Advent

Der kleine Weihnachtsstern ~ 23

von am 23. Dezember 2017

Der kleine Stern strahlte schon nun einige Tage jede Nacht über dem Stall. Mittlerweile hatten ihn viele Menschen auf der ganzen Welt entdeckt. Und sie redeten über ihn und auch, warum er da oben am Himmel so sehr leuchtete. Man erzählte sich von dem Stall in Bethlehem, wo ein Baby liegt, welches Jesus heißt und dieses Sternenleuchten in sich trägt. Und dass es damit der Welt den Frieden bringt.
Auch drei Könige aus dem Morgenland sahen das Licht. Und sie beschlossen sich auf den Weg zum Stall nach Bethlehem zu machen. Sie wollten das Kind selber sehen und ihm Geschenke bringen. Sie wollten es strahlen sehen und ihm danken, dass es von nun an der Welt eine neue Hoffnung schenken wollte.
So machen sie sich auf eine lange beschwerliche Reise über viele Kilometer, aber der kleine Weihnachtsstern leuchtete ihnen den Weg.
An einem Morgen, kurz bevor die Sonne die Sterne ins Bett schickt kam der alte weise Stern zum kleinen Stern.
„Ich habe gehört, dass du wieder zurück bist. Du bist ein richtig berühmter Stern geworden. Vielleicht der allerwichtigste Stern, den es gibt, ist dir das bewusst?“
„Ach, das ist gar nicht so wichtig für mich. Ich muss nicht berühmt sein, aber ich bin froh, dass ich Menschen erfreue und ihnen ein Lächeln schenke, wenn sie mich sehen.“
„Das ist eine sehr erwachsene Einstellung, kleiner Stern.“
Mit diesen Worten legten sich die Sterne schlafen.

Es kommt nicht auf die Größe eurer Taten an. Und es geht nicht um Reichweite, Likes oder Klicks. Im Leben zählt nur eins. Habe ich einen Menschen berühren können und so sein Leben positiv beeinflusst? Und bin ich glücklich mit dem, wie es ist. Wenn ihr das alles mit ja beantworten könnt, dann hat euch der kleine Stern erreicht.

 

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Advent

Der kleine Weihnachtsstern ~ 22

von am 22. Dezember 2017

„Ich habe es schon gehört, kleiner Stern, du wirst mich wieder verlassen,“ schluchzte Abraham.
„Hey, sei nicht traurig. Ich bin ja nicht ganz weg.“
„Stimmt, du wirst da oben sein und für uns alle strahlen. Das ist wirklich schön. Geht es dir damit jetzt gut?“
„Ja, ich bin sehr zufrieden mit meinem Sinn, den ich gefunden habe. Er erfüllt mich so sehr mit Glück, dass ich noch immer Tanzen und Singen möchte.“
„Dann tu das doch, kleiner Stern. Funkel Funkel kleiner Stern, denn wir haben alle dich so gern.“
Der kleine Stern musste lachen.
„Das werde ich auf jeden Fall tun, Abraham. Jede Nacht im Himmel werde ich der hellste und funkelnste Stern sein, den du am Himmel siehst. Ich werde Tanzen und Singen. Und wenn du genau hinhörst, dann wirst du mein Lied hören können. Ich werde dich nie vergessen, Abraham und bin dir sehr dankbar, dass du diesen Weg bis hierhin mit mir gegangen bist“
„Ich danke dir ebenfalls, kleiner Stern. Denn auch ich habe nun einen Sinn. Ich will diesem Baby nicht mehr von der Seite weichen, denn ich glaube, dieses alles ist geschehen, weil auch dieses Kind eine große Aufgabe hat. Du wachst über die Kinder, indem du strahlst, ich werde hier unten dem Licht auf Erden helfen, dass jeder das sternengleiche Lächeln sehen kann. Jesus wird die Botschaft von dir, dein Leuchten an alle weitertragen. Und ich werde Jesus dabei helfen.“
„So machen wir das,“ freute sich der kleine Stern.
„Ich werde dich nie vergessen kleiner Stern, denn du bist nun für immer in meinem Herzen. Ich hab dich lieb.“
„ich hab dich auch lieb, Abraham. Auf Wiedersehen Jesus. Bis bald.“
Mit diesen Worten stieg der kleine Stern in den Horizont hinauf. Es ging von ganz alleine und er nahm ganz selbstverständlich seinen Platz über dem Stall ein und begann sofort zu Strahlen und die Nacht zu erhellen. Jesus und Abraham spürten, wie das Funkeln auch den düsteren Stall noch mehr erhellte. Sie wussten, nun, war alles gut.

