halben Jahr Veränderungen und Schicksalsschläge besser verarbeiten und zulassen. Ich hab mir nicht immer den Kopf über die ganzen Dinge zermartert, sondern die Sachen, die anlagen, angepackt. Sie für mich angepasst oder einfach akzeptiert und das beste draus gemacht.

Ich habe mich ausgesprochen, mich, meine Welt und Ansichten klar positioniert, denn ich stehe hinter allem, was ich hier schreibe. Und auch wenn es mal sarkastische böse klingt, was ich so von mir gebe, beweist es mir jedes Mal, sobald bei den kritischen Themen Kommentare kommen (wie zu Thema Animexx, soziale Netzwerke und ähnliches) dann scheine ich mit meiner Meinung gar nicht so sehr falsch zu liegen. Denn wenn ich den Nerv der anderen nicht treffen würde, würden die sich nicht genötigt fühlen, meine geistigen Ergüsse voller Inbrunst zu kommentieren.

Ich mache auch die nächsten 6 Monate weiter. Mit meinen Kritikern, meinen Wegbegleitern und meinen Befürworten. Für mich und für die, die sich Kraft aus meinen Worten holen oder sich angesprochen fühlen.

Ich hab noch einige Wegbegleiter am Start, Blickwinkel wird es geben, solange sich die Erde dreht. Und ich gehe eh jeden Tag meinen weg und frage mich oft. Warum?

Die Blickwinkel tun gut, denn vieles ist auf den ersten Blick nicht so wie es scheint. Das Leben ist nicht nur Schwarz und Weiß, aber das Leben ist auch kein Ponyhof. Aber das Leben kann so viel dazwischen sein. Also, weiterdrehen und alles dazwischen auch mitbekommen, sonst verpasse ich was.

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„Nicht relevant“? Nicht euer Ernst!

von am 27. Mai 2015

Eigentlich dachte ich, ich bin mit Animexx durch. Eigentlich dachte ich, es gäbe nichts mehr über sie zu schreiben.

DACHTE ICH! Bis heute.

Eine gute Freundin von mir, die Miku (Name von der Redaktion geändert), war am vergangenen Wochenende auf der Dokomi unterwegs. Stilecht natürlich im Kostüm. Maxine Caulfield aus der aufstrebenden Abenteuer-Spiel-Reihe „Life is Strange“. Oh, welch süße Ironie sich anbahnt, hatte Miku zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich nicht einmal geahnt.

Denn während sie auf der Dokomi sorglos umherzog, und von ihrem Freund Kaito (Name der Redaktion bekannt) fotografiert wurde, formierten sich in der bayuwarischen Metropole schon die Fotofreischalter, um die aufkommende Galerienflut zu bewältigen.

Fröhlich und gut gelaunt lud sie ihre Max-Caulfield-Galerie hoch. Und wartete. Und wartete

ENDLICH, die heißersehnte Nachricht. Die Fotogalerie wurde …. abgelehnt.

Ungläubig starrt Miku die Nachricht an. Die Begründung lässt sie an die verstecke Kamera denken.

„Die hochgeladende Serie ist für Animexx nicht relevant.“

Wieder und wieder liest sie diesen Satz, ehe sie die Nachricht schließt, und sich vollkommen verblüfft an mich wendet.

Tja was soll ich dazu sagen? Ich dachte ja, tiefer kann ANimexx nicht mehr sinken, und ehrlich gesagt überrascht es mich schon, dass meine Galerie anstandslos freigeschaltet worden wäre, hätte ich eine Vorlage mit der korrekten Shirt-Farbe gefunden, bei ihr sei die Serie aber irrelevant.

Liebes Animexx-Team, zum Mitschreiben: Wenn jemand ein Cosplay hochlädt, und das Cosplay den Regeln entspricht, richtig getaggt ist, die Fotos die geforderte Mindestqualität erreichen, und ein Referenzbild mit den Fotos übereinstimmt, wieso schaltet ihr es nicht einfach frei. Ohne Widerrede.