Seinen Platz im Leben einnehmen ist immer mit ganz viel Höhen und Tiefen verbunden. Man gibt etwas auf, für etwas, was einem noch viel wichtiger ist. Um eine große, wichtige Aufgabe zu erfüllen. Und manchmal kommt es vor, dass man nicht alles auf einmal machen kann. Dann muss man entscheiden, woran das Herz am meisten hängt. Für was würdet ihr euch entscheiden. Was wäre euer Ziel, wenn ihr morgen die Erde verlassen müsstet. Was würdet ihr dann auf jeden Fall noch tun wollen. Das ist dann euer Sinn. Würdet ihr Zeit mit Menschen verbringen? Würdet ihr einen Traum erfüllen? Wenn euch bewusst ist, was es ist, dann lohnt es sich alles.
In 2 Tagen ist schon Heilig Abend. Die Zeit der Wunder beginnt.

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Advent

Der kleine Weihnachtsstern ~ 19

von am 19. Dezember 2017

Der kleine Stern und Abraham kamen gerade rechtzeitig. Sie vernahmen ein leises Schluchzen und Plärren. Das Kind war geboren. Alles war still, nur das Baby weinte. Die Hirten versperrten dem kleinen Stern und auch Abraham den Weg.
Abraham reichte kommentarlos die Decke in die Menge, die still weitergereicht wurde.
Aber es war einfach kein Durchkommen zu dem Kind.
Der kleine Stern fand einfach keine Lücke, die groß genug für ihn war.
So beobachtete er einfach von draußen, was geschah.
Der erste Hirte kam aus dem Stall und rieb sich gerührt die Augen.
„Er ist ein Wunder.“
Und auch der zweite Hirte verließ glücklich den Stall. Nach und nach kamen alle Hirten vor den Stall, jedoch blieben sie alle in der Nähe der Stalltür. Der kleine Stern sah nur ein sanftes Licht von einer Öllampe. Sicher hatte einer der Hirten seine Lampe im Stall zurückgelassen.
Aber der Stern konnte noch nichts erkennen. Und er wollte sich auch nicht vordrängeln. Er wollte nun Abraham den Vortritt lassen. Schließlich hatte der kleine Stern den Jungen aus dem Tiefschlaf gerissen, nur wegen einem Baby. Aber er konnte hören, was Abraham sagte:
„Du bist also Jesus. Schön dich kennenzulernen. Weißt du, ich habe einen kleinen Bruder, der heißt Johannes. Der war mal ein Stern. Ich kenne jetzt auch einen Stern, weißt. Der wartet dahinten. Und ich glaube, der hat irgendwas mit dir zu tun.“
Der kleine Stern hörte Jesus weinen.
„Nein, kleiner Jesus, du musst nicht weinen,“ versuchte Abraham das Baby zu beruhigen.
„Schau mal hier, ich habe meine Trommel mitgebracht. Mehr habe ich leider nicht. Nur mich und meine Trommel. Soll ich dir darauf etwas Vorspielen? Und vielleicht möchte der kleine Stern für dich dazu tanzen?“
Abraham drehte sich um und winkte dem kleinen Stern zu.
„Kleiner Stern, lass uns was für Jesus tun, damit er weiß, dass er nicht weinen muss.“
Abraham begann rhythmisch und sanft auf seiner kleinen Trommel zu spielen. Der kleine Stern flog herbei.
Das Baby lag in der Futterkrippe, die Abraham und er am Abend noch repariert hatte. Und er war in Abrahams Decke gewickelt.
Maria und Josef standen an der Krippe und lauschten dem Trommelspiel von Abraham.
Nun sag der kleine Stern das allererste Mal das Jesuskind.

Ein Baby ist ja immer ein kleines Wunder. Aber was ist dieses Kind für unseren kleinen Stern? Das da irgendwo der Sinn von dem kleinen Stern zu finden ist, das steht fest. Habt ihr auch so einen Menschen? Der für euch der Sinn ist? Ohne den es nicht geht? Dann haltet ihn immer fest. Und schließt ihn fest in euren Gedanken ein. Dann ist er auch da, wenn er mal nicht da ist.
Wir sind morgen wieder da.

 

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Advent

Der kleine Weihnachtsstern ~ 17

von am 17. Dezember 2017

„Kleiner Stern, es wird Zeit, dass du wach wirst. Wie kannst du jetzt nur schlafen? Du suchst doch noch nach deinem Sinn! Kleiner Stern, wach werden.“
Der kleine Stern wurde langsam wach und erkannte sofort den Engel von letzter Nacht.
„Gabriel, du schon wieder.“
„Ja, kleiner, ich schon wieder. Es wird Zeit. Die Hirten brauchen nun deine Hilfe. Und dann willst du doch auch sicher dabei sein, wenn das Baby geboren wird, oder?“
„Das Baby wird heute geboren?“
„Ja, heute Nacht noch. Ich dachte das hättest du gespürt.“
„Nein, ich war so müde.“
„Dann mach mal folgendes, kleiner Stern. Schließe kurz deine Augen und atme tief ein und aus.“
Der Stern tat, wie ihm geheißen. Und die komplette Müdigkeit fiel von ihm ab. Und er spürte eine nie geahnte Freude. Es war eine Vorfreude und Ahnung, dass er bald seinen Sinn finden würde. Sein Herz machte kleine Sprünge vor Aufregung.
„Ich spüre es. Mein Sinn ist ganz nah.“
„Dann mach dich auf zu den Hirten und helfe ihnen aus ihrer Not.“
„Das mache ich sofort. Danke, lieber Erzengel.“
Der Stern flog voller Erwartungen am Engel vorbei und machte sich auf den Weg durch die Nacht zu der Schafweide.
Dort hörte er die Hirten schon nach dem verlorenen Lamm rufen. Der Stern stieg noch ein wenig höher und sah das Lämmchen hinter einem Felsvorsprung. Er flog zu dem verängstigten Tier und leuchtete erneut so hell, wie schon vor ein paar Stunden über dem Stall.
„Hey, seht, da ist der Stern, das ist sicher ein Zeichen! Lasst und dahinlaufen. Vielleicht finden wir da das Lamm!“
Und natürlich fanden sie das verlorene Lamm dort, wo der kleine Stern hell funkelte.
„Jetzt sind für mich alle Zweifel verflogen. Der Engel hatte recht. Wir sollten und auf den Weg zum Stall machen und daran glauben, was wir sehen, auch wenn es noch so unglaublich ist.“
Die anderen Hirten stimmten zu. Sie schulterten ihre Lämmer, damit sie die weite Strecke nicht selber laufen mussten und vertrauten auf die Worte des Engels, dass dem Rest der Herde nichts zustoßen würde.
„Ob wir den Weg noch finden, der Stern ist ja nicht mehr zu sehen,“ überlegte ein Hirte auf dem Weg.
Der kleine Stern hörte dies und entschied, die Gruppe zum Stall zu führen. Er schwebte immer vor ihnen her, bis sie am Stall angekommen waren.