Stattdessen brandmarkt ihr eines der innovativsten und begehrtesten Spiele des Jahres 2015 (neben The Witcher 3, was für euch ja wahrscheinlich relevant ist!) als unwichtig, als zweitrangig, als nicht erwähnenswert. Deshalb wollt ihr da auch keine Fotos. Dass es auf der Dokomi noch fünf andere Cosplayer dieser Serie gab, ist für euch auch kein Argument? Auch nicht, dass in euren Foren immer mehr Threads zu diesem Spiel eröffnet werden? Reicht euch nicht?

Ihr habt euch in meinen Augen ja bereits vor einigen Wochen als Community disqualifiziert, mit eurer Zweizüngigkeit und eurem geheuchelten Toleranz-Gefasel. Aber damit, liebe Animexxler, habt ihr den Bock geschossen. Ich kann nur für euch hoffen, dass die Vereinsvorstände nichts davon wissen, was ihr treibt (ist aktuell eine gute Ausrede, sei es nun das Westfalenblatt oder die Kölner Kirchenzeitung), sonst könnte eine öffentliche Stellungnahme sehr schnell sehr peinlich werden. Wenn ihr es denn überhaupt nötig habt. Ihr, die soviele Mitglieder haben, dass zwei Mitglieder weniger in der Statistik gar nicht auffallen.

Nein. Solange euch nur genug Mitglieder am Arsch rumkruppen, weil sie euch als Plattform brauchen um mit Freunden in Kontakt zu bleiben….solange braucht ihr euch keine Sorgen machen, dass ihr euch den Wünschen von Einzelpersonen beugen müsst. Spielt ruhig eure Willkür-Karte aus. Ihr könnts euch erlauben.

Aber dann wundert euch bitte nicht, warum es Projekte wie CosBase gibt, die ALLES zulassen. Im Gegenteil, die bereitwillig neue Kategorien schaffen, wenn es eine Serie oder einen Charakter noch nicht gibt.

Vielleicht ja auch bald die Kategorie „Animexx“ mit dem Charakter „Witzfigur“?

Liebes Animexx-Team, bitte verlegt euren Vereinssitz nach Köln. Unter den ganzen Jecken fallt ihr dann gar nicht mehr so sehr auf.

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360° Blickwinkel | Alltag

Macht euren Scheiss doch selbst

von am 20. Mai 2015

Dies ist eine Antwort auf eine Post von einem Autorenkollegen. Da ich aber selbst Bloggerin bin, Bücher rezensiere, muss ich als Bloggerin einfach mal drauf reagieren, den Link findet der gute Kollege dann morgen unter dem Beitrag, auch auf die Gefahr hin, dass man mich hasst und ich auf meine Retourkutsche einen Shitstorm bekomme. Hier erst einmal der Link zum Ursprungspost!