Einem Stern folgen, ohne zu wissen, was kommt. Das ist echt tapfer von den Hirten. Aber genau das ist das Leben. Wir folgen unseren Träumen und Wünschen und wissen auch nie was kommt. Tja, wer weiß das schon, was hinter der nächsten Biegung liegt. Niemand kann uns das sagen, wir erfahren es immer erst, wenn wir auch angekommen sind. Auf welchem Weg auch immer. Nicht das Ziel ist unser Ziel, sondern der Weg dorthin. Und alles, was auf diesem Weg geschieht, das macht den Sinn später aus.
Der kleine Stern scheint langsam zu begreifen, was seine Aufgabe ist. Aber noch ist es nicht vorbei. Türchen 18.

 

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Advent

Der kleine Weihnachtsstern ~ 12

von am 12. Dezember 2017

Abraham kam erst gegen Mittag in den Stall. Der kleine Stern saß die ganze Nacht einfach auf dem Strohballen und grübelte über die Worte des Engels nach. Er hatte ja keine andere Wahl, er musste einfach daran glauben, was der Engel ihm erzählt hat.
„Hey, kleiner Stern, was machst du denn schon hier.“
Der kleine Stern schaute zu Abraham und dann erzählte er Abraham von dem Engel.
„Du glaubst nicht, was mir heute Nacht geschehen ist. Es ist unglaublich….“
Und der Stern erzählte und erzählte und konnte gar nicht mehr aufhören. Wenn er sich selbst so zuhörte, konnte er fast selbst nicht daran glauben, was alles geschehen war.
„Das ist echt eine unglaubliche Geschichte, aber warum soll das alles auch nicht geschehen sein?“
Der kleine Stern war noch immer nicht überzeugt. Natürlich war das alles irgendwie geschehen, aber vielleicht hatte er auch nur geträumt. Konnte das alles wirklich geschehen sein? Oder war er nachts irgendwo gegen geflogen und hatte sich so richtig dolle den Kopf gestoßen? Er hatte wirklich große Zweifel. Glauben, glauben war wirklich schwer.
„Du bist wirklich davon überzeugt, dass das alles so ist, oder Abraham? Du glaubst das alles?“
„Natürlich glaube ich das alles.“
„Wie kannst du an etwas glauben, was du nicht gesehen hast. Ich kann diese Engelsgeschichte ja nicht beweisen.“
Abraham stutze. So etwas fragte der kleine Stern, ein Wesen, an den die Menschen ja auch glauben mussten, weil nicht alle ihn sahen.
„Ach kleiner Stern. Vielleicht musst du nur das Wort Glauben verstehen. Glauben ist ein großes Wort. Vielleicht kann ich es dir erklären, wie Glaube sich für mich anfühlt. Glaube ist so etwas wie Hoffnung. Ich glaube daran, dass ich bald wieder nach Hause zu meinen Freunden komme. Ich weiß es nicht, denn ich weiß ja nicht, was in Zukunft geschieht. Vielleicht werden wir hier in Bethlehem noch überfallen. Oder wir geraten in der Wüste in einen Sandsturm. Aber mein Glaube gibt mir Kraft, dass ich das alles überstehe. Und um das Wort nochmal zu übersetzen. Meine Hoffnung, dass das alles so geschieht, das hilft mir. Und Hoffnung oder Glaube ist für mich stets Licht. Ein Licht, das da ist, auch wenn es dunkel ist. Nachts, wenn die Sonne nicht scheint, dann weiß ich ja trotzdem, dass die Sonne wiederkommt. Ich kann sie zwar nicht greifen, ich sehe sich auch nicht, aber dieses Licht ist in mir. Und sie hilft mir die Nacht zu überstehen. So wie der Glaube mir hilft, diese Zeit ohne meine Freunde und meine Oma zu überstehen. Verstehst du das, kleiner Stern.“
Der kleine Stern nickt zaghaft.
„Ich denke schon, ich weiß nicht was passiert, aber ich habe die Hoffnung, dass alles gut wird. Also glaube ich an das, was geschehen ist und ich glaube auch daran, dass ich meinen Sinn finden werde.“
„Richtig. Und jetzt? Wollen wir endlich den Stall reparieren?“
„Ja, lass uns starten.“

Und? An was glaubt ihr denn? Welche Hoffnung lebt in euch. Glaube hat nicht nur mit Gott zu tun. Glauben ist alles, was euch Mut gibt, weiterzumachen und an euren Träumen zu arbeiten. Niemals aufgeben, dass macht Glaube möglich. Ihr könnt an eure Freunde glauben, an euer Talent, ihr könnt es Schicksal oder Fügung nennen. Oder eben Gott.
An etwas zu glauben gibt Mut und Durchhaltevermögen, egal wie schwer das Leben manchmal ist. Und es fühlt sich immer an, wie ein kleines Licht, welches uns das Leben erhellt.
Der kleine Stern erhellt uns morgen unser Türchen Nummer 13.

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Advent

Der kleine Weihnachtsstern ~ 11

von am 11. Dezember 2017

„Kleiner Stern, siehe, ich verkünde dir heute eine große Freude. Ich beobachte dich schon, seit du dich als Sternschnuppe auf den Weg zur Erde gemacht hast. Es freut mich, dass du es schon bis hierhergeschafft hast. Bald wird alles einen Sinn ergeben und deine Suche wird ein Ende finden. Habe ein wenig Geduld, kleiner Stern, und mache das, wofür du bestimmt bist. Du muss deine Aufgabe erfüllen.“
Der kleine Stern lauschte gebannt den Worten des Engels.  Und er wurde ungeduldig, was war denn jetzt der Sinn, welche Aufgabe sollte er erfüllen?
„Dann sag mir doch auch, was ich tun muss und was mein Sinn ist. Ich suche doch schon so lange und verstehe noch gar nichts.“
„Nein, kleiner Stern, verraten kann ich dir nichts. Das musst du ganz alleine herausfinden. Ich kann dir nur sagen, dass dieses hier der Ort ist, der dir deine Antworten gibt.“
„Warum kannst du es mir denn nicht sagen? Engel, ich bitte dich. Ich weiß nicht, ob ich es alleine erkennen kann.“
„Du wirst es erkennen, kleiner Stern, aber es ist wichtig, dass es von dir selbst kommt. Keiner kann dir sagen, was für dich wichtig sein soll. Denn jeder Stern ist anders. Es sind ähnliche Sachen, aber für jeden ist es etwas völlig Neues. Der Sinn ist niemals völlig gleich, der Sinn kann Parallelen aufweisen. Vielleicht kreuzen sich die verschiedenen Sinne auch. Aber niemals hat ein Stern den völlig identischen Sinn. Aber damit es genau dein Sinn ist, darf ich ihn dir nicht verraten. Du sollst nichts kopieren. Keinen Sinn und keinen Stern. Sei einfach nur du selbst. Mit allem. Mit deinen Fragen, mit deiner Suche und deinen Ideen, wie du deinen Sinn erkennst. Nur dann findest du deinen wahren, reinen Sinn.“
„Aber ich habe Angst, dass ich das nicht schaffe.“
„Ach, kleiner Stern, Angst ist völlig normal. Es kommt etwas auf dich zu, was noch keiner vorher erlebt hat. Man kann dir Ratschläge geben. Ich kann dich warnen, dich lehren und dir versprechen, dass am Ende alles gut wird. Aber loslaufen, hinfallen und wieder aufstehen, dass musst du allein. Dann musst du warten, bis der Staub sich gelegt hat, nach deinem Sturz und du wirst erkennen, dass es jede Schramme wert war. Dazu gehört Mut. Lach deine Angst ins Gesicht und laufe los.“
„Ich schwebe dann wohl eher los.“
Der Engel lachte.
„Ja, du schwebst, du hast recht. Verzage also nicht. Am Ende deines Weges, wird sich alles zum Guten wenden.“
Mit diesen Worten stieg der Engel Gabriel wieder in den Himmel zurück und hinterließ einen friedlich schlafenden Stall und träumende Menschen in der Stadt Bethlehem.