https://www.facebook.com/groups/184413921615603/permalink/928711137185874/

Lieber Autor, Romanschreiber und Geschichtenerdenker! Ich bin eine von diesen nicht Intellektuellen, die nicht in der Lage ist dein Buch ordentlich oder adäquat zu rezensieren. Aber vielleicht hat es mir einfach nur nicht gefallen und ich, nur ich mag deinen Schreibstil nicht. Vielleicht bin ich zu dumm für deinen Schreibstil, bin nicht wach genug oder komme nicht aus Deutschland.
Ich rezensiere, lieber Autor, so, wie ich es denke. Wenn mir bei Ihrem Buch SCHEISSE durch den Kopf geht, dann ist das so. Sie verkaufen IHR Buch der Öffentlichkeit, alle haben da Zugriff drauf (ich für meinen Teil erwerbe dieses Buch, käuflich und lasse mich nicht durch den Autor bedrängen), dann habe ich auch das Recht, dumm wie Brot, platt, ohne Studium zu sagen: Kacke. Wenn ich aus Ihrer Literatur Klopapier machen will, dann tu ich das.
Es tu mir so sehr leid, wenn man durch eine persönliche, negative Meinung, die man einfach mal kundtun mag, ihre Gefühle verletzt. Aber das Leben, vor allem das eines Menschen in der Öffentlichkeit, ist kein Ponyhof, Zuckerschlecken oder Wunschkonzert. Man kann nicht Everybodys Darling sein. Wenn sie, lieber Geschichtenerzähler nicht mit dem allgemeinen Pöbel umgehen können, der vielleicht, unter Umständen auch ihr Buch zwischen die Finger bekommt, dann sollten sie klar kennzeichnen, dass diese Literatur für den Pöbel mit Realschulabschluss und einer Anstellung an der Aldi-Kasse nicht geeignet ist. Erfinden sie doch innovativ ein FSK Schild mit den nötigen Hinweisen, bitte dabei bedenken, es sollte allgemein, auch vom Pöbel, zu verstehen sein.
Wenn sie jedoch weiterhin Ihr Buch für günstig Geld allen auf diversen Unterhaltungs-Konsum-Plattformen anbieten, auf denen man auch seine Meinung unbehelligt schreiben kann, dann sollten sie sich besser ein dickes Fell anlegen.
Ich für meinen Teil, lasse mir nicht sagen, wie ich ein Buch rezensieren soll, denn ich bin nur einfache, ungebildete Leserin und Konsumentin. Und wenn es meinen Geschmack nicht trifft, dann sage ich das auch. Und wenn mir nur „Alles Scheiße“ dazu einfällt, dann darf sie das ärgern, aber das ändert nichts an meinem Empfinden.
Sollten sie zu sanft und psychisch nicht in der Lage sein mit solchen unprofessionellen Kommentaren umzugehen, dann veröffentlichen Sie bitte kein Buch. Denn was sie da über Facebook machen, egal ob satirisch, zynisch oder sarkastisch, nimmt mir die Lust als Bloggerin, ein Buch zu rezensieren und Ihnen somit meine Aufmerksamkeit und Publicity zukommen zu lassen. Denn auch eine schlechte Werbung ist Werbung und man setzte sich mit einem Buch auseinander. Je kontroverser, desto besser. (Siehe diese ganzen SM und Sex Romane)!

Ich verfasse weiter meine Rezensionen, egal ob gebildet, nicht gebildet, adäquat, hochgestochen, dumm, oder wie auch immer ich nach Außen wirke. Ich schreibe über MEINE EMPFINDUNGEN beim Lesen, und da darf sich kein Autor drüber lustig machen, denn auf wen wirft das ein schlechtes Licht? Nicht auf den, der beschimpft oder als dumm dargestellt wird, sondern auf den der solche Posts über seine Leser mit eigener Meinung schreibt.

Ich bewerte das Buch, der liebe Autor allerdings bewertet mich als dumm, indem er sagt, ich sei nicht intelligent genug für sein Buch. Großes Tischtennis, lieber Autor, so macht man sich bestimmt eine große Leserschaft.

Ich bin fast soweit zu sagen, macht euren Mist doch einfach selbst. Schreibt euch eure Wunschrezis, ich mach euch nicht den Hampelmann, denn ich will lesen um des Lesenswillen und schreibe Rezis, weil ich Spaß dran habe! Ich mache mir Mühe, Arbeit und investiere Zeit. Auch für die Autoren. Mit Dummheit und Faulheit, einfach nur SCHEISSE zu schreiben, hat das nichts zu tun, ihr lieben empfindlichen Künstlerseelen.

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Urheberrechte? Braucht man nicht!

von am 24. April 2015

Manchmal frage ich mich wirklich, wieso ich mir noch die Mühe mache, CDs zu kaufen, oder Geld spare, um ins Kino gehen zu können. Ein Blick ins Internet, und schon finde ich alles gratis! Von eBooks über Musik bis hin zu aktuellen Kinofilmen gibt es dort alles, was das kleine Fanherz begehrt. Illegal, versteht sich. Aber wen kümmert das denn schon?

Das zumindest war der Grundtonus, der mir vor kurzem in einem Forum entgegengeschlagen ist. Es ging dort um eine Informationsveranstaltung zum Thema Urheberrecht im Internet, veranstaltet vom Computer-Fachverlag heise. Dort können sich Interessierte zum Thema „Urheberrecht“ informieren. Darf ich Bilder weiterverlinken? Wo kann ich mir legal Musik beschaffen. Ist es legal, sich einen Film, der nächste Woche erst im Kino anläuft heute schon auf Youtube anzusehen?

„Ja“, lautet zumindest die Antwort aus der heise-Community. Denn Urheberrechte seien nur ein Geschöpf der Medienindustrie und hätten keinen nennenswerten, wichtigen Stellenwert. Und wenn mein Kumpel eine CD hat, kann ich sie mir ja aus dem Netz runterladen. Ich kann ja behaupten, ich hätte sie mir ausgeliehen.

Dieses Geplänkel ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Es ging noch viel, viel tiefer, denn unter anderem wurde dort angedeutet, dass niemand verstehen kann, warum man immer so auf dem Thema Urheberrecht herumreiten würde. Niemand solle Urheberrechte haben, denn Kultur ist immer ein Allgemeingut, und wer ein Recht an seinem eigenen Werk für sich beansprucht, der verstößt damit gegen alles, was irgendwie mit Kultur in Verbindung steht.

Kurzum: Wenn mein Mann einen Song schreibt, dann hat er ihn gefälligst gratis im Netz anzubieten. Er solle es ja nicht wagen, den zu verkaufen! Überhaupt bekommt ein Künstler von den verkauften Tonträgern oder DVDs eh nichts ab. Das meiste stecken sich (so deren Argumentation) die Plattenfirmen ein. Der Künstler darf sehen, wo er bleibt.

Nun, das mag vielleicht in asiatischen Ländern so sein, aber wenn dem wirklich so ist, dann frage ich mich, wieso Kanye West oder David Guetta so gut verdienen. Denn nach Adam Riese und Eva Zwerg kann es auch nicht an den Konzerten liegen. Das meiste Geld, was die Veranstalter mit den Kartenverkäufen einnehmen, geht für das Konzert selber drauf. Technik, Miete, Catering, Reinigung etc.

Also, WOMIT verdienen die dann soviel Geld?

Ich als Autorin habe es da ja einfacher. Ich schreibe ein Buch, bringe das über diverse Dienstleister, bzw. künftig über unseren Verlag heraus, und dann verdiene ich an jedem verkauften Buch. Mein Mann verkauft seine Songs, und verdient an jedem verkauften Song. Auf direktem Weg zwischen Produzent und Konsument klappt das super. Und wenn es dazwischen andere gibt, die mitverdienen, dann ist es eben so. Aber deswegen das gesamte Urheberrecht boykottieren? Stellt euch vor, ich nehme ein Buch eines kleinen Autors und gebe es als mein eigenes aus, und argumentiere dann, das Kultur ein Allgemeingut ist, und das Urheberrecht nur eine Erfindung der Lobbyisten.

Wer von euch kommt mich im Knast besuchen?

Ich kann diese Haltung absolut nicht verstehen. Wenn mir eine Band gefällt, kaufe ich die CDs. Wenn ich einen Film im Kino verpasst habe, oder ihn mir nochmal anschauen möchte, dann kaufe ich ihn mir auf DVD. Und wenn ich ein Buch lesen will, dann kaufe ich es mir entweder gebunden oder als eBook. Was ist daran so schwer? Nur weil es Geld kostet? Wenn ich nicht bereit bin, Geld für etwas auszugeben, dann weiß ich es auch nicht zu schätzen, so einfach ist das.

Letztlich muss es natürlich jeder für sich selber wissen, ob er das Risiko eingehen möchte, verklagt zu werden. Aber „Kultur als Allgemeingut“ ist dann, fürchte ich, eine denkbar schlechte Argumentation.