Jeder soll seinen eigenen Sinn finden. Ich glaube, für uns Menschen gilt das auch. Wir haben unseren eigenen Weg, unseren eigenen Sinn und zu den sollen und müssen wir stehen. Stolz sollen wir sein. So wie wir sind, so sind wir richtig. Auch mit unseren Ecken, Macken und Kanten. Wie der kleine Stern sind wir wohl alle einmalig. In unserer Mischung und auf unserem Weg. Du hast einen Stein auf dem Weg, den ein anderer vielleicht nicht hat. Aber schaue nicht neidisch zu dem anderen rüber. Kletter über deinen Stein. Denn es lohnt sich alles. Und wenn du dann einen freien Weg hast, bekommt der andere einen Stein auf dem Weg. Dann kannst du von deinen Erfahrungen erzählen, aber drüberklettern muss jeder selbst.
Wie es für unseren kleinen Stern weiter geht, das erfahrt ihr morgen.

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Advent

Der kleine Weihnachtsstern ~ 9

von am 9. Dezember 2017

Der kleine Stern beschloss gemeinsam mit Abraham, dass es einen Versuch wäre, sich auf das Rind und den Esel einzulassen. Nur wie sollte der kleine Stern das angehen.
„Du musst vielleicht einfach was Sinnvolles für die beiden Tiere tun um zu merken, ob es dein Sinn ist,“ überlegte Abraham laut, während er mit dem Stern auf einem Heuballen saß und einen kleinen, schon vertrockneten Apfel aus der Herberge aß.
Der Stern schaute neugierig zu Abraham:
„Was meinst du damit? Was könnte ich schon Sinnvolles machen?“
Lange schwiegen Abraham und der kleine Stern. Der kleine Stern schwebte durch den Stall und betrachtete währenddessen alles ganz genau. Der Stall war wirklich staubig und verkommen. Das Stroh, auf dem das Rind und der Esel standen, waren dreckig. Fliegen zogen ihre Kreise und es surrte in der Luft. Über der Futterkrippe blieb der kleine Stern stehen und beobachtete die Mäusefamilie, die hektische wuselnd die Mäusebabys versorgte und immer wieder das kleine, flauschige Neste reparierte, nur um danach sofort das nächste Loch stopfen zu müssen.
Es war ungemütlich in diesem Stall. Die Hühner versuchten zwischen dem verdreckten Stroh ein paar Körner aufzupicken.
Der kleine Stern beobachtete auch das Rind und den Esel. Jetzt erst bemerkte er, dass beide Tiere wirklich mager waren. Das war ja auch kein Wunder, in der Futterkrippe war auch nichts für die Tiere zu essen. Selbst die Hühner fanden keine Körner mehr.
„Ich hab es,“ verkündete der kleine Stern.
„Ich weiß jetzt, was ich tun kann, um zu spüren, ob dieses mein Sinn ist. Abraham, wir werden den Stall saubermachen, reparieren und den Tieren neues Futter geben. Ich helfe den Tieren, vielleicht muss ich für die Tiere Strahlen, nachts am Himmel als Stern.“
Abraham nickte begeistert und schmiedete sofort Pläne mit dem kleinen Stern.

Oft sind es nur Kleinigkeiten, die es braucht, um anderen zu Helfen und ihnen ein Licht zu geben. Vor allem jetzt in der Weihnachtszeit. Schaut euch um, geht bewusst durch die Stadt. Brauchen Menschen Hilfe? Vielleicht ist es der Obdachlose, dem ihr durch eine kleine Geste ein Licht sein könnt. Es muss ja nicht der Euro sein, den ihr ihm zusteckt. Vielleicht habt ihr einen alten Schal, den ihr ihm geben könnt, oder ihr lächelt ihm einmal nur freundlich zu und grüßt ihn. Wenn ihr die Chance habt, ein Licht für jemanden zu sein, dann nutzt diese Gelegenheit, denn dann wird auch euer Licht erstrahlen. So geht es bestimmt auch dem kleinen Stern hinter Türchen Nummer 10 in unserem diesjährigen Adventskalender.