Ich persönlich halte das Urheberrecht für sinnvoll. Klar, es scheint, dass es nur den großen und mächtigen Firmen nützt (Plattenfirmen und Filmverleihern), aber grundsätzlich schützt es uns doch alle. Wenn ich ein Bild fotografiere und hochlade, dann möchte ich bestimmen, was damit geschieht. Wenn ich nicht will, dass die NPD es nutzt, dann möchte ich Möglichkeiten haben, ihnen die Nutzung zu untersagen. Und diese Möglichkeit gibt mir das Urheberrecht.

Denn es gibt eine klare Trennung zwischen Urheberrecht und Nutzungsrecht. Ich als Urheber bestimme, was mit meinem Buch, meinem Lied, meinem Foto geschieht. Ich erteile Nutzungsrechte. Und das hat jeder zu respektieren. Ich selber achte auch penibel darauf, was ich wo herunterlade. Darf ich das überhaupt? Habe ich die nötigen Nutzungsrechte erworben? Falls nein, lasse ich vorsichtshalber die Finger davon.

Haltet mich für paranoid, aber ich bin nicht doof. Sofern es mir nicht ausdrücklich erlaubt wird, lade ich nirgendwo irgendetwas herunter. Bei Bildern schaue ich mir die Lizenzen an, unter denen sie erschienen sind. Steht dort „Public Domain“, kann ich sie bedenkenlos herunterladen. Auch „CC-BY-SA“ ist für mich kein Problem, da muss ich halt nur den Urheber angeben. Fehlt aber eine derartige Kennzeichnung, lasse ich es bleiben! Denn wenn ich ein Bild ohne derartige Kennzeichnung verwende, mache ich mich nun einmal strafbar, selbst wenn ich es nur auf diesen kleinen, blöden Pissblog hochlade.

Die meisten interessiert es wahrscheinlich eh nicht, die laden einfach die aktuellsten Kinofilme aus dem Internet, nur weil sie sagen „Die Filmproduzenten verdienen eh so viel, darauf kommts auch nicht an!“ Mag sein. Aber wenn jeder so denkt, wird es diese Filme irgendwann nicht mehr geben. Aber….das interessiert wahrscheinlich auch niemanden. Hauptsache gratis. Urheberrechte? Wer braucht sowas! Ich will doch nur das runterladen, was mir gefällt.

 

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360° Blickwinkel | Alltag | Waffelmoment

Der Anti-Post

von am 21. April 2015

Blau am Himmel

Ich könnte mich jetzt über alles aufregen. Die Ämter, das affige Getue wie geil doch alle sind und wie toll doch alle einfach alles können. Und vor allem so viel besser als alle anderen.

Ich könnte mich über den Lärm aufregen, den ich allabendlich höre, obwohl ich hier eingeschüchtert nachmittags denke, mach aber die Musik nicht so laut. Ich könnte mich lauthals ärgern, dass immer unser Hund angeblich bellt, obwohl Oscar es nachweislich nicht ist.

Ich könnte mich über Unfreundlichkeit, Großkotzigkeit, Lästereien, Hinterfotzigkeit, Mobbing, Rückenschmerzen, Intoleranz, Respektlosigkeit aufregen. Ich könnte über die Mitarbeiter der Rentenkasse und des Arbeitsamtes schimpfen. Ich könnte mich, wenn ich wollte, über jeden, Gott und die Welt aufregen. Ich könnte rumbratzen, schreien, den Vogel zeigen.

Ich könnte, wenn ich wollte. Will ich aber nicht, dafür ist das Wetter viel zu schön. Ich schnapp mir Kopfhörer, um meine Mitmenschen nicht aufzuregen, ein Buch und gehe auf meinen rückenfreundlichen Liegestuhl in die Sonne.

Und ihr? Ihr solltet dasselbe tun, wenn ihr könnt. Denn das Blau des Himmels ist so viel schöner als das Blau von Twitter oder Facebook. In diesem Sinne. Baba

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