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Advent

Der kleine Weihnachtsstern ~ 8

von am 8. Dezember 2017

Als sie Bethlehem erreicht, das war die kleine Stadt brechend voll. Abraham und seine Familie suchten lange nach einer Unterkunft. Sie fanden einen Platz in einer kleinen Herberge. 6 Menschen. 3 Kinder, 2 Erwachsene, ein Baby und der kleine Stern. Alle zusammen in einem Zimmer mit nur einem Bett. Es war wirklich nicht erholsam.
„Sag mal Abraham, wie läuft das denn jetzt mit dieser Menschenzählung, ihr seid jetzt hier und nun?“
„Mein Papa hat beim Statthalter Cyrenius einen Termin. Aber erst in 5 Tagen. Solange müssen wir jetzt hierbleiben. Dann geht mein Papa mit uns allen dahin. Sagt, wer er ist, wie viele Kinder er hat und wo er nun lebt. Damit dem Kaiser kein Geld durch die Lappen geht, weißt du? Jeder Mensch muss bekannt sein, damit der Kaiser sagen kann, wieviel Geld jeder dem Kaiser geben muss.“
„Das klingt wirklich sehr kompliziert.“
„Das ist es auch.“
„Was wollen wir denn nun machen?“ fragte der kleine Stern.
„Hier in der Herberge, da gibt es ein paar Tiere. Hinten im Stall. Magst du mit mir dahin. Wir könnten uns eine Höhle im Stroh bauen und uns die Tiere anschauen.“
„Das machen wir.“
Der Stall war dreckig und staubig. In einer Ecke stand ein Esel, in der anderen ein Rind. Hühner liefen frei durch den Stall. In der Mitte stand eine schäbige Futterkrippe für alle Tiere. Eine Mäusefamilie hatte sich dort ein Nest gebaut.
„Ein kleiner Stern, IIIIAAAA! Ich habe lange keinen kleinen Stern mehr gesehen. Wird ein Wunder geschehen?“
„Muuuuh, das letzte Wunder ist schon so lange her. Wir hörten davon. Von einer Frau, die Gottes Sohn bekommen wird. Da fiel das letzte Mal ein Stern vom Himmel. Muuuh. Neune Monate ist das schon her.“
„IIIIIAHHHHH, der Stern, vor neun Monat fiel hier herunter, noch bevor das Rind in diesen Stall kam. Aber der Stern zog weiter und die Taube erzählte uns diese Geschichte.“
Der kleine Stern übersetzte die Sprache der Tiere für Abraham. Beide hörten gebannt zu. Als der Esel und das Rind fertig waren mit ihrer Geschichte sagte der kleine Stern:
„Ich weiß nicht, ob wieder ein Wunder geschieht. Ich suche nur nach meinem Sinn. Vielleicht seid ihr das ja?“
„Wir sollen dein Sinn sein? Muuuh!“
„Wie könnten wird das? IIIIIahhhhh.“

Eigentlich haben doch alle Lebewesen ein Wunder verdient. Warum sollte der Sinn in dem Leben des kleinen Sterns nicht das Rind und der Esel in diesem kleinen Stall sein. Sinn kann alles sein, was euch glücklich macht. Was sagte der weise Stern gestern? Du wirst es wissen, wenn du vor Glück fliegen kannst. Manchmal reicht dafür schon die Liebe eines Tiers.
In Türchen neun erfahrt ihr, ob der Esel und das Rind es sind, die dem kleinen Stern einen Sinn geben.

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Advent

Der kleine Weihnachtsstern ~ 7

von am 7. Dezember 2017

Die Reise ging weiter. Abraham und der kleine Stern wurden sehr gute Freunde. Der kleine Stern hatte zwar gehofft, dass vielleicht Abraham sein Grund wäre, warum er jeden Abend wieder am Himmel leuchten sollte, aber das war nicht so. Der kleine Stern wusste zwar nicht, wie er das merken sollte, wenn sein Sinn denn dann endlich da wäre, doch er fühlte sich eben wie immer. Nicht besonders, nicht strahlender als sonst. Es war noch nicht die Antwort, die er suchte. Dennoch genoss der kleine Stern Abrahams Gesellschaft. Sie spielten am Tag, während sie weiter Richtung Bethlehem zogen, sie erzählten sich abends am Lagerfeuer Geschichten und nachts kuschelte sich Abraham an den kleinen Stern.
Manchmal passten Abraham und der kleine Stern auch auf Johannes auf. Wenn die Mama kochte oder die Zelte wieder abgebaut wurden. Der kleine Stern fühlte sich pudelwohl und eigentlich hätte für ihn ja so weitergehen können. Doch eines Nachts sprach der alte, weise Stern zu ihm im Traum.
„Kleiner Stern, wie geht es dir!“
„Mir geht es gut. Ich habe einen lieben Freund gefunden. Und ich habe Johannes wiedergesehen. Wusstest du, dass er nun ein Mensch ist, ein kleines Baby!“
„Natürlich wusste ich das. Die Geschichte haben wir euch doch erzählt. Aber ich weiß ja, wie das mit euch jungen Sternen ist. Nur Flausen im Kopf.“
„Ich habe eine Frage, weiser Stern.“
„Frag!“
„Woher weiß ich, wenn ich meinen Sinn gefunden habe?“
„Du wirst es wissen, wenn du vor Glück fliegen möchtest, wenn du alle Fragen einfach beiseiteschieben kannst und du nur noch ans Strahlen denken musst. Dann hast du deinen Sinn gefunden.“
„Kann mein Sinn auch sein, dass ich einfach hier als Stern bei Abraham bleibe?“
Eigentlich kannte der kleine Stern die Antwort bereits, aber dieses Mal wollte er einfach die Chance nutzen, um mehr Wissen auf seinen weiteren Weg mitzubekommen.
„Nein, als Stern darfst du nicht auf dieser Erde bleiben.  Du musst dich entscheiden. Entweder als Stern hier bei uns am Himmel. Oder du verlässt den Himmel und wirst ein Mensch, wie Johannes das gemacht hat. Dann allerdings vergisst du, dass du mal ein Stern warst.“
„Was passiert, wenn ich als Mensch sterbe?“
„Dann, mein kleiner Stern, wirst du wieder ein Stern, kannst aber nie wieder zurück auf die Erde. Aber du wirst immer wissen, dass du mal ein Mensch warst. Und es bringt alles mit sich, was man als Mensch fühlt. Die Menschen, die man liebhatte, die wird man als Stern vermissen. Du musst also mit Bedacht wählen. Was willst du, kleiner Stern?“
„Das weiß ich noch nicht!“
„Du wirst es sicher bald wissen, kleiner Stern.“

Was eine schöne, aber auch traurige Vorstellung, findet ihr nicht auch? Wir waren alle mal Sterne, die sich entschieden haben, auf die Erde zu kommen. Weil unser Sternen-Ich darin einen Sinn gesehen hat. Habt ihr diesen Sinn schon erkannt. Es gibt Menschen, die erkennen ihr sehr schnell. Den Sinn im Leben. Andere brauchen ein ganzes Leben dafür und wissen es erst, wenn sie selbst wieder Sterne sind. Habt ihr auch Sterne da oben, die vorher bei euch waren? Dann schaut jetzt kurz hoch. Denn sie erinnern sich daran, dass sie einmal Menschen waren. Und sie vermissen uns so sehr, wie wir sie vermissen. Was unser kleiner Stern wohl macht. Das erfahren wir erst im nächsten Türchen.

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